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Marla256
Gast
Es gibt manchmal Missverständnisse. Die kann man in der Regel mit sehr guten Freunden klären, indem man miteinander spricht. Diese Erfahrung habe ich gemacht. Es ist jedenfalls nicht sinnvoll, aus einem Impuls heraus, eine Freundin bei Whats App zu blockieren, vor allem ohne Erkärung. Ich als gute Freundin würde mich dadurch ziemlich verletzt fühlen.
Sicher kann es Misverständnisse geben und die kann man dann auch durch reden aus der Welt schaffen. So sollte man es auch von erwachsenen Menschen erwarten können, finde ich. Dass man bei Problemen mit einander redet.
Gerade deshalb hatte ich diese Aktion überhaupt nicht verstanden, warum sie mich einfach so aus heiterem Himmel blockiert hatte.
Das hatte ich auch nur festgestellt, weil ich es getestet hatte. Wenn man jemanden versucht zu einer Gruppe in WhatsApp hinzu zu fügen und es klappt nicht, dann wurde man blockiert. Und so hatte ich es dann festgestellt. Und sie daraufhin per SMS angeschrieben, warum sie mich blockiert hatte und was das sollte.
Meine Bekannte war 9 Jahre älter als ich. Mitte 40. Und hatte eine erwachsene Tochter.
Da hätte ich sie eigentlich als reifer eingeschätzt, als mit so einer Aktion zu kommen (wobei Alter nicht zwangsläufig etwas über den geistigen Reifegrad aussagt). Und dann auch noch diese Lügerei. Sie dachte ich hätte sie blockiert. Hatte ich nicht gemacht. Dann sie kenne sich nicht mit Technik aus.
Und zu guter Letzt legte sie offen, dass sie manchmal Leute blockiert.
So durfte ich dann, nachdem ich den Kontakt beendet hatte, jedes Mal, wenn mir jemand anderes schrieb sehen wie ihr Profilbild sichtbar war, dann wieder weg, dann wieder sichtbar, dann wieder weg.
Manche Leute ohne Diagnose Borderline handeln manchmal so, dass ich nur mit dem Kopf schütteln kann und mir denke: Und die sind gesund? 😕
Wenn ich jemanden blockiere oder mich trenne, dann kündige ich das an. Damit der andere weiß weshalb und woran er ist.
Ja, und noch was. Freundschaften wachsen, wie du schon selbst erkannt hast. Dafür braucht es Zeit. Deshalb ist es ganz gut, alles etwas vorsichtiger anzugehen, und nicht gleich sofort seine ganze Lebensgeschichte oder Krankheit zu erzählen, damit es für beide Seiten nicht gleich so intensiv wird, und keiner flüchten muss, weil er Angst hat, die Erwartungen des anderen nicht zu erfüllen, oder weil es ihm einfach zu eng wird.
Da hast du allgemein sicher recht.
Es nach einem halben Jahr zu erzählen halte ich beispielsweise nicht für überstürzt.
Ich habe es manchen auch erst mal nach einem Jahr oder zwei Jahren gesagt. Und um ehrlch zu sein hätte ich mir da manchmal schon gewünscht um die Reaktion des anderen früher gewusst zu haben.
Wenn man jemanden ein Jahr kennt, und man sagt man hat Borderline und derjenige wird plötzlich kalt zu dir, weil er dir offeriert generell mit Menschen mit psychischen Erkrankungen nichts zu tun haben zu wollen...
Was wäre dann wenn man gesund ist und wird nach 5 Jahren Freundschaft psychisch krank? Dann ist derjenige auch einfach weg, weil er mit psychisch Kranken nichts zu tun haben will?
Ich weiß um so eine Einstellung lieber früher als erst später.
Sicher muss man jemandem nicht gleich seine ganze Lebensgeschichte auftischen. Das wäre zu überstürzt. Doch ich sehe es nicht ein mich für meine Krankheit zu schämen oder sie zu verstecken. Es ist eine Krankheit. Man sucht sich sowas nicht aus.
Verständlich ist, wenn der andere Bedenkzeit benötigt. Dann soll sich derjenige diese nehmen. Oder wenn er nichts darüber weiß und sich erst einmal damit auseinander setzen muss.
Es kann eine Belastung sein für eine Freundschaft, Partnerschaft etc. Das kann eine chronische körperliche Erkrankung auch. MS zum Beispiel.
Daher sollte man sich da auch Gedanken darüber machen ob man solch einen Menschen in seinem Leben möchte.
Es geht einfach um Fairness für beide Seiten.
Was ich auch schon hatte: Freundin wusste von meiner Krankheit, war selbst wegen Depressionen mal in der Psychiatrie. Ging es mir mal nicht gut und ich wollte lediglich reden, wurde ich per WhatsApp ignoriert. Drei Tage plötzlich keine Antwort. Einen Monat später rutschte ihr am Telefon heraus, dass sie mich absichtlich ignoriert hatte.
Als ich mich darüber aufregte, kam von ihr nur ein "Na und?"
Sie wollte mir dann erzählen sie hätte in einem Internet forum gelesen, wenn jemand mit Borderline mit einem reden möchte (es ging nur um reden, sich evtl auf einen Kaffee treffen), dann solle man das ignorieren.
Besagte Freudin meinte auch erst meine Krankheit sei für sie kein Problem.
In 4 Jahren Freundschaft hatte ich ein Mal das Gespräch gesucht, wo es um meine Krankheit ging, weil es mir wegen einer depressiven Episode nicht gut ging. Und das war das Resultat. Angelogen und ignoriert werden.
Dann ist es mir lieber derjenige sagt mir gleich er will mit mir aufgrund meiner Krankheit nichts zu tun haben.
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