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Wieso nur lasse ich mich ständig ausnutzen?

Guten Morgen LemonLime,
Wenn man mir einen Gefallen tun möchte, dann sei eben auch der Freund, der ich bin. Gebe mir, was ich dir gebe.
Ich hab den Eindruck, dass das wichtig sein könnte für dein Problem.
Du freust dich auf deinen Freund, willst ihm Gutes tun und gibst dir Mühe. Aber: Hast du deinen Freund auch genau gefragt, wie er sich euer Treffen vorstellt? Möglicherweise hatte er andere Vorstellungen davon als du.
Wenn er dich besuchen wollte um dich zu treffen, dann ist es nett, wenn du dir Mühe gibst - wenn er aber nur eine Bleibe suchte und eigentlich die Sache mit seiner Ex klären wollte, dann ist es auch klar, dass deine Bemühungen ins Leere laufen.
Ich will garnicht sagen, dass er dich nicht ausgenutzt hat - dafür kennen wir die Situation nicht genau genug. Aber du könntest dir Entäuschungen ersparen, wenn du darauf achtest, dass deine Gäste auch die Gastfreundschaft erwarten, die du ihnen entgegenbringen willst - oder anders gesagt: Wenn du jemanden der nur eine Übernachtungsmöglichkeit sucht, mit einem Fünf-Gänge-Menü erwartest - dann ist das für euch beide schwierig.

Ab und an hab ich auch Leute zu Besuch, die mit der Couch oder einem Platz für ihre Isomatte zufrieden sind. Die haben vieleicht Dinge hier in der Stadt zu tun, mit denen ich nix zu tun habe. Je nachdem wie es sich ausgeht, trinkt man nur ein Bier zusammen und quatscht etwas - oder sie sind so in Eile, dass man sich kaum sieht.
Ich seh da kein Problem drin. Und wenn sie mir an einem Abend den Kühlschrank leerfuttern, kaufen sie halt am nächsten Tag wieder ein - oder ich futter mich irgendwann bei ihnen durch. Oder wenn sie das Bad unter Wasser setzen, putzen sie halt auch selbst. Und so weiter.
Wenn dagegen Freunde extra kommen, um mich zu besuchen, dann nehm ich mir natürlich auch Zeit - aber ich guck halt, dass man vorher ausmacht, was man gemeinsam tun möchte und was nicht. Damits keine Mißverständnisse gibt.

Natürlich gibts auch immer wieder Leute, die etwas wollen, aber etwas ganz anderes erzählen um für sich einen Vorteil rauszuschlagen. Ich glaub, solche Leute erkennt man mit der Zeit ganz gut daran, dass sie erst überaus nett sind, aber sich immer mehr zurücknehmen, je näher sie ihrem Ziel kommen. Wenn mir sowas zu einseitig wird, müssen die Leute sich halt eine andere Übernachtungsmöglichkeit suchen. Sich drüber zu ärgern bringt aber auch nichts.
 
Hallo Karma,

eigentlich hast Du echt ne gute Antenne zu "spüren" wann Du ausgenutzt wirst....

....von daher, tust Du gut daran-immer deine Meinung kund zu tun...denn ausnutzen muss sich niemand lassen-....aber naja....leider lässt man alles immer wieder mit sich geschehen....ich kenne das ja auch.

Man denkt und glaubt immer an das Gute im Menschen-aber manchmal will man nicht sehen-dass man nur Mittel zum Zweck ist-nichts anderes.

Wenn Du das verspürst...geh auf Abstand oder "trenne" Dich von solchen "Bekanntschaften"-die niemals den Stand der Freundschaft erreichen werden und können!!! Sie sind es einfach nicht wert!!!

LG
Sissy
 
aber nur wenn auch etwas zurück kommt.

Tja...unter diesen Umständen wäre es besser für alle Beteiligten, du würdest auf das Geben ganz verzichten. Denn wenn die Voraussetzung für dein Geben die ist, dass auch etwas zurückkommen muss, dann hat deine Gabe keinen wirklichen Wert. Es ist Berechnung und der andere wird unter Druck gesetzt, gleiches mit gleichem zu vergelten.

Wünschenswert wäre ein Geben ohne etwas zurückbekommen zu wollen. Ein zweckfreies Geben, ganz freiwillig und selbstlos, einzig deswegen, weil es gerade notwendig ist.

Dann hättest du das Gefühl, ausgenutzt zu werden, nicht. Das bekommst du aber, wenn du strategisch gibst und Erwartungen an deine Gaben knüpfst. Da liegt ein Denkfehler vor.
 
Wünschenswert wäre ein Geben ohne etwas zurückbekommen zu wollen. Ein zweckfreies Geben, ganz freiwillig und selbstlos, einzig deswegen, weil es gerade notwendig ist.

...grundsätzlich bin ich Deiner Meinung....dennoch gibt es gewisse Anzeichen-die darauf hinweisen "ausgenutzt" zu werden. Klar-alles hat auch was mit objektiver Empfindung zu tun.
Wenn aber auch schon auf der anderen Seite quasi erwartet wird, dass man immer nur hilft und gibt-dann kann man auch von dieser Seite-selber in eine Situation kommen-in der man sich "unter Druck" gesetzt fühlt.

Ich bin in meinem Leben auch schon in Situationen gekommen-in denen ich einem Menschen ausgeholfen habe. Das hab ich auch gerne getan...ohne Erwartungshaltung...ich hab s dann auch-gern-wieder ein zweites Mal getan...und und und....
...irgendwann hab ich aber gemerkt-dass man von mir "die ganze Hand" möchte-nur weil ich "den kleinen Finger" gereicht hatte...
....ja-und dann....hab ich mich fortan geweigert-meine Hilfe überhaupt anzubieten...zumindest bei der besagten Person....

...denn-ich helfe gerne -gib auch gerne...aber-wehe, man erwartet das von mir...dann bleib ich stur...alles hat irgendwo seine Grenzen...von beiden Seiten aus gesehen....

LG
Sissy
 
Wie siehst es aus mit deinem Selbstvertrauen?Meist ist das der Haken, weshalb man ausgenützt wird
 
Die Frage, die Du hier stellst, stelle ich mir auch dauernd.Ich bin ein Mensch , der für andere sein letztes Hemd gibt und dabei sich selbst in den Hintergrund schieben lässt.Der Grund wahrscheinlich, dass man auf der Suche nach Liebe ist und denkt, man bekommt sie nur, wenn man immer lieb ist und tut was andere einfordern.Das funktioniert auch eine ganze Weile, man fühlt sich wohl und wird anerkannt. Aber irgendwann kommt unweigerlich der Punkt, wo der andere merkt, wie man gepolt ist und immer mehr Ansprüche stellt.Und man gibt und gibt und gibt.Schränkt sich selber an allen Ecken ein,verzichtet um Erwartungen erfüllen zu können und langsam kommt die Unzufriedenheit hoch. Mir jedenfalls geht es s😵bwohl ich es weiss, habe ich nicht die Kraft es zu ändern.Mache mich von den Launen anderer Menschen abhängig, verliere Selbstachtung und komme dennoch nicht aus eigener Kraft frei.
Wahrscheinlich liegt der Ursprung dieses "Sich ausnutzen lassen" in der Kindheit, mangelnde Liebe die man sich als Erwachsener nehmen will und dabei sich selbst aufgibt.
Es ist ein Teufelskreis und ohne fremde Hilfe ist es schwierig den zu durchbrechen. Ich weiss nicht, ob Du schon über eine Therapie nachgedacht hast. Ich denke oft darüber nach, aber ich kann mich nicht aufraffen, habe Angst von Angesicht zu Angsicht meine Maske fallen zu lassen und von meiner Suche nach Liebe und über die Folgen meines falschen Handels zu reden.
so bin ich denn einmal "Himmelhochjauchzend" und immer öfter ganz klein, hilflos und traurig.Mit meiner grenzenlosen Bereitschaft anderen zu helfen, mache ich mich selbst zum Opfer.
Wenn es Dir ähnlich geht, vielleicht hast Du die Kraft Dir helfen zu lassen und für mich bete ich, dass ich es einiges Tages hoffentlich schaffe.Alles Gute für Dich
 

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