Die Steppenwölfin
Aktives Mitglied
Ich wusste nicht so recht, wohin damit...aber unter "Sonstiges" kann es ja nicht völlig fehl am Platz sein.
Mein Jahr '25 war von drastischen Verlusten geprägt.
Todesfälle, mit denen nicht zu rechnen war, zwischenmenschliche Enttäuschungen, mit denen auch nicht zu rechnen war und eine geschäftliche Situation, mit der zwar immer irgendwie zu rechnen war, die aber trotzdem sehr unspaßig ist, wenn es denn soweit ist.
Todesfälle - eigentlich fing das schon im Dezember '24 an, als am 17. der beste Freund meines Mannes (und natürlich auch mein Freund und unser beider Berufskollege) nach gut zwei Jahren eines fiesen Kampfes mit 59 an Speiseröhrenkrebs starb.
Dann folgte im Frühjahr der Vater meines Mannes (der zumindest mit 88 ein erfülltes Leben hatte) und im September wurde der Mann meiner besten Freundin auf dem Motorrad von einem LKW übersehen.
Dazwischen kündigte der Mitarbeiter (Geselle, Baunebengewerk), weil eine Restkarriere als Hausmeister entspannter zu werden versprach.
Da wir eigentlich auf vier Personen ausgelegt sind, hie und da auch schon zu fünft waren, waren drei (der Mann, der Geselle und ich) schon die Sparversion der letzten fünf Jahre. Was auch nur deswegen gut funktioniert hat, weil ich mit dem Gesellen super zusammenarbeiten konnte, wir waren sehr kompatibel in vielerlei Hinsicht.
Er hat auch nicht gekündigt, weil es ihm bei uns nicht gefallen hätte, sondern weil er es einfacher haben wollte. Das schwebte immer über uns wie ein Damoklesschwert, er hat's immer mal durchblicken lassen.
Jetzt sind wir nur noch zu zweit und lehnen alle Arbeiten ab, die unsere Flügelspannweite übersteigen. Wir sind zwar beide langgediente Meister mit silbernem Meisterbrief, aber man findet im Handwerk einfach NIEMANDEN mehr, weswegen wir vieles an Dienstleistung nicht mehr anbieten. Die Öffnungszeiten müssen abgedeckt werden - also muss einer dableiben - und für einen Haufen Zeug im Kundendienst braucht es mehr als zwei Hände. Dass es absolut allen Kollegen genauso geht, ist wenig Trost. Der Hashtag 'Fachkräftemangel' ist keine Erfindung von Panikmachern.
Und dann die zwischenmenschlichen Enttäuschungen...Freunde, für die wir bis vor gefühlt fünf Minuten wegen deren Krise hartnäckig den Kopf hingehalten haben und die zu unserem "Lebenswerk" - immerhin hatten wir 30jähriges Geschäftsjubiläum in diesem Jahr - dann nonchalant sagen, "Vielleicht wird's Zeit für was anderes, macht doch einfach 'ne Tapas-Bar auf!"
Oder:"Das ist ganz einfach, du musst nur in ein Flüchtlingsheim gehen, da sind gaaaaanz viele Menschen, die für euch arbeiten können!"
Wir versuchen dann hartnäckig zu erklären, dass man Handwerk tatsächlich erst können muss und danach erst machen kann. Und dass wir ganz sicher nicht knapp vor der Rente (der Mann wird im April 65, ich bin 57) plötzlich neu Gastro aufmachen, was auch Handwerk ist, was man sinnvollerweise gelernt haben sollte...und worauf keiner von uns irgendwie Lust hat. Wir können ja durchaus was, was nicht jeder kann - was also soll der Unsinn?
Antwort an mich: "Aber du hast doch so tolle Tapas gemacht!"
Ich schnaubend:"Aber deswegen mach ich das doch nicht beruflich! Ich HASSE es, in der Küche zu stehen!"
Aber es ist absolut sinnfrei, die abwegigen Vorschläge nehmen kein Ende...
Dazwischen müssen wir uns gegenseitig und andere Menschen trösten und uns komplett neu sortieren.
Ein Scheißjahr, aber wirklich!
Und bei euch so?!?
Mein Jahr '25 war von drastischen Verlusten geprägt.
Todesfälle, mit denen nicht zu rechnen war, zwischenmenschliche Enttäuschungen, mit denen auch nicht zu rechnen war und eine geschäftliche Situation, mit der zwar immer irgendwie zu rechnen war, die aber trotzdem sehr unspaßig ist, wenn es denn soweit ist.
Todesfälle - eigentlich fing das schon im Dezember '24 an, als am 17. der beste Freund meines Mannes (und natürlich auch mein Freund und unser beider Berufskollege) nach gut zwei Jahren eines fiesen Kampfes mit 59 an Speiseröhrenkrebs starb.
Dann folgte im Frühjahr der Vater meines Mannes (der zumindest mit 88 ein erfülltes Leben hatte) und im September wurde der Mann meiner besten Freundin auf dem Motorrad von einem LKW übersehen.
Dazwischen kündigte der Mitarbeiter (Geselle, Baunebengewerk), weil eine Restkarriere als Hausmeister entspannter zu werden versprach.
Da wir eigentlich auf vier Personen ausgelegt sind, hie und da auch schon zu fünft waren, waren drei (der Mann, der Geselle und ich) schon die Sparversion der letzten fünf Jahre. Was auch nur deswegen gut funktioniert hat, weil ich mit dem Gesellen super zusammenarbeiten konnte, wir waren sehr kompatibel in vielerlei Hinsicht.
Er hat auch nicht gekündigt, weil es ihm bei uns nicht gefallen hätte, sondern weil er es einfacher haben wollte. Das schwebte immer über uns wie ein Damoklesschwert, er hat's immer mal durchblicken lassen.
Jetzt sind wir nur noch zu zweit und lehnen alle Arbeiten ab, die unsere Flügelspannweite übersteigen. Wir sind zwar beide langgediente Meister mit silbernem Meisterbrief, aber man findet im Handwerk einfach NIEMANDEN mehr, weswegen wir vieles an Dienstleistung nicht mehr anbieten. Die Öffnungszeiten müssen abgedeckt werden - also muss einer dableiben - und für einen Haufen Zeug im Kundendienst braucht es mehr als zwei Hände. Dass es absolut allen Kollegen genauso geht, ist wenig Trost. Der Hashtag 'Fachkräftemangel' ist keine Erfindung von Panikmachern.
Und dann die zwischenmenschlichen Enttäuschungen...Freunde, für die wir bis vor gefühlt fünf Minuten wegen deren Krise hartnäckig den Kopf hingehalten haben und die zu unserem "Lebenswerk" - immerhin hatten wir 30jähriges Geschäftsjubiläum in diesem Jahr - dann nonchalant sagen, "Vielleicht wird's Zeit für was anderes, macht doch einfach 'ne Tapas-Bar auf!"
Oder:"Das ist ganz einfach, du musst nur in ein Flüchtlingsheim gehen, da sind gaaaaanz viele Menschen, die für euch arbeiten können!"
Wir versuchen dann hartnäckig zu erklären, dass man Handwerk tatsächlich erst können muss und danach erst machen kann. Und dass wir ganz sicher nicht knapp vor der Rente (der Mann wird im April 65, ich bin 57) plötzlich neu Gastro aufmachen, was auch Handwerk ist, was man sinnvollerweise gelernt haben sollte...und worauf keiner von uns irgendwie Lust hat. Wir können ja durchaus was, was nicht jeder kann - was also soll der Unsinn?
Antwort an mich: "Aber du hast doch so tolle Tapas gemacht!"
Ich schnaubend:"Aber deswegen mach ich das doch nicht beruflich! Ich HASSE es, in der Küche zu stehen!"
Aber es ist absolut sinnfrei, die abwegigen Vorschläge nehmen kein Ende...
Dazwischen müssen wir uns gegenseitig und andere Menschen trösten und uns komplett neu sortieren.
Ein Scheißjahr, aber wirklich!
Und bei euch so?!?