Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Was tun nach einer Exmatrikulation (Arbeitslosigkeit etc.)

Das hört sich so an, als ob Deine Mutter es weiß. ich habe auch Söhne, die Frequenz, mit der sie Dich auf das Thema Homosexualität anspricht, ist zu hoch, als dass da nichts dahinter steckt. Wieso sollte man sonst als Mutter mit den kids ständig daüber reden (wollen).
Sie redet aber Dir und sich selbst ein, dass es nicht so ist.
Wäre es nicht möglich, dass Du mal bei einem ruhigen Spaziergang mit ihr redest?

Sie redet nicht ständig darüber. Klar, weiß sie es irgendwo, das ändert aber leider nichts am Problem. Nur weil jemand weiß, dass du schwul bist, bedeutet das nicht automatisch, dass die Person das auch akzeptieren muss.

Sie hat mir bereits gezeigt, dass sie damit nicht einverstanden ist mit den Worten "Hör auf damit."

Auch an ihren abfälligen Bemerkungen merke ich, dass ein Outing einfach nicht erwünscht ist, selbst, wenn sie es irgendwie akzeptieren würde. Wie soll das in Zukunft aussehen? Ich habe ja noch einen Vater. Der würde das sicherlich nicht akzeptieren.

Meine Mutter bzw. meine Eltern würden mit der Schwulenwelt einfach gar nicht zurechtkommen.
 
Danke, Johnny, dass du dir Zeit nimmst, auf meine Beiträge zu antworten. Ich schätze das sehr! 🙂

Ich weiß leider nicht, welche Gründe für eine Unterbrechung akzeptiert werden. Da müsstest du dich dann informieren. Ich persönlich halte aber ein langes Studium weiterhin für besser als ein abgebrochenes Studium. Nicht nur bezogen auf die späteren Chancen auf dem Arbeitsmarkt, sondern auch für dich selbst.

Meine Eltern meinten auch, ich solle vielleicht mal so ein halbes Jahr "Pause" machen, aber unsere Profs haben uns vor diesen Urlaubssemestern schon gewarnt. Wenn, dann ist das nur dazu gedacht, Praktika oder sonst irgendwas außerhalb des Studiums zu machen. Therapien und "Ausruhen" kommt gar nicht gut und sind auch schwer zu erklären. Ich kriege das sicher auch ohne Pause hin. Mein Mietvertrag geht leider auch nicht mehr lange.


Ich glaube nicht, dass du es musst. Ich glaube allerdings, dass die Alternativen, mit denen du das Studium doch noch erfolgreich abschließen kannst, ziemlich anstrengend sein könnten. Zusätzlich glaube ich aber auch, dass du dieser Anstrengung gewachsen bist.

Nein, also mir hält jetzt keiner 'ne Knarre an den Kopf. Ich denke auch, dass ich den Anstrengungen schon irgendwie gewachsen bin, allerdings bremsen mich die Depressionen halt aus.


Mit dir gemeinsam Wege finden, wie du sie ausleben kannst, wie du frei, ohne Unterdrückung leben kannst. Mit dir gemeinsam herausfinden, wo du unterdrückt wirst und wo eventuell nicht und wie du damit umgehen kannst. Da kann man eine ganze Menge machen, denke ich.

Ich habe mir überlegt, nach dem Studium vielleicht eine Therapie zu machen. Weißt, ich bin nicht auf den Kopf gefallen und ich kenne Schlupflöcher. Es ist nicht so, dass ich angekettet zu Hause herumsitze.
Ohne ein Outing wird das einfach auf Dauer nichts. Man kann Zeit schinden ja, man kann das Problem hin- und herschieben, ja aber irgendwann geht's halt nicht mehr. Meine Familie im Ausland macht auch seit Jahren Druck, wieso ich denn nicht mal eine Freundin hätte, ich sei doch "so schön". Die sind ja nicht dumm, die checken das schon, nur traut sich keiner was zu sagen.
Und meine Eltern lassen sich von deren Meinung oft einlullen. Wenn da der Onkel xy oder so mal anruft und bisschen Druck macht, dann springen meine Eltern gleich auf diesen Zug ein. Ich weiß es klingt doof, aber in unserer Kultur ist es nun mal so, dass du auch stark emotional abhängig bist von allen. Es ist nicht nur das Geld und die Freiheit, es ist auch Ehre, Respekt, etc.
Seine Familie kann man nicht mehrmals ausstoßen. Das geht halt nur einmal.


Okay, ich muss sagen, dass ich da selbst keine Erfahrung habe. Ich habe nur häufig gehört, dass Unis entsprechende Hilfestellen haben, an die man sich wenden kann. Das ist schade, dass der Themenbereich, den sie bei dir bearbeiten, so beschränkt ist.

Ja, gut, kann ich denen jetzt auch nicht so übel nehmen. Das sind ja keine richtigen Psychotherapeuten, sondern einfach nette Frauen, die bisschen auf Wird-Schon-Therapie machen. Ohne Vertrauen läuft halt nichts, schon in der Schule bin ich bei Mobbing nicht zu Lehrern oder Vertrauenslehrern gegangen, weil die einem auch nicht bedingt weiterhelfen können. Die labern mehr oder weniger positiv auf dich ein; was alle anderen aber eh schon tun.


Jein: Deine Bedenken werden ihre Daseinsberechtigung haben. Zwar finde ich, dass du dein Studium abschließen solltest, allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass ein Strategiewechsel nötig ist. Sich jetzt einfach durch die Gesamtsituation durchzubeißen, kann in die Hose gehen. Irgendetwas sollte geändert werden. Nur das Studium würde ich nicht abbrechen.

Das Studium ist nicht so das Problem, sondern einfach alles. Mein ganzes Leben ist das Problem! Ich habe von Anfang an Startschwierigkeiten gehabt. Immer und überall. Ich war auch immer derjenige, der sich am meisten bei irgendwas anstrengen musste: sei es soziale Kontakte, Respekt, erster Eindruck, Arbeitsleben, etc.
Ich habe das Gefühl, ich bin immer die Ausnahme. Bei mir läufts immer so out of the ordinary.

Ich versuch, eine Alternative zu finden, einen Gang zurückzuschalten, mich nicht zu verstecken...
 
Ich finde interessant, dass ein Hetero automatisch erwartet, dass andere sein heterosein zu akzeptieren haben, dieser Hetero dann jedoch Probleme damit hat, diese Akzeptanz auch einem Homosexuellen zuzugestehen.

Etwas mehr Toleranz auf dieser Welt und es könnte alles so friedlich ablaufen
 
Ich finde interessant, dass ein Hetero automatisch erwartet, dass andere sein heterosein zu akzeptieren haben, dieser Hetero dann jedoch Probleme damit hat, diese Akzeptanz auch einem Homosexuellen zuzugestehen.

Etwas mehr Toleranz auf dieser Welt und es könnte alles so friedlich ablaufen

Weil Heterosexualität die "Norm" ist. Homosexualität ist die Ausnahme. Unser ganzes Leben ist heterosexuell ausgerichtet.
Schwule werden meiner Meinung nach nur geduldet - nicht akzeptiert. Schwierige Sache, aber darüber kann man einen eigenen Thread eröffnen.
 
Hallo Großstadtlegende,
Das macht mich schon sehr traurig, wie du leidest, habe noch mal durchgelesen.
Ich finde so sollte es nicht weitergehen.
Ich frage dich jetzt, mal schauen ob mein Bild, das sich aus deinem Text entwickelt hat richtig ist. Leider fehlt mir dein erster Post um mich zu sortieren.

Mir geht es darum ein gedankliches Worst Case herzustellen: Du outest dich, deine Eltern verstoßen dich, die Folgen: Du kannst nicht mehr weiterstudieren, weil deine Eltern das Studium bezahlt haben (weiß nicht mehr, ob das so stimmt?).
Wärest du denn damit zufrieden, das Studium abzubrechen und dir eine Ausbildung oder Arbeit zu suchen?
Was ich meine, würdest du damit gut leben können, oder machst du dir bei dem Gedanken jetzt schon Vorwürfe?

Möchtest du überhaupt dein Studium abbrechen, oder entstand dieser Gedanke nur aus der Verzweiflung, endlich Abstand von den familiären Zwängen zu nehmen?

Du hast Depressionen, die werden nicht verschwinden, am Besten ist es, sie zu akzeptieren und anzunehmen, so wie sie sind. Und mit Ihnen zu leben, das Beste aus deinen Depressionen zu machen.
Ich bin davon überzeugt, das ein Mensch aus dem Schlechtesten, noch das Beste herausholen kann, wenn dieser Mensch gedanklich, positive begleitende Leitsätze für sich bildet.

Depression ist nur eine Meßanzeige. Zumindest kann sie so benutzt werden. Wenn du deine Depression umwandelt und sie als Wegweiser benutzt, um dich wohler zu fühlen, wohler fühlen = weniger Depression, dann wird dir diese Betrachtung behilflich sein.

Ein anderer Gedanke der mich beschäftigt, ist deine emotionale Abhängigkeit. Erst in der Beziehung zu deinen Eltern, und die daraus resultierenden Probleme, weil du nicht so sein kannst wie du wirklich bist, nicht zu dir und deiner Homosexualität stehen kannst, in der Familie.
Aus dieser jahrelang existierenden Situation entstehen viele Probleme, zB. ein gewohnheitsmäßiges verleugnen der eigenen Natur, und das darauf aufgebaute Lügenkonstrukt, das läßt sich nicht so einfach abschütteln. Es wird auch in einer Lehrstelle immer wieder Situationen geben wo du in dem Zwiespalt steckst, und dich vor anderen nicht outest. ZB. vor deinem Chef deinen Arbeitskollegen, usw. Man klebt sich ja nicht ein Schuld dran, ich bin Homosexuell.

Letztendlich wirst du in einigen Situationen entscheiden, nicht darüber zu sprechen, dich nicht zu outen.

Die gedankliche Überlegung von mir ist, wenn du dich von deinen Eltern durch ein Outing trennst, wirst du dich vermutlich besser fühlen, aber damit hast du nur einen ersten Schritt getan. In der Gesellschaft ist das dann noch nicht passiert und ich bin mir auch nicht sicher, ob es notwendig oder sinnvoll ist sein Innerstes nach aussen zu kehren.

Wenn du bis hierhin gelesen hast, spinne ich meine Gedanken mal weiter.

So wenn du dich geoutet hast hast, du den Kontakt abgebrochen hast zu deinen Eltern, ist vermutlich kein Zurück in die Familie mehr möglich.

Die Beziehung mit deinem Freund kann lange oder ewig dauern, sie kann aber auch nach 2 Jahren zu Ende sein, was machst du dann, was fühlst du dann, mit der Familie gebrochen, bist du auf dich allein gestellt. Besonders gefühlsmäßig. Bereust du dann deine Entscheidung?
Fühlst du dich stark genug, dann deine Ausbildung zu Ende zu führen, und deinen Blick nach vorne zu richten?

Mir geht es darum, durch das jahrelange Verleugnen, deiner Natur, bist du in einem Muster des Verheimlichens (welches nicht das Selbsbewußtsein fördert), aus dem du dich befreien mußt, damit du endlich frei von eigenen Schuldvorwürfen leben kannst.
Denn das Prinzip von Verhaltensmustern ist es, das wenn man sie zu lange lebt, diese einem weiter begleiten, selbst wenn die Problemsituation aufgelöst ist. Und das willst du sicher nicht. Wer will das schon?
Break Free bedeutet für dich, auch die alten Verhaltensmuster loszulassen, das Verheimlichen zum Beispiel.

Darum ist es wichtig das du zu dir Selbst stehst. Für dich einstehst, zu deiner Homosexualität stehst. Egal ob du einen Freund hast oder nicht, Lüge, oder Vorspieglung falscher Tatsachen ist keine Option mehr für dich. Hab Mut zu dir Selbst🙂
Wenn du diesen Schritt getan hast, gibt es kein Zurück mehr. Das klingt endgültig, in manchen Bereichen deines Lebens ist es das auch.
Aber endlich "Sich Selber" leben, ich finde der Preis ist nicht zu hoch. Der Preis der Freiheit kostet Energie.
Noch liegt es in der Entscheidung deiner Eltern wie sie damit umgehen. Und du akzeptierst das dann. Das ist ihre Sache. Und dein Leben, die Fürsorge für dein seelisches Wohlbefinden ist deine Sache.

Doch ich sehe noch ein Problem, das ich erfragen will bei dir, bist du energievoll genug, dir eine Arbeit oder Lehrstelle zu suchen, dir selbst deine Freiheit zu ermöglichen?
Solange du in der Depression verfangen bist mit dem Gedanken, "ich kann nicht mehr", wirst du dich auch nicht von deiner Familie lösen.

Aber da gibt es Wege. Du bist nicht der Erste, der zum Jobcenter geht, sich dort meldet den Antrag ausfüllt und irgendeinen Motivationskurs macht.
Parallel gehst du zum Arzt und läßt dich krankschreiben, wenn du seelisch down bist, dann gehts irgendwann zum medizinischen Dienst, der berurteilt deine Arbeitsfähigkeit, und du hast vielleicht dann die Zeit dich Therapeutisch wieder aufbauen zu lassen, dir neue Lebensregeln zu gestalten. Das wäre die Alternative falls du für eine Lehrstelle nicht arbeitsfähig wärest.

Ich will dir nur damit aufzeigen es gibt noch Wege daraus, aus deinen depressiven Gefühlen, auch ohne finanzielle Unterstützung deiner Eltern. Wichtig ist das du schon mal die Fühler nach einer Wohnung Ausschau hälst.

Und insgeheim dein Outing bei deinen Eltern vorbereitest.

Bleib nicht in diesem Zustand des unendlichen Leidens.

Denkst du deine Familie inklusive Verwandschaft werden dich umbringen wollen dafür?
Oder nur verstoßen, sich von dir abwenden?

Bist du bereit?

Bitte betrachte meinen Text eher als ein Fragen und das basierend auf mein gedankliches Konstrukt. Also es kann sein das einiges nicht zutrifft von meinen angenommenen Überlegungen.
Nimm es mir nicht übel.
Ich bin nicht du, und kann nur aus meiner Sicht versuchen dein vielschichtiges Problem zu erfassen.


Liebe Grüße Pecky
 
Sie redet nicht ständig darüber. Klar, weiß sie es irgendwo, das ändert aber leider nichts am Problem. Nur weil jemand weiß, dass du schwul bist, bedeutet das nicht automatisch, dass die Person das auch akzeptieren muss.

Sie hat mir bereits gezeigt, dass sie damit nicht einverstanden ist mit den Worten "Hör auf damit."

Auch an ihren abfälligen Bemerkungen merke ich, dass ein Outing einfach nicht erwünscht ist, selbst, wenn sie es irgendwie akzeptieren würde. Wie soll das in Zukunft aussehen? Ich habe ja noch einen Vater. Der würde das sicherlich nicht akzeptieren.

Meine Mutter bzw. meine Eltern würden mit der Schwulenwelt einfach gar nicht zurechtkommen.

Das ist aber ganz alleine ihr Problem, nicht das von dir.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 4) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben