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Wurdet ihr als Kind von euren Eltern geschlagen?

Wurdet ihr als Kind von euren Eltern geschlagen?

  • nicht einmal

    Teilnahmen: 35 10,3%
  • äusserst selten, nicht der Rede wert

    Teilnahmen: 81 23,8%
  • ab und zu

    Teilnahmen: 110 32,4%
  • das war Normalität (oft)

    Teilnahmen: 114 33,5%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    340
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Jetzt beziehe ich mich einmal auf den Schluss zuerst: Vielleicht hätte bei meiner Erziehung etwas mehr Kontinuität auch gut getan, aber eine Strafe für 3 Minuten Verspätung finde ich einerseits etwas kleinlich, auch wenn sich sagen lässt: wehret den Anfängen (der Unpünktlichkeit). Andererseits hätten wohl Klapse auf die Hosen bei mir vielleicht nichts bewirkt. Ich sehe bei mir Parallelen zu dem beschrieben Jungen, der Hiebe provoziert hat. Der Schmerz, wenn der Rohrstock immer wieder wie ein glühender Blitz auf meinen nackten Hintern niederfuhr, verhalf mir zu der erwähnten Distanz von meiner Mutter, andererseits waren diese seltenen aber intensiven Züchtigungen von denen wir kaum loskamen für uns beide wohl auch eine unbewusste Kompensation dieser Distanz.
Das mag schwer oder gar nicht zu verstehen sein, aber ich habe es wohl bereits damals so empfunden, obwohl ich es noch nicht formulieren konnte.
 
Ja, da gebe ich Dir recht. 3 Minuten zu spät - das kann man als kleinlich ansehen. Das mag so sein, für mich damals hatte es allerdings einen wirklich überzeugenden Effekt. Wie ich schon in einem vorangegangenen Text geschrieben habe, waren die Anlässe für eine Züchtigung oft Nichtigkeiten. Ob Lehrer, Eltern und andere Erziehungsberechtigten. für ein Kind der 50 er Jahre gab es halt strenge Vorgaben, die man zu erfüllen hatte. Provokation hin, Provokation her, dafür hatte ich immer eine Affinität. Aber einen Hinternvoll zu provozieren, um in den "Genuß" einer Rohrstocklektion zu kommen, auf die Idee wäre ich nie gekommen.
Es ging auch anders herum. Mein Onkel und meine Tante waren mit ihrem Sohn, meinem Cousin, bei uns zu Besuch. Der Bengel hatte irgendwas angestellt, keine Ahnung was. Es dürfte ebenso etwas Belangloses gewesen sein. Mein Onkel entschied, er wollte seinen Jungen im Badezimmer mit einem Rohrstock auf den Blanken bestrafen. Die Vorstellung allein machte mich voll mutig. Ich stellte mich vor die Tür zum Badezimmer und sagte im Brustton der Überzeugung : In diesem Zimmer wird der Junge nicht geschlagen ! - Leider war ich erst 3 oder 4 Jahre (!!), so daß der Onkel mich einfach zur Seite schob, seinen Sohn ins Badezimmer schubste, die Tür schloß. Los ging's.
 
Habe zwar noch lebhafte Erinnerungen an meine Züchtigungen, aber danach hat mich mehr mein Hintern interessiert, als die Anwesenden. Deshalb interessiert mich, wie es in anderen Familien war. Wie gingen sie (einschließlich Alte Schule) damit um, währenddessen und danach? Was wurde gesagt, wie wurde es gesagt? Wie verhielt sich der Cousin, danach? Wurde mit ihm darüber gesprochen?
Auch interessiert mich, was gibt es ergänzend zu berichten über den anderen Jungen, der Hiebe provozierte? Wieweit ließ sich genauer erklären, wie sich das entwickelt hatte, außer dass es wohl seine Gewohnheit war, aufgrund der früheren Züchtigungen?
 
Habe mich gerade eben erst Gier im Forum angemeldet und bin gleich hier hängen geblieben. Aufgrund der vielen Nachrichten hier, habe ich mich nur mal querbeet eingelesen.

Auch ich wurde in meiner Kindheit geschlagen, Von meiner Mutter. Allerdings hatte dies weniger einen erzieherischen Hintergrund sonder ist auf die Verhaltensstörung meiner Mutter zurück zu führen.... Was ein komplett anderes Thema ist..... Meine schlimmste Erinnerung ist unter anderem, Wie die mich durch eine Glastür geschuckt hat.

Als Kind und Jugendliche, wollte ich so wenig mit ihr zu tun haben und verachtete sie. Heute sind wir eigentlich sehr innig, Ich versuche ihr bei ihren psychischen Problemen zu helfen und sie ist für mich da.
 
In meiner Familie ging das sehr nüchtern vonstatten. Da kam ich gar nicht viel darüber berichten..Meine Eltern waren einfach damit spontan zugange. Es wurde weder ein großes Vorspiel abgehalten, noch mußten wir Kinder die Tracht als eine Abreaktion für psychische Probleme der Eltern hinnehmen. Ich würde eben übergelegt und dann war gut. Oft geschah es kurz vor dem Licht Löschen, d. h. der Nachtruhe, weil wir Kinder kein Ende fanden trotz wiederholter Mahnung vom Vater. War es nach wie vor unfolgsam, stand mein Vater plötzlich im Zimmer, zog einen von uns Kindern aus dem Bett und legte ihn über, dann kam der/die nãchste an die Reihe. Dann verschwand er wieder und wir rieben unsere brennenden Hinterteile. Am nächsten Morgen war alles gut, es gab keine Nachrede zum Abend davor. Wir Kinder wußten, wofür wir übergelegt worden waren und versuchten uns zu bessern,. Bis zun nächsten Hinternvoll. Daa geschah alles unspektakulär.

Auch die Zúchtigung meines Cousins lief so ab daher blieb nichts weiter in meiner Erinnerung haften.
 
Bei mir lief es so ab das meine Mutter immer ihren Kopf durchgesetzt hat mit Worten und Drohungen wie "kein Internet mehr" "darfst am Wochenende nicht raus". Mein stief Vater war konsequenter, wenn ich mal richtig Mist gebaut habe dann gab's auch mal nen A**** voll und das bis ich 14 Jahre alt war. Was in dem Alter recht peinlich und unangenehm für einen war. Kam nicht oft vor aber ich habe daraus gelernt.
 
bis ich 12 Jahre alt war und wir von einer Wohnung in ein Haus umgezogen sind, bekam ich fast täglich eine Trachtprügel, wobei mein älterer Bruder immer besser weg kam, der wurde nur angeschrien und ins Zimmer geschickt. Wenn sich mein Papa einmischte, wurde es richtig schmerzhaft und es sind seine Schläge, seine Schimpfkanonaden, die mir noch heute im Gedächtnis sind, weniger die tausend Ohrfeigen und Hiebe mit dem Kochlöffel meiner Mutter. Ich versuche meine eigenen Kinder ohne diese körperliche Züchtigung zu verantwortungsbewussten Menschen zu erziehen, aber mit der eigenen Kindheitserfahrung im Hinterkopf gestehe ich, ist es nicht immer leicht, nicht in dieses vorgelebte Bild von Erziehung zu verfallen.
 
Mir fällt hier auf, daß es in meiner Wahrnehmung mehr die Mütter waren und vielleicht sogar sind, die ihre Kinder schlagen. Von meiner Kindheit habe ich weitaus mehr die strengen Väter in Erinnerung. Gut, meine Mutter ging mit dem Teppichklopfer zur Sache, das nicht selten. Weitaus mehr als der Vater, der dann wirklich eindrücklicher übers Knie legte. Da bleiben die selteneren Momente mehr im Gedächtnis haften. Mein jüngerer Bruder erzählte erst sehr spät von einer Tracht, die er von unserem Vater bekommen hatte. Ganz überrascht war ich, daß es da sogar mit dem Rohrstock ablief, denn in meiner Kindheit und Jugendzeit habe ich nie einen Rohrstock zuhause gesehen. Da war die unverkennbare Handschrift des Vaters maßgebend. Mein Bruder war damals knapp 10 Jahre. Woher mein Vater plötzlich einen Rohrstock genommen hatte, weiß ich nicht. Kann gut sein, daß es kein biegsamer war, sondern ein Stock, wie man ihn zum Befestigen von Topfpflanzen verwendet (hat). Das aber ist besonders schmerzhaft, wie ich bei Strafen durch Lehrer erfahren habe Jedenfalls hatte das schon Spuren in der Seele meines Bruders hinterlassen, auch wenn er den Vater sehr liebte und es ein starkes Band zwischen den beiden gab. Die Tracht kam wohl sehr überraschend, so daß dies einen kleinen Schock auslöste, was den eigentlichen Schmerz, den ein Rohrstock erzeugt, überstieg. So jedenfalls habe ich es verstanden, als ich davon erfuhr.
 
Das Schlagen, Schreien, Erpressen etc geschieht immer aus Hilflosigkeit und ist nie ok, ist immer Gewalt und indiskutabel und war es schon immer. "Trotzdem" verhalten sich die meisten Eltern so. Das ist einfach so. Das möchte nur niemand wahr haben, dass das nicht in Ordnung ist, wie sich die eigenen Eltern verhalten und verhalten haben. Was ich hier gelesen habe klingt schon sehr verharmlosend.
 
Wenn "Kritischer Geist" es als verharmlosend empfindet, ist es sein gutes Recht. Jeder hat eine andere Empfindung. Für mich klingt es nicht verharmlosend, war es auch nicht. Ich habe allerdings nur die eine Seite kennengelernt, was hier auch die übergeordnete Frage ist. Ein Kind habe ich nie geschlagen.

Was vielleicht an dieser Stelle interessant ist, auch wenn es nicht zum Thema direkt gehört.

Ich habe mein Leben heftigen Schlägen zu verdanken. Ja, auch das gibt es !!
Bei meiner Geburt traten heftigste Komplikationen auf, wie ich immer wieder erzählt bekommen habe. Da gab es nicht den Klaps auf den Po, um mit dem Schreien ins Atmen zu kommen. Ich wurde regelrecht nach Auskunft meiner Mutter geprügelt, also Gewalt pur. Man hatte mich schon aufgegeben, blau angelaufen, wie ich war. In allerletzter Sekunde kam ich dann zum Atmen. Egal jetzt, was die näheren Umstände waren.

Für mich sind "seelische Prügel" eben weit schlimmer, sie sind meist auch die treibende Kraft, die mit den Prügeln einhergehen, sprich z.B. Liebesentzug. Ein Schweigen der Eltern über Tage, ein für Stunden Verschwinden der Mutter, das Kind allein zurücklassend, ihm vorher noch schön Schuld zuweisend... mir wird gruselig während dieser Liste.... DA liegen für mich die wahren Schmerzen.
 
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