Die These ist doch dass "ökonomische Ungleichgewichte innerhalb einer Währungsunion zu Problemen führen".
Klingt logisch, vermag ich in der Konsequenz aber nicht zu folgen.
Mit einer eigenen Währung kann ein Land Schulden durch Inflation verringern, aber zu welchem Preis?
Ja, einer der kurzfristig großen Nutznießer der Inflation ist der Staat als institutioneller Großschuldner. Der Realwert seiner Verschuldung nimmt wegen der Inflation deutlich ab. Durch kalte Progression steigen zudem die realen Steuereinnahmen.
Die größten Verlierer sind Inhaber von Geldvermögen, die Staatsentschuldung wird auf dem Rücken der Menschen vorgenommen.
Noch schlimmer:
Die kurzfristige Staatsentschuldung führt dazu, dass auf den Kapitalmärkten das Kapitalangebot abnimmt, wer will Griechenland noch Geld leihen wenn das Land dieses nur zum Teilwert (dank Inflation) zurückzahlt?
Aus gleichem Grund werden langfristige Kredite kaum noch angeboten, schon gar nicht mit festem Zins. So besteht auch für Kreditnehmer keine Planungssicherheit mehr. Bisher knapp lohnende Investitionen werden durch Zinssteigerung unrentabel; Unternehmen, deren Rendite nicht mehr ausreicht, gehen bankrott, Steuereinnahmen des Staates sinken.
Staatsentschuldung durch Inflation ist eine kurzfristige Lösung, führt langfristig aber in den Untergang. Länder mit großer Inflation sind zumeist Länder, denen es schlecht geht.