Ich verstehe es so, dass die TE damit erläutern möchte, warum der Mann ungewöhnlich lange in Elternnähe gelebt hat. Natürlich kann man auch als Med.Student fern des Elternhauses leben. Oftmals ist das dann aber doch mit größeren Einschränkungen verbunden (z. B. Geld für eine Wohnung, das erst einmal vorhanden sein muss oder verdient werden müsste) und weniger bequem. Wenn er also diese Möglichkeit zu Hause genutzt hat empfinde ich das z. B. nachvollziehbar und nicht als Beleg für Unreife oder die Attributierung des Mittdreißigers als kleinem Jungen - diese Äußerung empfinde ich als anmaßend.
Wer sich mal mit den Anforderungen eines Medizinstudiums und der Fortbildung zum Facharzt vertraut gemacht hat, wird vielleicht auch eher nachvollziehen können, warum er noch nicht viel Beziehungserfahrung hat. Und für die, die jetzt kommen mit "Ich kenne aber eine Freudin, die...": Ja, auch da gibt es wieder Gegenbeispiele. Es ist aber tatsächlich so, dass man dem Studium sehr viel unterordnen muss und nicht wenige Beziehungen daran scheitern, dass die Arbeitszeiten schlecht mit dem klassischen Beziehungsmodell zu vereinbaren sind.
Problematisch ist wohl vor allem die Mutter, die gerne eine Bilderbuchhistorie für ihren Sohn hätte - sowohl beruflich als auch bzgl. seiner Partnerwahl. Sie hat einfach die Entwicklung verpasst, dass heute vieles anders ist als früher. Vermutlich ist auch Egoismus mit dabei, dass sie gerne ein eigenes Enkelkind von Geburt an als Oma betüddeln würde. Der Bezug zu einem fremden Kind muss sich erst mal entwickeln, in der Regel gibt es auch noch eine Altfamilie (Oma &Opa ex-väterlicherseits) im Hintergrund, die diese Rolle schon zur Genüge ausfüllen. Sie sollte verstehen lernen, dass sie ihre Bedürfnisse hintenanstellen muss und es in erster Linie darum geht, dass ihr Sohn glücklich wird. Schafft sie das nicht wird sie vermutlich immer wieder versuchen, bei sich bietenden Gelegenheiten die Giftpfeile auszupacken und sie gen dich,
@Wolkenstaub zu schießen. Hier wäre wirklich dein Partner gefragt ihr zu vermitteln, dass auf diese Weise wohl keiner der Beteiligten glücklich werden kann. Sie muss lernen, sich zurückzunehmen und die Wahl ihres Sohnes zu akzeptieren.