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Wie Verlust verarbeiten?

B

berchen

Gast
Hallo zusammen,

wie kann man den Verlust eines Menschen verarbeiten der nicht mal die Chance hatte ein Mensch zu werden?

Gruß
traurige, nachdenkliche
berchen
 
Das tut mir unendlich leid für Dich !
Leider kann ich Dir nicht helfen, da es mir nicht vergönnt ist, Kinder zu haben !
Das muß unsagbar weh tun.
Ich denke, das Du um Dein ungeborenes Kind genauso Trauern musst, als hättest Du es gekannt. Hast Du Ihm einen Namen gegeben ? Das solltest Du tun, glaube ich. Ich habe mal gelesen, dass es hilft auch für Tot- oder Fehlgeburten ein Grab zu haben , zu dem man gehen kann. Ich weiß nicht, ob das helfen würde, ich hoffe andere in diesem Forum haben bessere Ratschläge für Dich !
Mein aufrichtiges Beileid !
 
hey

Es tut mir leid das du das selbe durch gemacht hast wie ich.
mir ist das selbe passiert wie dir.Es ist sehr schmerzhaft und man weiß auch nicht wie man damit umgehen soll.
Das weiß ich auch nichtleide.Ich habe e3ine sammelbestatung da kann ich dann jederzeit hin gehen.in der Klinik bieten sie dir auch hilfen an da lernt man wie man damit umgehen kann.vergessen kann man nie.
Ich werde alles in einer schachtel von mein kind legen und die aufbewahren ein namen wird unsere tochter bekommen egal wie klein sie war.und sie wird in unseren leben stehen genauso wie die anderen mäuse.
ich weiß zwar nicht ob ich dir helfen könnte aber ich weiß wie du dich fühlst mir ist es erst letzte woche passiert.
lg silvana
 
Hallo berchen,

einen Verlust zu verarbeiten ist, wenn es um Menschen geht, schwierig.

Denn der Glaube, dass ein Mensch nah bei einem selber sein sollte, ist sehr stark in den Menschen.

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Vieles im Leben hat seinen Sinn. Vermutlich sogar alles. So schmerzlich der Verlust ist, so sehr bist Du aufgefordert, Dich mit dem Thema Verlust und Tod zu beschäftigen.

Solange, bis Du eine passende Antwort darauf für Dich gefunden hast, die kein, kaum oder wenig Leiden bereitet.

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Um schmerzliche Dinge im Alltag und auch bei dem Thema Tod und Verlust verarbeiten zu können, ist es wichtig zu wissen, wie der Gedanke Verlust- Tod- Schmerz zusammenhängt.

Und das entscheidende Wort dabei ist "Gedanke".
Die Gedanken, das Denken über etwas, wie etwas ist.

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Ich werde jetzt etwas (vielleicht) radikal klingendes schreiben. Denn meine Ansicht ist, wovon ich überzeugt bin, dass die Wahrnehmung und die Gedanken über Dinge und Abläufe im Leben das Empfinden steuern.

Also, so wie Du über etwas im Leben denkst, so bestimmst Du auch Dein Empfinden dazu.

Das heisst, ganz konkret auf Deine Situation bezogen, sobald du den Gedanken denkst "ich wollte ein Kind; ich hatte ein Kind, aber ich verlor das Kind, obwohl ich es haben wollte."

Sobald Du diesen Gedanken denkst, leidest Du. Weil Du in dieser Sichtweise 100% das Kind haben wolltest.

Das manchmal äußere Einflüsse wie Schicksal, Fügungen oder teils völlig unverständliche Dinge auftauchen, kann Dich in den Wahnsinn treiben ( und jeden anderen Menschen in einer ähnlichen Situation), wenn Du gedanklich daran festhälst "ich muss das Kind haben".

Ich weiß, dass es der natürlichste Wunsch ist, ein Kind zu haben. Und das der Verlust sehr sehr schmerzlich ist; und zwar eben genau aufgrund des Gedankens "ich möchte ein Kind haben - ich muss ein Kind haben ".

Dieses ich möchte- ich muss... wird Dich ein Leben lang mehr oder weniger stark leiden lassen, wenn Du gedanklich denkst, dass es 100% Deine Lebensaufgabe gewesen ist, dieses eine Kind haben zu müssen - im negativen Sinn kann es zur Verzweifelung führen.

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Der positive, gedankliche Ansatz daran ist, auch wenn es sich völlig "krank" ( also völlig neu und unbekannt) anhört, die Sichtweise zu ändern, von dem "ich muss ein Kind haben" bzw. "ich möchte 100% dieses Kind haben".

Es ist sicherlich schwer, da etwas neues gedanklich zuzulassen.

Hilfen dazu, zum Verstehen des Verlustes, kann die Vergangenheit bieten.

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Es passiert manchmal, dass auch in der Vergangenheit; also Deiner Eltern, oder deren vorheriger Generation ähnliche Schicksalsschläge stattgefunden haben.

Du könntest zum einen nachforschen, inwieweit innerhalb Deiner Verwandtschaft, oder Familie/ Eltern Väter-/-Mütterlicherseits ähnliche Kindesverluste stattgefunden haben.

Der Sinn davon ist: Beruhigung finden.
(Mag sein, dass sich es krank anhört und wirr; aber es ist eine gedankliche Überlegung, die eben neu für Dich ist, wenn Du das Gefühl hast, es ist krank, was ich schreibe)

Wenn Du weisst, dass es in Deiner Familiengeschichte so etwas ähnliches schonmal gegeben hat, dann ist das ein ganz kleiner Trost. Da es dann kein Einzelfall mehr innerhalb Deines Stammbaumes ist.

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Eine weitere Möglichkeit die Vergangenheit zu beleuchten, ist das Thema Rückführung.

Das kann sich ebenfalls neu anhören.

Es gibt die Gedanken an Wiedergeburt. Das ein Mensch schonmal in einem anderen Körper, zu einer anderen Zeit, unter anderen Umständen andere Erfahrungen erlebt hatte.

In einer therapeutischen Rückführung siehst Du im Idealfall Dein Leben von damals.

Es ist möglich, dass Dein verlorenes Baby damals auch schon in anderer Form mit Dir zu tun hatte.

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Es gibt Menschen, die mit Hilfe von Rückführungen anders über ihre jetzige Lebenssituation denken. Sie gelassener annehmen können; so schwer die einzelne Lebenssituation auch gerade sein mag.

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So. Jetzt habe ich diese 3 Dinge erwähnt, die mir einfallen, um Dir bei dem schmerzlichen Verlust etwas zu zeigen, was vielleicht bei Dir helfen kann.

Ich fasse es nochmal stichwortartig zusammen:

1.) Den Gedanken "ich muss...ich wollte das Kind- ich verlor das Kind" wirklich ganz lange und intensiv beobachten, und in Dich hineinfühlen, wie schmerzlich das ist -

und dann überprüfen, wie der Gedanke sich anfühlt "ich wollte das Kind- ich verlor das Kind... es sollte so sein, aus einem mir unbekannten Grund...ich beginne ganz langsam es anzunehmen ( ich probiere es anzunehmen, dass es so sein sollte)

- wenn sich der zweite Gedanke besser anfühlen sollte, als der erste Gedanke, dann kannst Du den zweiten Gedanken allmählich gegen den ersten Gedanken probieren zu tauschen.

2.) Schaue in die Vergangenheit, was innerhalb Deiner Familie und Deines Stammbaumes passiert ist; ob es da Ähnlichkeiten; ähnliche Vorfälle gegeben hat. Solltest Du fündig werden, dann kannst Du zumindest eine kleine Bestätigung finden, dass es vielleicht einen Zusammenhang gibt ( gedanklich von mir frei gesponnen im Ansatz von Bert-Hellinger, der Familienstellen maßgebend geprägt hat; unter anderem auch Thema bei ihm: den Verlust von Menschen innerhalb familiärer Strukturen)

3.) Es gibt auch die Möglichkeit eine Rückführung zu machen; Dich in Trance zu begeben, und so Bilder Deiner Vergangenheit zu sehen, wo Du evtl. auch Dein Kind als einem anderem Menschen wiederbegegnen könntest; und nach dieser Rückführung im Anschluss gelassener Deine jetzige Lebenssituation annehmen kannst.

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Ich könnte Dir noch ein paar Buchtipps und generelle Dinge schreiben; allerdings würde das jetzt gerade in der Antwort den Rahmen sprengen.

Liebe Grüße und viel Kraft und Mut auf Deinem Weg im Umgang mit dieser Situation
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für deine sehr lange und aufschlussreiche Nachricht. Musste sie nun mehrfach lesen um alles zu verstehen.

Punkt 1 lässt mich seit fast zwei Jahren die Gedanken im Kreise drehen, alleine werde ich das wohl leider nicht schaffen.

Punkt 2 kann ich leider nicht durchführen, ich habe aktuell keine gute Stellung zu meinen Eltern und rede nicht mit ihnen darüber, sie sind eher der Meinung das derartiges Totgeschwiegen werden muss.

Punkt 3 wer ist dazu in der Lage so etwas durchzuführen?
 
hallo bärchen,

auch ich will dir sagen das es mir unendlich leid tut.
ich glaube verarbeiten bzw. vergessen wird man so was niemals.

wenn du da nicht alleine irgwendwann evtl. drüber stehst hilft dir ein guter psychologe.

ich wünsche dir ganz viel kraft und viel liebe.......

gruss heidefee
 
Hallo Berchen,

zu "meiner" vorherigen Nachricht:


Punkt 3 wer ist dazu in der Lage so etwas durchzuführen?

zu 3)
wer so etwas durchführen kann, sind speziell ausgebildete Therapeuten. Also so eine Rückführung betreffend.

Punkt 1 lässt mich seit fast zwei Jahren die Gedanken im Kreise drehen, alleine werde ich das wohl leider nicht schaffen.

zu 1)
Dann ist wohl generell ein Fachmann gefragt. Also eine Therapeutin, ein Therapeut.

Es gibt welche, die sich auf Trauerarbeit spezialisiert haben.

Dann kommt es generell natürlich darauf an, ob Du der Person voll Vertrauen kannst, in so einer Therapie. Also dich voll öffnen kannst.

--------
Ansonsten hilft mir manchmal, wenn ich mit Trauer allgemein mich beschäftige, entsprechende Bücher und Geschichten immer wieder zu lesen.

Das Thema Tod, Abschied, Trennung, getrennt sein ist ja oft Thema im Leben.

Ob es wirklich ein Umzug in eine andere Gegend ist, eine neue Arbeitstelle und neue Kollegen. Oder wirklich der Verlust eines lieben Menschen durch Trennung, Tod, Verlust.

Immer geht ein Teil des Alltags zuende, und wird zur gedanklichen Erinnerung. Der Teil des Alltags sollte im Idealfall dann mit anderen Dingen erfüllt sein, bzw. gefüllt werden.

Aber es kann viele Jahre dauern.

Nicht selten ( so die Statistik, obwohl sich das jetzt für mich makaber liest) ist es so, dass etwa 15 Jahre bei Todesfällen, oder Verlusten und riesigen Stresssituationen ins Land gehen, bis die betroffene Person innerlich einigermaßen die Situaton so annehmen kann, wie sie gewesen ist.

Ich kann Dir generell empfehlen, Dir Hilfe auch professionell zu suchen, wenn Du selber schreibst, dass Du es alleine nicht schaffen wirst.

Liebe Grüße
 
Hallo "das vierte Element",

ich mache ja bereits eine Therapie, seit ca. zwei Monaten aber aus diversen Gründen (Depression, z.n. mehrfachen Vergew...., z.n. Wohnungsbrand,...)

Kann man zwei Therapeuten gleichzeitig haben, also einen der sich auf das eine spezialisiert hat und einen für die anderen Bereiche?

Mich öffnen zu können ist allgemein ein Problem. Ich rede ja nicht einmal mit meinem Mann darüber der ja eigentlich mein Vertrauter sein müsste/sollte.

Bücher und Geschichten, zu dem Thema kenne ich keine, ich bin aber Krankenschwester und erlebe fast täglich das die mir anvertrauten Personen auch von ihren Verlusten berichten.

Es geht mir oftmals sehr nah, manchmal auch zu nah so das ich am liebsten wegrennen würde oder schreien: "Nicht nur ihnen geht es so" aber das lässt mein "Perfektionismus" nicht zu. Ich höre mir alles an, gebe denen Tips und mache selber das Gegenteil von dem was ich "prädige".

Liebe Grüße
 

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