Also jetzt zu mir:
Ich verdiene monatlich 3450 Euro Brutto, wovon mir 2090 Euro bleiben. Ich lebe alleine und schaffe es, jeden Monat 1200 Euro zurückzulegen. Ich bin noch jung und möchte was erreichen. Konsum ist mir relativ unwichtig. Da ich nicht rauche und keinen Alkohol trinke, merke ich nicht, dass mir etwas fehlt, da ich auch sonst ins Theater gehe und für Bildung und Kultur immer Geld da ist. Heute habe ich wieder Bücher für über 40 Euro bestellt. Ein Auto habe ich nicht, weil ich gezielt in der Nähe meines Arbeitsplatzes nach einer Wohnung geschaut habe und auch notgedrungen in den sauren Apfel gebissen habe und über 800 Provision an den Makler bezahlt habe.
Der Grund, warum manche über Gehälter jammern, während andere sagen, das reiche locker, ist ein ganz einfacher: Die, die jammern, haben nie gelernt, mit Geld umzugehen. Die haben nie die eigenen Konsumwünsche hinterfragt, die haben schon als Kinder und Jugendliche immer ordentlich zugesteckt bekommen. Ich dagegen, der heute sehr gut mit Geld umgehen kann, habe als Kind und Jugendlicher wenig bekommen. Ich bedaure diese Zeit, weil ich wirklich arm dran war, während für die Zigaretten meines Vaters immer Geld da war. Wenn ich dann Geld hatte, setzte ich es sinnvoll ein. Als Student bekam ich kein Bafög, weil ich es nie bentragt hatte. Meinen Führerschein habe ich als Student gemacht; selbst bezahlt.
Viele Menschen haben einfach kein Verhältnis zum Vermögen. Diejenigen, die hier im Forum mit unterdurchschnittlich viel Geld auskommen können, sind vermögender als diejenigen, die mit überdurchschnittlichen Gehältern nicht auskommen können. Das Wirtschaften ist nämlich auf die Zukunft ausgerichtet und wenn man sparsam ist, ist das schon mal die halbe Miete.
Ich habe als Kind und Jugendlicher meine Gleichaltrigen nie verstanden, sie sorglos mit ihrem Eigentum umgegangen sind. Mein kleiner Bruder hatte mal einen Spielkameraden, mit dem er Matchboxautos verschrottete. Die Autos wurden in den Schraubstock gespannt und dann wurde kräftig an der Kurbel gedreht. Auf die Sch...idee hatte ihn sein Kumpel gebracht und die haben über 100 Autos auf diese Weise verschrottet. Mir gehörten davon die Hälfte... und dafür hasse ich meinen Bruder heute noch. Aber war das nicht bescheuert? Für einen dreisekündigen Spaß machen die so einen Mist und zerstören Spielzeugautos. Die Eltern des Kumpels waren auch nicht eingeschritten (es geschah unter deren Aufsicht) und hatten den Jungens nicht verklickert, dass sie total bescheuert seien. Ich dagegen ermahnte meine Bruder, mit der Sch... aufzuhören, stieß aber auf taube Ohren.
Und jetzt zu den Menschen von heute: Die Eltern des Kumpels haben seit 1990 nicht mehr gearbeitet. Der Kumpel meines Bruders ist mit Mitte 20 Alkoholiker und Hartzer. Mein Bruder kloppt seinen kompletten Wehrsold für Nichtigkeiten raus, immerhin bekommt er 1500 Euro auf die Kralle und zahlt keine Miete. Er hat keine Berufsausbildung, kein Studium, noch nicht mal einen Plan... er ist ja nach dem Abitur direkt zur Bundeswehr. Manche Leute können einfach nicht mit Geld umgehen, egal ob die jetzt Geld haben oder nicht. Wenn die viel Geld haben, dann haben sie Glück, vermögende Eltern oder sowas. Aber darauf können die sich nicht 20 Jahre ausruhen. Irgendwann sind die richtig klamm, so wie Paris Hilton auch mal das Erbe verjubeln wird. Fußballprofis schaffen es auch, mit Mitte 30 mit Geldschulden die Karriere zu beenden.
Der Bruder des Kumpels soll vernünftig sein und hat etwas aus seinem bescheidenen Potential gemacht, bedenkt man, woher er herkommt. Im Großen und Ganzen ist es Einstellungssache, aber auch, was die Eltern einem vorleben.