Ja, das ist so und das ist mir auch sehrwohl bewusst.
Aber schau doch bitte noch einmal auf meine Ursprungsfrage! Wollte ich den Rat haben ob ich mich trenne oder nicht?
Bitte nimm alle Ratschläge hier (incl meiner) mit dem berühmten Körnchen Salz. Das hier ist ein Laienforum, d h niemand hier ist therapeutisch qualifiziert.
Und Therapeuten halten sich gewöhnlich mit direkten Ratschlägen auch eher zurück (manche Richtungen wie z B Verhaltenstherapie vielleicht ausgenommen), obwohl sie nicht nur beruflich qualifiziert sind, sondern einen größeren Teil der Geschichte ihrer Klienten kennen und auch einen persönlichen Eindruck von Ihnen haben - was alles in einem Forum nicht der Fall sein kann.
Falls du dir die Zeit nehmen willst und kannst, würde ich dir empfehlen, mal die Threads zu den Themen Partnerschaft und Liebe quer zu lesen.
Der Rat, sich zu trennen, wird hier generell sehr großzügig gegeben.
Vielleicht hilft dir das, den Rat besser einzuordnen.
Was mir allerdings auch sinnvoll erscheint (und hier mehrfach auch anklang) ist, dass du gut auf dich und deine Bedürfnisse achtest, dir Erholung und Freude gönnst.
Deine ganze Geschichte klingt für mich so, als hättest du deine Wünsche und Bedürfnisse sehr lange Jahre zurück gestellt, um für andere da zu sein.
Wenn du dir Erholung gönnst und für deine Wünsche einstehst, gewinnst du nicht nur Freude, sondern auch Kraft. Wie du die dann verwenden willst, ob für deine persönlichen Ziele oder um andere zu unterstützen, ist dann deine Entscheidung.
Wenn du zu wenig Energie hast, erübrigt sich die Frage, was du tun sollst oder sogar was du tun willst irgendwann, weil du schlicht nichts mehr tun kannst.
Vielleicht hilft es dir auch, wenn du dich mit einer neutral-freundlichen Person z B einer Beraterin von dieser Beratungsstelle der Caritas aussprechen würdest, um dich zu sortieren?
Gerade, wenn du an deinem Ende eines Beziehungsmusters arbeiten willst, das so alt ist wie zwischen deinem Mann und dir, wirst du viel Energie brauchen. So etwas ist möglich, aber sehr anstrengend für alle Beteiligten.
Übrigens glaube ich nicht, dass dein Mann dir etwas vormacht, um sich auf 'bequeme' Art trennen zu können. Mir zumindest erscheint im Moment weder seine Situation komfortabel noch deine.
Ich vermute, dass er damit überfordert war, dich in deiner schweren Situation angemessen zu unterstützen. Vielleicht spielen da auch Erinnerungen an den Tod seines eigenen Vaters eine Rolle. Und seine daraus folgenden Schuld- und Schamgefühle stehen möglicherweise noch zusätzlich zwischen euch.
Was ist eigentlich mit non-verbalen Gesten / Trost wie eine Umarmung?
Konnte er das damals geben, konntest du das annehmen?
Und wie ist es jetzt? Könntest du zum Beispiel seine Hand nehmen? Wie reagiert er dann?
Brauchst du hier nicht schreiben, könntest du für dich überlegen, wenn du willst.