Guten Abend,
eher zufällig auf der Suche nach etwas anderem bin ich auf dieses Forum aufmerksam geworden und möchte mal eben versuche, mich möglichst präzise auszudrücken.
Ich bin 35J alt, studiert, habe seit Ende des Studiums einen festen Job, stehe im Leben, solides Einkommen, Eigentumswohnung, naja, Otto-Normal-Leben würde ich sagen, solider Mittelstand.
Ich war früher in verschiedenen Vereinen, Musikverein, Sportvereine, habe aber nie wirklich dort soziale Kontakte kennengelernt, ich kann heute nicht sagen, woran das lag, wir (Eltern und Geschwister) wohnen alle in einem Ort, dörflicher Charakter aber mit Stadtanbindung.
Im Studium habe ich 2...3 Kontakte aufgebaut, zu denen ich heute sporadisch noch Kontakt habe, der sich aber verflüchtigt hat, weil eine der Gruppe in München wohnt, Kontakt hat sich erübrigt und die beiden anderen auch komplett andere Lebenswege eingeschlagen haben als ich, beruflich nur unterwegs und kaum greifbar, antworten sporadisch auf Whatsapp, Telefonate sind recht selten, oberflächlich, inhaltslos.
Vor 10 Jahren zog ich aus und ich bin seither auf der Suche. Auf der Suche nach der Frage, wieso ich mich dermaßen schwer tue mich in die Gesellschaft zu integrieren. Eine ordentliche Krise hatte ich damals als ich auszog, plötzlich auch meine Studiengruppe sich verflüchtigte und jeder so seinen Weg ging, ich war der einzige, der hier blieb, was ich auch so wollte.
Ich hatte meine Hobbys, Einzelkämpferhobbys (Marathonlaufen, Schwimmen) und dachte mir fehlt nichts, aber doch mit fehlte etwas und zwar soziale Kontakte.
Als ich nahtlos vom Studium in den ersten Job kam, waren das eigentlich meine einzigen sozialen Kontakte. Mit den Kollegen verstand ich mich gut, so gut dass ich in einem Jahr fast 200 Überstunden aufbaute, weil ich irgendwie gern dort war. Ich war gut in dem was ich tat und meine Hobbys konnte ich locker in die Abendstunden verlegen, teilweise habe ich Probleme gehabt meinen Urlaub zu nehmen, weil ich kein Bedürfnis danach hatte.
Wozu auch, ich hatte keine Freundin (letzte Beziehung lag lange vor Studienzeiten zurück) und auch keine Freunde, die einzigen, die ich am Wochenende traf waren meine Family.
Ich versuchte das zu ändern und ging raus - in Clubs und auf Veranstaltungen - mit wem? Alleine. Und wie das so üblich ist, man blieb auch alleine, ich bezeichne mich durchaus aufgeschlossen, damals war ich es sehr würde ich heute behaupten, doch Anschluss fand ich nicht. Ich habe versucht ein paar ehemalige Schulkollegen zu reaktivieren, die hier im Ort geblieben sind. Doch in den meisten Cliquen hatte ich keinen Platz, man kam einfach nicht rein, man grüßte sich oberflächlich, blieb aber für sich. Also man traf sich vielleicht mal auf einem Stadtfest, aber mehr kam nicht zu stande, nicht mal eine lose Bekanntschaft.
Nach einigen Monaten wechselte ich dann den Job, verlor meine wenigen sozialen Kontakte aus dem Büro, im neuen Job kam ich nie an. Zu dieser Zeit meldete ich mich in einem Onlineportal an, eigentlich suchte ich nicht wirklich eine Partnerin, also ja doch auch, aber heute wird mir klar, ich habe eigentlich mehr oder minder soziale Kontakte gesucht. Es ging recht einfach, ruck zuck waren meine Wochenenden mit Dates gefüllt, erstaunlicherweise ging das eine ganze Weile so, völlig inflationäre treffen, an ein echtes Kennenlernen war nicht zu denken, das waren eher Speed Datings, mit einer Dame kam ich zusammen. Wir hätten uns vermutlich im echten Leben draußen nie kennengelernt, sie war auf der Suche nach einem Familienplanungspartner und ich war auf der Suche nach einer Freundin, die irgendwie Freundin und sozialer Kontakt ist, dachte nie wirklich so viel weiter an Familienplanung. Das ganze zerbrach nach einem Jahr, ich war sehr viel mit meinem Sport unterwegs und sie konnte damit nichts anfangen, ihr lief die Zeit davon.
Auch in dieser Zeit war mir bewusst (und auch meiner damaligen Freundin), dass wir immer nur mit ihren Freunden etwas unternahmen, nie mit meinen - wie auch, ich hatte ja keine (mehr).
In diesem Jahr zogen 2 meiner Studienkollegen zurück in eine ca 30km weit entfernte größere Stadt und wir hatten sporadisch wieder Kontakt. Das Fatale war, dass eine gute Freundin damals wieder zurück zog, weil sie sich von ihrem Freund trennte und mich dann plötzlich angrub, woraufhin unser zuvor freundschaftliches Verhältnis nicht mehr zu halten war, sie zog kurze Zeit später weiter weg, auch das zerbrach dann, der andere Freund hatte sich weit von mir entfernt, sich Selbständig gemacht, gut Geld verdient und war in anderen Spähren unterwegs. Ich fühlte mich hier nicht mehr gut aufgehoben, oberflächlich hielten wir Kontakt, mehr nicht.
Ich wechselte noch ein letztes Mal meinen Arbeitsplatz, den habe ich seit her auch konstant behalten. Die Arbeit machte mir richtig Spaß, macht sie auch heute noch, ich könnte sagen fast ein bisschen ein Traumjob, gute Arbeitszeiten, vernünftiges Einkommen, kurzer Arbeitsweg, nette Kollegen, wenn auch wenig Abwechslung aber man kann nicht alles haben.
Ich merkte, dass es einfach nicht funktionieren mochte mit neuen Kontakten (außerhalb des Büros). Mit den neuen Kollegen unternahm ich viel, wir hatten eine Kollegin, die in Scheidung lebte und um jedes private Ablenkungsmanöver, Clubs usw usw dankbar war, wir unternahmen in einer kleinen Gruppe viel, bis sich das auflöste, da alle Kollegen aus der Gruppe die Stelle wechselten.
Ich flüchtete mich wieder in meinen Sport, noch intensiver als zuvor. Das erfüllte mich auch. 2 Jahre später lernte ich eine Frau kennen, die selbst intensive Hobbys hatte (andere als ich). Aber auch viel mit ihren Freunden unternahm, die irgendwie nicht zu mir und ich nicht zu ihnen passte. Wieder wurde mir bewusst: Ich blieb wenn sie mit denen um die Häuser zog - allein für mich.
Das war der erste Wendepunkt für mich. Silvester verbrachte ich bei meinen Eltern und jammerte den ganzen Abend, bis meine Eltern mir sagten: Junge, änder einfach was.
Einfach gesagt, war schwierig. Einer meiner oben erwähnten Studienkollegen suchte plötzlich wieder intensiv Kontakt zu mir, zugleich meldete ich mich in einem Fitness Center an, neue Welt, viele Leute um mich herum, mit denen ich nicht zusammen arbeitete. Ich war dort offen, teils wenn ich das rückblickend betrachte aufdringlich, aber es klappte, ich lernte viele Leute kennen, Frauen und Männer, aber es blieb oberflächlich, bis auf 1 Kontakt, zu dem ich heute noch einen guten Draht habe, allerdings nur noch alle paar Monate, weil er weg gezogen ist (nicht weit weg), aber zugleich hat er seinen Job gewechselt und ist weltweit nur noch unterwegs, hat inzwischen auch eine Freundin, mit der er die wenige Zeit gern allein verbringt. Aber wir haben bis heute Kontakt, sogar den Jahreswechsel zusammen gefeiert.
Heute ist diese besagte Freundin nicht mehr meine, ich klammerte einerseits sehr, andererseits passte es nicht wirklich, wir trennten uns.
Zu dieser Zeit bestand mein Leben aus Büro - Sport - Schlafen und jede Menge oberflächlicher Feier Kontakte, die überhaupt nicht zu mir und meinem Leben passten, mit denen ich viel unternahm, wo aber nichts hängen blieb. Ich bin kein Party Mensch.
Heute blicke ich auf diese Zeit zurück, sie ist 5 Jahre her und ziehe ein Fazit - es hat sich ein einziger Kontakt gehalten, meine Studienkontakte sind verflogen, einer meldete sich sporadisch, ist von der ruhmreichen Selbständigkeit mittlerweile in die Pleite gerutscht und kämpft mit sich und seinem Leben, mehr oder weniger nicht mehr erreichbar, ist auch unehrlich gewesen zu sich und seinen Freunden, das ist quasi erledigt.
Ich blicke also zurück und sehe, dass ich kaum weiter gekommen bin, dass diese unendlich mühevolle Arbeit soziale Kontakte aufzubauen, irgendwie nicht funktioniert, eine Freundin habe ich nicht, ist nicht zwingend mein Ziel, also das ist nicht das was mich erfüllt, ich merke es zunehmend.
Meine einzigen sozialen Kontakte sind meine Family, meine Arbeitskollegen. Zu letzten möchte ich außerhalb des Büros keinen Kontakt mehr ausweiten, da ich keine guten Erfahrungen damit gemacht habe, damals konnten viele dann Freundschaft oder Bekanntschaft nicht mehr trennen von kollegialem Verhältnis und wenn man dann zu Arbeitsaufträgen etwas zu kritisieren hatte, .... das kann kompliziert werden, daher möchte ich das getrennt halten.
Was habe ich mir überlegt zu tun?
Ich war zwischenzeitlich in einem Kampfsportverein angemeldet, es hat richtig Spaß gemacht, ich war 2 Jahre dort. Nach einigen Monaten habe ich gemerkt, dass ich dort allein da stehe, auch dort herrschten ziemlich krasse Cliquenbildungen von Leuten, die in kleinen Gruppen hin kamen und auch Teamwork zusammen eingespielt betrieben, nach 2 Jahren meldete ich mich ab, da ich merkte, dass der Sport allein mich nicht zufrieden stellt, denn das ganze war mind. 1 x die Woche mit Fahren verbunden, hohem Aufwand für mich und irgendwie hatte ich nicht das Gefühl, dass man sich wirklich um Neuzugänge bemühte.
In einem örtlichen Laufverein war ich, nach einem halben Jahr merkte ich aber, dass das nicht meine Altersstruktur ist, 50plus interessiert sich nicht für einen Mitte 30 Jährigen, das war nicht so schlimm, aber ich sah wenig Sinn darin, mich dann einer Gruppe anzuschließen für Einzelsportarten.
Andere Vereine, das ist schwierig, nichts was hier angeboten wird interessiert mich, ich bin weder ein Fußballtyp, noch sonst etwas, auch wenn ich viel Sport treibe, tu ich das für mich und allein, woraufhin 99% der Vereine im ländlichen Bereich ausscheiden.
Ich bin nach längerer Unterbrechung wieder aktiv im Fitness Center. Ich habe mich bewusst angemeldet weil ich es als Schlechtwetter Ersatz an sah, nicht um irgendwelche Kontakte aufzubauen, da hatte ich zwischenzeitlich kaum noch Lust und Energie, eher Frust. Außerdem merkte ich schnell, es gelingt mir nicht mehr so wie vor vielen Jahren, Kontakte aufzubauen, ich weiß nicht wieso, so viel älter bin ich nicht geworden, aber es ist kaum möglich mit Leuten ins Gespräch zu kommen, ich habe das Gefühl jeder zieht nur noch mehr sein Ding durch. Ohne das jemandem vorzuwerfen, das tu ich stellenweise auch so.
Wenige Monate später brach ich meinen Vorsatz: Ich möge mich nie wieder in einem Onlineportal (nicht Tinder) anmelden, ich tat es trotzdem, nach einem Monat merkte ich - viele Fakes, Zeitverschwendung. Ich habe mich wieder abgemeldet.
Seither merke ich, dass meine Laune recht schwankt, es gibt Tage wo ich hoch zufrieden bin mit meiner Freiheit und Freizeit, mich nach niemandem richten zu müssen, mich voll und ganz meinen Hobbys widmen zu können, den Tag für mich zu haben. Doch klar sehe ich auch, mir fehlen schlicht weg soziale Kontakte, über die vieles weitere kommen könnte, Partnerin, Interessen, neue Blickwinkel.
Meine Möglichkeiten sind begrenzt, sehe ich mir andere hier in meinem Umkreis an, so bestehen deren Kontakte bereits seit Schulzeiten. Bei mir? Unmöglich, ich habe nicht einmal Facebook, also auch keinerlei uralte virtuelle Kontakte mehr.
Ist es nicht mehr möglich "rein zu kommen", also dass sowas nicht von heut auf jetzt geht? Ist mir klar, aber ich habe das Gefühl dass ich in den letzten 10 Jahren vieles erfolglos unternommen habe, immer neue Wege ging, aber es hat sich kaum etwas aufgetan, vor allem nichts mit Bestand.
Wer bis hier her geschafft hat, meinen langen Text zu lesen, den ich deutlich kürzer habe schreiben wollen, hat vielleicht auch den ein oder anderen Tipp für mich?
eher zufällig auf der Suche nach etwas anderem bin ich auf dieses Forum aufmerksam geworden und möchte mal eben versuche, mich möglichst präzise auszudrücken.
Ich bin 35J alt, studiert, habe seit Ende des Studiums einen festen Job, stehe im Leben, solides Einkommen, Eigentumswohnung, naja, Otto-Normal-Leben würde ich sagen, solider Mittelstand.
Ich war früher in verschiedenen Vereinen, Musikverein, Sportvereine, habe aber nie wirklich dort soziale Kontakte kennengelernt, ich kann heute nicht sagen, woran das lag, wir (Eltern und Geschwister) wohnen alle in einem Ort, dörflicher Charakter aber mit Stadtanbindung.
Im Studium habe ich 2...3 Kontakte aufgebaut, zu denen ich heute sporadisch noch Kontakt habe, der sich aber verflüchtigt hat, weil eine der Gruppe in München wohnt, Kontakt hat sich erübrigt und die beiden anderen auch komplett andere Lebenswege eingeschlagen haben als ich, beruflich nur unterwegs und kaum greifbar, antworten sporadisch auf Whatsapp, Telefonate sind recht selten, oberflächlich, inhaltslos.
Vor 10 Jahren zog ich aus und ich bin seither auf der Suche. Auf der Suche nach der Frage, wieso ich mich dermaßen schwer tue mich in die Gesellschaft zu integrieren. Eine ordentliche Krise hatte ich damals als ich auszog, plötzlich auch meine Studiengruppe sich verflüchtigte und jeder so seinen Weg ging, ich war der einzige, der hier blieb, was ich auch so wollte.
Ich hatte meine Hobbys, Einzelkämpferhobbys (Marathonlaufen, Schwimmen) und dachte mir fehlt nichts, aber doch mit fehlte etwas und zwar soziale Kontakte.
Als ich nahtlos vom Studium in den ersten Job kam, waren das eigentlich meine einzigen sozialen Kontakte. Mit den Kollegen verstand ich mich gut, so gut dass ich in einem Jahr fast 200 Überstunden aufbaute, weil ich irgendwie gern dort war. Ich war gut in dem was ich tat und meine Hobbys konnte ich locker in die Abendstunden verlegen, teilweise habe ich Probleme gehabt meinen Urlaub zu nehmen, weil ich kein Bedürfnis danach hatte.
Wozu auch, ich hatte keine Freundin (letzte Beziehung lag lange vor Studienzeiten zurück) und auch keine Freunde, die einzigen, die ich am Wochenende traf waren meine Family.
Ich versuchte das zu ändern und ging raus - in Clubs und auf Veranstaltungen - mit wem? Alleine. Und wie das so üblich ist, man blieb auch alleine, ich bezeichne mich durchaus aufgeschlossen, damals war ich es sehr würde ich heute behaupten, doch Anschluss fand ich nicht. Ich habe versucht ein paar ehemalige Schulkollegen zu reaktivieren, die hier im Ort geblieben sind. Doch in den meisten Cliquen hatte ich keinen Platz, man kam einfach nicht rein, man grüßte sich oberflächlich, blieb aber für sich. Also man traf sich vielleicht mal auf einem Stadtfest, aber mehr kam nicht zu stande, nicht mal eine lose Bekanntschaft.
Nach einigen Monaten wechselte ich dann den Job, verlor meine wenigen sozialen Kontakte aus dem Büro, im neuen Job kam ich nie an. Zu dieser Zeit meldete ich mich in einem Onlineportal an, eigentlich suchte ich nicht wirklich eine Partnerin, also ja doch auch, aber heute wird mir klar, ich habe eigentlich mehr oder minder soziale Kontakte gesucht. Es ging recht einfach, ruck zuck waren meine Wochenenden mit Dates gefüllt, erstaunlicherweise ging das eine ganze Weile so, völlig inflationäre treffen, an ein echtes Kennenlernen war nicht zu denken, das waren eher Speed Datings, mit einer Dame kam ich zusammen. Wir hätten uns vermutlich im echten Leben draußen nie kennengelernt, sie war auf der Suche nach einem Familienplanungspartner und ich war auf der Suche nach einer Freundin, die irgendwie Freundin und sozialer Kontakt ist, dachte nie wirklich so viel weiter an Familienplanung. Das ganze zerbrach nach einem Jahr, ich war sehr viel mit meinem Sport unterwegs und sie konnte damit nichts anfangen, ihr lief die Zeit davon.
Auch in dieser Zeit war mir bewusst (und auch meiner damaligen Freundin), dass wir immer nur mit ihren Freunden etwas unternahmen, nie mit meinen - wie auch, ich hatte ja keine (mehr).
In diesem Jahr zogen 2 meiner Studienkollegen zurück in eine ca 30km weit entfernte größere Stadt und wir hatten sporadisch wieder Kontakt. Das Fatale war, dass eine gute Freundin damals wieder zurück zog, weil sie sich von ihrem Freund trennte und mich dann plötzlich angrub, woraufhin unser zuvor freundschaftliches Verhältnis nicht mehr zu halten war, sie zog kurze Zeit später weiter weg, auch das zerbrach dann, der andere Freund hatte sich weit von mir entfernt, sich Selbständig gemacht, gut Geld verdient und war in anderen Spähren unterwegs. Ich fühlte mich hier nicht mehr gut aufgehoben, oberflächlich hielten wir Kontakt, mehr nicht.
Ich wechselte noch ein letztes Mal meinen Arbeitsplatz, den habe ich seit her auch konstant behalten. Die Arbeit machte mir richtig Spaß, macht sie auch heute noch, ich könnte sagen fast ein bisschen ein Traumjob, gute Arbeitszeiten, vernünftiges Einkommen, kurzer Arbeitsweg, nette Kollegen, wenn auch wenig Abwechslung aber man kann nicht alles haben.
Ich merkte, dass es einfach nicht funktionieren mochte mit neuen Kontakten (außerhalb des Büros). Mit den neuen Kollegen unternahm ich viel, wir hatten eine Kollegin, die in Scheidung lebte und um jedes private Ablenkungsmanöver, Clubs usw usw dankbar war, wir unternahmen in einer kleinen Gruppe viel, bis sich das auflöste, da alle Kollegen aus der Gruppe die Stelle wechselten.
Ich flüchtete mich wieder in meinen Sport, noch intensiver als zuvor. Das erfüllte mich auch. 2 Jahre später lernte ich eine Frau kennen, die selbst intensive Hobbys hatte (andere als ich). Aber auch viel mit ihren Freunden unternahm, die irgendwie nicht zu mir und ich nicht zu ihnen passte. Wieder wurde mir bewusst: Ich blieb wenn sie mit denen um die Häuser zog - allein für mich.
Das war der erste Wendepunkt für mich. Silvester verbrachte ich bei meinen Eltern und jammerte den ganzen Abend, bis meine Eltern mir sagten: Junge, änder einfach was.
Einfach gesagt, war schwierig. Einer meiner oben erwähnten Studienkollegen suchte plötzlich wieder intensiv Kontakt zu mir, zugleich meldete ich mich in einem Fitness Center an, neue Welt, viele Leute um mich herum, mit denen ich nicht zusammen arbeitete. Ich war dort offen, teils wenn ich das rückblickend betrachte aufdringlich, aber es klappte, ich lernte viele Leute kennen, Frauen und Männer, aber es blieb oberflächlich, bis auf 1 Kontakt, zu dem ich heute noch einen guten Draht habe, allerdings nur noch alle paar Monate, weil er weg gezogen ist (nicht weit weg), aber zugleich hat er seinen Job gewechselt und ist weltweit nur noch unterwegs, hat inzwischen auch eine Freundin, mit der er die wenige Zeit gern allein verbringt. Aber wir haben bis heute Kontakt, sogar den Jahreswechsel zusammen gefeiert.
Heute ist diese besagte Freundin nicht mehr meine, ich klammerte einerseits sehr, andererseits passte es nicht wirklich, wir trennten uns.
Zu dieser Zeit bestand mein Leben aus Büro - Sport - Schlafen und jede Menge oberflächlicher Feier Kontakte, die überhaupt nicht zu mir und meinem Leben passten, mit denen ich viel unternahm, wo aber nichts hängen blieb. Ich bin kein Party Mensch.
Heute blicke ich auf diese Zeit zurück, sie ist 5 Jahre her und ziehe ein Fazit - es hat sich ein einziger Kontakt gehalten, meine Studienkontakte sind verflogen, einer meldete sich sporadisch, ist von der ruhmreichen Selbständigkeit mittlerweile in die Pleite gerutscht und kämpft mit sich und seinem Leben, mehr oder weniger nicht mehr erreichbar, ist auch unehrlich gewesen zu sich und seinen Freunden, das ist quasi erledigt.
Ich blicke also zurück und sehe, dass ich kaum weiter gekommen bin, dass diese unendlich mühevolle Arbeit soziale Kontakte aufzubauen, irgendwie nicht funktioniert, eine Freundin habe ich nicht, ist nicht zwingend mein Ziel, also das ist nicht das was mich erfüllt, ich merke es zunehmend.
Meine einzigen sozialen Kontakte sind meine Family, meine Arbeitskollegen. Zu letzten möchte ich außerhalb des Büros keinen Kontakt mehr ausweiten, da ich keine guten Erfahrungen damit gemacht habe, damals konnten viele dann Freundschaft oder Bekanntschaft nicht mehr trennen von kollegialem Verhältnis und wenn man dann zu Arbeitsaufträgen etwas zu kritisieren hatte, .... das kann kompliziert werden, daher möchte ich das getrennt halten.
Was habe ich mir überlegt zu tun?
Ich war zwischenzeitlich in einem Kampfsportverein angemeldet, es hat richtig Spaß gemacht, ich war 2 Jahre dort. Nach einigen Monaten habe ich gemerkt, dass ich dort allein da stehe, auch dort herrschten ziemlich krasse Cliquenbildungen von Leuten, die in kleinen Gruppen hin kamen und auch Teamwork zusammen eingespielt betrieben, nach 2 Jahren meldete ich mich ab, da ich merkte, dass der Sport allein mich nicht zufrieden stellt, denn das ganze war mind. 1 x die Woche mit Fahren verbunden, hohem Aufwand für mich und irgendwie hatte ich nicht das Gefühl, dass man sich wirklich um Neuzugänge bemühte.
In einem örtlichen Laufverein war ich, nach einem halben Jahr merkte ich aber, dass das nicht meine Altersstruktur ist, 50plus interessiert sich nicht für einen Mitte 30 Jährigen, das war nicht so schlimm, aber ich sah wenig Sinn darin, mich dann einer Gruppe anzuschließen für Einzelsportarten.
Andere Vereine, das ist schwierig, nichts was hier angeboten wird interessiert mich, ich bin weder ein Fußballtyp, noch sonst etwas, auch wenn ich viel Sport treibe, tu ich das für mich und allein, woraufhin 99% der Vereine im ländlichen Bereich ausscheiden.
Ich bin nach längerer Unterbrechung wieder aktiv im Fitness Center. Ich habe mich bewusst angemeldet weil ich es als Schlechtwetter Ersatz an sah, nicht um irgendwelche Kontakte aufzubauen, da hatte ich zwischenzeitlich kaum noch Lust und Energie, eher Frust. Außerdem merkte ich schnell, es gelingt mir nicht mehr so wie vor vielen Jahren, Kontakte aufzubauen, ich weiß nicht wieso, so viel älter bin ich nicht geworden, aber es ist kaum möglich mit Leuten ins Gespräch zu kommen, ich habe das Gefühl jeder zieht nur noch mehr sein Ding durch. Ohne das jemandem vorzuwerfen, das tu ich stellenweise auch so.
Wenige Monate später brach ich meinen Vorsatz: Ich möge mich nie wieder in einem Onlineportal (nicht Tinder) anmelden, ich tat es trotzdem, nach einem Monat merkte ich - viele Fakes, Zeitverschwendung. Ich habe mich wieder abgemeldet.
Seither merke ich, dass meine Laune recht schwankt, es gibt Tage wo ich hoch zufrieden bin mit meiner Freiheit und Freizeit, mich nach niemandem richten zu müssen, mich voll und ganz meinen Hobbys widmen zu können, den Tag für mich zu haben. Doch klar sehe ich auch, mir fehlen schlicht weg soziale Kontakte, über die vieles weitere kommen könnte, Partnerin, Interessen, neue Blickwinkel.
Meine Möglichkeiten sind begrenzt, sehe ich mir andere hier in meinem Umkreis an, so bestehen deren Kontakte bereits seit Schulzeiten. Bei mir? Unmöglich, ich habe nicht einmal Facebook, also auch keinerlei uralte virtuelle Kontakte mehr.
Ist es nicht mehr möglich "rein zu kommen", also dass sowas nicht von heut auf jetzt geht? Ist mir klar, aber ich habe das Gefühl dass ich in den letzten 10 Jahren vieles erfolglos unternommen habe, immer neue Wege ging, aber es hat sich kaum etwas aufgetan, vor allem nichts mit Bestand.
Wer bis hier her geschafft hat, meinen langen Text zu lesen, den ich deutlich kürzer habe schreiben wollen, hat vielleicht auch den ein oder anderen Tipp für mich?