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Wut, wie weiter aushalten?

@kaesekuchen

ich verstehe Dich - auch wenn ich selbst studiert habe, gibt es diese "Schranken" jedoch trotzdem noch. Bei uns sind es die "Promovierten" die den Ton angeben, dh die, die theoretisch arbeiten, auch wenn das Feld eigentlich praktisch ist. Mit dem studiert sein ist also noch lange nicht Schluss, es geht auch ums "labern" und "sich präsentieren" können. In meinem Bereich kommen absurderweise die am weitesten, die am besten reden können, selbst dann wenn ihre praktische Arbeit mittelmäßig oder sogar schlecht ist - das ist frustrierend.

Anyways, ich habe mich darüber auch aufgeregt, aber bestimmte Dinge kann ich nicht ändern. Ich kann nicht ändern dass theoretisches Arbeiten und Schwätzerei im Filmbereich und an den Unis so goutiert wird. Ich kann auch nicht ändern, dass mir beides nicht liegt. Mir liegt einfach die Praxis, und nicht die Theorie.

Ich würde Dir daher raten: verbessere Deine Situation basierend auf Deinen Fähigkeiten. Du sprachst vom sozial pädagogischen Bereich und auch von Flüchtlingen. Gerade in diesem Bereich werden doch gerade händeringend Leute gesucht, und, was sogar noch wichtiger ist, auch Quereinsteiger zb zum Erzieher oder Lehrer umgeschult!! Erkundige Dich doch mal. Vielleicht gibt es so eine Möglichkeit, näher am Thema zu arbeiten und Deine Fähigkeiten, Empathie, Arbeit mit Menschen und Engagement einzusetzen.

Ich bin leider auch weder Erzieher noch Lehrer...am meisten wuerde mich in der tat die Arbeit mit Behinderten bzw. alles rund ums Thema (nicht auf den ersten Blick ersichtliche) Behinderungen/Chrom. Erkrankungen interessieren, genauso aber (Re-) Integration anderer unfreiwillig an den Rand gedraengter Gruppen wie Obdachlose. Und gegen Flüchtlinge bzw. Migranten habe ich auch nichts - Menschen sollen einfach Möglichkeit auf Teilhabe und Integration/Inklusion sowie Einbringen Ihrer Fähigkeiten und Anerkennung haben unabhängig von Alter, Herkunft, Handicaps welcher Art auch immer, Krankheiten..ich hab einmal einen Bericht über eine schwerst körperlich behinderte gesehen die vor Gericht darum kämpfen musste weiterhin Hilfe zu bekommen um Ihre ehrenamtliche Arbeit in einem Kindergarten weitermachen zu koennen. Obwohl oder vielleicht gerade wegen Ihrer eigenen grossen Hilfsbedürftigkeit wurde sie von den Kindern sehr respektiert und gut angenommen was sie ihnen sagte, lehren wollte...
Um ehrenamtlich und beruflich tätig u sein fehlt es mir eigentlich an der kraft, allerdings versuche ich mich auch in einer Art neu gegründeten Bürgerinitiative einzubringen...
 
A

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Re: Wut, wie weiter aushalten?
Natürlich kann man das nicht verallgemeinern. Ausnahmen gibt es immer wieder. Es ist aber tatsächlich so, das ist meine Erfahrung, dass Akademiker recht abwertend über Nicht-Akademiker denken. Alleine schon aus dem Grund, damit sie sich besser fühlen. Was ich aus manchen Kreisen höre, wie abfällig manche Manager über Arbeiter reden, das hat schon etwas von Herrenmenschen-Gehabe.

Aber so sind natürlich nicht alle. Man muss keinen akademischen Abschluss haben, um eine sinnvolle, erfüllende Tätigkeit ausüben zu dürfen. Und man kann durchaus einen akademischen Abschluss haben, um schmachvoll und demütigend behandelt zu werden. Das eine schließt das andere nicht aus. In unserem Unternehmen arbeiten beinahe ausschließlich Akademiker. Trotzdem werden extreme Unterschiede gemacht, und es gibt einen permanenten, gnadenlosen Konkurrenzkampf um den Titel "Arschkriecher des Monats". Und wie unterwürfig sich manche Menschen verhalten, nur um ein Lob vom Vorgesetzten zu erhalten, ist schon sehr peinlich. Dabei spielt Leistung nur eine untergeordnete Rolle - natürlich nicht offiziell. Offiziell sind wir alle die Größten und leisten Unvorstellbares.

So muss es allerdings nicht überall sein. Und auch unter Nicht-Akademikern gibt es Konkurrenzkämpfe mit ähnlichen Verhaltensmustern - aber natürlich auf einem anderen Niveau😉


Man muss auch immer berücksichtigen, wie es aussehen würde, wenn ein Nicht-Akademiker eine Aufgabe besser und erfolgreicher erledigen würde als ein Akademiker, dessen Bildungsabschluss eigentlich für diese Aufgabe vorgesehen ist. Dieser Gefahr will man sich natürlich nicht aussetzen.

Aber egal. Letztendlich muss man mit sich zufrieden sein. Den Charakter und die Einstellung eines Menschen kann man nicht ändern. Man muss sich selber ändern, um zufrieden zu sein. Wie immer ist alles leichter gesagt als getan. Und wie immer gibt es zwei Seiten der Medaille. Jeder hat seine Meinung, und das ist auch gut so!


Aber ich finde, es liegt doch an mir , wie ich mich von wem behandeln lasse. Egal welche Bildung oder Stellung er hat.

Also bei mir haben es bisher wenige darauf angelegt mich nicht gut zu behandeln und wenn doch haben sie das Echo meist schlecht vertragen.

Zu 99% waren die dann hinterher die Gelackmeierten und kamen mit irgendwelchen Friedensangeboten wieder an.
 
Und warum konntest du nicht studieren? Dass du jetzt nicht mehr studieren "kannst", ist ja auf deine eigenen Entscheidungen zurückzuführen.

Wenn man als Kind schon Opfer wird bzw. krank /behindert aber dies nicht erkannt und/oder behandelt/berücksichtigt wird schafft man eben vielleicht noch dank eines ausgeprägten Willens und Intelligenz einen Schulabschluss ohne lernen zu muessen/koennen...soziale Arbeit hätte ich u.U. auch noch geschafft, aber Literaturwissenschaften zu studieren ohne ein Buch wirklich von vorn nach hinten lesen zu koennen..ja das war schon selten blöd von mir..mea culpa ja...parallel ging mir noch der wichtigste mensch in meinem Leben " floeten..na ja, wie das leben halt so spielt..andere pflegen im klassischen ausbildungsalter angehörige...
 
Aber ich finde, es liegt doch an mir , wie ich mich von wem behandeln lasse. Egal welche Bildung oder Stellung er hat.

Also bei mir haben es bisher wenige darauf angelegt mich nicht gut zu behandeln und wenn doch haben sie das Echo meist schlecht vertragen.

Zu 99% waren die dann hinterher die Gelackmeierten und kamen mit irgendwelchen Friedensangeboten wieder an.

Du bist ja auch nicht abhängig von diesen Menschen nehme ich an..Du hast Deinen Mann, evtl. noch Geschwister, Menschen auf die Du Dich verlassen kannst...als alleinstehender Mensch hinter dem niemand steht kann man sich kaum gegen Ungerechtigkeiten wehren und gegen pure Unfreubdlichkeit, Unverschämtheit sowieso nicht.
Sonntagskind, Kasiopaja bzw. Schon immer so viel Glück gehabt?
 
Du bist ja auch nicht abhängig von diesen Menschen nehme ich an..Du hast Deinen Mann, evtl. noch Geschwister, Menschen auf die Du Dich verlassen kannst...als alleinstehender Mensch hinter dem niemand steht kann man sich kaum gegen Ungerechtigkeiten wehren und gegen pure Unfreubdlichkeit, Unverschämtheit sowieso nicht.
Sonntagskind, Kasiopaja bzw. Schon immer so viel Glück gehabt?
Jedenfalls ein sehr gutes Gespür für das , was ich mir gefallen lasse und was nicht.

Und es gab durchaus Zeiten in denen ich noch keinen Mann hatte und durchaus abhängig vom Job und den Chefs.

Nur ist das keine Einbahnstraße. Da ich mir schon immer gerne Jobs gesucht habe , in denen ich die komplette Schaltzentrale war, waren die natürlich auch ein Stück abhängig von mir. Ich konnte die ganz gut auflaufen lassen, wenn ich wollte.

Aber dazu habe ich auch immer, jedes mal viel Berufsfremdes dazulernen müssen. Dinge von denen ich nicht die geringste Ahnung hatte, teilweise auch niemand anderes.

Und wenn kein anderer es kann, dann hat man gute Karten, die man auch mal ausspielen kann, wenn es eilt.
 
Nochmals meine Frage:

Was musst Du denn tun, was Du nicht besonders gut kannst? Kann man das nicht lernen?

Ich habe in meinem Berufsleben, neben dem was ich erlernt habe und was ich immer gemacht habe schon unglaublich viele Dinge gelernt, von denen ich vorher keine Ahnung hatte, also überhaupt nicht konnte.

Oft mit Learning by Doing weil es sonst keiner erklärt hat oder erklären konnte.
 
Teilweise auch. Aber uns auch durchgesetzt. Klar formuliert was wir wollen und darauf bestanden. Teilweise auch harte Kämpfe dafür ausgefochten.

Das ging teilweise bis zur Kündigungsandrohung der Arbeitgeber und oder - in meinem Fall - meinerseits.

Harte Auseinandersetzungen, bei denen man standhaft bleiben muss und sich durch nichts einschüchtern lassen darf.



Was musst Du denn tun, was Du nicht besonders gut kannst? Kann man das nicht lernen?

Ich habe in meinem Berufsleben, neben dem was ich erlernt habe und was ich immer gemacht habe schon unglaublich viele Dinge gelernt, von denen ich vorher keine Ahnung hatte, also überhaupt nicht konnte.

Oft mit Learning by Doing weil es sonst keiner erklärt hat oder erklären konnte.

Das hängt zum Grossteil wohl mit meinen "Besonderheiten" zusammen, das ich z.B. besonders schlechten Orientierungssinn habe. Ich kann mir schlecht merken wo Dinge z.B. standen, speziell wenn es nicht"meine" Ordnung ist..ist nur ein Beispiel...ein Mensch der leidenschaftlich und guter Handwerker ist aber vielleicht nicht gut mit Leuten umgehen kann kann sicher durch "Trainings" etwas besser werden, wird sich aber weiterhin am wohlsten in der Werkstatt fühlen und dort wahrscheinlich auch am leistungsfähigsten bleiben..erinnert mich ein bisschen an die früher häufige Umschulung von Linkshändern (bin selber Linkshänderin, durfte ich auch sein)...
Ja, learning by doing, mir liegt so etwas auch wesentlich mehr als nur "lernen". Probieren statt studieren sagte man ja auch früher..bin wohl zur falschen Zeit geboren worden...
 
Für Krankheiten können andere aber nichts. Wer in diesen kritischen Jahren krank wird, insofern, dass die eigenen Fähigkeiten, sei es auch nur temporär, beeinträchtigt werden, der hat halt großes Pech gehabt und vermutlich sein Leben lang große Nachteile. So ist das im Leben. Wut hilft da jetzt auch nicht mehr weiter.



jo

Ah...deswegen Ausschalter drücken bei Wut...Tee trinken, spazieren gehen und positive affirmierungen "beten"... Und darauf hoffen dass einem beim nächsten Sturm nen Ziegelstein trifft ;-)
Gleiche Verfahrensweise bei Trauer - stopptaste drücken und weiter funktionieren...ich sag Dir was, ich bin nur ein Mensch und mein Willen bzw. seine Machthat Grenzen, Deiner anscheinend nicht..beneidenswert.
 
Für Krankheiten können andere aber nichts. Wer in diesen kritischen Jahren krank wird, insofern, dass die eigenen Fähigkeiten, sei es auch nur temporär, beeinträchtigt werden, der hat halt großes Pech gehabt und vermutlich sein Leben lang große Nachteile. So ist das im Leben. Wut hilft da jetzt auch nicht mehr weiter.



jo[/QUOTe

In einem anderen Thread hat war die Rede von Überlebenden des Holocausts: du würdest Dich doch niemals trauen mit /ueberjemand von dieser Ueberlebenden-Gruppe so zu reden..nach dem Motto "Pech gehabt"? Obwohl Du nichts dafür kannst was mit Ihnen passiert ist und was Sie dadurch fuer Leiden, Schäden, verpasste Möglichkeiten hatten - oder doch?
 
Man kann schon traurig und wütend sein. Aber zum einen eben temporär und zum anderen, für sich selbst.
Was bringt dir denn deine Wut? Nix.



Doch, trauen würde ich mich das. Tun würde ich es nur nicht, weil es in dem Zusammenhang nicht passt. Bei dir ist es nunmal so, dass du damals krank warst und dafür kann niemand etwas.

Wer was dafür kann oder konnte weist du doch gar nicht, Johnny. Du warst es sicherlich nicht...
Ich bin v.a. wütend weil ich Sachen darf die ich nicht kann und Sachen kann sie ich nicht darf...ich weiss nicht wen oder was du alles über lebt hast, aber als überlebender ist es nun mal nicht einfach teilzuhaben am leben...
 

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