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Gesunder Umgang mit Religion = Hilfe im Leben?

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@ Sigi: Und in dieser Betrachtungsweise ist der "Club", dem ich mich zugehörig fühle (der Club derer, die irgendwie zu glauben und zu zweifeln versuchen) auf jeden Fall groß genug, dass alle hier mit hineinpassen 🙂

Also bei der Überschrift pass ich auch dazu, auch wenn meine Zweifel anderer Natur sind, nicht die Fundamentalzweifel, aber dafür interessante Randzweifel, die auch sehr interessant sind, wenn man jemand hat, mit dem man ohne Spott aber auch ohne Ehrfurcht darüber reden kann.

Sigi
 
Wobei ja konstruktiv alles subjektiv ist und du dir in diesem Fall konstruierst, dass es nach den alten Propheten keine neuen waren im für dich richtigen Format geben kann. Das ist da deine Logik.
Andere konstruieren anderes bekannterweise.🙂

Polgara, ich habe meine Logik untermauert, aber ich will damit keinen erschlagen. Lass doch die Logiken nebeneinanderstehen. Lass alles wirken, wie Tropfen, die in eine Mauer sickern, dahin, dorthin, vielleicht finden sie sich unten und bilden bei dem einen oder anderen einen für ihn fruchtbaren neuen Fluss, keine Ahnung.
So meine ich das.

Sigi
 
@ Sigi: "Fundamentalzweifel" ist ein schönes Wort 🙂 und auch die "Randzweifel" gefallen mir gut.

Ich dachte ja auch, meine Zweifel an der Höllenlehre meiner damaligen Gemeinde wären nur solche "Randzweifel" - hätte mir nie träumen lassen, dass daraus solche "Fundamentalzweifel" werden ... und dass ich (da gleichen sich wohl Pete's und meine Erfahrungen) hinterher, nach vielen Jahren, mit einer völlig neuen Art von Glaubenkönnen "beschenkt" werde.

Der Unterschied für mich ist in ungefähr so als ob ich vorher ein einziges Haus bewohnt habe (ein stattliches, altes, beeindruckendes usw.) und mich nun an jedem Ort im ganzen Universum zuhause fühlen kann.
 
Fast immer gibt es mehr als "nur eine Möglichkeit" 🙂

Gesund (und tolerant im Sinne des Zusammenlebens) finde ich zum Beispiel die, dass sich "Gott" jedem auf andere Weise offenbaren kann - der einen Kultur auf die eine und der anderen auf eine andere Weise. Dem einen Menschen so, dem anderen anders. Jeder bekommt einen kleinen Einblick, wie ein Steinchen zu einem großen Mosaik. Aber keines davon ist "wahrer" oder "unwahrer".

Ja, Werner, da bist du wieder ganz in der menschlichen Ansichtsweise, die mir total imponiert, wenn wir nur sie hätten. Und ich versuche sie auch anzuwenden, im Zusammenleben, in der Toleranz anderer, im Verstehen anderer, nur lass ich mir dadurch nicht das nehmen, was über all das hinausragt und für sich, für mich, eine große Wahrscheinlichkeit hat und eben nur die eine Möglichkeit beinhaltet.

Wenn ich jetzt geh, weil ich noch was machen muss, wenn ich immer schneller im Antworten werde, bringts ja auch nichts. Bis nachher.

Sigi
 
Polgara, ich habe meine Logik untermauert, aber ich will damit keinen erschlagen. Lass doch die Logiken nebeneinanderstehen. Lass alles wirken, wie Tropfen, die in eine Mauer sickern, dahin, dorthin, vielleicht finden sie sich unten und bilden bei dem einen oder anderen einen für ihn fruchtbaren neuen Fluss, keine Ahnung.
So meine ich das.

Sigi

Lieber Sigi,
das wollte ich ja damit sagen. Jeder konstruiert sich seine Logiken. Und das ist vollkommen in Ordnung. Letztendlich muss doch jeder auch mit den seinen leben.
Manchmal gehen Menschen ein Stück gemeinsam und finden bei Themen gleiche Logiken, um bei diesem Bild zu bleiben, und manchmal entfernen sie sich voneinander. Gerade die Unterschiede machen Gespräche und Diskussionen wie diese interessant.
Ich finde es schön in diesem Thread, wie ihr (also hauptsächlich ihr drei🙂) über Religion sprechen könnt ohne dass ich ein flaues Gefühl im Magen bekomme (und das ist mir hier bei diesem Thema schon oft so gegangen).
Ich fühle mich nicht im Geringsten aufgefordert Gegenpositionen einzunehmen, sondern erfreue mich eher an ausgefeilten Gedankengängen und Formulierungen.
 
Wisst ihr,

eine meiner Logiken ist einfach, dass es keine Allmacht und Allwissenheit bei einem Gott gibt.

Täte es das, hätte er die Menschheit mit all dem unsäglichen Leid zu seiner Belustigung geschaffen. Und ihn selbst dieses Leid jedes einzelnen der Milliarden Menschen von Beginn an erleben zu lassen, wär nicht mal Rache, sondern nur gerechte Strafe.

So kann das einfach nicht sein. Dann noch einen Teil seiner eigenen Schöpfung verdammen, der auch den Gottesfunken in sich trüge, was sind das für krause Gedanken der Religionen ? Einen Teil von sich selbst verdammen ?

Daher ist für mich klar - Diesseits und Jenseits sind sich nahe, quasi eins, und unsre persönliche Evolution nehmen wir mit. Vielleicht gibts im Jenseits noch einige, die das Menschsein bisher aus purer Angst gescheut haben - aber auch die müssen ihre ganz persönlichen Erfahrungen für ihre Reife und Bewusstheit machen. Uns hier nur zugucken dürfte nicht ausreichen.

Peter
 
@ Sigi: "Fundamentalzweifel" ist ein schönes Wort 🙂 und auch die "Randzweifel" gefallen mir gut.

Ich dachte ja auch, meine Zweifel an der Höllenlehre meiner damaligen Gemeinde wären nur solche "Randzweifel" - hätte mir nie träumen lassen, dass daraus solche "Fundamentalzweifel" werden ... und dass ich (da gleichen sich wohl Pete's und meine Erfahrungen) hinterher, nach vielen Jahren, mit einer völlig neuen Art von Glaubenkönnen "beschenkt" werde.

Der Unterschied für mich ist in ungefähr so als ob ich vorher ein einziges Haus bewohnt habe (ein stattliches, altes, beeindruckendes usw.) und mich nun an jedem Ort im ganzen Universum zuhause fühlen kann.

Nebenbeigesagt, ich nimm dir jedes Wort obiger Sätze ab. Sigi
 
Wisst ihr,

eine meiner Logiken ist einfach, dass es keine Allmacht und Allwissenheit bei einem Gott gibt.

Täte es das, hätte er die Menschheit mit all dem unsäglichen Leid zu seiner Belustigung geschaffen. Und ihn selbst dieses Leid jedes einzelnen der Milliarden Menschen von Beginn an erleben zu lassen, wär nicht mal Rache, sondern nur gerechte Strafe.

So kann das einfach nicht sein. Dann noch einen Teil seiner eigenen Schöpfung verdammen, der auch den Gottesfunken in sich trüge, was sind das für krause Gedanken der Religionen ? Einen Teil von sich selbst verdammen ?

Daher ist für mich klar - Diesseits und Jenseits sind sich nahe, quasi eins, und unsre persönliche Evolution nehmen wir mit. Vielleicht gibts im Jenseits noch einige, die das Menschsein bisher aus purer Angst gescheut haben - aber auch die müssen ihre ganz persönlichen Erfahrungen für ihre Reife und Bewusstheit machen. Uns hier nur zugucken dürfte nicht ausreichen.

Peter

Pete ich kann dir ja folgen, also nicht so sehr in dem, was du letztlich glaubst, aber den Gedanken, die dich die eher klassisch christlichen Weltbilder ablehnen lassen, die verstehe ich sehr gut. Z. B. ihn jedes Menschenleid selbst durcherleben lassen, . . .
Ist ja fast schon Gotteslästerung, aber ich kann mich dem Gedanken nicht verwehren, dass man diese Wut auf dieses Gotteskonstrukt kriegen kann.

Ich kann das ganze nur fassen, wenn ich ihm erstens alles, was ich nicht verstehe als Gutes unterstelle und zweitens mit der Erklärung, dass Gott durch die bösen Mächte in einen dermaßen Kampf verwickelt wurde, der eben diese Opfer fordert, wenn er auf lange Sicht sauber enden soll. Das ist Vorschussvertrauen und Hingabe in einem. Das ist mir schon bewusst, auch dass das ganze Konstrukt Käse sein kann, wie du sagst oder dass der Gott gar nicht der liebe Gott sein könnte, wenn man das Konstrukt bestehen lässt und der Vertrauensvorschuss nur meine Einbildung war und und und.

Nur andere Gottesbilder, z. B. deines, verlangen mir mindestens genauso viel Phantasie, Vorschussglauben usw. ab. Momentan ticke ich so, dass ich dann lieber bei dem klassischen bleibe, dem bibeltreuen mit "Abweichlermomenten", die gut tun, wie Werner so nett sagte.

Sollte ich den Glauben ganz verlieren, bleibt ja noch sowas wie Humanismus, Green Peace usw. ganz ohne Gott möglich.

Erwähnen sollte man noch, dass Menschen ja außerhalb unserer theoretischen, philosophischen Diskussion auch mit Gottesverhältnis punkten. Bin zwar kein Freund von Gefühlswallungen in der Richtung, aber so ein bisschen sowas ist auch noch da.

Na ja, damit wären wir am Ende der Dikussion. Von was hängt es letztlich ab, warum du diesen Weg, ich diesen oder Werner jenen wählt, um mit den Dingen zurechtzukommen?

Schönen Gruß an dich

Sigi
 
Zuletzt bearbeitet:
Jop, Sigi,

du meinst ja wir wären am Ende der Diskussion, aber zu paar Punkten muss ich denn doch wieder meinen Senf dazutun. 🙂

Wenn "Gott" der Ursprung alles Seins ist, und so man "ihn" als Person sieht, die allmächtig und vor allem allwissend ist und immer war - wieso dann die "bösen Mächte" ?

Sollte man einem "Allwissenden" unterstellen, sich einen Widersacher und damit die ganzen Probleme selbst geschaffen haben ?

Das sind doch menschliche, und krause Gedankengänge.

Vertrauensvorschuss ? Vorschussglaube ? Ganz einfach für mich, und ohne Humanismus oder Greenpeace 🙂

Ich glaube, dass es keine Allwissenheit und Allmacht gab, dass sich Reife und Erkenntnis schwer in mehreren Menschenleben erarbeitet werden muss. Und dass Ziel dieser Entwicklung ist, dass für ALLE alles gut wird.

Religion, Vordenkern folgen, die Bibel als abgeschlossenes Werk ansehen, dem nichts mehr folgen darf, Spiritualismus/Medialität/Neuoffenbarungen und Okkultismus in einen Topf werfen (ja, letzeres ist gefährlich, dazu könnt ich ellenlang was schreiben) - mir kommts vor wie ein Vogelkäfig, wo die Tür sperrangelweit offen steht, der Vogel sich aber nicht in die Freiheit und zum Fliegen traut, zum freien Denken und zum Gewinnen eigenen Ansichten. Könnte ja Sünde sein, nach all dem was einem die Religionen eingetrichtert haben, damit ihnen die Schachfiguren nicht vom Brett springen. Dabei hat Jesus doch gesagt: Suchet, so werdet ihr finden...

Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen Dank, Pete und Sigi (und Polgara) für die Einblicke in eueren Erkenntnisraum - ich bin wirklich baff, wie "reich" wir zusammen sind und auch, wie friedlich und respektvoll wir in diesem (!) Thread miteinander sprechen können.

Von was hängt es letztlich ab, warum du diesen Weg, ich diesen oder Werner jenen wählt, um mit den Dingen zurechtzukommen?

Eine wirklich gute Frage. Pete würde vielleicht sagen: Wir sind in unterschiedlichen Entwicklungsphasen 🙂 und wenn wir mal vom Gedanken ausgehen (sorry, Sigi, viel Fantasie notwendig) dass Gott alles in allem ist, also jeder von uns einen anderen Entwicklungsstand oder "Durchlauf" Gottes in der Welt repräsentiert, dann hat einfach der eine den einen Erkenntnisstrang, den er durchläuft, die eine der vielen Möglichkeiten und der andere einen anderen.

Das ist wie kleine Mäuse, die über die Erde rennen und meinen manchmal, sie hätten irgendwann alles gesehen. Dann treffen sie auf eine andere an einer Wegkreuzung, die erzählt ihnen, dass es hinter dem großen Wald noch eine große Steppe gibt und dort heißt es, es gäbe sogar noch eine Welt hinter dem großen See. Und der Adler kreist ruhig über allen 🙂 und schaut bis zum Meer.
 
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