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Wünsche und Träume von Mutter ignoriert. Nutzt sie mich aus?

#NAME?

Mitglied
Hey liebe Community,

da mir bereits vor 2 Jahren hier ziemlich gut geholfen wurde und ich in meiner aktuellen Situation nicht wirklich weiter komme, wende ich mich wieder an euch.

Um den Sachverhalt besser verstehen zu können, etwas zu meiner Person:

Ich bin 16 Jahre alt, mein Name ist Toni, ich bin männlich, gehe in die 11. Klasse auf ein Gymnasium und lebe zusammen mit meiner Mutter (42) und meinen kleinen Bruder (9). Ich habe auch einen großen Bruder (26), der aber schon vor einigen Jahren ausgezogen war und seither alleine wohnt.

Nun meine Lebensgeschichte und vorher etwas zu meiner Mutter:

Meine Mutter lebte immer sehr gut, sie war beliebt, hat 2 tolle ältere Brüder, war immer gut in der Schule, hat eine gute Ausbildung usw.
Schlechte Lebenszeiten hatte sie im Alter von 16 bis ca. 25, als sie mit ihrem Freund und später Mann zusammen war, mit dem sie ihren ersten Sohn, also meinen großen Bruder bekam. Sie wurde oft von ihrem Mann geschlagen und wurde auch später, als sie nach Hause flüchtete von ihren Eltern wieder zurück geschickt.
Eine andere schwierige Situation für sie war im Zeitraum von 2004 bis 2010, diese erkläre ich aber später.

1997 trennte sich meine Mutter von besagtem Mann und lernte meinen Vater kennen. 1999 kam ich zur Welt, ich war neben meinen beiden Brüdern das einzig wirklich geplante Kind, denn sowohl mein Vater als auch meine Mutter wollten es und sogar mein Bruder wollte sehnlichst großer Bruder sein.
Aufgrund von Spannung in der Familie väterlicherseits und dadurch entstehender Streits zwischen meinem Vater und meiner Mutter, trennten sie sich Ende 2001, Anfang 2002.
Schon 2002 lernte sie einen neuen Mann kennen, der ca. 100 km von unserem eigentlichen Heimatorten entfernt wohnte. 2004 heirateten sie und 2006 kam mein kleiner Bruder zur Welt.
Eigentlich schien alles immer positiv. Mein Stiefvater, schien einen guten Mann und Vater abzugeben, finanziell schien alles super zu sein, denn er hatte ein großes Haus, fuhr immer den neuesten Mercedes, er war selbstständiger Fliesenleger, doch schon schnell zeigte sich, dass dem nicht so ist.
Kredite konnten nicht abbezahlt werden, die Gerichtsvollzieher standen oft vor der Tür und nach dem Verlieren eines Gerichtsprozesses hätten wir eigentlich Privatinsolvenz anmelden können.
Mein Stiefvater war sich jedoch zu stolz dafür und wollte sein Ansehen nach außen wahren und nahm dafür mehr Kredite auf, obwohl reiche Bekannte Geld anboten und meine Großmutter uns sehr unterstützt hat. Sie zahlte Kinderzimmer, andere Möbel und Gartenzubehör. Auch andere Verwandte halfen gerne.
Irgendwann war es dann meine Mutter, die schuld an der Situation schuld war.
Irgendwann hielt sie dem Druck nicht mehr stand und litt unter Burn-Out.
Mit mir und meinem kleinen Bruder fuhr sie 2008 zur Kur und war letztendlich über 3 Jahre krank geschrieben.

Ich war eher das Mauerblümchen der Familie.
Ich war schon immer sehr ruhig und schüchtern, war gut in der Schule und war anfangs dort auch relativ beliebt.
Später kam es aber jedoch immer wieder zu Mobbing-Attacken, da ich aufgrund meiner ruhigen und sensiblen Art eine gute Angriffsfläche war. Problem war zudem, dass ich weniger zum Bolzen zu gebrauchen war und mich meistens auch sehr gut mit Mädchen verstanden habe, weshalb oft Begriffe wie "Mädchen" oder "Schwuchtel" vielen. Heute bin ich mir übrigens sicher, dass ich schwul bin, also waren diese Aussagen gar nicht mal so abwegig, auch wenn sie mich damals sehr trafen.
Das brachte natürlich einige Selbstzweifel mit zu denen ich später komme.
Ich hatte aber auch Probleme mit meinem Stiefvater. Er war für mich immer nur der neue Mann meiner Mutter, mehr nicht.
Mein Bruder war mir auch nicht gerade positiv gegenüber gestellt, obwohl ich ihn doch sehr liebt hatte. Das Problem war sein Vater, der sich im Gegenteil zu meinem Vater nie kümmerte. Neid und Eifersucht war somit natürlich vorprogrammiert.

Als 2009 mein Bruder auszog und damit eine große Hilfe im Haushalt fehlte, als mein Stiefvater in der Schweiz war, um arbeiten zu gehen, standen meine Mutter und Ich ziemlich alleine da.
2010 kam dann wieder ein Zusammenbruch meiner Mutter und sie war wieder zur Kur, diesmal aber alleine.
Nach dieser Kur entschloss sie sich, von ihrem Mann/meinem Stiefvater zu trennen, dieser wollte das jedoch nicht verstehen, da im die materiellen Dinge wichtiger waren. Außerdem drohte er, dass er Mutti fertig machen und der Kleine bei ihm bleiben würde.
Aus Angst plante sie dann heimlich den Umzug, wobei ich helfen musste. Sämtliche Dokumente wurden bei mir im Zimmer gebunkert und ich musste aufpassen nichts auszuplappern.
An einem Freitag als mein kleiner Bruder noch im Kindergarten und mein Stiefvater arbeiten war, kamen dann die Umzugswagen, mein großer Bruder und seine Freunde, die mit halfen und so waren wir innerhalb eines Tages weg. Die einzige Reaktion meines Stiefvaters kam am Abend, als er meine Mutter anrief und sie sagte, dass wir nicht wieder kommen werden. Er meinte bloß "Okay, ich nehme es zur Kenntnis"
Als er dann meinen kleinen Bruder zum ersten Mal abholte, brachte er in danach nicht mehr wieder.
Somit ging alles zum Jugendamt und vor das Gericht. Ich wurde ständig befragt und auch ein Gutachter wurde beauftragt.

Während dessen ging ich noch für ein halbes Jahr auf eine Grundschule, in der ich mich aufgrund der kurzen Zeit nicht wirklich einfinden konnte, ich wurde aber ziemlich gut aufgenommen.
Schon dort und spätere Jahre auf dem Gymnasium zeigten sich erste Anzeichen für Mobbing, welches später auch zum Alltag wurde.
Ich wurde depressiv und bekam eine Soziale Phobie, fing an die Schule zu vermeiden und schwänzte irgendwann sogar.

Während dieser Zeit wurde dann auch entschieden, dass mein Bruder in Zukunft bei uns wohnen werde.
Wir lebten ganz gut, hatten immer gut Geld und haben das auch heute noch.
Später lernte sie jemand neues kennen - Bauunternehmer und Eigentumswohnung. Schnell ging es um größere Wohnungen, Häuser usw, was dem Neuen meiner Mutter schnell zu viel wurde. Wie ich schon ziemlich am Anfang die Vermutung hatte, ging diese Beziehung nicht gut, er zog sich immer weiter zurück.
Hinzu kommt, dass ich mich immer um meinen Bruder kümmern musste, da unsere Mutter lange arbeiten musste. Also essen machen, dafür sorgen, dass Schulzeug fertig ist und er rechtzeitig gewaschen ins Bett kommt und ihn ggf. vom Hort abholen.

Während dieser Beziehung kam es zu meinem totalem Zusammenbruch. Das Schwänzen flog auf und schlussendlich wurde ich in eine Jugendpsychatrie eingewiesen, in der ich 6 Wochen war (das war letztes Jahr). Meine Mutter beantragte Krankenhausgeld, welches sie sich komplett aneignete, ebenso bei einem späteren Krankenhausaufenthalt, wobei wir schon beim ersten Sachverhalt des Titels sind, aber dazu später mehr.
An sich brachte dieser Aufenthalt eine enorme Verbesserung, denn ich verstand mich besser mit meinen Klassenkameraden und hatte weniger Ängste. Sie waren zwar noch vorhanden, aber deutlich weniger.

Schon vor dem Klinikaufenthalt, wollte ich eine Art Neustart. Was meine Mutter jedoch nur für mich übrig hatte, waren 100€, also 4 T-Shirts und ein paar Schuhe. Eine Hose musste ich mir selber kaufen.
Alles trug bzw. trage ich bis heute komplett runter, das einzige was ich innerhalb dieser zwei Jahre bekam, war ein Hemd, eine Hose und ein T-Shirt ... mehr nicht.
Schon nachdem Klinikaufenthalt äußerte ich den Wunsch dieses Neustarts, doch nie führte ein Weg rein.
Als ich dieses Jahr aber nun wirklich endlich Kleidung brauchte, führte es nur zu Streitereien. Im Endeffekt musste ich mir Schuhe, T-Shirts etc. selber kaufen.
Diese Situation verschärfte sich extrem als ich meine Mutter darauf hinwies, dass der Unterhalt genau dafür da ist und dies auch ihre Pflicht ist. In dem Moment strich sie mir sämtliches Geld und meinte, sie bezahlt alles war ich brauche, aber was ich bekam habe ich ja geschrieben. Zusätzlich zu bereits genanntem kämen Unterwäsche, neue Schuhe, T-Shirts, wenigstens eine zweite Hose, eine Jacke, die ich schon seit Anfang des Jahres fordere und Schlafanzüge, denn davon habe ich keine.
Meine Mutter kauft sich nebenbei erwähnt auch immer wieder neue Kleidung, Schuhe usw. vor kurzem hat sie sich erst ein neues Bett gekauft, obwohl ihres noch super war.
Diese Streitigkeiten gingen bis zur Ärztin der Institutsambulanz der Klinik und meiner Therapeutin.
Ich wurde von meiner Mutter regelrecht diffamiert. Ich sei ein Schmarotzer, tue nichts, gehe nicht zur Schule (obwohl ich letztes Schuljahr aufgrund von Grippe nur 3 Wochen insgesamt krank war), fordere nur, mache Vorwürfe usw ... und das alles nur, weil ich meiner Mutter meine Meinung gesagt und meine Wünsche geäußert habe.
Bestärkt wurde sie von der Ärztin und ihrem neuen Partner, die jedoch meine Seite nicht kennen.
Mein Vater und meine Therapeutin, die beide Seiten kennen, können das Verhalten meiner Mutter nicht verstehen.
Auch meine Omas sind da irgendwie verständnislos gegenüber meiner Mutter.

Es lief schlussendlich darauf hinaus, dass ich nur noch 25€ im Monat bekam (vorher 75€, ein großer Teil wurde aber abgemacht für neue Möbel und andere Dinge, die ich mir ersparen wollte), mir sämtliche Hausarbeiten aufgebrummt wurde, obwohl ich schon viel tun musste. Wenn man es genau nimmt hat meine Mutter nun nichts mehr im Haushalt zu tun.
Es wurden Vereinbarungen geschlossen, an die sie sich selber nicht hält, übernimmt also an ihren Tagen ihre Aufgaben nicht, sprich lässt also am Sonntag extra den Müll noch stehen, damit ich ihn am nächsten Tag wegbringen muss etc. Ähnliches wenn es ums Einkaufen geht: Extra nicht genug kaufen, damit sie mich losschicken kann.
Mich meckert sie dafür an, wenn ich etwas vergesse.

Wie gesagt ging diese ganze Streiterei los als ich meine Wünsche geäußert habe. Es waren folgende:

- Klamotten: Endlich "ich" sein können, denn jetziger Stil passt nicht zu mir ich fühl mich nicht wohl. Außerdem wird einiges gebraucht. Effekt: Selbstbewusstseinsschub, mehr auf andere zugehen können, vor allem durch neue Kursverteilungen in Klasse 11. Außerdem alten Ballast los werden.

- Zimmer: Endlich etwas eigenes haben, Zimmer neu gestalten, mit Beleuchtung, Farbgestaltung und neuen modernen Möbeln. Außerdem endlich einen ordentlichen Arbeitsplatz.
Effekt: Mehr Produktivität, mehr Stauraum, etwas persönlicheres haben und alten Ballast los werden. Endlich trauen jemanden für Zusammenarbeit oder auch in Freizeit nach Hause einzuladen.

- Hobbies: Hobbies nachgehen können, dafür ist Hard- und Software nötig, vorallem in Ton- und Bildtechnik: Foto- und Videobearbeitung, außerdem würde ich gerne Musik machen

Also im Gesamten: Neustart -> Ich sein -> Hobbies und Freunde ... das was meine Mutter eigentlich selber will.
Das ist nämlich das Problem, ich verstehe es nicht.
Vor allem würde es das Familienklima deutlich aufbessern, meine Chancen auf die Zukunft würden sich deutlich erhöhen und ich könnte mich endlich outen (bisher bei niemanden), was es mir deutlich einfacher machen würde.
Sie dreht es sich aber so wie sie es gerade braucht. Seit Monaten frage ich nach neue Kleidung, jetzt kurz vor einer Fahrt nach England, sagt sie plötzlich "Jetzt mache endlich hin, du brauchst neue Sachen"

Meine Therapeutin und mein Vater haben den Vorschlag gemacht, dass mein Vater weniger Unterhalt zahlt, von dem Geld, aber jeden Monat mit mir einkaufen geht, da es im Falle des Internats nicht anders sein würde, als dass Unterhalt und Kindergeld an das Jugendamt gehen würden, von diesem verwaltet wird und ich dann Taschen-, Verpflegungs, Kleidung- und Schulgeld, sowie andere Leistungen davon erhalten würde, denn meine Mutter hatte mir gedroht, dass wenn "es nicht klappt, Internat oder Vater zur Auswahl stehen"..
Außerdem meinte meine Therapeutin, dass sie das Gefühl hat, dass meine Mutter ihre Position ausnutzt, und teilweise sehr aufmerksamkeitssuchend ist und eine Mailfreundin von mir meinte, dass es den Anschein hat, dass meine Mutter das Geld mehr interessiert.

Ich weiß wirklich nicht weiter. Hat jemand ähnliche Erfahrungen und/oder Tipps? Eben jegliche Diplomatie, egal ob meinerseits oder seitens meines Vaters oder meiner Therapeutin, ist fehlgeschlagen :wein: :confused:
Bis heute weiß ich nicht mal, warum sie so reagiert, außer dass sie sagt ich würde ihr durchweg nur Vorhaltungen machen, nur fordern, nicht hören und nichts machen. Alles Aussagen, die ich nicht nachvollziehen kann, da keine dieser stimmt.

Ich bitte aber nicht vorher zu urteilen, wenn irgendwas egoistisch erscheint. Das ist definitiv nicht der Fall und ich will auch dass es meiner Mutter gut geht. Sie hat ihre Rechte, aber ich nun mal auch. Ich komme mir aber auch schlecht vor, wenn ich leider so über meine Mutter reden bzw. schreiben muss
Ich merke eben bloß, wie ich aufgrund der Situation, aufgrund des Desinteresses, ich wieder in eine Situation hineinrutsche, wie letztes Jahr ...
Wenn ihr etwas nicht ganz versteht, fragt einfach nach, dann antworte ich auch darauf, denn ich werde bestimmt etwas vergessen haben, außerdem kann ich nicht alles schreiben, sonst säße ich noch morgen hier an diesem Text.

Mit lieben Grüßen und vielen Dank im Voraus

Toni
 
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