Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Wie Menschen Ticken - Wie frei ist unser Wille?

  • Starter*in Starter*in Xandi
  • Datum Start Datum Start
grad die Wunschvorstellung sich dem Willen einer höheren Gewalt unterwerfen zu wollen zeigt doch sehr deutlich wie einige Menschen ticken.
Viele wollen Führung und Anleitung, eine oberste Instanz die sie vor der Eigenverantwortung erlöst....
Sie fühlen sich geborgen in der Idee einer über sie wachenden, sie kontrollierenden obersten Instanz. Viele brauchen offenbar ein Erklärungsmodell dass einen Fix-Punkt setzt in einer Welt der unendlichen Möglichkeiten.
Ich würde mich in Bezug auf eine personalisierte Gottfigur und das was die Bibel erklärt und auch Kirchen draus gemacht haben eher unwohl fühlen.
Ich habe kein Problem damit zu erkennen dass es etwas größeres und Mächtigeres gibt und dass man manchmal Mächten ausgeliefert ist, die man nicht kontrollieren kann. Auch nicht damit dass ich niemals alles Unbewusste in mir wahrnehmen werde...sondern es immer etwas geben wird das ich nicht an mir oder der Welt begreifen werde...aber es trotzdem so in Ordnung ist wie es ist und ich mich wohl fühle.

Was Schopenhauer angeht...hier aus wiki noch was:
Arthur Schopenhauer ? Wikiquote
Unten unter "Freiheit des Willens" steht da was.
"Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will."

Jo...Freiheit in Gebundenheit. Ich stimme dem zu.
Klar kann man sich total isolieren und in einer einsamen Blubberblase des ICH und nur auf sich bezogenen Willens davonschweben ...aber damit klinkt man sich dann aus der sozialen Gemeinschaft aus....um wo zu sein? Gerettet oder gefangen in der Absolutheit seines Ich und der Absolutheit seines Willens?

den Aphorismus fand ich noch gut:
"Jede menschliche Vollkommenheit ist einem Fehler verwandt, in welchen überzugehn sie droht." - Zur Ethik
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich unterliege keinem Dogma. Alles was ist kam durch meinen Freien Willen.

das sieht aber doch sehr stark nach Dogma des freien Willens aus.

Zur Begriffserklärung noch mal: Unter Esoterik verstehe ich dass jemand an reine Geistigkeit glaubt und seinen freien vollkommen unabhängig von seinem materiegebundenen Geist, sprich seinem Gehirn sieht.
Diese reine (maßgeblich vollkommen unabhängig irgendwoher kommende) Geistigkeit ist Kennzeichen esoterischer Glaubenssysteme.
Ich finde es ein wenig schwach dass du nicht zu deinem Glauben stehst...und begreife das nicht so ganz....einerseits betonst du deinen Glauben sehr stark andererseits wird dann wieder geleugnet.
Ist der Begriff Esoterik negativ für dich besetzt?

Hier allgemein für alle noch ausm wiki zum Begriff was:
http://de.wikipedia.org/wiki/Esoterik
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Diva,

unter Esoterik verstehe ich allgemein auch kein Dogma..aber jede Glaubenssache kann durchaus wenn der Gläubige damit übertreibt zum Dogma werden.
Ich verwies auch auf das Dogma des freien Willens dass lizzy in diesem thread vorführte.....für sie ist alles mit dem freien Willen erreichbar, erkennbar.
Da der freie Wille rationalen Bereichen entspringt also auf Abstrakta angelegt ist glaube ich kaum dass er in der Lage ist transrationale Dinge zu erfassen. Ich vermute eher hier hilft nur eine Art transrationale über den freien Willen hinauslaufende Wahrnehmung....z.B indem man das EGO inklusive seines freien Willens zurückschaltet und in Meditation oder so versucht nicht mehr zu denken, Gedanken (auch den an den freien Willen) los zu lassen um eine andere Bewusstseinsebene die über das abstrakte Denken hinausgeht zu erreichen.

Die Definitionen die du aufführst in Bezug auf Dogma passen ja ganz gut in Sachen absoluten Glauben an den freien Willen und z.B der Behauptung dass man sich seines Unbewussten vollkommen bewusst ist etc etc.
Ich bin eher nüchtern und gemäßigt und denke dass man lediglich Teilbereiche seines Unbewussten ausleuchten und erkennen kann.
Man kann zwar eine Art Urbewusstsein erspüren...aber das ist eine ganz andere Ebene und nicht auf der Bewusstseinsebene erklärbar. Und dieses Urbewusstsein ist auch noch was anderes als das Unbewusste...ggf. ein Teil des Unbewussten...
Ich bin da eher gemäßigt. Und ich glaube nicht im Gegensatz zu spirituellen Esoterikern an eine völlig materielose Geistigkeit oder eine personal gebundene vollkommen ungebundene Seele die ewig fortlebt (durch Reinkarnation etc.) sondern denke der menschliche Geist und alles was er produziert (auch Gedanken und Ideen wie freier Wille etc.) materiegebunden sind, also unserem Gehirn entstammen.

. Aber es ist kein Selbst und auch kein ich, denn ein Selbst und ein Ich gibt es in Wirklichkeit nicht. Und da stellt sich doch die Frage wie wirklich ist unsere Wirklichkeit. Und mit seinem freien Willen kann man das herausfinden.🙂



ich hatte bereits irgendwo nach dem Ergebnis gefragt wie wirklich die Wirklichkeit für dich ist lizzy? Du hattest ja behauptet dass du einen freien Willen hast und somit müsstest du ein Ergebnis erlangt haben. Oder?

Das Ich und Selbst total in Frage zu stellen und zu negieren ist Nihilismus und keine buddhistisch paradoxe Denkweise. Ich denke eher paradox buddhistisch (oder konstruktivistisch) und würde sagen: unser Gehirn kreiert sich unsere Wirklichkeit und somit auch das Ich und Selbst...und somit sind diese Dinge schon real...auf einer physikalischen und auch (physikalisch-gehirnig gebundenen) geistigen Bezugsebene. Das zu leugnen wäre an sich hirnrissig.
Ein Ich das seine Realität aus sich selbst schöpft quasi und zwar solange das Hirnsystem funktioniert.
Wenn man natürlich die Bezugsebene wechselt und esoterisch argumentiert kommt man zu anderen Ergebnissen...fernab einer eher wissenschaftlich materiell geprägten Auslegung des Ich, wie ich sie praktizieren.

Auf der Glaubensebene ist das Ich natürlich nicht so wichtig und es werden eher übersinnliche Dinge und geistige Absoluta etc betont.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Tyra,

mit Interesse hab ich in diesem Thread deine Ausführungen zum freien Willen gelesen. Du schreibst im Prinzip, dass der Mensch im gewissen Rahmen fähig ist sein Schicksal in die Hand zu nehmen und auch bei schlechten Vorbedingungen in der Lage wäre, Änderungen in seinem Leben zu erzielen, wenn man nur will. So ähnlich war dein Credo. Eine Frage, glaubst du kann man an sich noch etwas zum Positiven ändern, auch wenn man schon über Sechzig ist?

Danke
 
Hallo Tommy1,

ja stimmt du hast mein Credo oder sagen wir meine nicht dogmatische und meinem derzeitigen Erkenntnisstand entsprechende Meinung richtig wieder gegeben.

Ich denke das Alter ist relativ unwichtig und es kommt hierbei auf den Charakter der Person an.
Entwicklungspsychologen sprechen zwar davon, dass der Mensch charakterlich so mit ca. 40 Jahren aus entwickelt ist und weniger plastisch in Sachen Veränderung allerdings gibt es auch Beispiele von Menschen die ihr Leben auch noch mit 60 oder 70 Jahren komplett umgekrempelt haben....
Sagen wir mal so: die Möglichkeit zur Veränderung besteht immer solange ein Mensch lebt, aber die Wahrscheinlichkeit sinkt mit zunehmendem Alter...die Ausnahmen bestätigen diese Regel.
Für eine persönliche Entscheidung sein Leben wenn es nicht so rund läuft zu verändern kann ich nur jedem in jedem Alter raten...niemals nach dem Motto: ach jetzt bin ich eh schon so alt, jetzt lohnt sich die Mühe net mehr. Diese fatalistisch-phlegmatische Einstellung finde ich unwürdig. Sinn des Lebens sehe ich darin IMMER egal wie alt man ist rege und krege zu sein und zu bleiben in Bezug auf eine positive Entwicklung.
Ich denke dass der Glaube Berge versetzen kann und ein fester Glaube an die Möglichkeit etwas zu verändern die Wirklichkeit mit bestimmt.

Es gibt interessante neurobiologische Untersuchungen zu dem Thema...und wie erwartungen/Glaube unsere Realität mit bestimmt. Da gab es das Experiment, dass man Eltern normal intelligenter und teilweise minder begabter Kinder sagte ihre Kinder seien hochbegabt und siehe da diese Kids steigerten ihren IQ dramatisch. Das hat nix mit Wunder oder so zu tun sondern damit, dass der Mensch mittels seines Glaubens, seiner Erwartungen seine Wirklichkeit mit bestimmt. Unser Verhalten wird entscheidend durch unser Weltbild und Menschenbild mit geprägt.
Wie man denkt, wer man ist und was man kann bestimmt also mit wer man wird...auch noch mit 60.

Diese Beobachtung haben übrigens vor tausenden von Jahren bereits weise Männer und Philosophen gemacht, ist also im Grunde nix Neues, wird aber heutzutage wissenschaftlich beackert...unzählige Psychologen, Neurologen, moderne Philosophen, und was weiss ich noch wer sind mal wieder zum selben Ergebnis gelangt.

Einen Teil des Rahmens innerhalb dessen man sich entwickelt setzt man also im Grunde sich selbst mit seiner Denkweise, seinem Selbstbild, Weltbild, seiner Erwartungshaltung..natürlich gibt es auch noch äußere Rahmenbedingungen, Umweltbedingungen die auch einen Rahmen setzen..aber auch hier kann sich ein kreativer Geist was ausdenken um da einiges um zu modeln...😉 in gewissem Rahmen.
Günstig in unserer Zeit ist an sich ein wenig veränderungsbejahend zu denken...man schaue sich nur den Arbeitsmarkt an und wenn jemand sich drauf festlegt dass er nur und ausschliesslich Bäcker sein kann ist er heutzutage ziemlich geliefert denke ich.

Wie wir uns selbst sehen, unser Selbstbild ist natürlich geprägt durch unsere Eltern, wie sie sich sahen und ihre Kinder sehen. Günstig ist eine Erziehung die genügend Variabilität und Freiheit der Selbstfindung zulässt...aber die wenigsten kommen in den Genuss einer solchen Erziehung. Kritische Selbstbeobachtung ist da manchmal günstig um zu erkennen wo Vor- und Nachteile einer Vorprägung liegen und wo man für sich kleine Dinge verändern kann um Erfolg im Leben zu haben.
Die Lebensbedingungen ändern sich ständig und immer schneller und Anpassungsfähigkeit (als ein Grundkennzeichen der menschlichen Spezies...warum wohl? Wegen der geistigen Stärke die der Neokortex aufbauen kann....auch durch Gedanken an freien Willen und sowas) ist grundlegend für den Fortbestand der Menschheit und auch das Glück oder zumindest Zufriedenheit des Einzelnen...so ungefähr....

Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
die ewige Hoffnung ist ein entscheidender Fortschrittsträger! Daher: niemals die Hoffnung aufgeben! Weiter dran bleiben und weiter sein Bestes geben!

Ich las die Tage noch was zur Plastizität des Gehirns und das Menschen denen man z.B das halbe Gehirn wegschneiden musste durchaus ohne größere erkennbare handicaps weiter leben können ...an sich steckt da so viel Potenzial was nutzbar ist.
Oder wenn man Schlaganfallpatienten betrachtet die auch noch in hohem Alter die durch das Hirntrauma zeitweilig ausgefallenen Grundfunktionen ihres Hirns wieder erlernen können etc.

...an sich steckt da so viel Potenzial was nutzbar ist, jedenfalls vom materiellen Grundmaterial, sprich dem Hirn her...ein Wunderwerk der Natur.

Bei Verhaltensänderungen ist es ggf ratsam sich eine Art Mentor zu suchen...Menschen sind Gewohnheitstiere und sehen sich wenn sie in Aktion sind oft auch teilweise nicht. Eine achtsame Selbstbeobachtung will erst einmal gelernt sein. Bei schwerwiegenderen Lebensproblemen sollte man -insbesondere im fortgeschrittenen Alter- Therapiehilfe (= Reflexionshilfe) in Anspruch nehmen. Unsere Gesellschaft bietet das kostenfrei an, wieso also nicht nutzen?
Oder bei normalen Alltagsproblemen das soziale Netzwerk mit einspannen, sprich mit Beziehungspartner, Bekannten oder Freunden reden...man kriegt dann oft Impulse die weiter helfen können. Zwei Köpfe denken umfassender als einer und drei Köpfe noch mehr...Aspekte und Meinungen sammeln ist wichtig um sich weiter zu entwickeln. Immer offen bleiben für Neues ist wichtig.

Um dem wertvollen Geschenk des Lebens Achtung zu zollen halte ich es ohnehin für wichtig den Sinn des Leben darin zu sehen sich ständig weiter und bis ans Lebensende redlich zu bemühen sich weiter zu entwickeln. Für diese Aufgabe gibt es keine Altersgrenze oder Rentenstatus. 😉
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke das Alter ist relativ unwichtig und es kommt hierbei auf den Charakter der Person an.

O je, das ist aber wiederein Rückschlag für ältere Menschen 🙁

und neben der psychiatrisch-medikamentösen Behandlung unbedingt einmal oder zweimal die Woche Psychotherapie = Verhaltenstherapie damit du Schritt für Schritt einige günstigere Verhaltensmuster aufbauen kannst. Du hast den großen Vorteil dass du noch jung bist und somit hast du viel Potenzial dass du noch aktivieren kannst.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 1) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben