Hallo,
ich beschreibe hier mal aus soziobiologischer Sicht eine kleine Analyse deiner Situation:
Schlaues Kerlchen euer Sohn, hat euch ja voll im GRiff...hat "gespaltet" d.h. um seinen Willen zu bekommen zwischen Oma und Eltern taktiert...und das scheint wohl Tradition geworden zu sein. Er spielt eiskalt und kalkuliert mit euren Emotionen...das solltet ihr euch nicht bieten lassen. Verachtung rührt oft da her, dass ihr nicht genügend Selbstachtung gezeigt habt...indem man es dem Sohn immer zu leicht gemacht hat, hat man seine Dominanz gestärkt...er hat geherrscht und ihr wart die Beherrschten...keine gute Grundsituation. Wichtig ist immer zu zeigen: man hat selber Ansprüche und der Sohn muss sich auch bemühen eurer würdig zu sein...nicht nur umgekehrt!
Leider sind die Menschen nicht von Natur aus gut und dankbar und sozial...biologisch gesehen sind Menschen hochentwickelte Raubtiere mit Ich-Bewusstsein, gehen nach dem Prinzip Eigennutz vor, sind kultur- und moralfähig, was jedoch keine Garantie dafür ist, dass sie sich auch anständig verhalten. Wer immer nur gut ist zu anderen, die nicht immer gut sind, der geht zugrunde...dies hat Machiavelli mal gesagt und damit hat er Recht...daher ist es manchmal ratsam auch seine Raubtierzähne aufblitzen zu lassen und CONTRA zu geben, wenn jemand einen schlecht behandelt...sowas findet Beachtung und auch Achtung. Ich denke die Hälfte deiner Ängste wäre dadurch abbaubar, indem du die Hälfte deiner Pflichten ggü irgendwelchen Menschen einfach über Bord werfen würdest...Ich vermute du hast Probleme mit dem Selbstwertgefühl und denkst, dass du nur geliebt wirst oder Anerkennung findest wenn du tust, was andere von dir erwarten. Sowas ist Quatsch. Lies mal das Buch "Gefühlsterroristen" das wäre wichtig für eine erste kleine Selbstanalyse.
Aus deinen Schilderungen geht hervor, dass ihr viel zu viel Investment in den Sohn getätigt habt...Lehrstellen müssen sich Jugendliche oder ERwachsene an sich selber besorgen auch selber ihre Bewerbungen schreiben, es ist selbstverständlich dass wenn der Vater mitarbeitet, er einen angemessenen Lohn erhält etc...ich sehe da viel zu viel Mühen von deiner Seite und auch seitens deines Mannes und Sohnemann musste nie was zurückgeben...damit seidt ihr in eine Machtschieflage geraten...Herrscher verachten ihre Untertanen halt...so ist das...daher sollte man sein Untertanentum an den Nagel hängen und anstatt devot (unterwürfig) hinter dem Sohn herzurennen, dem mal ein Klares Wörtchen verpassen und ggf. rauswerfen, wenn er sich euch ggü unsozial verhält...Tit for tat..wie du mir so ich dir...
Der Junge ist verdammt nochmal ein erwachsener Kerl, der ganz alleine verantwortlich ist für sein Handeln und somit hat er sich auch am Riemen zu reißen und seine Machtspielchen zu lassen..oder er geht halt...ist besser für alle Beteiligte.
Mein Rat: zeigt gesunden Egoismus, d.h. die Kohle die dein Mann verdient hat ist seine Kohle und der sollte die nicht noch dem "Prinzen" hinterherwerfen...fahrt mal in Urlaub damit, kauft euch was Schönes etc. Geschäftliches und Privates ist ohnehin am besten tunlichst zu trennen, sonst gibt das nur Konfliktpunkte.
Schafft euch auch noch andere Hobbies an als diesen Sohn...investiert eure Emotionen vielleicht mal eher in eure Partnerschaft, kümmer du dich mal um deine Angsterkrankung...ich hoffe du bist in Therapie? Wäre wichtig, um zu erlernen mal neue WEge zu finden...ggf. wäre ein WEggang vom Hof gut...eine grundlegende Änderung der Lebenssituation...damit wäre wahrscheinlich deine Angsterkrankung erledigt.
Du solltest dir auf jeden Fall fachlichen RAt einholen von einer Beratungsstelle der Caritas oder Diakonie und auch Hilfe eines Psychologen annehmen...es bringt nix immer nur so weiterzuprötteln und oft immer die gleichen Fehler zu machen, die zu den gleichen Ängsten führen...Hier ist Analyse notwendig und das schafft man nicht allein...man steht sich selber oft zu nah um zu erkennen, wo die eigenen Knackpunkte liegen. Hast du ja bereits in deinem Beitrag so gesehen...goldrichtige Einschätzung. Dieses Forum kann dir nur grundsätzliche Tipps geben, ersetzt reale Umsetzung der Tipps und grundlegende Entscheidungen von deiner SEite jedoch nicht..gewisse Dinge kann dir niemand abnehmen. Gut ist, dass du mit deinem Beitrag angefangen hast dir mal einige Probleme von der Seele zu schreiben...besser ist es natürlich sich In einer Therapie oder bei einem Berater face to face von der Seele zu reden...In einer Therapie (=sone Art Klarsichtsmittel) werden einem oft die Dinge klar, man erhält eine realistischere Selbsteinschätzung und lernt viel über das menschliche Verhalten und v.a. man findet ganz von allein Lösungsmöglichkeiten. Du könntest dir also dein Leben sehr dadurch erleichtern. Ist an sich auch eine spannende Angelegenheit.
Ich wünsche dir dabei viel Erfolg!
Gruß
Tyra
P.S Zu mir privat: ich komme selber vom Dorf...das Denken dort..insbesonder das meiner Eltern war mir zu eng...ich bin daher weg..insbesondere innerlich habe ich mich sehr abgregrenzt gegen das Rollenbild der Frau sich auf dem Altar der Liebe aufzuopfern, du dulden, zu geben, zu funktionieren etc...war ne kleine Denkrevolution..mit dem Erfolg weniger STress, weniger Ängste, mehr Selbstbewusstsein, v.a. Denkfähigkeit zu haben...nicht zur Herz(chen) sondern auch Vernunft und Verstand mit an Bord als Lebensberater...mal hinter die Dinge gucken etc. Meine jüngere Schwester hat es ähnlich wie ich gemacht..unsere mittlere Schwester konnte sich nicht abgrenzen...sie erlitt vor zwei Jahren eine Angstpsychose...weil sie ein Helfersyndrom hatte und immer nur den Erwartungshaltungen anderer erfüllen wollte und sich damit so viel Stress in der Birne aufgebaut hatte, dass ihre Psyche letztlich krank geworden ist. Nun holt sie in einer Therapie das nach, was meine andere Schwester und ich bereits hinter uns haben: Illusionen abzuschminken, keinen Hoffnungen hinterherrennen, den Dingen ungeschminkt ins Auge blicken und das eigene Leben in die Hand nehmen in dem BEwusstsein gut leben zu wollen....auch für sich selbst und nicht nur für andere! Liebe nicht um jeden Preis..sondern nur echte Liebe..d.h. SELBSTVERSTÄNDLICH mit Achtung vor der eigenen Person. Achtung beginnt mit Selbstachtung..nur wer nach außen hin Selbstachtung an den Tag legt wird auch von anderen geachtet. Selbstachtung beginnt damit sich um sich zu kümmern...Schaden von sich abzwenden, seinen SElbstwert zu verteidigen...auch gegen undankbare Söhne...Und sich natürlich auch um seine Gesundheit zu kümmern, auch Seelenhygiene zu betreiben, ggf. eine Therapie zu machen insbesondere wenn die Seele schlappmacht.