OK, wenn man es also wirklich nicht glauben kann, und damit nicht als wahr erachtet, dann wäre also der richtige Weg solchen Menschen zu erzählen: "du bist uninteressant, nicht hübsch, unfesselnd, und deshalb mag ich dich?" Wäre ja die Wahrheit, wie man sich selbst sieht, und man dürfte dann dies als Kompliment aufnehmen? Oder wäre man dann enttäuscht 🙂 ??? Ich denke mal, dies will man dann aber eben auch nicht hören, oder? Ist gar nicht so einfach.
Natürlich nimmt fast jeder an sich "Schwächen" wahr, und sei es nur eine schiefe Nase. Aber ist es nicht auch so, dass ja die liebende Person gerade eben dies auch schön finden kann, denn man sucht ja auch immer das, was man selbst nicht hat?
Das wiederum wäre eine Art Bestätigung...
Da man selber (wenn man sich nicht mag) ja sowieso diese Einschätzung über sich hat. Man wird dann sagen: "Ich habe es immer gesagt, ich bin nicht liebenswert..."
Ich denke schon, das wäre genau das was die Person erwarten würde... weil man damit die Person darin bestärkt das ihre Reflektion über sich selber richtig ist...
Mein Therapeut begann die 3. Sitzung mit der Frage nach dem Urvertrauen. Und ich denke für mich und vielleicht auch für andere, das da ein Großteil der Probleme liegen.
Ich vertraue mir nicht, weil ich als Baby/Kind nicht gelernt habe meiner Mutter zu vertrauen. Warum soll ich alo jemandem vertrauen, wenn er sagt, das ich z.B. toll, schön, begehrenswert, etc. bin?
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Wen es interessiert...
(Dies ist eine Begebenheit die der ehem. Chef meiner Mutter immer erzählt wenn ich ihn sehe)
Meine Mutter hat mich zur Welt gebracht und ist gleich danach wieder arbeiten gegangen. Hat sich ein paar Wochen Mutterschutz gegönnt und hat danach ihren alten Lebensstandard wieder haben wollen. Und ging arbeiten und nahm mich mit...
Sie saß im Büro und ich stand im Kinderwagen auf dem Flur in der Etage und habe geschlafen, gebrabbelt und Dinge gemacht, die halt ein Baby so macht. Gekümmert hat sich irgendwie jeder um mich, der Chef, der eine, der andere, aber nie die Person die ich vermutlich gebraucht hätte...
Alle Welt schob mich mit dem Wagen mal über den Gang...
Die tollste Anekdote hierbei ist, wenn ihr Chef immer fragte ob ich mich noch dran erinnern kann, das er mich das eine Mal als Baby fast fallengelassen hätte... (man muss dazu sagen er ist blind, ich bin in einer Einrichtung für Blinde aufgewachsen, und Alkohol spielte da wohl in der zeit auch eine größere Rolle).
Wo soll denn das Vertrauen in die Welt herkommen, wenn ich als Baby meine Mutter nur gesehen habe, wenn sie über dem Flur zum Kopierer ging, oder was anderes machte?
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Ich habe leider kein Erfolgsrezept oder einen Geheimtip.
Ich für meinen Teil habe mir professionelle Hilfe geholt und werde zusammen mit meinem Therapeuten ergründen, wo die Unfähigkeit zur Selbstliebe und die Unsicherheit herkommt. Und werde mit ihm quasi "back to the Roots" gehen und meine Vergangenheit aufarbeiten. Und vielleicht kommt dabei auch ein wenig Selbstliebe heraus
😉
LG