Aber leider gibts unmengen Männer die erwarten 45000 Euro Jahresgehalt nur weil sie männlichen Geschlechts sind.
Um die Diskussion zu versachlichen:
Ich habe in der Mittagspause nachgeschaut was bei uns im Tarifvertrag steht.
Wir sind ein Elektronikunternehmen und unterliegen dem Tarifvertrag der IG Metall und Elektro.
Hier oben auf der Seite kann man den aktuellen Tarifvertrag "ERA-Monatsentgelte" ab April 2015 als PDF downloaden:
IG Metall - Metall und Elektro: Monatsentgelte, Ausbildungsvergütungen, Urlaub und mehr
Gehen wir nicht mal vom teuersten Landesverband (Bayern) aus, sondern nehmen wir z.B. Berlin/Brandenburg.
Als 23-jährige(r) Hochschulabsolvent(in), die/der zu uns kommt, fängt man in der Entgeltsgruppe 10 an.
Aus der o.g. PDF-Tabelle:
EG 10 H = 3.792€ Monatsgehalt
+ Leistungszulage (variabel), nehmen wir anfangs eine kleine (100€).
+ Urlaubsgeld (ist an die Gehaltshöhe gebungen), in diesem Fall ca. 90€ pro Urlaubstag.
+ Weihnachtsgeld (ist auch von der Gehaltshöhe abhängig), in diesem Fall ca. 1700€.
Rechnen wir das zusammen:
(3.792€ + 100€) * 12 + 90€ * 30 + 1.700€ = 49.484€ Jahresgehalt.
An manchen Jahren bekommt man so eine Art Jahresbonus wenn die Auftragslage gut ist.
Bei manchen Unternehmen gibt's 13., 14. und 15. Gehälter wenn die Auftragslage gut ist.
Aber diese Boni rechne ich erstmal nicht dazu.
Auch Spesen für Dienstreisen und sonstige Kleinigkeiten rechne ich nicht dazu.
Es gibt von Jahr zu Jahr tarifliche Gehaltserhöhungen um Gehälter an die Inflationsrate anzupassen (manchmal erkämpft die Gewerkschaft sogar etwas mehr).
So was heisst die ganze Rechnerei.
Als Hochschulabsolvent startet man in unserer Branche mit ca. 50.000 Euro Jahresgehalt.
Und das bei einem nur 7-Stunden-Arbeitstag.
Arbeitet man 8 Stunden pro Tag, bekommt man deutlich mehr.
Dies geschieht geschlechtsunabhängig. Der Tarifvertrag sorgt dafür. Ob Mann oder Frau, man bekommt das gleiche.
Studiengänge wie Ingenieurwissenschaften, Mathematik, IT usw. sind für Frauen offen.
Sei doch ehrlich, keine Uni wird dir den Platz verweigern nur weil du eine Frau bist. Relevant sind die Noten.
Es herrscht also Gleichberechtigung. Männer und Frauen haben gleiche Chancen.
Mehr sogar: Professoren sind zu Frauen nicht so streng, sind froh wenn Frauen technische Berufe studieren.
Unsere Geschäftsführung sucht händeringend nach Frauen um sie einzustellen, weil wir zu wenige haben.
Da wird im Vorstellungsgespräch ein Auge zugedrückt, hauptsache Frauen einstellen.
Doch das ist noch nicht alles.
Wir organisieren Veranstaltungen und laden Studentinnen zum Tag der offenen Tür ein.
Zitat Geschäftsführer: Wir müssen die Frauenquote verbessern.
Ich war auch schon mal bei einer solchen Girls-Day-Veranstaltung als Vertreter der Firma unterwegs.
Da waren Schülerinnen bei uns zu Gast die bald ihr Abitur machen.
Da kannst du ihnen die Berufe noch so schmackhaft machen und argumentieren bis der Arzt kommt,
als Antwort bekommst du dann zu hören "naja, ich weiss nicht, Mathe ist anstrengend, das ist zu schwierig, ich muss es mir überlegen" usw.
Wenn du dann sagst "ohne Fleiß kein Preis", sagen sie "naja, es muss ja Spaß machen."
Wie gesagt, sie haben dieselben Voraissetzungen wie die Jungs in diesem Alter. Sie haben keine Kinder, keine wirklichen Sorgen. Studieren Sie, bitteschön! Alle Wege sind für Sie offen!
Wir haben jetzt eine Kollegin, die neuestens eingestellt wurde, der Abteilungsleiter ist froh dass er was für die Frauenquote getan hat.
Sie hat keine Ahnung von der Materie, wir, Männer müssen ihr ständig aushelfen, aber das stört uns nicht, tun wir gern.
Wie du siehst, empfängt man Frauen in technischen Berufen mit offenen Händen. Die einzige Ausnahme sind Baustellen (da ist wirklich Kraft gefragt).
Aber bei uns sitzen Frauen im warmen Büro (und es gibt flexible Kernarbeitszeiten) und bekommen dieselben Gehälter wie Männer. Müssen sogar oft weniger dafür tun als wir Männer, schreiben sich sogar öfter krank, während wir Männer arbeiten bis nichts mehr geht und dann irgendwann schwer krank werden.
Usw.
Ich könnte jetzt viel erzählen wie gut Frauen es in unserer Branche haben (Zuschüsse während der Schwangerschaft, hitzefrei für schwangere Frauen usw.).
So, also fängt sie mit 23 bei uns mit knapp 50.000€ Jahresgehalt an.
Wenn sie was in der Birne hat, wird sie in 10 Jahren genauso wie Männer zum Projektleiter.
Für die Geschäftsführung ist es besonders cool wenn man Frauen als Projektleiter nach außen zeigen kann, diese befördert Frauen gern in solche Positionen.
Also hat sie dann mit 33 als Jahresgehalt 70.000€ - 80.000€ im Jahr + Boni für erfolgreiche Projektabwicklungen.
Dann vergehen noch 10 Jahre und sie wird außertariflich bezahlt (90.000€ bis 120.000€).
Gut, noch höher werden die Stellen rar, aber das gilt für Männer auch.
Und neuestens gilt für Geschäftsführungen auch eine Frauenquote.
Ich sehe da keine Diskriminierung, sondern mittlerweile sogar eine Bevorzugung von Frauen in technischen Berufen.
Wie gesagt, was man daraus macht, hängt von der jeweiligen Person ab.
Die Voraussetzungen sind mit 17-18 die gleichen.
Man kann die Jugend in Diskotheken oder vor Büchern verbringen.
Aber das gilt gleichermaßen für Männer und Frauen.
Aber wenn man sich für Diskotheken und Spaß entschieden hat, muss man zu seiner Entscheidung stehen und nicht irgendwelche Ausreden benutzen, die mittlerweile nicht mehr zeitgemäß sind und einfach nicht stimmen.
Übrigens gelten die IG Metall und Elektro Tarifverträge für Millionen Beschäftigte.
Aber es gibt noch unzählige weitere Gewerkschaften.
Und alle Tarifverträge achten darauf dass keine Diskriminierung bei gleicher Arbeit entsteht.
In gleicher Position bekommen Frauen und Männer nach Tarifverträgen in Deutschland das gleiche.