Hallo kiki_08
Ich kenne ja die letzten 18 Jahre deiner Tochter nicht und das was sie erlebt hat oder was sie erleben mußte.
Ich persönlich habe solche Probleme nicht mit meinen Kindern. Ich habe aber auch frühzeitig damals ab 10 Jahre, oder schon vorher, mich dahin orientiert: wie stärke ich meine Kinder für das was von aussen kommt.
Und zum anderen war ich auch in vielen Situationen, die mein eigenes Leben betrafen konsequent in meinen Entscheidungen, das hatte auch seinen Eindruck hinterlassen, bei meinen Kindern.
Hast du es mal genauso gemacht wie deine Tochter, du und dein Partner? Woher hat sie das Denken, wenn man liebt muß man sich auch schlagen lassen?
Versuche dich mal zu erinnern, 18jahre sind lang, das dauert bis man sich erinnert....
Aber nun wieder den Blick ins Jetzt, ich würde ihr sagen, das sie sich eine Wohnung suchen muß, oder in ein Betreutes Wohnen vom Jugendamt gehen soll, weil dieses Verhalten von ihr und besonders von ihrem Freund nicht tragbar für die kleineren Geschwister ist. Du willst nicht das, diese das mit ansehen.
Trotzdem willst du ihr gerne mit Rat und Liebe beistehen.
Du hast begriffen, das Liebe auch manchmal, sich Verabschieden bedeutet, darum willst du gerne noch für sie da sein, wenn sie wirkliche Hilfe sucht und möchte.
Aber an dieser Stelle ist mit euch erst mal Ende.
So würde ich es machen.
Du mußt Prioritäten setzen. Bei dir Zuhause müssen sich alle, die Zuhause wohnen oder bei dir zu Besuch sind, an deine Regeln halten, oder sie sollten gehen. Natürlich kann man Kompromisse aushandeln.
Aber körperlliche Unversehrtheit ist eines der wichtigsten Rechte, die auch bei dir gelten sollten und an die sich jeder halten sollte.
Das dies alles momentan recht viel ist für dich, kann ich mir vorstellen.
So ein Drama. Versuche bitte etwas innerlichen Abstand zu gewinnen.
Wäre die Erziehungsberatungsstelle etwas für dich und deine Kleineren Kinder?
Denn wie sollen die das denn verarbeiten, was sollen sie dazu fühlen, wie sollen sie sich verhalten zur ihrer Schwester, eventuell zum Freund der Schwester bei der nächsten Begegnung?
Wo steht Mama, und steht Mama standhaft zu ihren Regeln und Vorstellungen wie Familie, ihre Familie zu sein hat?
Das sind doch alles Gedanken und Gefühle, die den Kinder durch den Kopf gehen, auch wenn sie die nicht aussprechen können, weil sie so diffus sind, diese Gedanken und Gefühle.
Das mit dem Entmündigen bzw. Vormund für deine Tochter erwirken, schreckt mich sehr. Jeder Mensch hat ein Recht auf seine Freiheit.
Das willst du für dich ja selbst auch nicht.
Und wenn deine Tochter den Sinn darin sieht, sich ihr Leben lang von ihrem Freund verprügeln zu lassen, sorry, es ist ihre Entscheidung.
Aber eben nicht bei dir Zuhause.
Wenn sie wieder auftaucht, würde ich ihr das sagen. Denn auch sie hat eine Verantwortung zu ihren Geschwistern zu tragen. Das gehört dazu, zur Familie.
Meine Gedanken. Kann sein, das ich nicht alle Ereignisse berücksichtige die ich nicht kenne oder von den Beschreibungen vergessen habe, aber so grob habe ich es noch auf dem Schirm.
Es ist zum weglaufen, zum verzweifeln, es ist einfach hilflos. Wenn ich das lese fühle ich mich auch so.
Trotzdem du bist die Mama, und Mamas müssen stark sein, sich um die restlichen Kinder sorgen, die noch Anleitung und Lenkung brauchen.
Stell dir vor, du wärst im Dschungel und ein Kind wäre zur Beute geworden, kümmerst du dich dann nicht um die Übrigen, dann verlierst du die auch noch. Darum ist es wichtig jetzt einen kühlen Kopf zu bewahren, tief durchatmen, erst denken dann handeln.
Rede mit deinen Kleineren und versuche sie aufzumuntern. Erfinde Mutmach Formeln für sie.
Liebe Grüße Pecky