Wir waren früher eine große Familie. Im ganzen Leben hat es ein einziges Mal geklappt, daß alle in eine m Wohnzimmer einen super Tag hatten. Obwohl alle happy waren, fand es nie wieder statt wegen Neid, Missgunst und weiß der Geier was. Ich war damals noch jung. Wenn ich dann mit meinem Spielzeug zu meinem Cousin rüber bin, hat meine Tante die Rollos mir vor der Nase zugemacht. Bei denen musste man über den Balkon ins Haus. Hat sich toll angefühlt. Deren Sohn und ich standen traurig vor der Glastür bis die Rollos unten waren. Ich bekam immer zu spüren, daß ich zur Unterschicht gehörte. Die waren damals schon wohlhabend, wir nicht. Die anderen Verwandten waren da nicht besser. Mein Patenonkel und seine Frau sind früher mit denen zum See gefahren, ins Schwimmbad, haben die tollsten Reisen, Urlaube, Radtouren usw. gemacht, mein Bruder und ich wurden ausgegrenzt. Fast 40 Jahre später sucht man nun den Kontakt zu mir, wo man kurz vor dem Abkratzen ist, ich möge mal vorbei kommen. Jetzt können von mir aus alle an Einsamkeit verrecken. Selbst mein eigener Bruder und meine Schwester sind da nicht besser. Schwester ruft das ganze Jahr nicht an, außer als geerbt wurde, mein Bruder ist wie ein Teufel, wenn es ums Geld geht, ein widerlicher Typ, der über Leichen geht. Auf Abstand verstehe ich mich gut, ich bin heilfroh, daß er am anderen Ende des Landes wohnt. Ich bin nun komplett allein mit meiner Frau, die meistens an W. arbeiten muß. Ich mache mir dann diese Sendung mit dem Typen an, der mit seinem Hund vorm Weihnachtsbaum sitzt. Ich habe Weihnachten auch schon mal bei wildfremden Leute verbracht, die nicht alleine sein wollen oder welche, die ich von früher kannte, die meinten, komm einfach vorbei. Aber das ist und war nicht mein Fall mit Familien zusammenzusitzen und deren Familien zu beobachten. War feierlich, aber ich fühlte mich unwohl.