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Wie wieder ins Leben und in die Gesellschaft integrieren (Freunde, etc)

alo

Mitglied
Guten Abend,
eher zufällig auf der Suche nach etwas anderem bin ich auf dieses Forum aufmerksam geworden und möchte mal eben versuche, mich möglichst präzise auszudrücken.

Ich bin 35J alt, studiert, habe seit Ende des Studiums einen festen Job, stehe im Leben, solides Einkommen, Eigentumswohnung, naja, Otto-Normal-Leben würde ich sagen, solider Mittelstand.

Ich war früher in verschiedenen Vereinen, Musikverein, Sportvereine, habe aber nie wirklich dort soziale Kontakte kennengelernt, ich kann heute nicht sagen, woran das lag, wir (Eltern und Geschwister) wohnen alle in einem Ort, dörflicher Charakter aber mit Stadtanbindung.

Im Studium habe ich 2...3 Kontakte aufgebaut, zu denen ich heute sporadisch noch Kontakt habe, der sich aber verflüchtigt hat, weil eine der Gruppe in München wohnt, Kontakt hat sich erübrigt und die beiden anderen auch komplett andere Lebenswege eingeschlagen haben als ich, beruflich nur unterwegs und kaum greifbar, antworten sporadisch auf Whatsapp, Telefonate sind recht selten, oberflächlich, inhaltslos.

Vor 10 Jahren zog ich aus und ich bin seither auf der Suche. Auf der Suche nach der Frage, wieso ich mich dermaßen schwer tue mich in die Gesellschaft zu integrieren. Eine ordentliche Krise hatte ich damals als ich auszog, plötzlich auch meine Studiengruppe sich verflüchtigte und jeder so seinen Weg ging, ich war der einzige, der hier blieb, was ich auch so wollte.

Ich hatte meine Hobbys, Einzelkämpferhobbys (Marathonlaufen, Schwimmen) und dachte mir fehlt nichts, aber doch mit fehlte etwas und zwar soziale Kontakte.

Als ich nahtlos vom Studium in den ersten Job kam, waren das eigentlich meine einzigen sozialen Kontakte. Mit den Kollegen verstand ich mich gut, so gut dass ich in einem Jahr fast 200 Überstunden aufbaute, weil ich irgendwie gern dort war. Ich war gut in dem was ich tat und meine Hobbys konnte ich locker in die Abendstunden verlegen, teilweise habe ich Probleme gehabt meinen Urlaub zu nehmen, weil ich kein Bedürfnis danach hatte.

Wozu auch, ich hatte keine Freundin (letzte Beziehung lag lange vor Studienzeiten zurück) und auch keine Freunde, die einzigen, die ich am Wochenende traf waren meine Family.

Ich versuchte das zu ändern und ging raus - in Clubs und auf Veranstaltungen - mit wem? Alleine. Und wie das so üblich ist, man blieb auch alleine, ich bezeichne mich durchaus aufgeschlossen, damals war ich es sehr würde ich heute behaupten, doch Anschluss fand ich nicht. Ich habe versucht ein paar ehemalige Schulkollegen zu reaktivieren, die hier im Ort geblieben sind. Doch in den meisten Cliquen hatte ich keinen Platz, man kam einfach nicht rein, man grüßte sich oberflächlich, blieb aber für sich. Also man traf sich vielleicht mal auf einem Stadtfest, aber mehr kam nicht zu stande, nicht mal eine lose Bekanntschaft.

Nach einigen Monaten wechselte ich dann den Job, verlor meine wenigen sozialen Kontakte aus dem Büro, im neuen Job kam ich nie an. Zu dieser Zeit meldete ich mich in einem Onlineportal an, eigentlich suchte ich nicht wirklich eine Partnerin, also ja doch auch, aber heute wird mir klar, ich habe eigentlich mehr oder minder soziale Kontakte gesucht. Es ging recht einfach, ruck zuck waren meine Wochenenden mit Dates gefüllt, erstaunlicherweise ging das eine ganze Weile so, völlig inflationäre treffen, an ein echtes Kennenlernen war nicht zu denken, das waren eher Speed Datings, mit einer Dame kam ich zusammen. Wir hätten uns vermutlich im echten Leben draußen nie kennengelernt, sie war auf der Suche nach einem Familienplanungspartner und ich war auf der Suche nach einer Freundin, die irgendwie Freundin und sozialer Kontakt ist, dachte nie wirklich so viel weiter an Familienplanung. Das ganze zerbrach nach einem Jahr, ich war sehr viel mit meinem Sport unterwegs und sie konnte damit nichts anfangen, ihr lief die Zeit davon.

Auch in dieser Zeit war mir bewusst (und auch meiner damaligen Freundin), dass wir immer nur mit ihren Freunden etwas unternahmen, nie mit meinen - wie auch, ich hatte ja keine (mehr).

In diesem Jahr zogen 2 meiner Studienkollegen zurück in eine ca 30km weit entfernte größere Stadt und wir hatten sporadisch wieder Kontakt. Das Fatale war, dass eine gute Freundin damals wieder zurück zog, weil sie sich von ihrem Freund trennte und mich dann plötzlich angrub, woraufhin unser zuvor freundschaftliches Verhältnis nicht mehr zu halten war, sie zog kurze Zeit später weiter weg, auch das zerbrach dann, der andere Freund hatte sich weit von mir entfernt, sich Selbständig gemacht, gut Geld verdient und war in anderen Spähren unterwegs. Ich fühlte mich hier nicht mehr gut aufgehoben, oberflächlich hielten wir Kontakt, mehr nicht.

Ich wechselte noch ein letztes Mal meinen Arbeitsplatz, den habe ich seit her auch konstant behalten. Die Arbeit machte mir richtig Spaß, macht sie auch heute noch, ich könnte sagen fast ein bisschen ein Traumjob, gute Arbeitszeiten, vernünftiges Einkommen, kurzer Arbeitsweg, nette Kollegen, wenn auch wenig Abwechslung aber man kann nicht alles haben.

Ich merkte, dass es einfach nicht funktionieren mochte mit neuen Kontakten (außerhalb des Büros). Mit den neuen Kollegen unternahm ich viel, wir hatten eine Kollegin, die in Scheidung lebte und um jedes private Ablenkungsmanöver, Clubs usw usw dankbar war, wir unternahmen in einer kleinen Gruppe viel, bis sich das auflöste, da alle Kollegen aus der Gruppe die Stelle wechselten.

Ich flüchtete mich wieder in meinen Sport, noch intensiver als zuvor. Das erfüllte mich auch. 2 Jahre später lernte ich eine Frau kennen, die selbst intensive Hobbys hatte (andere als ich). Aber auch viel mit ihren Freunden unternahm, die irgendwie nicht zu mir und ich nicht zu ihnen passte. Wieder wurde mir bewusst: Ich blieb wenn sie mit denen um die Häuser zog - allein für mich.

Das war der erste Wendepunkt für mich. Silvester verbrachte ich bei meinen Eltern und jammerte den ganzen Abend, bis meine Eltern mir sagten: Junge, änder einfach was.

Einfach gesagt, war schwierig. Einer meiner oben erwähnten Studienkollegen suchte plötzlich wieder intensiv Kontakt zu mir, zugleich meldete ich mich in einem Fitness Center an, neue Welt, viele Leute um mich herum, mit denen ich nicht zusammen arbeitete. Ich war dort offen, teils wenn ich das rückblickend betrachte aufdringlich, aber es klappte, ich lernte viele Leute kennen, Frauen und Männer, aber es blieb oberflächlich, bis auf 1 Kontakt, zu dem ich heute noch einen guten Draht habe, allerdings nur noch alle paar Monate, weil er weg gezogen ist (nicht weit weg), aber zugleich hat er seinen Job gewechselt und ist weltweit nur noch unterwegs, hat inzwischen auch eine Freundin, mit der er die wenige Zeit gern allein verbringt. Aber wir haben bis heute Kontakt, sogar den Jahreswechsel zusammen gefeiert.

Heute ist diese besagte Freundin nicht mehr meine, ich klammerte einerseits sehr, andererseits passte es nicht wirklich, wir trennten uns.

Zu dieser Zeit bestand mein Leben aus Büro - Sport - Schlafen und jede Menge oberflächlicher Feier Kontakte, die überhaupt nicht zu mir und meinem Leben passten, mit denen ich viel unternahm, wo aber nichts hängen blieb. Ich bin kein Party Mensch.

Heute blicke ich auf diese Zeit zurück, sie ist 5 Jahre her und ziehe ein Fazit - es hat sich ein einziger Kontakt gehalten, meine Studienkontakte sind verflogen, einer meldete sich sporadisch, ist von der ruhmreichen Selbständigkeit mittlerweile in die Pleite gerutscht und kämpft mit sich und seinem Leben, mehr oder weniger nicht mehr erreichbar, ist auch unehrlich gewesen zu sich und seinen Freunden, das ist quasi erledigt.

Ich blicke also zurück und sehe, dass ich kaum weiter gekommen bin, dass diese unendlich mühevolle Arbeit soziale Kontakte aufzubauen, irgendwie nicht funktioniert, eine Freundin habe ich nicht, ist nicht zwingend mein Ziel, also das ist nicht das was mich erfüllt, ich merke es zunehmend.

Meine einzigen sozialen Kontakte sind meine Family, meine Arbeitskollegen. Zu letzten möchte ich außerhalb des Büros keinen Kontakt mehr ausweiten, da ich keine guten Erfahrungen damit gemacht habe, damals konnten viele dann Freundschaft oder Bekanntschaft nicht mehr trennen von kollegialem Verhältnis und wenn man dann zu Arbeitsaufträgen etwas zu kritisieren hatte, .... das kann kompliziert werden, daher möchte ich das getrennt halten.

Was habe ich mir überlegt zu tun?
Ich war zwischenzeitlich in einem Kampfsportverein angemeldet, es hat richtig Spaß gemacht, ich war 2 Jahre dort. Nach einigen Monaten habe ich gemerkt, dass ich dort allein da stehe, auch dort herrschten ziemlich krasse Cliquenbildungen von Leuten, die in kleinen Gruppen hin kamen und auch Teamwork zusammen eingespielt betrieben, nach 2 Jahren meldete ich mich ab, da ich merkte, dass der Sport allein mich nicht zufrieden stellt, denn das ganze war mind. 1 x die Woche mit Fahren verbunden, hohem Aufwand für mich und irgendwie hatte ich nicht das Gefühl, dass man sich wirklich um Neuzugänge bemühte.

In einem örtlichen Laufverein war ich, nach einem halben Jahr merkte ich aber, dass das nicht meine Altersstruktur ist, 50plus interessiert sich nicht für einen Mitte 30 Jährigen, das war nicht so schlimm, aber ich sah wenig Sinn darin, mich dann einer Gruppe anzuschließen für Einzelsportarten.

Andere Vereine, das ist schwierig, nichts was hier angeboten wird interessiert mich, ich bin weder ein Fußballtyp, noch sonst etwas, auch wenn ich viel Sport treibe, tu ich das für mich und allein, woraufhin 99% der Vereine im ländlichen Bereich ausscheiden.

Ich bin nach längerer Unterbrechung wieder aktiv im Fitness Center. Ich habe mich bewusst angemeldet weil ich es als Schlechtwetter Ersatz an sah, nicht um irgendwelche Kontakte aufzubauen, da hatte ich zwischenzeitlich kaum noch Lust und Energie, eher Frust. Außerdem merkte ich schnell, es gelingt mir nicht mehr so wie vor vielen Jahren, Kontakte aufzubauen, ich weiß nicht wieso, so viel älter bin ich nicht geworden, aber es ist kaum möglich mit Leuten ins Gespräch zu kommen, ich habe das Gefühl jeder zieht nur noch mehr sein Ding durch. Ohne das jemandem vorzuwerfen, das tu ich stellenweise auch so.

Wenige Monate später brach ich meinen Vorsatz: Ich möge mich nie wieder in einem Onlineportal (nicht Tinder) anmelden, ich tat es trotzdem, nach einem Monat merkte ich - viele Fakes, Zeitverschwendung. Ich habe mich wieder abgemeldet.

Seither merke ich, dass meine Laune recht schwankt, es gibt Tage wo ich hoch zufrieden bin mit meiner Freiheit und Freizeit, mich nach niemandem richten zu müssen, mich voll und ganz meinen Hobbys widmen zu können, den Tag für mich zu haben. Doch klar sehe ich auch, mir fehlen schlicht weg soziale Kontakte, über die vieles weitere kommen könnte, Partnerin, Interessen, neue Blickwinkel.

Meine Möglichkeiten sind begrenzt, sehe ich mir andere hier in meinem Umkreis an, so bestehen deren Kontakte bereits seit Schulzeiten. Bei mir? Unmöglich, ich habe nicht einmal Facebook, also auch keinerlei uralte virtuelle Kontakte mehr.

Ist es nicht mehr möglich "rein zu kommen", also dass sowas nicht von heut auf jetzt geht? Ist mir klar, aber ich habe das Gefühl dass ich in den letzten 10 Jahren vieles erfolglos unternommen habe, immer neue Wege ging, aber es hat sich kaum etwas aufgetan, vor allem nichts mit Bestand.


Wer bis hier her geschafft hat, meinen langen Text zu lesen, den ich deutlich kürzer habe schreiben wollen, hat vielleicht auch den ein oder anderen Tipp für mich?
 
N´abend alo,

habe es zwar geschafft, den Text vollständig zu lesen, aber ein wirklicher Tipp? Weiß nicht, zumal mir die Situation bekannt erscheint. Wollte zwar irgendwann weg von meiner Heimatstadt und habe dann im Studium in einer anderen auch Kontakte aufgebaut und eine tolle Zeit erlebt. Aber diese Studienfreundschaften sind nach dem Ende des Studiums so ziemlich alle verflogen. Und die Freunde (?) aus der Schulzeit sehe ich höchstens noch einmal im Jahr in den Weihnachtstagen, wenn sie in der Heimat die Eltern besuchen. Nun steht wieder ein Umzug in eine sehr große Stadt am anderen Ende der Republik an, immerhin habe ich dort noch ein, zwei Kontakte aus der Studienzeit. Ohne die hätte ich mir diese eher prekäre Stelle wohl noch mehrfach überlegt.

Die beruflichen Verhältnissen sind bei mir alles andere als prickelnd, aber mir würde selbst im tollsten Job mit Beamten-Sicherheit eben eine Sache fehlen: Feste und enge Freundschaften. Ich kenne Menschen, die reisen sogar regelmäßig mit und zu ihren Freunden. Habe das immer vermisst, aber in meiner eher provinziellen Heimatregion war daran auch niemand groß interessiert. Mir ist auch schon aufgefallen, dass viele Menschen in unserem Alter (oder jüngere) sehr auf sich konzentriert und wenig aufgeschlossen sind. Außer eben punktuell, wenn man auch beruflich miteinander zu tun hat. Es gibt oft nur den engsten Familienkreis und die vorhandenen Cliquen. Ob das mit den allgemeinen gesellschaftlichen Verhältnissen zusammenhängt? Dem Rückzug ins Private? Ich vermute es, aber ob es früher wirklich anders war, weiß ich auch nicht.

Im Grunde bist du mit Sportvereinen und Fitnessstudio ja schon ziemlich aktiv, im Gegensatz zu mir. Bei mir wären es wohl eher politische Gruppierungen oder Selbsthilfegruppen, denen ich mich anschließen würde. Naja, gemacht habe ich es bislang auch nie. Ich frage mich auch, warum es im Internet zwar alles, aber keine wirklichen Freundschaftsportale gibt. Selbst gewisse Portale für Reisepartner erschienen mir schon wie welche für Leute, die eben Liebesbeziehungen und Dates suchen. Offenbar hat wohl jeder wie selbstverständlich viele Freunde. Komisch, denn alleine dieses Forum hier ist ja voll mit dem Problem Einsamkeit und mangelnde soziale Kontakte. Ich glaube sogar, dass das eines der größten Probleme der heutigen Zeit ist. Einen wirklichen Tipp habe ich nicht, ich denke, du bist dir des Problems bewusst und hast auch schon diverse Lösungsansätze ausprobiert. Aber ich für meinen Teil hoffe immer, im echten Leben vielleicht mal auf andere Freundschaftssuchende zu treffen. Es gibt sie auf alle Fälle.

Grüße
LW
 
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N´abend alo,

habe es zwar geschafft, den Text vollständig zu lesen, aber ein wirklicher Tipp? Weiß nicht, zumal mir die Situation bekannt erscheint. Wollte zwar irgendwann weg von meiner Heimatstadt und habe dann im Studium in einer anderen auch Kontakte aufgebaut und eine tolle Zeit erlebt. Aber diese Studienfreundschaften sind nach dem Ende des Studiums so ziemlich alle verflogen. Und die Freunde (?) aus der Schulzeit sehe ich höchstens noch einmal im Jahr in den Weihnachtstagen, wenn sie in der Heimat die Eltern besuchen. Nun steht wieder ein Umzug in eine sehr große Stadt am anderen Ende der Republik an, immerhin habe ich dort noch ein, zwei Kontakte aus der Studienzeit. Ohne die hätte ich mir diese eher prekäre Stelle wohl noch mehrfach überlegt.

Die beruflichen Verhältnissen sind bei mir alles andere als prickelnd, aber mir würde selbst im tollsten Job mit Beamten-Sicherheit eben eine Sache fehlen: Feste und enge Freundschaften. Ich kenne Menschen, die reisen sogar regelmäßig mit und zu ihren Freunden. Habe das immer vermisst, aber in meiner eher provinziellen Heimatregion war daran auch niemand groß interessiert. Mir ist auch schon aufgefallen, dass viele Menschen in unserem Alter (oder jüngere) sehr auf sich konzentriert und wenig aufgeschlossen sind. Außer eben punktuell, wenn man auch beruflich miteinander zu tun hat. Es gibt oft nur den engsten Familienkreis und die vorhandenen Cliquen. Ob das mit den allgemeinen gesellschaftlichen Verhältnissen zusammenhängt? Dem Rückzug ins Private? Ich vermute es, aber ob es früher wirklich anders war, weiß ich auch nicht.

Im Grunde bist du mit Sportvereinen und Fitnessstudio ja schon ziemlich aktiv, im Gegensatz zu mir. Bei mir wären es wohl eher politische Gruppierungen oder Selbsthilfegruppen, denen ich mich anschließen würde. Naja, gemacht habe ich es bislang auch nie. Ich frage mich auch, warum es im Internet zwar alles, aber keine wirklichen Freundschaftsportale gibt. Selbst gewisse Portale für Reisepartner erschienen mir schon wie welche für Leute, die eben Liebesbeziehungen und Dates suchen. Offenbar hat wohl jeder wie selbstverständlich viele Freunde. Komisch, denn alleine dieses Forum hier ist ja voll mit dem Problem Einsamkeit und mangelnde soziale Kontakte. Ich glaube sogar, dass das eines der größten Probleme der heutigen Zeit ist. Einen wirklichen Tipp habe ich nicht, ich denke, du bist dir des Problems bewusst und hast auch schon diverse Lösungsansätze ausprobiert. Aber ich für meinen Teil hoffe immer, im echten Leben vielleicht mal auf andere Freundschaftssuchende zu treffen. Es gibt sie auf alle Fälle.

Grüße
LW


Guten morgen LW,

es ist "beruhigend" zu lesen, dass es einem nicht allein so geht. Mit meinen Eltern habe ich darüber schon oft gesprochen und mein Vater meint, ich hätte falsche Vorstellungen zum einen von Vereinen und zum anderen auch von Freundschaften, das gäbe es alles nicht wirklich und gab es auch selten. Ich widerspreche da, weil ich den Eindruck habe, von Kollegen über echte Freundschaften zu hören. Das sind häufig über jahre, jahrzehnte gewachsene Bindungen, die kennen sich und die können sich auch mal echte Probleme erzählen, ich wüsste in meinem Umfeld 2-3 Leute, denen ich von Problemen erzählen könnte, aber ich könnte vorher schon sagen, sie würden sich das vielleicht notgedrungen anhören aber mir nicht helfen können oder sich dafür nicht interessieren oder es auch deswegen nicht können, weil sie mich zu wenig kennen.

Ich habe das Gefühl, außer der Familie oder extrem gewachsenen Cliquen trifft man heute nur noch Lebensabschnittsbekannte, über Arbeit, evtl. Vereine, das wars.

Die einzige Möglichkeit außer den klassischen Vereinen hier sind auch Parteien, das hatte ich mir auch schon überlegt. Weißt du, es ist irgendwann so, dass sich negative Erfahrungen - Eintritt in einen Verein - kaum bis keine Kontaktknüpfungen - macht keinen Sinn - ich trete wieder aus.....ziemlich einbrennen können, irgendwann hat man da kaum mehr Lust drauf und lässt es einfach, oder es fehlt einem der Ruck "alleine" fremd wo einzutreten.

Das ist schon ein Punkt für mich. Ich bin früher, das muss man sich vorstellen, alleine in Bars oder Clubs gegangen, das würde ich im Leben heute nicht mehr tun, weil ich es für totale Zeitverschwendung halte, also wozu soll ich das tun frage ich mich heute im Vornherein, wenn ich auch da sowieso allein bleibe.

Ich habe einen festen Job, das hilft schon sehr, dass man eine Konstante hat. Ich habe gemerkt, dass besonders im Fitness Studio heute viele kleine Cliquen neu entstehen, aber ich komme da nicht rein, vielleicht bin ich ein zu großer Sonderling (fühle mich nicht so, wirke aber so). Das weiß ich nicht, ich habe auch niemanden, der mir das ernsthaft reflektiert, außer ein paar Kollegen, die sich hier und da mal lustig machen, aber das ist wenig aussagekräftig, denn umgekehrt mache ich das auch - mit anderen Worten jeder hat seine Eigenheiten.

Sehr kompliziert - in unserem Alter befinden sich viele entweder in der festen Hand der Familie, die gerade gegründet wird oder wurde oder sie sind irgendwo, wo ich sie nicht finde, ich weiß es nicht.

Das schlimme - ich habe früher sonst was gemacht, bin mit dem Auto hundere Kilometer herum gefahren, in der Hoffnung, dass von diesem Aufwand mal was "kleben" bleibt an Kontakten, irgendwann habe ich aufgehört und eine innere Bilanz entwickelt: Lohnt sich der Aufwand, was natürlich genau zum Gegenteil führt: Nicht zur Offenheit sondern eher dazu, dass es garnichts werden kann, wenn man nur daheim hockt, aber es gab vor ca 7 Jahren eine Zeit, da hab ich glaub ich tausende Kilometer monatlich auf den Wagen gegurkt, um hier mal einen losen Kontakt zu besuchen und dort, blieb nichts darüber hinaus hängen.

Sehr schwierig und wie du richtig schreibst dreht sich unsere Generation um sich und ihre eigenen Sachen, berufliche Probleme, Beziehungsprobleme, Private Probleme sonstiger Art.

Ich höre gern zu, aber ich kenne kaum Leute, die mir gern zuhören, was leider dazu führt, dass man schnell als "seelischer Mülleimer" abgestempelt wird.

Bin weiterhin auf der Suche nach Ansätzen, aber es tut gut zu lesen, dass man nicht allein so da steht.
 
Je mehr ich solche Geschichten, wie deine alo, in einem Forum lese, umso mehr habe ich den Eindruck, dass gerade die, die so verzweifelt auf der Suche nach etwas sind, am meisten Probleme haben das zu finden, was sie sich am sehnlichsten wünschen. Vielleicht würde einigen weniger Druck und mehr Gelassenheit guttun. Meist findet man gerade dann etwas, wenn man eben nicht danach sucht. So einiges ergibt sich auch durch einen dummen Zufall.
 
Mit meinen Eltern habe ich darüber schon oft gesprochen und mein Vater meint, ich hätte falsche Vorstellungen zum einen von Vereinen und zum anderen auch von Freundschaften, das gäbe es alles nicht wirklich und gab es auch selten. Ich widerspreche da, weil ich den Eindruck habe, von Kollegen über echte Freundschaften zu hören. Das sind häufig über jahre, jahrzehnte gewachsene Bindungen, die kennen sich und die können sich auch mal echte Probleme erzählen, ich wüsste in meinem Umfeld 2-3 Leute, denen ich von Problemen erzählen könnte, aber ich könnte vorher schon sagen, sie würden sich das vielleicht notgedrungen anhören aber mir nicht helfen können oder sich dafür nicht interessieren oder es auch deswegen nicht können, weil sie mich zu wenig kennen.
Den Eindruck kann ich bestätigen. Habe sowohl im beruflichen Umfeld, als auch bei den Eltern mitbekommen, dass man in früheren Generationen offenbar einfach, ja, treuer unterwegs war bzw. ist. Gerade auch was Freundschaften anbelangt. Obwohl meine Eltern selbst auch keine riesigen Freundeskreis haben: Im Vergleich zu meinem ist das eine andere Welt. Meine Mutter unternimmt etwa mit einer Freundin, mit der sie ansonsten auch nicht viel Kontakt hat, so alle zwei, drei Jahre eine Reise.

Ich habe das Gefühl, außer der Familie oder extrem gewachsenen Cliquen trifft man heute nur noch Lebensabschnittsbekannte, über Arbeit, evtl. Vereine, das wars.
So ist es, den Eindruck habe ich auch. Leider.

Die einzige Möglichkeit außer den klassischen Vereinen hier sind auch Parteien, das hatte ich mir auch schon überlegt. Weißt du, es ist irgendwann so, dass sich negative Erfahrungen - Eintritt in einen Verein - kaum bis keine Kontaktknüpfungen - macht keinen Sinn - ich trete wieder aus.....ziemlich einbrennen können, irgendwann hat man da kaum mehr Lust drauf und lässt es einfach, oder es fehlt einem der Ruck "alleine" fremd wo einzutreten.
Kann ich ebenfalls sehr gut nachvollziehen. Bin schon mehrfach umgezogen, weil es beruflich nötig wurde. Schon im Studium hatte ich mir vorgenommen, hier und da einzutreten. Aber alleine konnte ich mich nicht wirklich dazu überwinden. Zumal glücklicherweise in der Studienphase auch das dortige Umfeld so gut war, dass ich daran dann auch gar kein großes Interesse hatte. Eigentlich hätte ich mir aber schon denken können, dass das nach dem Studium wieder alles vorbei sein wird.

Das ist schon ein Punkt für mich. Ich bin früher, das muss man sich vorstellen, alleine in Bars oder Clubs gegangen, das würde ich im Leben heute nicht mehr tun, weil ich es für totale Zeitverschwendung halte, also wozu soll ich das tun frage ich mich heute im Vornherein, wenn ich auch da sowieso allein bleibe.
Damit hatte ich schon immer Schwierigkeiten, also alleine in die Kneipe oder auf ein Konzert gehen. Aber offenbar lernt man auf diesem Wege dann sowieso nicht unbedingt Menschen kennen.

Sehr kompliziert - in unserem Alter befinden sich viele entweder in der festen Hand der Familie, die gerade gegründet wird oder wurde oder sie sind irgendwo, wo ich sie nicht finde, ich weiß es nicht.
Richtig. Und warum es die besagten Portale nicht wirklich gibt, kann ich mir auch kaum erklären. Vielleicht, weil man damit nicht so einfach Profite erwirtschaften könnte?

Das schlimme - ich habe früher sonst was gemacht, bin mit dem Auto hundere Kilometer herum gefahren, in der Hoffnung, dass von diesem Aufwand mal was "kleben" bleibt an Kontakten, irgendwann habe ich aufgehört und eine innere Bilanz entwickelt: Lohnt sich der Aufwand, was natürlich genau zum Gegenteil führt: Nicht zur Offenheit sondern eher dazu, dass es garnichts werden kann, wenn man nur daheim hockt, aber es gab vor ca 7 Jahren eine Zeit, da hab ich glaub ich tausende Kilometer monatlich auf den Wagen gegurkt, um hier mal einen losen Kontakt zu besuchen und dort, blieb nichts darüber hinaus hängen.
Das ist wirklich bitter und die Frustration kann ich nachvollziehen. Mit einem eigenen Auto hätte ich wohl ähnliche Erfahrungen gemacht. Bislang habe ich hier und da mal die losen Kontakte in ihren jeweiligen Städten besucht - dass sie mich umgekehrt besucht hätten, kam eigentlich kaum vor. Ein Freund aus der Heimat hat mich damals immerhin mal am Studienort besucht, ein anderer holte mich mit dem Auto ab. Heute sind diese Kontakte auch sehr lose, wie beschrieben. Aber habe das heute noch in guter Erinnerung, weil es in meinem Leben eben ansonsten die Ausnahme war und ist.

Sehr schwierig und wie du richtig schreibst dreht sich unsere Generation um sich und ihre eigenen Sachen, berufliche Probleme, Beziehungsprobleme, Private Probleme sonstiger Art.
Kann in dem Punkt auch nur auf ßßx verweisen. Die Literatur ist voll davon, das Phänomen wird auch an diversen Instituten seit Jahren durchgekaut. Es hat auch etwas mit den strukturellen Bedingungen zu tun: Schon SchülerInnen werden systematisch zu Einzelkämpfern erzogen, um im Berufsleben zu bestehen. Und dieses Einzelkämpfertum, in dem jeder nur auf den eigenen Vorteil schielt, hat natürlich auch Auswirkungen auf das gesamte gesellschaftliche Leben. Diesen ganzen Druck gab es in früheren Generationen überhaupt nicht. Wer seinen Namen schreiben konnte und zufällig noch irgendetwas studierte hatte, dem war in den Wirtschaftswunderjahren ein relativ bequemes Leben in Wohlstand so gut wie sicher. Heute stellt sich das für viele völlig anders dar und wenn ich etwa wegen Befristungswahnsinn ständig umziehen muss, wird es schon deshalb mit festen Kontakten schwierig.

Ich höre gern zu, aber ich kenne kaum Leute, die mir gern zuhören, was leider dazu führt, dass man schnell als "seelischer Mülleimer" abgestempelt wird.
Auch das kenne ich gut. Was mir dazu spontan einfällt: Habe mich mal in einer größeren Stadt mit der Bahnhofsmission und ähnlichen Hilfsorganisationen beschäftigt. Da ist man ja auch öfter derjenige, der fremden Menschen einfach nur zuhört. In dem Fall kann das aber sogar positive Auswirkungen auf die eigene psychische Verfassung haben. Jedenfalls können solche Gruppen Sinn im Leben geben und vielleicht bilden sich auch längerfristige Kontakte. Viele HelferInnen machen das wohl auch aus solchen Beweggründen, könnte ich mir vorstellen. Wielleicht wäre das auch eine Idee, wobei das mit einer Vollzeittätigkeit vielleicht nicht ganz so einfach ist. Finde ich zumindest.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, ich denke auch, dass das ein Zeitphänomen ist. Die Eltern, die meinen "Junge, du musst halt was ändern", sind in einer anderen Generation groß geworden und merken gar nicht, wie die heutige Welt tickt.

Die Literatur der Postmoderne thematisiert bis zum Erbrechen diese Vereinzelung in der Gesellschaft. Also kann das nicht ein Problem einzelner "Loser" sein.
Und als Trost: Wenn dein (ex)Kumpel so viele Kontakte hat, kann das auch nur Schein sein. Einsamkeit gilt als großes Tabu unserer Gesellschaft. Viele tragen eine Maske und geben ungern zu, wie alleine sie sind.
Und diejenigen, die vergeben sind? Auch darunter gibt es Leute, die zu zweit einsam sind. Mehr als genug.

Es wird dir also nichts anderes übrig bleiben, als deine inneren Werte zu pflegen, du selber zu bleiben, sodass du den Respekt vor dir nicht verlierst. Und dann weiterhin so aktiv (Respekt!) und offen bleiben. Die Chance, dass es wenigstens noch einmal so eine oder einen wie dich gibt, ist nicht aussichtslos. Verlier nicht die Hoffnung und freue dich wenigstens über das, was du persönlich erreicht hast.

Vielleicht magst du per Annonce einen Treffpunkt für Leute deines Alters ankündigen, eine Räumlichkeit suchen, wo ihr euch trefft und kennen lernt. Da ist dann vielleicht jemand dabei? Im Sommer kann man sich auch recht unkompliziert draußen (zum Wandern, Grillen, etc.) treffen.
Viel Glück.


Einsamkeit ist ein großes Tabu! Ich erlebe ständig, wie sich andere in Gesprächen versuchen zu übertrumpfen, was man alles non-stop am Wochenende erlebt hat und wenn du dann dort sitzt und erzählst: Ich habe nichts Besonderes gemacht, erhältst du ein Staunen mit großen Augen: Wie, Was, Wie langweilig bist Du denn? Man weiß nicht, was dahinter steckt, 1000 Facebook Freunde, was sagt das aus? Eigentlich garnichts und eigentlich weiß das jeder und trotzdem klickt ein anderer auf das Profil, sieht 1000 Freunde und 100 Likes und denkt intuitiv (obwohl er weiß, dass das überhaupt nichts über tatsächliche soziale Kontakte aussagt) "wow, der muss beliebt sein und einen unüberschaubaren Freundeskreis haben". Wir sind schon Opfer unserer eigenen Fakes geworden.

Den Respekt vor sich selber verlieren, da habe ich schon für mich selber gemerkt, Grenzen überschritten zu haben, in der Form, dass ich mich angebiedert habe, also förmlich aufgedrängt "Hey lass uns doch mal was machen" und mich selber im Nachinein geschämt oder geschaudert davor, wie anhänglich das wirkt und wie "unattraktiv". Das ist eine Gratwanderung. Trotzdem aktiv bleiben aber nicht aufdringlich.

Im Sommer kommen tatsächlich mehr Kontakte zu stande, ich bleibe dran ....


Je mehr ich solche Geschichten, wie deine alo, in einem Forum lese, umso mehr habe ich den Eindruck, dass gerade die, die so verzweifelt auf der Suche nach etwas sind, am meisten Probleme haben das zu finden, was sie sich am sehnlichsten wünschen. Vielleicht würde einigen weniger Druck und mehr Gelassenheit guttun. Meist findet man gerade dann etwas, wenn man eben nicht danach sucht. So einiges ergibt sich auch durch einen dummen Zufall.

Das stimmt auch. Interessanterweise tun sich häufig dann ungezwungen Dinge auf, wenn man nicht damit rechnet, jedoch muss ich sagen, habe ich 2-3 Jahre meinen Hobbys nachgejagt und mich überhaupt nicht aktiv und manchmal nicht mal passiv (Angebote annehmen) gekümmert und war zwar nicht unzufrieden oder unglücklich, aber habe gemerkt, dass da auch nichts zu stande kam.

Also man muss sich schon dort aufhalten, wo "was passiert" denke ich, sonst kann man nicht gesehen werden. Ich merke das bei einer Kollegin, die nach einem Partner sucht, also sie such nicht, sondern sie will gesucht und gefunden werden, aber wie soll das passieren, wenn sie nur daheim hockt, man kann sie quasi nicht finden. Und das frustriert natürlich dann irgendwann, obwohl der Fehler klar ist
 
Einsamkeit ist ein großes Tabu!
Einsam ist man eh nur, wenn man sich einsam fühlt. Man ist nicht zwangsläufig einsam, wenn man keine Freunde bzw. kaum soziale Kontakte hat.

Ich erlebe ständig, wie sich andere in Gesprächen versuchen zu übertrumpfen, was man alles non-stop am Wochenende erlebt hat
Man kann auch etwas erleben, wenn man allein ist. Man muss ja nicht zwingend immer etwas mit Anderen unternehmen.

und wenn du dann dort sitzt und erzählst: Ich habe nichts Besonderes gemacht,
Vielleicht hilft es schon, sich kreativer auszudrücken. Nix besonderes gemacht? Was heißt das? Versuche doch das was du getan hast besser zu verkaufen, z.B. „Ich habe ein total spannendes Buch gelesen. Ich war gar nicht fähig etwas anderes zu tun, so hat es mich in den Bann gezogen. Kennt ihr das Buch auch?“ (Mit einer Frage verknüpft, ziehst du gleich das Gespräch an dich.)
Oder, wenn du joggen warst, dann beschreibe doch, wieviel km du gelaufen bist und wo lang. Vielleicht ist dir auf der Joggingstrecke noch was schönes, lustiges oder ungewöhnliches aufgefallen, was du näher beschreiben könntest.

erhältst du ein Staunen mit großen Augen: Wie, Was, Wie langweilig bist Du denn? Man weiß nicht, was dahinter steckt, 1000 Facebook Freunde, was sagt das aus? Eigentlich garnichts und eigentlich weiß das jeder und trotzdem klickt ein anderer auf das Profil, sieht 1000 Freunde und 100 Likes und denkt intuitiv (obwohl er weiß, dass das überhaupt nichts über tatsächliche soziale Kontakte aussagt) "wow, der muss beliebt sein und einen unüberschaubaren Freundeskreis haben". Wir sind schon Opfer unserer eigenen Fakes geworden.
Was interessiert es dich, was andere auf FB machen? Sollen sie doch 1000 Freunde haben, sollen sie doch ein Haufen Likes bekommen und sollen von mir aus auch über andere Profile denken was sie wollen. Wieso beschäftigt dich das so? Und wieso beschäftigt es dich, dass du selbst nicht mal ein eigenes Profil hast? Haben viele nicht, aus ganz verschiedenen Gründen. Da bist du sicher nicht der Einzige.

Den Respekt vor sich selber verlieren, da habe ich schon für mich selber gemerkt, Grenzen überschritten zu haben, in der Form, dass ich mich angebiedert habe, also förmlich aufgedrängt "Hey lass uns doch mal was machen" und mich selber im Nachinein geschämt oder geschaudert davor, wie anhänglich das wirkt und wie "unattraktiv". Das ist eine Gratwanderung. Trotzdem aktiv bleiben aber nicht aufdringlich.
Kann es sein, dass du dir zu viel Druck machst? Warum? Woher kommt der Druck? Ist das der gesellschaftliche, dass man angeblich ohne Freunde ein Nichts ist oder kommt der Druck eher von dir selbst, weil du etwas vermisst?

Das stimmt auch. Interessanterweise tun sich häufig dann ungezwungen Dinge auf, wenn man nicht damit rechnet, jedoch muss ich sagen, habe ich 2-3 Jahre meinen Hobbys nachgejagt und mich überhaupt nicht aktiv und manchmal nicht mal passiv (Angebote annehmen) gekümmert und war zwar nicht unzufrieden oder unglücklich, aber habe gemerkt, dass da auch nichts zu stande kam.
Nun ja, wenn du in der Zeit nicht unzufrieden oder unglücklich warst, wieso suchst du dann kranfhaft nach Freunden? Es geht ja anscheinend auch ohne. Man kann sich auch selbst genügen. Ist doch nichts verwerfliches dran. Man muss ja nicht immer einem gesellschaftlichen Ideal hinterherhecheln.
 
Hallo,

wenn es dir schwer fällt, dich in bestehende Gruppen einzufinden, dann könnte es doch eine Idee sein selbst eine Gruppe zu gründen?
Du könntest aktiv nach Sportpartnern suchen. Vielleicht schaffst du es ja eine kleine Gruppe gleichgesinnter junger Leute zusammenzubekommen? Es ist aber völlig normal, dass man nicht mit allen Leuten in einer Gruppe engeren Kontakt hat. Ein gemeinsames Hobby oder der Arbeitsplatz reichen oft nicht aus.
 
Danke für die vielen Antworten, ich bin immer wieder am Suchen und Finden neuer Möglichkeiten und Ausprobieren neuer Ideen. Ich fühle mich interessanterweise aktuell nicht einsam, lebe meine Hobbys aus, sortiere Kontakte aus, von denen ich dachte, es seien "Freunde" (vielleicht einmal vor vielen Jahren gewesen, hat sich aber auseinander gelebt).

Trotzdem lese ich hier aufmerksam mit und bin ziemlich erstaunt darüber, dass so viele vor allem auch junge Leute offenbar kontaktlos herum dümpeln. Das war damals bei mir im Studium noch nicht so massiv, damals gabs allerdings auch keine Smartphone-Welt mit Apps, d.h. man hat sich verabredet, hielt sich dran und traf sich - fertig. Heute appt man sich zu Tode, am Ende kommt nix bei rum und man hat sich schon alles geschrieben, bevor man sich getroffen hat.
 

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