Du hast einen Freund und willst ausziehen. Du bist hier in D aufgewachsen, hast deutsche Freunde etc.. Die Kultur Deiner Eltern ist nicht mehr die Deine. Das tut weh, aber das müssen beide Seiten verstehen, wenn Du glücklich werden willst. Zu Hause zu wohnen, eine Familie mit einer Frau zu gründen, macht nur einen Teil Deiner Person aus. Der ganze Rest ist auch noch da und den hat Deine Familie auch lieb.
Noch mal:
wenn Du es schaffst, finanziell unabhängig zu werden, wird es leichter, merkt man schon an dem von Dir zitierten "dann unterstützen wir Dich finanziell nicht mehr". Du schaffst Dir da Deine Hölle selbst.... und es ist NICHT der Koran. Der hat daran keine Schuld.
Übrigens habe ich schon ein paar Kinder und es würde mich wundern, wenn Deine Eltern nicht wüssten, dass Du schwul bist. Man kennt doch seine kids.....
Es ist doch eigentlich egal, wie ich es mache. Ein richtig unabhängiges Leben hätte ich doch so oder so nicht. Wenn ich das Studium durchziehe, habe ich lediglich eigenes Geld - ja. Und was ist mit den anderen Dingen? Der Job ist doch nur ein Teil des Lebens, das hat doch mit dem Privatleben nichts zu tun. Soll ich jetzt mein ganzes Leben darauf pochen, dass ich irgendwann mal eine eigene Wohnung haben werde in der Hoffnung, mit meinem Freund irgendwie mich treffen zu können?
Sobald das Studium fertig ist und ich ein bisschen reingearbeitet habe wird die nächste Baustelle kommen: Heiraten und was willst du da bitte für Argumente bringen? Wie lang soll das noch rausgeschoben werden? Nach dem Studium kommt nix mehr, hinter dem man sich verstecken kann.
Ok, gut ich mach mich finanziell unabhängig und gehe dann auf Abstand - ist jetzt auch nicht besser. Sie meinten auch, dass wenn ich so einen Job bekomme die sich ein Haus kaufen werden und ich praktisch da mitzahle... wenn ich Pech habe, werde ich nicht mal eine eigene Wohnung haben können.
Ich kenne auch keinen Türken, der unverheiratet ausgezogen ist ohne Grund - außer sie sind etwas "speziell"
Ich habe nach der Ausbildung gesagt, dass ich eine Wohnung in der Nachbarstadt gesehen habe wo ich gerne einziehen würde, ich hätte es mir sogar finanzieren können, allerdings wollten das meine Eltern halt nicht. Die sind dann gleich mit der Respektlos-Schiene gekommen und das ginge gar nicht... als ich in eine fremde Stadt zum Studieren gezogen bin hat meine Familie in der türkei auch schon voll Zoff gemacht, was das solle etc. wieso ich meinen "vater verlassen" würde... richtig krank.
Hier kann ich mich ausleben... aber ich bin halt nicht zum Spaß hier sondern zum Studieren. Und jetzt wo ich das gefunden habe was ich immer wollte, eine vielversprechende Beziehung, merke ich dass ich eig total gefangen bin. Die Dinge sind leider nicht immer so einfach wie man es gerne haben möchte. ich vergesse oft dass ich nur temporär hier bin.
Es ist irgendwie egal, wie man es dreht und wendet. Ohne ein vernünftiges Outing wird da kein Weg dran vorbei führen es werden immer mehr Steine in den Weg gelegt werden.
Das was mir die meisten Leute raten ist einfach nur abhauen oder auf unbestimmte Zeit schieben... das habe ich aber schon lange Jahre gemacht.
Ich verstehe aber was du mir sagen möchtest.
Naja Studium zu ende bringen, durchziehen, auch wenn es mir überhaupt nichts bedeutet und dann halt mal gucken...