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Wie kann man ein toxisches Verhältnis verhindern?

Leider wollten diese Menschen nicht mit mir über das sprechen, was vorgefallen war. Sobald ich damit anfing, kamen böse Blicke und ich hörte dann gleich auf.

@_vogelfrei : Ich bin ein sehr emotionaler Mensch. Wenn mich etwas aufregt, muss ich meine Wut rauslassen. In solchen Momenten denke ich nicht unbedingt immer genau darüber nach, wie ich das formulieren soll. Aber zumindest gebrauche ich keine Kraftausdrücke und entschuldige mich zeitnah, wenn ich merke, dass ich zu weit gegangen bin.

Mir fällt auf, dass manche Menschen nach einem Streit gleich an Trennung/Kontaktabbruch denken. Bei mir zu Hause wurde viel gestritten, meine Eltern wurden oft laut. Aber eine Trennung war nie ein Thema. Andere sind Kritik und Streit wohl nicht so sehr von zu Hause gewöhnt und kommen schlechter damit klar.

Ja, das ist bei mir ähnlich. Ich bin auch mit viel Geschreie und auch Gewalt aufgewachsen, da ist es manchmal schwierig, nicht impulsiv zu reagieren.

Assi-Trulla finde ich aber schon nen ziemlich unschönen Ausdruck (also weil du meintest, dass du keine Kraftausdrücke nutzt). Würde ich das meinem Freund gegenüber über jemanden sagen, den er mag, fände er das ziemlich heftig, glaube ich. Umgekehrt genauso.
 
Also den Satz zu deinem damaligen Freund, hätte ich persönlich schon als toxisch empfunden. Auch wenn du erzählst, dass du impulsiv reagierst und deine Wut raus lässt, wundert es mich nicht, dass manche Leute sich dann abwenden. Das heißt nicht, dass dieses Verhalten richtig ist, aber in dem Moment kannst du für den anderen die toxische Person sein.
Nur mal so als Rückmeldung, wie du eventuell auf andere wirken könntest.

Natürlich spielt dein Hintergrund wie du aufgewachsen bist eine Rolle, aber wenn du erwartest, dass jeder dein rücksichtsloses Verhalten toleriert, wirst du enttäuscht werden.
Wenn dir was zu viel wird, kannst du erstmal aus der Situation rausgehen bevor du was sagst, was du im Nachhinein bereust. Versuche deine Wut so rauszulassen, dass du andere damit nicht verletzt.

Eine Freundschaft, wo viel gestritten und kritisiert wird, würde wohl jedem auf Dauer zu anstrengend werden. Und da wären wir auch wieder bei dem Thema. Ein toxischen Verhältnis kann man vermeiden, wenn man normal mit einander redet und nicht streiten muss.
 
Bei dir weden Freundschaften wegen Benzingeld beendet? Wow.
Da fragt einer frecherweise nach Benzingeld, obwohl es der Arbeitgeber des Vaters trägt. Wollte er es ihm Überweisen? Wohl kaum, er wollte sich auf deine Kosten persönlich bereichern. Das hat mit Geiz nichts zu tun, denn er gibt ja nichts aus, es war seine Gier. Ganz ehrlich, ich verstehe nicht warum er den Kontakt abbrach. Vielleicht weil er ertappt wurde, wie er dich abziehen wollte? Sei froh, er mag nett sein, allerdings wer Freundschaften beendet weil er keinen Gewinn daraus ziehen kann hat keinen guten Charakter.

Über welche Beträge sprechen wir eigentlich? Mit 12€ ( =6Liter) kommt man 100km weit, also 50km zur Disco. Bei den Brüdern geht das durch drei, sie zicken rum wegen 4€? Nicht deren Ernst. Schnorren sich dann bei dir durch, und sind danach (!) noch sauer?

Du hast wirklich merkwürdige Freundschaften.

Und was deine Ex-Beziehung angeht, auch das kann ich nicht nachvollziehen.

Ich weiß nicht warum die nicht zu dir stehen, aus meiner Sicht waren das alles Peanuts.
 
@Hamsterrad ich sehe es ähnlich wie Du, aber mit einer möglichen deutlichen Einschränkung.

@Lillemaya, Du schreibst, Du bist impulsiv und reagierst schon mal im Affekt über. Im Anschluss entschuldigst Du Dich dann zeitnahe.
Finde ich in Ordnung, so was kann jedem mal passieren.

Der Fokus liegt auf ›mal‹.
Ich möchte Dir nichts unterstellen, aber wenn so was 7 Mal die Woche vorkommt, ist es nicht in Ordnung und auch schwer zu verarbeiten. Die Entschuldigung verpufft dann wirkungslos.
Ich denke, Du verstehst, was ich meine, die 7 Mal musst Du nicht wörtlich nehmen.

Den Satz zu Deinem Freund finde ich von der Wortwahl auch nicht sehr schlimm, aber vom Inhalt.
Du schreibst, dass er eher ruhig und auch treu ist, da kann ihn der versteckte Vorwurf wirklich sehr verletzt haben.
Wenn Du dann öfter mal ›ausrastet‹ (bitte auch nicht so wörtlich nehmen) kam vielleicht jedes Mal die Verletzung wieder hoch.
Manche Verletzungen lassen sich nicht durch eine Entschuldigung heilen, da braucht es dann auch eine Verhaltensänderung.

Das ist alles nur ein Erklärungsversuch, ob es so ist weiß ich nicht.
Es kann sich alles auch komplett anders verhalten.
 
@_vogelfrei : "Assi-Trulla" klingt natürlich nicht schön, das stimmt. Mit Kraftausdrücken meinte ich eher sowas wie "A-loch" und Co. Wobei ich dieses "Assi-Trulla" ihr nicht ins Gesicht gesagt habe, sondern nur zu meinem Ex-Freund. Mein Ex reagierte generell empfindlich auf negative Aussagen über Menschen aus seinem Freundeskreis (was ihn nicht davon abgehalten hat, sich gelegentlich selbst negativ über andere zu äußern).


@Cromoxz: Das ist eine sehr interessante Sichtweise. Vermutlich hast du Recht. Für mich sind Menschen, die mich anschweigen, ignorieren, sich passiv-aggressiv verhalten und mich eher durch Taten bzw. Nicht-Taten verletzen als durch Worte, toxisch. Für sie bin wahrscheinlich ich toxisch, weil sie meine Worte als verletzend empfinden.
Wer Kritik, Streit und eine etwas ruppige Wortwahl nicht in seinem Elternhaus kennengelernt hat, wird damit seine Probleme haben. Genauso wie ich umgekehrt mit der passiv-aggressiven Art meine Probleme habe.


@Hamsterrad : Ich fand das sehr merkwürdig, dass ein Freund von mir Benzingeld haben wollte, obwohl das kein privates Auto war und er für den Sprit nichts beisteuern musste. Er hat das damit begründet, dass er jedes Mal gefahren ist und ich nie. Damals hatte ich noch kein Geld für ein Auto. Er wurde so erzogen, dass man für jede Gefälligkeit eine Gegenleistung erbringen muss. Weil er eben gefahren ist, wollte er als Gegenleistung von mir Geld haben.
Als er noch mit seinem privaten Auto gefahren ist, habe ich ihm gerne was fürs Benzin gegeben und ihn manchmal auch auf eine Cola eingeladen. Bei Geschäftsautos finde ich es aber immer noch komisch, etwas dafür zu verlangen.

Diese Brüder waren in dem Punkt ähnliche Typen wie er. Immer sehr genau darauf bedacht, dass alles exakt ausgeglichen war. Einmal haben sie einen Kumpel zu einem Festival mitgenommen und wollten ihm nicht beim Aufbau von seinem Riesenzelt (es war stark windig und deshalb schwierig, das alleine zu machen) helfen. Begründung: Sie sind schließlich Auto gefahren. Also war er an der Reihe, etwas für die Beiden zu tun.


@57-55 : Ich bin nicht ständig am Stänkern, falls du das vermutest. Wobei Menschen natürlich verschieden sind und ganz unterschiedliche Definitionen von "ständig" haben.
Dass mein Ex ein ruhiger Typ ist, habe ich nicht geschrieben. Im Gegenteil, er ist noch impulsiver als ich. Mir fällt es unheimlich schwer, mich zurückzuhalten und nichts zu sagen, wenn mir etwas gegen den Strich geht. Menschen, die in solchen Situationen schweigen und vieles schlucken, wirken auf mich sehr schwach, instabil und nicht durchsetzungsfähig.
 
Liebe Lillemaya,
weißt du, ich habe über Menschen und über das Freundesein in den letzten Jahren sehr viel gelernt. Wenn du mich fragst, dann leben wir alle, jeder für sich, in einer seiner eignen Blase und es ist unheimlich schwer, aus dieser eigenen Welt herauszutreten und manchmal noch schwerer, das Gegenüber mit all seinen Gefühlen und Wahrnehmungen zu verstehen. Stell dir zwei Kreise vor, die sich an einer Stelle leicht überlappen. Es wird dir trotz aller Anstrengung niemals möglich sein, aus deinem Kreis heraus in den anderen hineinzusehen. Es gibt Gemeinsamkeiten, aber auch sehr vieles, was uns von anderen Menschen trennt. Im Prinzip sind wir jeder für sich mit unterschiedlichen Gefühlen, Erfahrungen und Wahrnehmungen. Niemand kann wirklich in uns hinein schauen und so bleibt uns oft nur übrig, die Dinge zu interpretieren, sie mit unseren Vorstellungen und Empfindungen abzugleichen.
Heutzutage, oder vielleicht war es schon immer so, muss alles perfekt sein. Der Job, der Partner, die Freundschaften. Aber wer ist dies schon? Wer ist schon in jeder Lebenslage perfekt und reagiert immer so, wie es das Ideal vorgibt? Wer das von sich behauptet, dem traue nicht. Denn wir sind alle im Umgang mit anderen fehlbar, denn wir sind nicht der andere und können und sollten dies auch nicht sein. Und es gibt Situationen im Leben, da reagiert man vielleicht nicht immer so, wie es vorbildhaft ist. Auch das ist menschlich! Wenn gesagt wird, die Umstände spielen keine Rolle, dann erachte ich dies als falsch. Denn es sind die Umstände, die auf uns einwirken und zusammen mit unseren Erfahrungen und Erwartungen bestimmen sie auch unser Handeln.
Ich bin mir daher sicher, dass du wahrscheinlich nicht immer mit Kraftausdrücken um dich schlägst und bestimmt auch hier und da sehr liebenswert sein kannst. Und in Situationen, in denen dir dies nicht mehr gelingt, hinterfrage dich, warum das so ist?
Ich hatte eine sehr gute Freundin. Viele Jahre waren wir unzertrennlich. Wir waren immer ehrlich miteinander. Später in einem Verfahren habe ich erfahren, dass sie es war, die mich an einen sehr bösen Menschen verriet. Sie ließ diesen Menschen wissen, wo ich wohnte, wo ich mich aufhielt, etc. Als dies heraus kam, ist für mich diese Freundschaft gestorben. Ich fühlte mich schrecklich. Sie versuchte sich zu erklären. Sie war damals gerade in Familienplanung und wurde schwanger. Diese Verletzung aber saß so tief, dass ich gar nicht verstehen wollte, warum sie das getan hat. Ich brach den Kontakt zu ihr komplett ab und reagierte auf ihre Versuche sich zu erklären nicht mehr.

Viele, viele Gespräche hat es gebraucht, bis ich ansatzweise verstanden habe, was da passiert ist. Dass eine werdende Mutter ALLES tut, um ihre Familie zu schützen - selbst wenn dies Verrat bedeutet. Ich habe mit vielen Müttern gesprochen, die genauso gehandelt hätten in ihrer Situation, die von mir, die dadurch extrem zu schaden gekommen ist, Verständnis erwarteten. Und ich habe mit kinderlosen gesprochen, die anders als die Mütter, meine Enttäuschung und Verletzung sehen. Da wurde mir bewusst, es gibt Dinge, in die kann man sich nicht hineinfühlen und denken und diese Dinge machen es manchmal schwer.
In dieser Zeit habe ich zugleich meinen besten Freund verloren. Umgekehrt, wandte er sich von mir ab, weil ich, ganz gleich wie meine damals beste Freundin, mich und meine Familie schützen musste. Das traf mich schwer, denn ich mochte ihn als Mensch wirklich sehr. Doch auch ich machte Fehler, weil ich nicht aus meiner Haut konnte. Fehler, die ihn wahrscheinlich ähnlich verletzten, wie das Verhalten meiner damals besten Freundin mir gegenüber. Aber war es ein Fehler? Es war notwendig in unserer kleinen, eigenen Welt...
Und weil ich damit nicht umgehen konnte und weil ich mich vor schweren Verletzungen schützen will, zeige ich mich heute sehr hart, was ihn und auch sie betrifft. Ich lasse nicht mehr durchblicken, wie sehr mir diese Menschen im Leben fehlen und wie wichtig sie mir waren und noch immer sind, damit ich nie wieder so verletzt werde. Das nennt sich dann wohl Selbstschutz.

Dieser Selbstschutz, liebe TE, ist es, was unser Herz verhärten lässt und der dann bei dem Gegenüber nur schwer einzuordnen ist. Er greift dann, wenn Grenzen überschritten wurden. Diese Grenzen legt aber wieder jeder für sich selbst fest und leider werden sie uns erst dann bewusst, wenn es zu spät ist.

Für mich gibt es kein Zurück mehr in diese Freundschaft zu meiner besten Freundin, denn das Fundament ist für mich mit dieser Grenzüberschreitung gestorben und die Verletzung sitzt zu tief. Aber für mich gibt es heute ein Verständnis dafür, warum sie das getan hat. Das ist viel Wert. Denn es hat mir gezeigt, dass wir alle doch nicht aus unserer Haut können und es daher ein großes Glücksspiel ist, wenn eigene Wünsche, Bedürfnisse, Erfahrungen und Werte mit dem des Gegenüber über Dauer und über äußere Umstände hinweg übereinstimmen.

Was ich sagen will: gehe nicht zu hart mit dir ins Gericht. Du bist Mensch, so wie wir alle dies sind. Und manchmal bedarf es den guten Willen beider Seiten, eine Freundschaft trotz aller Widrigkeiten, nicht aufzugeben. Es bedarf das Sehen des anderen, das Verstehen des anderen und das heraustreten aus seiner eigenen Welt, seinen eigenen Verletzungen, seinem eigenen Schmerz. Gelingt das nicht, kann es schnell passieren, dass Freundschaften "toxisch" werden. Wir fühlen uns nicht mehr verstanden. Die wenigsten sind aber dazu fähig und bereit. Das ist das Leben und das Menschsein und das tut manchmal auch sehr weh.

Ziehe weiter, wenn eure Kreise sich getrennt haben. So wie Seifenblasen. Und behalte das, was euch mal verbunden hat in Erinnerung.

In echten Freundschaften kommt es darauf an, was euch verbindet und nicht auf das, was euch trennt. Gibt es keine Verbindung mehr, ist diese Verbindung gestorben, dann lass sie gehen.

Eine Freunschaft zu halten, wenn alles gut im Leben läuft, ist leicht. Das kann jeder. Eine Freunschaft zu halten, wenn es nicht so rund läuft ist eine Kunst und verlangt Verständnis, Annahme und auch die Fähigkeit zu verzeihen.

Alles gut dir.
 
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