Der Bibel kann man auf drei Wegen widerlegen, historisch, theologisch und menschlich.
Mach ich es historisch wie mit dem Beispiel von Herodes, so wird mir erwiedert, man könnte die Bibel nicht als historische Quelle sehen und einige Menschen hätten etwas dazu geschrieben.
Halt! Du hast doch nichts widerlegt. Du hast doch nur eine Stelle angeführt, die ein schwarzes Loch ist, für man Gegenbeweise oder Beweise erst noch finden muss. Doch, die Bibel ist eine historische Quelle, und wenn Unstimmigkeiten sind, bedeutet das noch nicht, dass sie widerlegt ist.
Versuche ich es auf theologischer Basis und beweise, dass die Bibel keineswegs neu ist, sondern vielmehr eine Kopie vieler Teilstücke aus anderen Religionen, so wird man mir sagen, dass manche Teile der Bibel möglicherweise wo anders wiederzufinden seien, aber es ja hier auch um Lebensbeispiele geht.
Was beweist denn das? Das Menschenaus verschiedenen Zeiten, mitunter ähnliche menschliche Ansichten hatten oder Quellen hatten, die letztlich auf göttliche Offenbarungen zurückgehen, auch wenn sie hier oder dort verändert sind.
Versuche ich es auf menschlicher Ebene und sage z.B. das Frauenbild der Bibel oder das Bild gegenüber Homosexuellen ist nicht tragbar, so wird man mir erwiedern, es wären andere Zeiten gewesen.
Ob die Bilder tragbar sind, entscheidet, der, der diese Gesetze gesetzt hat. Vieles dieser Regeln, ist in vielem zum Guten der Menschen oder würde unter vollkommeneren Lebensverhältnissen zum Guten sein. Heute leben wir nicht in Gottes Paradies, aber die Regeln sind oft seiner Vollkommenheit entnommen und fallen uns schwer. Jesus ist unter anderem gestorben, weil Gott weiß, dass wir seinen Standard nicht schmerzlos einhalten können. Vergebung, um vor Gott stehen zu können.
Egal welches Argument ich ins Felde führe und egal wie stichhaltig es ist, ich werde damit nie weiterkommen.
Aber was macht die Bibel denn nun wirklich aus? Ihre lehrreichen Sätze? Ich finde das Beispiel vom Weihnachtsmann gar nicht so schlecht.
Nehmen wir z.B. Hermann Hesse, der Mann hat für mich viele Dinge geschrieben, die mich zum Nachdenken anregen und würde er in seinen Büchern noch seinen eigenen Gott anpreisen, könnte ich seine Bücher schon als Glaubensgrundsatz nehmen. Niemand könnte mir diesen Glauben widerlegen, ich kann es mir sehr einfach machen.
Du machst es dir auch mit dem Vergleich Bibel und Hesse sehr einfach, finde ich (nebenbeigesagt, ist Hesse ein literarischer Höhepunkt, den ich auch sehr verehre, ja beschwärme).
Aber ich schade mit diesem Glauben auch Niemanden. Ich bin mir bewußt, dass Glauben eine gute Sache sein kann, sie kann Berge bewegen, sie kann Kraft und Inspiration sein.
Ich will auch Niemanden hier den Glauben nehmen oder ihn für diesen Glauben kritisieren.
Aber ich stelle mir doch die Frage, welche Berechtigungsexistenz hat die kath. Kirche überhaupt?
Gute Frage!
Ich sehe die Bibel nicht als "wahres" Werk an und so wie ich viele hier verstehe, wissen sie selbst, dass die Bibel nur Teilwahrheiten hat. Resultiert darauß nicht die Tatsache, dass ihr Glaube nur etwas mit ihrer Geburt und unserem Kulturkreis zutun hat?
Stimme leider in vielen, vielen Fällen!
Was macht den eigenen Glauben spezifisch gegenüber anderen Glauben?
In meinen Augen hat die Kirche ihr Recht auf Regelsetzung schon längst verwirkt, bzw. eigentlich nie eins gehabt.
Auch richtig, weil sie die Bibel erst verbot und jetzt verwässert darstellt.
Erst als ihr jetzt die Leute davon laufen, besinnt man sich in manchen dingen der urchristlichen Praktiken zurück. Aber es wird zu spät sein. Die Kirche ist schuld daran, dass heute soviele nicht mehr glauben können. Wer einmal erkannt hat, dass Gott keine dreieinige griechische Sagengestalt ist, dass es keien Brathölle gibt, und dass und dass wird seltenst zurückfinden, sondern alles als den Weihnachtsmann sehen, nett und nichts mit seinem Leben zu tun habend.
Es fehlt ihr das Fundament. Ein Regierung wird unterstützt, weil sie gewählt wurde (zumindest hier in Deutschland) und ihr Grundsatz ist das Grundgesetz. Die Kirche nimmt die Bibel als Glaubensgrundsatz, fällt dieser Weg, auf was sollte sie sich dann noch berufen?