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Wie steht ihr zu Gebrauchtwaren?

Für meinen Keramikbrennofen hätte ich dann neu Zehntausend Euro zahlen müssen in dieser Ausführung Größe.
Was hier noch gar nicht angemerkt wurde. Bei größeren Teilen bräuchte man einen Transporter, einen Fahrer, Tragekräfte usw. Hat man das nicht, haben sich größere Teile komplett erledigt, wenn man z.B. kein eigenes Auto hat. Das gibt es auch nicht umsonst.

Zum Reparieren braucht man ebenso wen, der sich damit auskennt.
Hatte ich alles am früheren Wohnort, jetzt nicht mehr. Ich muss für jede Dienstleistung zahlen, von kleinen Freundschaftsdiensten abgesehen.

Ich habe mich etliche Male bei gebrauchten Artikeln über Kleinanzeigen mit dem Verkäufer herumärgern müssen.
Da bin ich (als Verkäufer) komplett weg. Menschen sind unverschämt, unzuverlässig und wollen nur wissen "was kostet" obwohl alles vorher vereinbart und besprochen wurde. Das hat dazu geführt, dass ich bei meinem Umzug (der sehr schnell gehen musste) 20 Kleidersäcke mit teils ungetragenen Klamotten verschenkt habe, Kistenweise Bücher, CDs und alle Möbel. Umsonst kommen die Leute bzw. rennen einem die Bude dann zuverlässig ein.

Ich habe u.a. ein Lattenrost (verstellbar) von Tempur zur Abholung verschenkt. Da das irre schwer war, war ich dankbar, einen Abnehmer gefunden zu haben. 2 Tage später sehe ich meinen Lattenrost mit meinem Bild, das für 120 € , ebenfalls bei Kleinanzeigen, angeboten wurde.

brauch ich es, will ich es, muss es sein...?
Ich kaufe gar nichts mehr. Alles in meiner Wohnung ist neu und puristisch eingerichtet, meine Kleiderschränke biegen sich, Schuhe wegen Masse schon teils in den Keller ausgelagert, alles an Küchengeräten, was es so gibt, vorhanden. Das alles soll bis an mein Lebensende reichen, so hatte ich es mir vorgenommen. Geht es kaputt, wird es nicht ersetzt.

Für das Geld, das ich für unnötigen Kram spare, fahre ich lieber in Urlaub, lade Freunde ein oder gehe essen.
 
Grundsätzlich muss man sich auch bewusst machen, dass alles in Kleidungs- und Schuhläden gebraucht ist, denn wieviele Leute haben es zuvor anprobiert? In Schuhgeschäften teils ohne Probiersocken! Ich sehe all diese Dinge als getragen an und kümmere mich also um entsprechende Reinigung, bevor ich die Dinge dann zu Hause trage.
Wenn mir Neuware geschenkt wird, dann muss ich diese ja anprobieren, um zu sehen, ob es mir an mir gefällt. Dazu werden keine Etiketten entfernt. Ist es nicht meins, dann wird es verkauft und trägt den Hinweis „Ladenneu mit Etikett(en), 1x anprobiert“. Der Käufer kann dann entscheiden, ob er zum Laden geht und das Teil für 200 Euro kauft oder das Teil von mir nimmt für 50 Euro. Was das Reinigen angeht, wird derjenige wohl bei beiden Kaufvorgängen gleichermaßen das eigene Programm anwenden.

Aber gut, bei unserem Wohnort/Stadtteil wird auch eher zugegriffen als jetzt in Abbruchvierteln, wo man den Eindruck hat, dass nicht unbedingt pfleglich mit den Dingen umgegangen wird/wurde. Das also wäre, für mich, eher das Ausschlusskriterium, nicht die Ware an sich. Rauch- und Tierfreier Haushalt ist ein positives Kriterium. Verschickt man Dinge gewaschen, gebügelt und in eine Cellophantüte für Kleidung verpackt, dann kann ein Käufer sich eher weniger beschweren, als einfach lieblos in irgendeinen Karton gestopft und mit Zeitung ausgestopft.

Meist erkennt man sehr viel bereits an den bereitgestellten Bildern, mal überzeugen diese und mal eben nicht.

Transporter, Freunde als Trage- und Aufbauhilfe, das alles ist kein Problem.
In vielen Städten gibt es mittlerweile selbst Möbeltaxis. Transporter für 4 Stunden oder Möbeltaxi, das sind rund 20-30 Euro, wenn ich aber etwas bekomme, das eigentlich 1000 Euro kostet und jetzt nur 700 Euro, dann ist der Transporter doch allemal das Geld wert. Den gesparten Rest stecke ich lieber in die Urlaubskasse oder zu den Anlagen. Wir haben nicht so viel Geld, weil wir es wahllos ausgeben.

Es geht nicht zwingend um Schnäppchen, wenn wir kaufen, denn alte Stilmöbel kosten nunmal mehr als Ikea Pressspan, aber sie passen einfach zum Haus und der Geschichte. Gerade Designobjekte werden oft nicht mehr hergestellt oder wurden soweit verändert, dass sie nicht mehr gefallen, da greift man sicherlich tiefer in die Tasche als für aktuelle Versionen.

Es gibt Gebrauchtes und Gebrauchtes, deshalb kann man eigentlich nicht sagen „ich nehme nichts Gebrauchtes“. Mich stört da eher die apodiktische Aussage, die zudem auch nicht wirklich überlegt ist, denn bei genauerer Überlegung findet man viele gebrauchte Dinge, die man genommen hat im Leben, weil man sonst weder in Hotels schlafen könnte, noch jemals einen Leihwagen nach einem Unfall nutzen könnte, noch ein Restaurant besuchen könnte, eine Wohnung mieten, ein Ferienhaus/-wohnung, den ÖPNV/Parkbank nutzen, einen Sitzplatz in Theater/Oper/Kino einnehmen,….
 
Couch, gebraucht von einer Freundin, wie neu. Wohnzimmer Tisch gebraucht,
Gardinen gebraucht ( Haushaltauflösung)
Ein paar Geschirrtücher gebraucht ( Haushaltsauslösung)
Tolle alte Glasschalen ( Haushaltsauflösung)
Vitrine gebraucht, 2 Regale gebraucht, Kommode gebraucht,
2 Paar Schuhe von einer Freundin, kaum getragen.
Habe noch ein schickes gebrauchtes Designerkleid, dass ich mal auf einer Hochzeit getragen hatte und mehrere Klamotten von Freunden, die sie loswerden wollten einen guten Zustand haben.

Wäsche und Sportzeug möchte ich lieber neu, bei Elektronik bin ich mir nicht so sicher, weil ich mich da nicht auskenne.

Ich hole mir nur gebrauchte Bücher und finde Gebrauchtwaren generell gut, es schont Ressourcen.

Matratze und Schmuck würde ich jetzt auch nicht gebraucht nehmen.
 
Ich glaube, dass das auch viel mit persönlicher Erfahrung zusammenhängt. Es gibt einfach viele gebrannte Kinder.
Wie ich den Titel des Fadens gelesen habe war mein erster Gedanke: Jep, da steh ich voll hinter... musste dann aber schnell gedanklich zurück rudern.
Bei mir gehts hauptsächlich um Kleidung, die ich nicht gebraucht trage, und auch für meine Kinder und Enkelkinder nicht gebraucht besorgen würde. Das liegt aber an persönlichen Erfahrungen, die fast schon traumatischer Natur waren ( ich bekam z. B. einige Jahre ''neue Kleidung'', indem mein Exmann die Altkleider seiner ersten Exfrau abholte und ich mir davon was nehmen durfte. Was anderes gab es nicht...) Auch Geschenke für meine Kinder und Enkel habe ich immer neu gekauft, weil ich bei meinen Kindern gesehen habe, wie man damit verletzen kann, wenn das eine Kind immer neue Dinge bekommt, das andere aber nur den schon mehrfach weitergegebenen ''Müll'' von anderen Kindern. Ich habe meinen Kindern damals geschworen, dass sie sowas nie wieder erleben müssen.
Mein zurück Rudern kam dann allerdings durch ähnliche Gedanken, die hier schon oft genannt wurden. Ich habe mir z.B. ein Haus gekauft, welches knapp 300 Jahre alt ist, habe es mit vielen antiquarischen Möbeln eingerichtet, auch altes Geschirr habe ich im Schrank stehen. Weil ich damit keine Erniedrigung verbinde.
Kleidung könnte ich mir bis heute nicht vorstellen, diese gebraucht zu tragen, aber bei anderen Dingen bin ich absolut nicht abgeneigt. Ich habe mir sogar schon ein paar wirklich alte Gesellschaftsspiele gekauft, weil die einfach auch Geschichte haben. So wie mein Haus. Könnten diese alten Mauern erzählen... oder auch der Weg zum Haus... vor Jahren haben wir gedacht, den machen wir neu, aber nach einigen Monaten war uns klar, der hat sooo viel zu erzählen, dieser Weg. Man kann wirklich die drei Jahrhunderte in ihm sehen, immer wieder wurde er verlängert, verbreitert, ausgetreten und wieder geflickt... Das hat einfach was.
 
Ich habe in meinem bisherigen Leben noch fast alles neu gekauft, außer mein Wohnmobil. Allerdings neige ich nicht dazu unnötige Dinge zu kaufen. Habe noch sehr selten etwas weggeworfen was ich gekauft habe, wenn es nicht kaputt war. Deswegen tue ich mir auch so schwer nun hier im Haus die Sachen von Omi auszumisten . Aber das muss leider sein. Da ich aber vieles hier behalte sind das ja auch gebrauchte Sachen. Allerdings gebrauchte Sachen kaufen würde ich wahrscheinlich nur von Leuten die ich kenne.
Meine Kleidung hab ich seit Jahren, da fliegt nur was weg, wenn es wirklich komplett unbrauchbar ist, oder halt nicht mehr passt , wie einiges aus meiner Jugendzeit .
Ist mir aber eh egal ob das Mode ist oder nicht. Hab seit fast 10 Jahren meine Sachen gefunden, die ich mag.
 
Ich antworte jetzt mal ganz provokant:

Wer ausschließlich Neuware für sich als adäquat erachtet, hat spätestens ab Erwachsenenalter ein großes Problem, wenn er / sie noch nicht den Lebenspartner gefunden hat 🤣🤣🤣

Denn ab spätestens Mitte 20 ist auch der / die 'neue' Partner/in im Bestfall Second-Hand.

Im Ernst:

Es gibt Dinge, die kann man gut und gerne gebraucht kaufen und ich kann nur den Kopf schütteln, was manche Leute für z. B. einen Kinderwagen ausgeben, den man nur wenige Monate nutzt. Warum nicht gebraucht ein richtig gutes Teil kaufen zum gleichen Preis, den man für ein schlechtes Modell in neu zahlt.

Oder ein tolles Design-Möbelstück, welches den Wert behält, anstatt irgendeinen Schrott in neu aus der Massenware?

Wichtig ist doch, dass man etwas wirklich gut findet und unbedingt haben möchte, anstatt etwas zu kaufen, was gerade im Angebot ist, aber eigentlich unnötig?
 

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