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Zwischen Ehe, Gefühlen für eine Frau und Überforderung – bin ich egoistisch?

Ich habe ihm das schon angeboten. Wenn es ihm helfen würde, wäre das für mich gar kein Problem. Aber er sagt quasi, dass es für ihn nur mich gibt und er niemand anderen will.


Ja, genau. Entweder Monogamie oder wenn überhaupt eine "ausgeglichene" Dreiecksbeziehung.


Naja, dass ist nicht ganz so einfach zu sagen. Wir hatten uns schon relativ zu Anfang der Beziehung über Dreier unterhalten und fanden beide, dass es uns reizen würde und wir einander genug vertrauen, dass wir es gerne machen würden. Nur dachte ich, dass die Chance dafür eh sehr gering ist, da wir das auch nicht aktiv gesucht haben, sondern eher nach dem Motto "wäre cool, wenn es mal passiert". Wir hatten da auch immer gesagt, dass quasi ich die Frau "aussuche".
Als wir dann eines Abends mit Freunden feiern waren und gut was getrunken hatten, hat meine Freundin mich öfter angefasst, also einfach am Arm, Kopf, Tallie und irgendwie hat mich das etwas wuschig gemacht, da hab ich sie irgendwann geküsst. Naja und mein Mann stand auch dabei und dann sind wir zu dritt nach Hause gegangen...
Bei einer ausgeglichenen Dreiecksbeziehung sollten alle drei untereinander Sex haben.
@Marisol hat es schon gefragt, ist das so bei Euch?
Wenn nicht, kann ich nachvollziehen, dass sich Dein Mann als fünftes Rad am Wagen fühlt.
Er wird dann in der Beziehung untergehen.
Dann wäre es wirklich besser, Du würdest Dich komplett trennen.

Man kann nicht alles im Leben haben, es gibt Situationen, da muss man sich entscheiden.
Auch wenn es schmerzt.
 
Und dein Mann hatte GV mit ihr? Erstaunlich für eine lesbische Frau.
Oder war das gar kein Dreier, sondern Sex unter Frauen mit einem Zuschauer?
Daher nicht "ausgeglichen"?
Naja, erstmal hatten sie kein GV im herkömmlichen Sinne, aber sexuelle Handlungen zB oral etc. Später ist sie etwas mehr "aufgetaut" und sie hatten sogar 2-3 mal ohne mich Sex, aber die sexuellen Handlungen zwischen den beiden waren immer weniger als mit mir. Aber das wusste er von Anfang an, dass sie lesbisch ist und zu Anfang war das okay für ihn.

Wie auch immer - dein Mann hat seit sechs Jahren psychische Probleme. Vor fünf Jahren habt ihr geheiratet.
Warum?
Da war es noch nicht so schlimm. Wir haben uns geliebt und wollten gemeinsam durch dick und dünn gehen. Wir dachten damals, dass es der richtige Schritt war...

Es geht ihm trotz Therapie nicht besser.
Kann es sein, dass er aufgrund seiner psychischen Krankheit gar nicht beziehungsfähig ist?
Oder die Ehe ihn immer kranker macht?
Er war zu Anfang kurz in Therapie und Ende letzten Jahres für 7 Wochen in einer Klinik, aber ansonsten geht er nicht zur Therapie. Wenn man ihn aktuell fragt, geht's ihm super. Das einzige was ihm Probleme bereitet ist diese Dreiecksgeschichte und seine "systematische Ausgrenzung". Aktuell ist das natürlich ein großer Punkt, auch wenn er es so darstellt, als ob wir ihn absichtlich ausschließen und ich das alles mache, um ihn nur auszunutzen. Das ist aber auch Teil seines Krankheitsbildes. Er versteht die Realität häufig so, dass er als Opfer darsteht und alle ihm nur etwas böses wollen. Da gab es vorher auch schon Situationen mit seiner Familie. Er braucht immer jemanden, der der Böse in der Geschichte ist.
Ob er beziehungsfähig ist weiß ich nicht. Eigentlich hatten wir ganz gute Chancen.

Wie hat er auf deinen Auszug reagiert?
Es ist der erste Trennungsschritt. Setzt er dich nicht emotional unter Druck?
Gibt es ein Ultimatum?
Den Auszug fand er natürlich gar nicht toll. Ich hab versucht ihm zu erklären, wieso ich das brauche. Weil ich in unserer Beziehung mich selber irgendwie verloren habe, weil ich nicht mehr glücklich war und Angst hatte Abends nach Hause zu kommen und wir streiten oder ich mir anhören muss wie schlecht es ihm mal wieder geht, dass Zuhause wieder negative/depressive Stimmung herrscht. Gefühlt habe ich die ganzen letzten Jahre versucht an unserer Beziehung zu arbeiten. Ich will nicht sagen, dass er das nicht getan hat, aber hätte er einfach nur an sich selber gearbeitet, früher zur Therapie gegangen, seine Probleme selber versucht zu verarbeiten, statt sie auf mir abzuladen, das hätte uns so viel mehr geholfen.
Er hat jetzt wohl verstanden, dass ich den Auszug für mich brauche für meine psychische Gesundheit.
Ein Ultimatum gibt es nicht, aber er hat jetzt gesagt, dass er das nicht mehr lange kann und ich mich entscheiden muss...

Wie kann man nur so eine Entscheidung treffen?...
Zwischen 2 Personen entscheiden. Eine mit der man schon ein Drittel seines Lebens gemeinsam gegangen ist und wunderschöne Zeiten erlebt hat. Aber mit der es aktuell so oft so unfassbar anstrengend ist zu kommunizieren. Wir hatten auch schon wieder schöne Tage mal dazwischen in denen wir rumgealbert und zusammen gelacht haben, aber es ist immer die Angst da, dass wir wieder fallen. Dass wir es nicht mehr reparieren können. Dass das Vertrauen, die sexuelle Anziehung, der Respekt, die Augenhöhe nicht wieder kommt.
Die andere Person mit der man gemeinsam genau das alles gemeinsam durchgestanden hat. Mit der man aktuell all das fühlt, was man bei der anderen Person vermisst. Ich weiß, dass ich mit ihr eigentlich keine Zukunft habe, sie wird früher oder später wegziehen und das ist auch okay. Aber aktuell ist sie für mich da, versteht mich und die sexuelle Anziehung könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Bitte nicht falls verstehen, hier geht es nicht einfach nur um Sex. Mir geht es um emotionale Bindung. Und ich weiß einfach nicht... weiter....
 
Ich finde, das klingt alles ziemlich klar.
Hauptsächlich dein schlechtes Gewissen deinem Mann gegenüber willst du noch beruhigen.

Ansonsten ist der Sex mit der Frau ja so toll, dass deine Entscheidung längst getroffen ist.
 
Natürlich musst du dich entscheiden. Anstelle deines Mannes hätte ich dir die Entscheidung längst abgenommen.
Er spielt das Opfer?
Nein, er IST das Opfer.
Handlungsunfähig und emotional abhängig.
Trägt er dich finanziell?
Oder warum sonst fühlt er sich ausgenutzt?
 
Vielleicht wäre es für Dich hilfreich, für eine begrenzte Zeit (z.B. 3 Monate) mit beiden - also sowohl mit der Freundin als auch Deinem Mann - keinen oder nur sehr begrenzten Kontakt (z.B.ein Treffen alle 2 Wochen, kein Sex) zu haben. Das könnte helfen, dass Du Dich wieder mehr selber spürst und so vielleicht besser herausfinden kannst, was Du brauchst und willst.
 
Vielleicht ist dein Mann der , der noch nicht loslassen will und tatsächlich glücklicher wäre ohne dich?

Wenn es dich nur zusammen mit der Frau gibt und er nur dich alleine will, dann musst du ihm das so sagen.
Du bist nicht bereit auf sie zu verzichten.
Er hat den Versuch gemacht, dir diese Beziehung zu lassen, was ihn anscheinend unglücklich macht.
Je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger scheint es möglich, dass ihr so wieder zueinander findet.

Es sei denn:
Du machst auch einen Versuch.
Du sagst, sie zieht eh irgendwann weg.
Wäre es einen Versuch wert, zu tun ,als ob sie schon umgezogen ist?
Und du konzentrierst dich auf deinen Mann und schaust wie es zwischen euch läuft, wenn er sich nicht mehr rausgedrängt fühlt?
Vielleicht findet sich sogar wieder eine Leichtigkeit zwischen euch?
 

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