Landkaffee
Urgestein
Hallo Schmetterling,
ja, ich denke auch, dass die beste Person, der soetwas "testphasenmässig" anzuvertrauen (muss auch nicht (gleich) alles sein!) dein Therapeut ist. Als ich zu meiner zweiten Therapeutin kam, war ic in einem ziemlich schlechten Zustand; ich schaute sie niemals an (erst so ab der 10.-12. Sitzung nahm ich sie das erste Mal so richtig wahr); ich erzählte und erzählte, was unbedingt raus musste (und nichts war von dem Missbr... oder der Verg..., "nur" körperliche Gewalt von meiner Mutter, nicht mal die von meinem Bruder oder meinem Vater). Als ich sah, dass sie immer noch gelassen war, nachdem ich den ganzen Müll bei ihr abgeladen hatte, und mich sogar freundlich anlächelte 🙂, da beruhigte ich mich erst einmal. Nach und nach fasste ich zu ihr Vertrauen, vor allen durch ihre lockere aber einfühlsame Art, und ich schaffte einen Teil von der Verg... anzudeuten. Es war leider sehr wenig, so dass vieles offen udn auch unklar blieb, aber mehr schaffte ich in dem Moment nicht. Nächstens, es war vielleicht ein halbes Jahr später (und nach einem Therapeutenwechsel, da meine Thera ein Doktorstudium aufnahm und mich an einen Kollegen "weitergab", den sie mir schwer ans Herz legte), da schaffte ich auch, mehr zu erzählen (und mich auch an einiges zu erinnern).
Wichtig ist, dass du Vertrauen hast, und dass du vielleicht auch erst einmal einen kleinen Schritt machst, denn mehr geht bestimmt sowieso nicht. Threapeuten wissen und erkennen das. Ich würde es mit einem Thema oder Bereich des Missbr... bspw. beginnen, das dich nicht so sehr stresst und diesen aufschreiben, muss nichts detailliert sein! Nur ein Ansatz. Manchmal reicht schon, zu sagen/schreiben, dass die Zeit xy besonders hart für dich war und du gerne darüber sprechen magst, da du dieses Bedürfnis spürst, aber du nicht weisst, wie du es beginnen könntest, es dir sehr schwer fällt, dich anzuvertrauen. Manchmal ist das schon der erste Schritt, und manchmal bleibt es vielleicht auch erst mal dort, und der Thera fragt nicht weiter nach, weil es eben zu sehr stressen würde (war bei mir mit der SVV bspw.). Meiner bricht auch ab, wenn er sieht, dass es mir gar nicht gut geht (was ich selbst leider nicht erkenne), und dann machen wir Entspannungsübungen. Du siehst, du wirst nicht gezwungen, sondern alles wird proportioniert und dosiert, so wie du es kräftemässig schaffst. Und wenn es dich doch mal unter der Woche "umhaut" (was bei mir auch war, durch heftige Trigger bspw.), dann bekommst du sicherlich auch einen zusätzlichen Termin aus der Reihe zum Aufbau (bei deinen Bauchschmerzen würde ich auch auf Trigger/Flashback tippen).
Entgegen was hier gesagt wurde, dass du alleine da durch musst... Ich hatte niemals jemanden zum Reden gehabt und mein Thera ist der erste und einzige, der von diesem und jenem weiss, daher fühle ich mich schon nicht mehr so alleine damit. Auch wenn du letztendlich es selbst bewältigen musst, alleine musst du es aber nicht. Der Thera begleitet dich dabei. Dadurch fällt es um ein Vieles leichter. Ich weiss das sehr zu schätzen von meinen Therapeuten.
Finde das klasse!🙂
Irgendwo muss Mensch ja anfangen!
Schaut auf das Gefühl im Magen (Nur ein auch körperliches Beispiel). Schaut ganz hin, es wird´s Euch sagen!
Schaut den Menschen ins Gesicht.
Allein per Mail, da geht es nicht!
LG
Landkaffee