Dass unsere Werte aus der Aufklärung stammen, darüber kann man geteilter Meinung sein. Die Menschheit lernt größtenteils aus Erfahrungen und klar spiegelt sich die christliche Werthaltung in unserem Kulturkreis wider, denn die ist viel älter als die Aufklärung. Durch die Aufklärung wurde dem Menschen nahe gelegt, sein Denken selbst zu bestimmen, indem er seinen eigenen Verstand gebrauchen soll.
Du sprichst von der katholischen Kirche, machst es an einer Institution fest, einer Geistlichen. Ich spreche Dir nicht ab, dass die Kirche auch intolerant ist. Aber benötigt der Mensch für den Glauben an sich eine Institution? Kann das nicht auch so funktionieren? Ich kenne ein paar Leutchens, die der Minderheit angehören und trotzdem glauben. Anerkennung von Minderheiten – du sollst deinen Nächsten lieben? Ich bin bis jetzt, wohl dem, noch nie mit einem Christen angeeckt, obwohl ich auf Frauen stehe. Vielleicht ist es Glück.*g*
Ich halte den Glauben an sich für gefährlich und zwar aus folgendem Grund:
Jeder Mensch hat seinen eigenen Glauben, seine eigene Wahrheit. Selbst Menschen die einer gleichen Religion angehören, glauben nicht das selbe.
Ja eben, jeder Mensch hat seinen eigenen Glauben. Genau das ist es, worauf ich hinaus will. Gefährlich wird es, wie Du schreibst, wenn der Glauben ausgenutzt, missbraucht wird. Aber das kann nicht nur durch den Glauben geschehen, sondern beispielsweise auch durch die fortschrittliche Technologie der Medien und bestimmte Medien waren schon immer ein Instrument zur Manipulation, bewussten Einflussnahme. Jede Werbung im TV kannste da hernehmen. Da kann ich ruhig bei Kleinigkeiten bleiben, obwohl Medien auch im großen Stile zu Gunsten gewisser politischer Vereinigungen missbraucht wurden.
Jeder Mensch hat also seinen Glauben. Aber die unterschiedlichen Glauben schließen in den aller meisten einander aus. Wenn ich recht habe, kannst du nicht auch recht haben. Also hat irgendjemand Unrecht.
Mit ein wenig Toleranz, ich spreche nicht einmal von Akzeptanz, gäbe es dieses Problem nicht. Ich bin mir allerdings bewusst, dass es diese Toleranz nie geben wird. Für mich ist Glaubenskrieg in sich auch ein Widerspruch und hat das noch etwas mit Glauben zu tun? Keine Ahnung. Für mich nicht. Fanatismus und Manipulation, um bestimmte, mir sehr unbekannte und fadenscheinige Gründe zu erreichen.
Es wäre fatal, die Menschen über Leben und Tod entscheiden zu lassen. Auch daraus haben wir durch die Geschichte gelernt. Ehrlich gesagt, bin ich eher beruhigt, wenn jemand sagt „Nur Gott darf über Leben und Tod entscheiden“.
Ich glaube nicht, dass es für einen Menschen, der glaubt, nicht auch andere Dinge gibt, die ihm wichtig und wertvoll sind. Aber da kann ich mit keinerlei Selbsterfahrung dienen, außer manchmal den Glauben an mich selbst.
J Ich denke aber schon, dass es einem Menschen helfen kann, eine gewisse Orientierung zu haben, ohne einen riesengroßen Hype daraus zu machen. Aber wie gesagt, da bin ich die Falsche, denn ich gehöre keiner Religion an, doch ich akzeptiere einen Menschen, der aufrichtig glaubt. Wenn er mich nicht akzeptiert, ist es nicht mein Problem – Einstellungssache.
LG
*.*Gast*.*