Hey,
mir gehts da wie
@weidebirke , bei den politischen und historischen Exkursen zu politischen Szenen schmeißt du für meinen Geschmack ein bisschen viel durcheinander. Auch die Gleichsetzung von Neonazis mit der Antifa finde ich haarsträubend, die Antifa macht an vielen Stellen super wichtige politische Arbeit und wenn du dir die Gegenüberstellung von Straftaten/ Gewaltbereitschaft anschaust, gibt es da große Unterschiede.
Aber zum Thema an sich:
Leider empfinde ich viele deiner Begriffe als ziemlich drüber und unangenehm, zB "gestört" in Bezug auf die Freundin, das lese ich als Mensch, der sich ebenfalls selbstverletzt (SVV) hat und viele psychische Probleme hatte/ hat als stigmatisierend.
Deswegen fände ich wichtig zu trennen: Sie hat (evtl. große) psychische Probleme und sie hat einen Bezug zur Neonazi-Szene, das sind zwei absolut unterschiedliche Dinge. Bei ihren psychischen Problemen ist ja sehr entscheidend, wie sie selbst damit umgeht, ob sie Hilfe hat, wie gut dein Sohn damit klarkommt oder ob es ihn evtl. überfordert. Entscheidend ist auch, ob es überhaupt akut ist, SVV Narben sehen oft sehr heftig aus, auch wenn sie schon Monate oder Jahre alt sind. Hier könntest du als Vater ein wichtiger Ansprechpartner für dein Sohn sein und einfach mal nachfragen, wie es ihm damit geht, wie er es wahrnimmt, ob er Redebedarf hat.
Dass es dir sehr schlecht damit geht, dass dein Sohn einen Bezug zur Nazi-Szene hat, kann ich gut verstehen. Allerdings glaube ich nicht, dass sein Interesse erst durch die neue Freundin geweckt wurde. Vielleicht hätte er sich vor ein paar Wochen noch auf keine Nazidemo getraut, aber das Interesse/ eine Sympathie waren sicherlich davor schon da, sonst verirrt man sich nicht dahin, zumindest nicht mit 22, da wird er wissen, worum es dort geht.
Auch hier glaube ich aber, dass der absolut falsche Weg wäre, deinen Sohn komplett fallenzulassen, wenn er nicht auf dich hört. Da wäre die Wahrscheinlichkeit größer, dass er tiefer in die Szene reinrutscht. Wichtig ist Abgrenzung, dazu wurde dir ja schon viel geschrieben. Hier kann ich dir auch nur raten, dich auch selbst beraten zu lassen, als Angehöriger geht das auf jeden Fall auch.