Wisst ihr,
eine meiner Logiken ist einfach, dass es keine Allmacht und Allwissenheit bei einem Gott gibt.
Täte es das, hätte er die Menschheit mit all dem unsäglichen Leid zu seiner Belustigung geschaffen. Und ihn selbst dieses Leid jedes einzelnen der Milliarden Menschen von Beginn an erleben zu lassen, wär nicht mal Rache, sondern nur gerechte Strafe.
So kann das einfach nicht sein. Dann noch einen Teil seiner eigenen Schöpfung verdammen, der auch den Gottesfunken in sich trüge, was sind das für krause Gedanken der Religionen ? Einen Teil von sich selbst verdammen ?
Daher ist für mich klar - Diesseits und Jenseits sind sich nahe, quasi eins, und unsre persönliche Evolution nehmen wir mit. Vielleicht gibts im Jenseits noch einige, die das Menschsein bisher aus purer Angst gescheut haben - aber auch die müssen ihre ganz persönlichen Erfahrungen für ihre Reife und Bewusstheit machen. Uns hier nur zugucken dürfte nicht ausreichen.
Peter
Pete ich kann dir ja folgen, also nicht so sehr in dem, was du letztlich glaubst, aber den Gedanken, die dich die eher klassisch christlichen Weltbilder ablehnen lassen, die verstehe ich sehr gut. Z. B. ihn jedes Menschenleid selbst durcherleben lassen, . . .
Ist ja fast schon Gotteslästerung, aber ich kann mich dem Gedanken nicht verwehren, dass man diese Wut auf dieses Gotteskonstrukt kriegen kann.
Ich kann das ganze nur fassen, wenn ich ihm erstens alles, was ich nicht verstehe als Gutes unterstelle und zweitens mit der Erklärung, dass Gott durch die bösen Mächte in einen dermaßen Kampf verwickelt wurde, der eben diese Opfer fordert, wenn er auf lange Sicht sauber enden soll. Das ist Vorschussvertrauen und Hingabe in einem. Das ist mir schon bewusst, auch dass das ganze Konstrukt Käse sein kann, wie du sagst oder dass der Gott gar nicht der liebe Gott sein könnte, wenn man das Konstrukt bestehen lässt und der Vertrauensvorschuss nur meine Einbildung war und und und.
Nur andere Gottesbilder, z. B. deines, verlangen mir mindestens genauso viel Phantasie, Vorschussglauben usw. ab. Momentan ticke ich so, dass ich dann lieber bei dem klassischen bleibe, dem bibeltreuen mit "Abweichlermomenten", die gut tun, wie Werner so nett sagte.
Sollte ich den Glauben ganz verlieren, bleibt ja noch sowas wie Humanismus, Green Peace usw. ganz ohne Gott möglich.
Erwähnen sollte man noch, dass Menschen ja außerhalb unserer theoretischen, philosophischen Diskussion auch mit Gottesverhältnis punkten. Bin zwar kein Freund von Gefühlswallungen in der Richtung, aber so ein bisschen sowas ist auch noch da.
Na ja, damit wären wir am Ende der Dikussion. Von was hängt es letztlich ab, warum du diesen Weg, ich diesen oder Werner jenen wählt, um mit den Dingen zurechtzukommen?
Schönen Gruß an dich
Sigi