Und dein Mann hatte GV mit ihr? Erstaunlich für eine lesbische Frau.
Oder war das gar kein Dreier, sondern Sex unter Frauen mit einem Zuschauer?
Daher nicht "ausgeglichen"?
Naja, erstmal hatten sie kein GV im herkömmlichen Sinne, aber sexuelle Handlungen zB oral etc. Später ist sie etwas mehr "aufgetaut" und sie hatten sogar 2-3 mal ohne mich Sex, aber die sexuellen Handlungen zwischen den beiden waren immer weniger als mit mir. Aber das wusste er von Anfang an, dass sie lesbisch ist und zu Anfang war das okay für ihn.
Wie auch immer - dein Mann hat seit sechs Jahren psychische Probleme. Vor fünf Jahren habt ihr geheiratet.
Warum?
Da war es noch nicht so schlimm. Wir haben uns geliebt und wollten gemeinsam durch dick und dünn gehen. Wir dachten damals, dass es der richtige Schritt war...
Es geht ihm trotz Therapie nicht besser.
Kann es sein, dass er aufgrund seiner psychischen Krankheit gar nicht beziehungsfähig ist?
Oder die Ehe ihn immer kranker macht?
Er war zu Anfang kurz in Therapie und Ende letzten Jahres für 7 Wochen in einer Klinik, aber ansonsten geht er nicht zur Therapie. Wenn man ihn aktuell fragt, geht's ihm super. Das einzige was ihm Probleme bereitet ist diese Dreiecksgeschichte und seine "systematische Ausgrenzung". Aktuell ist das natürlich ein großer Punkt, auch wenn er es so darstellt, als ob wir ihn absichtlich ausschließen und ich das alles mache, um ihn nur auszunutzen. Das ist aber auch Teil seines Krankheitsbildes. Er versteht die Realität häufig so, dass er als Opfer darsteht und alle ihm nur etwas böses wollen. Da gab es vorher auch schon Situationen mit seiner Familie. Er braucht immer jemanden, der der Böse in der Geschichte ist.
Ob er beziehungsfähig ist weiß ich nicht. Eigentlich hatten wir ganz gute Chancen.
Wie hat er auf deinen Auszug reagiert?
Es ist der erste Trennungsschritt. Setzt er dich nicht emotional unter Druck?
Gibt es ein Ultimatum?
Den Auszug fand er natürlich gar nicht toll. Ich hab versucht ihm zu erklären, wieso ich das brauche. Weil ich in unserer Beziehung mich selber irgendwie verloren habe, weil ich nicht mehr glücklich war und Angst hatte Abends nach Hause zu kommen und wir streiten oder ich mir anhören muss wie schlecht es ihm mal wieder geht, dass Zuhause wieder negative/depressive Stimmung herrscht. Gefühlt habe ich die ganzen letzten Jahre versucht an unserer Beziehung zu arbeiten. Ich will nicht sagen, dass er das nicht getan hat, aber hätte er einfach nur an sich selber gearbeitet, früher zur Therapie gegangen, seine Probleme selber versucht zu verarbeiten, statt sie auf mir abzuladen, das hätte uns so viel mehr geholfen.
Er hat jetzt wohl verstanden, dass ich den Auszug für mich brauche für meine psychische Gesundheit.
Ein Ultimatum gibt es nicht, aber er hat jetzt gesagt, dass er das nicht mehr lange kann und ich mich entscheiden muss...
Wie kann man nur so eine Entscheidung treffen?...
Zwischen 2 Personen entscheiden. Eine mit der man schon ein Drittel seines Lebens gemeinsam gegangen ist und wunderschöne Zeiten erlebt hat. Aber mit der es aktuell so oft so unfassbar anstrengend ist zu kommunizieren. Wir hatten auch schon wieder schöne Tage mal dazwischen in denen wir rumgealbert und zusammen gelacht haben, aber es ist immer die Angst da, dass wir wieder fallen. Dass wir es nicht mehr reparieren können. Dass das Vertrauen, die sexuelle Anziehung, der Respekt, die Augenhöhe nicht wieder kommt.
Die andere Person mit der man gemeinsam genau das alles gemeinsam durchgestanden hat. Mit der man aktuell all das fühlt, was man bei der anderen Person vermisst. Ich weiß, dass ich mit ihr eigentlich keine Zukunft habe, sie wird früher oder später wegziehen und das ist auch okay. Aber aktuell ist sie für mich da, versteht mich und die sexuelle Anziehung könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Bitte nicht falls verstehen, hier geht es nicht einfach nur um Sex. Mir geht es um emotionale Bindung. Und ich weiß einfach nicht... weiter....