Nohope
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Hallo DreamingGirl,Ich will nur wissen ob ich zum psychologen soll oder einfach mit beten wieder "glücklich" werden kann..?
also wenn Du zwei Selbstmordversuche hinter Dir hast und ritzt, dann solltest Du über Deine Probleme sicherlich tatsächlich mal mit einem Therapeuten sprechen. Das ist ja nichts Schlimmes, sondern es geht nur darum, Dir zu helfen.
Nichtsdestotrotz hilft es ungemein, wenn man sich einer Gruppe zugehörig fühlt und einen Sinn für sein Leben findet...
Da Du von "Messe" und Rosenkranz sprichst, bist Du sicherlich katholisch. Ich finde es erstaunlich, dass Du sagst, Dir gefällt der Rosenkranz... ich hab als Konvertit nie so richtig Gefallen daran finden können... 🙄
Du bist recht jung, und Deinem Beitrag entnehme ich, dass Du "mit Gott" also vier Monate ganz gut gelebt hast. Bei mir selbst geht es um andere Zeiteinheiten, aber ich habe in der letzten Zeit auch gemerkt, dass ich ganz langsam wieder mehr zum Glauben und zu Gott finde, nachdem ich glaubensmäßig in eine tiefe Krise gerutscht bin. Daher denke ich, ich kann Dir sagen, wenn Du Dich wirklich nach Gott sehnst, dann versuche, an das anzuknüpfen, was Du damals während dieser "guten" Zeit getan hast. Ich habe mir z. B. während der Fastenzeit angewöhnt, morgens immer ein Teelicht vor einer Marienfigur anzuzünden und ein Ave Maria zu beten. Das ist nicht viel, aber besser als gar nichts.
Ich habe mich darum bemüht, wieder mehr an kirchlichen Aktivitäten zu besuchen. Und mit Gott ist es letztlich wie mit einem guten Freund, jede Freundschaft muss man hegen und pflegen, damit sie wächst und gedeiht.
Ich fühle mich jedenfalls nach der/n vergangenen Woche👎 Gott wieder so nah wie bestimmt seit ca. 1,5 Jahren nicht mehr. Dazu tragen aber auch die Menschen bei, denen ich in der Kirchengemeinde begegnet bin, die Gespräche, die ich geführt habe.
Du sagst, Du bist 15. Bist Du schon gefirmt? Wenn nicht, ist die Vorbereitungszeit zur Firmung bestimmt auch gut geeignet, sich wieder mehr mit dem Glauben zu befassen. Außerdem würde ich Dir empfehlen, bei Dir in der Gemeinde Messdienerin zu werden. Da bist Du wunderbar ins kirchliche Leben eingebunden und hast auch Kontakt zu mehr oder minder Gleichaltrigen. Vielleicht gibt es bei Euch sogar Pfadfinder. Alle diese Aktivitäten geben Dir das Gefühl, dazuzugehören, Du kommst auf andere Gedanken, fühlst Dich sinnvoll, und es fällt leichter, von Deinen Problemen wegzukommen.
Wenn Du Gott wirklich suchst, wird Er sich auf jeden Fall von Dir finden lassen. Trotzdem spielen viele Dinge mit hinein, und Gemeinschaft als solche hilft eben auch, damit es Dir bessergeht, und daneben mal mit Psychologen zu sprechen, ist sicherlich auch nicht verkehrt. Therapie und Glaube wirst Du allerdings unter normalen Umständen trennen müssen (es gibt wohl auch Therapeuten, die nichts von Glauben halten), aber das ist ja nicht schlimm, Du solltest alles versuchen, was Dir hilft, Dein Leben als lebenswert anzusehen. Man kann beides parallel praktizieren.
Ich wünsche Dir alles Gute und dass Du den richtigen Weg für Dich findest!
PS: Du sagst, Du fühlst Dich nicht mehr dazu in der Lage, "richtig" zu Gott zu sprechen... aber dazu ist gar nicht viel nötig... Du brauchst noch nicht einmal etwas zu sagen...
Ich weiß gar nicht mehr, von wem es stammt, aber als eines der kürzesten Gebete las ich mal von irgendwem einfach nur "Du bist da, ich bin da, wir beide sind da"...
Genau so ist es auch! Gott ist immer für Dich da... wenn Du daran denkst, ist das Gebet genug... 🙂
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