Als Mensch mit diversen Angststörungen könnte ich jetzt den ganzen Tag durchschreiben,
Damals, als ich die ganzen Ängste niedergeschrieben habe, da habe ich sie angefangen zu hinterfragen.
Das Erste, was ich gemacht habe, ich habe mich in der Nacht auf eine Ecke zubewegt, die total finster war und unheimlich, das war ein Waldstück. Bei mir kam keine Angst auf, auch kein mulmiges Gefühl.
Gleich drauf hakte ich die nächste Hürde ab, die mir unmöglich schien- ich sprang vom Dreimeterturm, das war, wie wenn ich in den Tod springe, so extrem Angstbesetzt. Aber kleine Kinder neben mir hatten diese nicht, sie zögerten keine Sekunde und hatten offenbar Spaß. Ich schaffte es, aber betete dabei.
Mein Bestreben war, hör auf, dich dauernd einschränken zu lassen- was du fürchtest, machs. Das habe ich gelesen in einem Buch und es half mir damals sehr, sehr.
Bei einem Event gabs die Gelegenheit, das Mikrofon zu ergreifen und da dachte ich, jetzt, melde dich, halte es aus- siebenhundert Saalgäste- kennt das jemand? ..der Gipfel von Mutprobe war das für mich damals und dann musste ich noch aushalten, dass der nächste Redner meine Rede derart ins Lächerliche gezogen hat, dass ich am liebsten verkrochen wäre. Angeblich geht das bei jedem Versuch besser, beim dritten, vierten Mal soll man schon drüber sein über diese schrecklichen Gefühle.
Bevor ich den Löffel abgebe möchte ich noch einige dieser Hürden meistern und mich überwinden und aushalten lernen, was ich an Horror ausdenke.
Heute habe ich Besuch, den ganzen Tag war unmöglich, einen klaren Gedanken zu fassen, es war so viel los.