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Wenn die Familie unglücklich macht...?

Kannja

Aktives Mitglied
Vielleicht geht es hier jemandem ähnlich... Ich habe vom Gefühl her eigentlich gar keine Familie. Damit meine ich keinen Rückhalt, kein Vertrauen, keinen Platz, kein geliebt werden, keine Hilfe oder Solidarität, usw. Ich war und bin mit allem allein. Als mein Vater plötzlich starb, der mir sehr nahe stand, kamen meine Onkel und Tanten um sich Erbgegenstände abzuholen - Unterstützung bot nie jemand an und es fragte auch keiner wie ich zurecht kam.
Aber Verpflichtungen gegenüber denjenigen die auf dem Papier meine Familie sind, die hatte ich immer... Ganz lange habe ich auch gehofft und mir selbst die Illusion von Familie gemacht. Aber mehr und mehr bekomme ich das Gefühl, dass mir dieses "System" eigentlich immer nur schadet und weh tut.


Ich mache ja eine Therapie und schlage mich eben mittlerweile einigermaßen durch meinen Alltag. Meist kann ich dann den Schmerz halbwegs verdrängen bzw. habe einfach akzeptiert so einsam und ohne Liebe oder Rückhalt leben zu müssen. So schlimm es für mich ist, ich habe mich irgendwie daran gewöhnt und versuche eben allein das beste aus meiner Lage zu machen. Doch dann kommt Kontakt zu einem Familienmitglied und ich bin sofort wieder völlig aufgewühlt und oft sogar am Boden...

Diese Kälte und Lieblosigkeit die mir da entgegen strömt... das haut mich um. Es tut so weh... Ganz allein klarzukommen ist eine Sache. Doch so hart es eigentlich ist, wenigstens kann ich mich damit irgendwie arrangieren, ohne neue Verletzungen und neuen Schmerz. Aber wenn z.B. mein Bruder sich meldet, weil er etwas will, dann reißt das bei mir alles wieder auf... Vielleicht haben einige noch in Erinnerung was da vor gut zwei Wochen um seinen Geburtstag herum für mich abgelaufen ist. Mir geht es seitdem so schlecht und ich kann nichts dagegen tun... Eigentlich habe ich so etwas seit Beginn meiner Therapie nicht mehr erlebt, denn ich hatte darin ja gute Techniken für mich gelernt, um besser für mich selbst zu sorgen, nicht mehr so zu grübeln und mich selbst nicht mehr so zu entwerten und fertig zu machen. Seit einiger Zeit habe ich zudem einen Hund der mir sehr, sehr hilft, indem ich durch ihn immer etwas habe worüber ich mich freuen kann, der mich oft zum lachen bringt und das Gefühl einsam zu sein etwas abmildert. Aber jetzt gerade hilft mir nichts von all dem... ich bin so traurig, die Depression ist wieder voll da. Und ich weiß ja wie es dazu kam...

Seit diesem Geburtstag vor zwei Wochen habe ich nun bewusst versucht Abstand zu gewinnen... gerade von meinem Bruder. Ich weiß, dass ich Kontakt zu ihm erstmal lieber meiden sollte. Und das habe ich auch meinerseits. Eben kam dann aber eine Email von ihm. Nur eine kurze, knappe, weil er etwas von mir wollte. Aber allein schon dieser Tonfall von ihm... Das holt bei mir alles wieder hoch und trifft mich erneut. Ich kann es nicht abstellen...

Unsere restliche "Familie" ist in sich auch so zerrüttet... Nach außen wird der schöne Schein gewahrt. Jetzt kam eine Einladung zum Familientreffen und ich fühle mich verpflichtet hin zu gehen. Aber eigentlich weiß ich jetzt schon, dass ich mich dort nur wieder fehl am Platz und allein fühlen werde.

Kennt noch jemand von Euch diese Situation?
 

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Ausrufezeichen

Aktives Mitglied
Familie ist eigentlich sowas wie eine Zwangsbekanntschaft. Ich glaube ich kenne kaum welche, die da wirklich glücklich sind. Eine Therapie hilft da nicht. Eher das normale abnabeln.

Ich habe das ähnlich erlebt wie du. Meine Mutter ist gestorben und die Verwandten stritten sich um das Erbe.
Nun ja ich habe auch keine Sehnsuch jetzt gehabt, da groß auf Familie zu machen.
Als ich schwanger war, hat sich die Familie von meinem Mann ziemlich bescheuert benommen. Doch da habe ich mich auch distanziert. Denn ich kann mir meine Freunde doch selber aussuchen und bin nicht an Blutsbanden gebunden.

Meine Schwester hat zu mir jetzt einen guten Kontak. Das war auch nicht immer so. Ich habe jetzt meine Familie. Mein Mann meine Kinder. Alle anderen die irgendie mit dem Namen zu tun haben, sind mir wurscht.

Ich habe gute Freunde aus dem Forum. Teiweise sind sie für mich wie Schwestern. Ich habe auch im RL Freunde. Da kann ich auf paar Angehörige verzichten. Auf die Verzichte ich auch ganz. Mir doch egal ob sie krank sind. Klar besuche ich auch mal die Familie von meinem Mann. Aber da erwarte ich keine Zugehörigkeit. Bin einfach mal an einem Ort wo andere Menschen sind.

Darum kann mich das auch nicht treffen, wenn sie so sind, wie sie sind.
 

Kannja

Aktives Mitglied
Familie ist eigentlich sowas wie eine Zwangsbekanntschaft. Ich glaube ich kenne kaum welche, die da wirklich glücklich sind. Eine Therapie hilft da nicht. Eher das normale abnabeln.

Ich habe das ähnlich erlebt wie du. Meine Mutter ist gestorben und die Verwandten stritten sich um das Erbe.
Nun ja ich habe auch keine Sehnsuch jetzt gehabt, da groß auf Familie zu machen.
Als ich schwanger war, hat sich die Familie von meinem Mann ziemlich bescheuert benommen. Doch da habe ich mich auch distanziert. Denn ich kann mir meine Freunde doch selber aussuchen und bin nicht an Blutsbanden gebunden.

Meine Schwester hat zu mir jetzt einen guten Kontak. Das war auch nicht immer so. Ich habe jetzt meine Familie. Mein Mann meine Kinder. Alle anderen die irgendie mit dem Namen zu tun haben, sind mir wurscht.

Ich habe gute Freunde aus dem Forum. Teiweise sind sie für mich wie Schwestern. Ich habe auch im RL Freunde. Da kann ich auf paar Angehörige verzichten. Auf die Verzichte ich auch ganz. Mir doch egal ob sie krank sind. Klar besuche ich auch mal die Familie von meinem Mann. Aber da erwarte ich keine Zugehörigkeit. Bin einfach mal an einem Ort wo andere Menschen sind.

Darum kann mich das auch nicht treffen, wenn sie so sind, wie sie sind.

Danke für Deine Antwort! Ja, wenn man Rückendeckung hat, wie Du Deinen Mann und Kinder, dann ist es natürlich wesentlich leichter die anderen Menschen die sich Familie nennen in den Wind zu schießen. Wenn man aber sonst niemanden hat und einem von klein auf bis zum erbrechen eingetrichtert wurde, dass man nichts wert sei und froh sein müsse über jeden Brotkrümel der einem gegeben wird, dann ist es sehr schwer sich zu trauen diese letzten Bande ganz zu brechen. Wohl auch weil ich deshalb eben glaube ich sei so wenig wert, dass mich niemand anders lieben und schätzen kann... umso größer die Angst ewig ganz allein zu bleiben.

Andererseits habe ich mehr und mehr das Gefühl, dass meine Familie mir gar nicht gut tut, sondern mich immer weiter krank macht... ich freue mich nicht mehr auf Einladungen bei ihnen, sondern es ist eine angespannte Pflicht für mich. Diesen Zwiespalt meine ich.
 

Ausrufezeichen

Aktives Mitglied
Das war bei mir nicht immer so. Eine Zeit war es auch anders. Ich hatte keinen Mann und keine Kinder.
Später hatte ich ein Baby und da fand ich es noch schlimmer, weil es keinen interessiert hat. Das änderte sich erst als ich das zweite Kind bekam. Ich meine ich änderte mich. Mir war es wurscht was die dachten. Heute sind Familientreffen für mich auch noch Horror. Besonders weil ich nur noch die Familie von meinem Mann habe.

Wenn du hilfe möchtest, kann ich dir nur meine Freundschaft anbieten.
 
G

Gast

Gast
Hallo Kannja, eigentlich bin ich nur stiller Leser, da ich nicht die Schreibmaus bin, aber deine Geschichte hat mich berührt, da es mir ähnlich geht. Seit ich auch der Welt bin, ging mein Leben nach hinten, Vater habe ich nie kennengelernt, Mutter hat mich
in ein Kinderheim gesteckt, bis zu meinen 18. Lebensjahr. Also das Wort Liebe ist für mich ein Fremdwort, schläge habe ich keine
bekommen, erst später als ich verheiratet war. Ich habe auf dem Papier 2 Kinder und 5 Enkelkinder und bin auch allein, darüber Nachdenken darf ich nicht, da mein Herz ohnhin schon kaputt ist vor lauter Schmerz. Meine Tochter die mittlerweile 32 ist, nimmt
seit Jahrzehnten Drogen ohne Aussicht auf ein Happy-End. Sie brachte 5 Kinder auf die Welt, die vom Jugendamt aus entzogen
wurden. Es sind in diesen Jahren unglaubliche Dinge passiert. Lügen mich beklauen und vieles mehr, jedoch weiß sie, daß die Tür für sie immer offen steht, egal was noch kommt, sie ist mein Kind. Nun habe ich noch einen Sohn von 39, Jahren, er ist soweit in Ordnung, also ein absoluter Familienmensch, raucht, trinkt nicht, geht seiner Arbeit nach, auf andere wirkt er sehr sympathisch.
Da es für die Erziehung kein Rezept gibt, merkt man erst später, wenn es zu spät ist, das was schief gelaufen ist.
Also unsere Schwierigkeiten bestehen darin, das ich mit meinen Kindern ein sehr kumpelhaftes Verhältnis hatte und nicht bemerkt
habe , das ich mir damit selbst den Respekt genommen habe. Er ist mir gegenüber sehr verletzend schon manchmal boshaft, er teilt gern aus kann aber nichts einstecken, ich muß ihn behandeln wie ein rohes Ei, was ich zugelassen habe, da er mich straft
indem er mich über Monate ignoriert. Alles fing an, als ich keinen Partner mehr hatte, der mal auf den Tisch klopfte und sagte,
also nicht in den Ton mit deiner Mutter. Er hatt auch in all den Jahren, durch seine verletzende Art viele seiner Kumpels ver-
loren. Das Problem ist, das keiner an ihn rankommt, er ist nicht bereit im Sinne eines Gepräches etwas zu verändern.
Wie du selbst geschrieben hast, man ist allein, aber ich muß keine Angst vor erneuten Verletzungen haben.
Das schlimmste was mir nun auch noch passiert ist, das meine geliebte Hündin vor ein paar Wochen von mir gegangen ist, da sie sehr krank war, seither bin ich komplett Depressiv und nur noch am weinen, ich habe keine Kraft mehr. Ein Hund tut dir niemals weh, nur einmal wenn er geht. Ich komme aus meiner Wohnung nicht mehr raus, ob Wald oder Parks, alles erinnert mich an sie, kann mir nicht mal ihre Bilder anschauen, ohne sofort los zu heulen. Ja, es gibt immer wieder Menschen die es lockerer sehen und mir vorschlagen, einen anderen Hund zuholen. Aber mir geht es nicht um einen neuen Hund, sondern um meine Hündin. Werde jetzt versuchen, mich in einer Selbsthilfegruppe anzumelden, vielleicht, lerne ich dort ein paar nette Menschen kennen.
 
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Gast

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Hallo Kannja, eigentlich bin ich nur stiller Leser, da ich nicht die Schreibmaus bin, aber deine Geschichte hat mich berührt, da es mir ähnlich geht. Seit ich auch der Welt bin, ging mein Leben nach hinten, Vater habe ich nie kennengelernt, Mutter hat mich
in ein Kinderheim gesteckt, bis zu meinen 18. Lebensjahr. Also das Wort Liebe ist für mich ein Fremdwort, schläge habe ich keine
bekommen, erst später als ich verheiratet war. Ich habe auf dem Papier 2 Kinder und 5 Enkelkinder und bin auch allein, darüber Nachdenken darf ich nicht, da mein Herz ohnhin schon kaputt ist vor lauter Schmerz. Meine Tochter die mittlerweile 32 ist, nimmt
seit Jahrzehnten Drogen ohne Aussicht auf ein Happy-End. Sie brachte 5 Kinder auf die Welt, die vom Jugendamt aus entzogen
wurden. Es sind in diesen Jahren unglaubliche Dinge passiert. Lügen mich beklauen und vieles mehr, jedoch weiß sie, daß die Tür für sie immer offen steht, egal was noch kommt, sie ist mein Kind. Nun habe ich noch einen Sohn von 39, Jahren, er ist soweit in Ordnung, also ein absoluter Familienmensch, raucht, trinkt nicht, geht seiner Arbeit nach, auf andere wirkt er sehr sympathisch.
Da es für die Erziehung kein Rezept gibt, merkt man erst später, wenn es zu spät ist, das was schief gelaufen ist.
Also unsere Schwierigkeiten bestehen darin, das ich mit meinen Kindern ein sehr kumpelhaftes Verhältnis hatte und nicht bemerkt
habe , das ich mir damit selbst den Respekt genommen habe. Er ist mir gegenüber sehr verletzend schon manchmal boshaft, er teilt gern aus kann aber nichts einstecken, ich muß ihn behandeln wie ein rohes Ei, was ich zugelassen habe, da er mich straft
indem er mich über Monate ignoriert. Alles fing an, als ich keinen Partner mehr hatte, der mal auf den Tisch klopfte und sagte,
also nicht in den Ton mit deiner Mutter. Er hatt auch in all den Jahren, durch seine verletzende Art viele seiner Kumpels ver-
loren. Das Problem ist, das keiner an ihn rankommt, er ist nicht bereit im Sinne eines Gepräches etwas zu verändern.
Wie du selbst geschrieben hast, man ist allein, aber ich muß keine Angst vor erneuten Verletzungen haben.
Das schlimmste was mir nun auch noch passiert ist, das meine geliebte Hündin vor ein paar Wochen von mir gegangen ist, da sie sehr krank war, seither bin ich komplett Depressiv und nur noch am weinen, ich habe keine Kraft mehr. Ein Hund tut dir niemals weh, nur einmal wenn er geht. Ich komme aus meiner Wohnung nicht mehr raus, ob Wald oder Parks, alles erinnert mich an sie, kann mir nicht mal ihre Bilder anschauen, ohne sofort los zu heulen. Ja, es gibt immer wieder Menschen die es lockerer sehen und mir vorschlagen, einen anderen Hund zuholen. Aber mir geht es nicht um einen neuen Hund, sondern um meine Hündin. Werde jetzt versuchen, mich in einer Selbsthilfegruppe anzumelden, vielleicht, lerne ich dort ein paar nette Menschen kennen.
 
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Hallo Kannja, eigentlich bin ich nur stiller Leser, da ich nicht die Schreibmaus bin, aber deine Geschichte hat mich berührt, da es mir ähnlich geht. Seit ich auch der Welt bin, ging mein Leben nach hinten, Vater habe ich nie kennengelernt, Mutter hat mich
in ein Kinderheim gesteckt, bis zu meinen 18. Lebensjahr. Also das Wort Liebe ist für mich ein Fremdwort, schläge habe ich keine
bekommen, erst später als ich verheiratet war. Ich habe auf dem Papier 2 Kinder und 5 Enkelkinder und bin auch allein, darüber Nachdenken darf ich nicht, da mein Herz ohnhin schon kaputt ist vor lauter Schmerz. Meine Tochter die mittlerweile 32 ist, nimmt
seit Jahrzehnten Drogen ohne Aussicht auf ein Happy-End. Sie brachte 5 Kinder auf die Welt, die vom Jugendamt aus entzogen
wurden. Es sind in diesen Jahren unglaubliche Dinge passiert. Lügen mich beklauen und vieles mehr, jedoch weiß sie, daß die Tür für sie immer offen steht, egal was noch kommt, sie ist mein Kind. Nun habe ich noch einen Sohn von 39, Jahren, er ist soweit in Ordnung, also ein absoluter Familienmensch, raucht, trinkt nicht, geht seiner Arbeit nach, auf andere wirkt er sehr sympathisch.
Da es für die Erziehung kein Rezept gibt, merkt man erst später, wenn es zu spät ist, das was schief gelaufen ist.
Also unsere Schwierigkeiten bestehen darin, das ich mit meinen Kindern ein sehr kumpelhaftes Verhältnis hatte und nicht bemerkt
habe , das ich mir damit selbst den Respekt genommen habe. Er ist mir gegenüber sehr verletzend schon manchmal boshaft, er teilt gern aus kann aber nichts einstecken, ich muß ihn behandeln wie ein rohes Ei, was ich zugelassen habe, da er mich straft
indem er mich über Monate ignoriert. Alles fing an, als ich keinen Partner mehr hatte, der mal auf den Tisch klopfte und sagte,
also nicht in den Ton mit deiner Mutter. Er hatt auch in all den Jahren, durch seine verletzende Art viele seiner Kumpels ver-
loren. Das Problem ist, das keiner an ihn rankommt, er ist nicht bereit im Sinne eines Gepräches etwas zu verändern.
Wie du selbst geschrieben hast, man ist allein, aber ich muß keine Angst vor erneuten Verletzungen haben.
Das schlimmste was mir nun auch noch passiert ist, das meine geliebte Hündin vor ein paar Wochen von mir gegangen ist, da sie sehr krank war, seither bin ich komplett Depressiv und nur noch am weinen, ich habe keine Kraft mehr. Ein Hund tut dir niemals weh, nur einmal wenn er geht. Ich komme aus meiner Wohnung nicht mehr raus, ob Wald oder Parks, alles erinnert mich an sie, kann mir nicht mal ihre Bilder anschauen, ohne sofort los zu heulen. Ja, es gibt immer wieder Menschen die es lockerer sehen und mir vorschlagen, einen anderen Hund zuholen. Aber mir geht es nicht um einen neuen Hund, sondern um meine Hündin. Werde jetzt versuchen, mich in einer Selbsthilfegruppe anzumelden, vielleicht, lerne ich dort ein paar nette Menschen kennen.
 

Kannja

Aktives Mitglied
Vielen Dank, das ist lieb von Dir.

Ja, sich selbst ändern muss man in so einer Lage. Ich bin ja auch schon eine ganze Weile dabei an mir zu arbeiten. In einigen Dingen habe ich auch deutliche Fortschritte gemacht. Aber ein bisschen ist es ja genau das was ich meinte - mit der bestehenden Situation, der Einsamkeit, nie Unterstützung zu haben usw. komme ich nun irgendwie klar und lebe eben ganz für mich allein. Aber wenn dann von meiner "Familie", vor allem eben meinem Bruder, weil der mir tatsächlich viel bedeutet, von außen plötzlich wieder ein Hammer kommt, dann wirft mich das komplett zurück.

Deshalb habe ich wohl nun auch überhaupt den Gedanken, dass Kontakt zu meinem Bruder (und restlicher Familie) offenbar alles andere als gut für mich ist. Früher stand absolut im Vordergrund wie viel mir diese Menschen bedeuteten, ich es ihnen recht machen und "lieb gehabt" werden wollte. Und ich hatte ja auch viel mehr Kontakt, bzw. war in diesem System eingebunden... somit war all das verletzende Verhalten und der Schmerz über bestimmte Dinge irgendwie Normalität für mich. Oder ich gab mir einfach selbst für alles die schuld. Vor allem war meine Verlustangst unglaublich groß... größer als alles andere. Doch inzwischen bin ich ja längst ganz tief gefallen und habe ohnehin niemanden an meiner Seite... bzw. auch die Illusion nicht mehr. Mit dieser Ist-Situation habe ich mich jetzt irgendwie arrangiert, auch wenn sie nicht schön ist. Aber wenn es immer gleich bleibt, gewöhnt man sich ja irgendwann an jede Situation und dann gibt es wenigstens keinen neuen Schmerz. Wenn ich jedoch Kontakt zu meiner Familie habe, dann bekomme ich sofort wieder neue Wunden zugefügt und mein wackeliges Gerüst wackelt sofort ganz gefährlich.

Ich hoffe ich kann einigermaßen in Worte fassen, was ich eigentlich meine und empfinde. Zu Menschen die einem eigentlich nichts tiefes bedeuten den Kontakt abzubrechen, das geht. Aber was tut man, wenn jemand den man liebt einem eigentlich schadet und weh tut?

Das war bei mir nicht immer so. Eine Zeit war es auch anders. Ich hatte keinen Mann und keine Kinder.
Später hatte ich ein Baby und da fand ich es noch schlimmer, weil es keinen interessiert hat. Das änderte sich erst als ich das zweite Kind bekam. Ich meine ich änderte mich. Mir war es wurscht was die dachten. Heute sind Familientreffen für mich auch noch Horror. Besonders weil ich nur noch die Familie von meinem Mann habe.

Wenn du hilfe möchtest, kann ich dir nur meine Freundschaft anbieten.
 

Ausrufezeichen

Aktives Mitglied
Aber was tut man, wenn jemand den man liebt einem eigentlich schadet und weh tut?
Ich denke auch davon kann man sich distanzieren. Oft ist das für beide Seiten besser. Als ich mit dem zweiten Kind schwanger war, machte meine beste Freundin gerade eine Therapie. Irgendie merkte sie dadurch nicht, dass sie alles und jeden nur anmaulte. ( Darum halte ich nichts von Therapien. Die hat überhaupt nicht gecheckt, wie sie mit anderen umgegangen ist) Ich wollte mich nicht wieder so fertig machen lassen und wenn sie sich gemeldet hat, wollte sie nur ihren Frust rauslassen. Ich liebte sie, doch habe ich mir gedacht, das brauche ich nicht. Also war es klar, was mir schadet muss weg. Irgendwann haben wir wieder zueinander gefunden. Denn wenn man sich mag findet man immer wieder zusammen. Aber oft haben Menschen so komische Phasen und da ist es besser, wenn man sich erstmal distanziert. So denke ich, ist es auch mit deinem Bruder. Warum er so ist, weiß ich nicht. Vielleicht bist du etwas überempfindlich oder er ist gerade in irgendso einer Phase. Vielleicht wäre erstmal etwas Abstand nicht schlecht.

Klar du hast Angst weil du alleine bist. Aber man kann Menschen über das Internet kennen lernen. Ich habe damals mir ein Forum gesucht und dort hatte ich alles was ich brauchte. Jetzt habe ich mein eigen Forum. Ich meine, man muss nicht mit Menschen zusammen sein, die einem nicht gut tun.
 

Kannja

Aktives Mitglied
Ich denke auch davon kann man sich distanzieren. Oft ist das für beide Seiten besser. Als ich mit dem zweiten Kind schwanger war, machte meine beste Freundin gerade eine Therapie. Irgendie merkte sie dadurch nicht, dass sie alles und jeden nur anmaulte. ( Darum halte ich nichts von Therapien. Die hat überhaupt nicht gecheckt, wie sie mit anderen umgegangen ist) Ich wollte mich nicht wieder so fertig machen lassen und wenn sie sich gemeldet hat, wollte sie nur ihren Frust rauslassen. Ich liebte sie, doch habe ich mir gedacht, das brauche ich nicht. Also war es klar, was mir schadet muss weg. Irgendwann haben wir wieder zueinander gefunden. Denn wenn man sich mag findet man immer wieder zusammen. Aber oft haben Menschen so komische Phasen und da ist es besser, wenn man sich erstmal distanziert. So denke ich, ist es auch mit deinem Bruder. Warum er so ist, weiß ich nicht. Vielleicht bist du etwas überempfindlich oder er ist gerade in irgendso einer Phase. Vielleicht wäre erstmal etwas Abstand nicht schlecht.

Klar du hast Angst weil du alleine bist. Aber man kann Menschen über das Internet kennen lernen. Ich habe damals mir ein Forum gesucht und dort hatte ich alles was ich brauchte. Jetzt habe ich mein eigen Forum. Ich meine, man muss nicht mit Menschen zusammen sein, die einem nicht gut tun.
Das Verhalten was Du da von deiner Freundin beschreibst, hat aber absolut nichts mit Therapie zu tun! In einer Therapie lernt man für sich selbst Dinge anders zu betrachten, Techniken um sie eher bewältigen zu können, sich selbst besser zu behandeln usw. Ich wüsste nicht weshalb man da beginnen sollte andere Menschen grob zu behandeln oder "anzumaulen". Im Gegenteil, es ist doch viel eher so, dass jemand der Probleme mit sich selbst hat und NICHT erkennt dass er da Hilfe braucht und daran arbeiten muss, sich deshalb für andere "schwierig" verhalten kann. Ich selbst bin ja allerdings die überangepasste.... ich habe wirklich ganz extrem immer nur versucht es allen recht zu machen, ja nicht zur Last zu fallen, stattdessen nur lieb und nett zu sein. Weil ich halt immer glaubte ganz viel leisten zu müssen, damit man mich mag oder um geliebt zu werden... In meiner Therapie arbeite ich daran. Denn durch mein bisheriges Verhalten habe ich ja bewirkt, dass andere merkten mit mir alles machen zu können und die falschen Menschen angezogen, die mir schaden und weh tun.

Therapie heißt in aller erster Linie auch sich selbst zu reflektieren und eigenes Verhalten zu hinterfragen. Also dieses "die merkt gar nicht wie sie mit anderen umgeht" kommt (kam) ganz sicher nicht von ihrer Therapie, sondern hatte etwas mit IHREM persönlichen Charakter zu tun. Ich finde es sehr schade, wenn solche negativen Vorurteile gegen Therapie verbreitet werden... Es gibt so viele Menschen die so schlimm krank werden, dass sie gar nicht mehr leben können und wollen. Wenn man an einer ernsthaften Depression erkrankt (oder es einem wegen anderer Dinge aus der Vergangenheit immer wieder schlecht geht), dann ist eine Therapie oft lebensrettend. Für viele Menschen (für mich ganz lange auch) ist es aber sowieso unglaublich schwer sich diese Hilfe zu suchen.

Ich glaube, wenn Du die ganze, sehr lange Vorgeschichte kennen würdest, würdest du nicht denken, dass mein Bruder gerade nur eine Phase hat.... Es geht schon ewig so. Nur habe ich mich diesen Verletzungen früher immer ausgesetzt und mir eben alles gefallen lassen, mich deshlab schlecht gefühlt, aber irgendwie gedacht, dass ich einfach so wertlos bin. Es sind so drastische Dinge seinerseits vorgefallen... ich wünschte ich wäre nur "überempfindlich".
 

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