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Was soll ich über meine Schwester noch denken?

Liebe Kaela,

Eine Woche Urlaub, dass ist schön. Ich wünsch dir dass es eine ganz schöne, erholsame Woche wird. 🙂

Ich hoff auch dass mein Vater kapiert dass mit meiner Schwester was nicht stimmt. Ich könnte mir sogar vorstellen dass er dass eigentlich selbst schon weiß. Aber man eben, warum auch immer, in meiner Familie über sowas nicht spricht sondern es unter den Teppich kehrt, leider. Keine Ahnung wie er reagiert wenn ich mit ihm red, aber irgendwas muss er dann machen. Ich werd dir davon berichten. Allerdings Wart ich mit dem Gespräch bis ich ihn nächste Woche seh, ich glaub dass ist besser als so ein Gespräch am Telefon zu führen.

Nein, zur zeit will ich mich nicht mehr selber um meine Schwester kümmern.
Es ist schon komisch aber als ich mir vor knapp einem Jahr ein Pferd kaufen wollte hat meine Schwester versucht meine ganze Familie gegen mich aufzuhetzen und hat alles getan um das Pferd zu verhindern. Am Ende hab ich das Pferd natürlich trotzdem geholt und jeder in der Familie mag es.
Jetzt bekomm ich ein Kind und nach einem echt seltsamen Telefonat hat meine Schwester nun den Kontakt abgebrochen. Sowas trifft.
Es gab noch eine ganze Reihe weiterer Situationen in welchen ich plötzlich die "böse" war ohne überhaupt zu wissen wie ich da hineingeraten konnte und in letzter zeit frag ich mich immer häufiger ob meine Schwester nicht auch da ihre Finger im Spiel hatte. Vielleicht werd ich aber auch langsam paranoid was meine Schwester betrifft. 🙂
Aber ihre Reaktionen auf das Pferd und nun das Kind hab ich mir nicht eingebildet und ich frag mich ob solches verhalten sich allein durch eine Depression erklären lässt, bzw. Entschuldigen lässt.
Ich wär die letzte die meiner Schwester die Tür vor der Nase zuknallen würde wenn sie einfach mal sagen würde was ihr Problem ist, aber solang sie dass nicht tut soll sich jemand anderer kümmern.
Nächste Woche werd ich sie ja zwangsläufig sehen. Mir fällts echt generell schwer kalt und abweisend zu jemandem zu sein, aber diesmal muss ich da durch. Meine Schwester muss auch mal merken, dass sie echt zu weit gegangen ist.

Ich bin auch gespannt wie mir das Buch gefällt, ich hoff es kommt endlich an🙂
Eigentlich hab ich es in erster Linie wegen meiner Schwester bestellt aber auch weils mich generell interessiert.
Ob ich selber manchmal Depressionen hatte/hab weiß ich gar nicht so genau. Nachdem meine kleine Schwester verunglückt ist bin für eine ganze Weile in ein sehr tiefes Loch gefallen aber ich glaub dass ist normal. Manchmal fall ich immer noch in solche Löcher aber ob das Noch normal ist oder nicht, keine Ahnung. Passiert mittlerweile auch nur noch selten. Leider hab ich nach dem Unfall auch plötzlich echt heftige soziale Ängste entwickelt. Konnte zb. Auf einmal keine Vorträge mehr halten oder irgendwas machen wo ich zu sehr im Mittelpunkt gestanden hätte obwohl ich davor nie probleme damit hatte. Leider bin ich damals weggerannt anstatt dagegen zu kämpfen. Die 2 Jahre in einem 3. Welt Land damals haben mir echt gut getan aber die Ängste hab ich immer noch teilweise. Bei der Vorstellung einen Vortrag halten zu müssen dreht sich mir immer noch der Magen um. Dass hat mir beruflich echt viel kaputt gemacht, leider.
Darf ich dich fragen was du für Ängste hattest und wie du sie wieder in den griff bekommen hast? (Musst du mir natürlich nicht sagen, nur wenn du willst. Ist ja jetzt auch wieder ein ganz anderes Thema🙂)

Also dann, ich wünsch dir einen schönen. Tag!
 
Lieber Gast,

ich bin gespannt, wie das Gespräch mit deinem Vater verläuft! 🙂

Auch diese Sache mit dem Pferd könnte Eifersucht sein, genau wie dein Kind. Die Frau ist echt heftig! Soweit ich weiß, kann man fieses Verhalten nicht auf eine Depression zurückführen. Vielleicht hat deine Schwester noch was anderes ...
Dein Entschluss, dich ihr gegenüber abweisend zu verhalten, hört sich sehr fest an. 🙂 So, als wüsstest du genau, was du jetzt im Moment willst. Und es scheint so, dass du nicht mehr ganz so unter der Situation leidest. Oder ist das nicht so?

Wie gesagt, in dem Buch geht es um die familiären Ursachen von Depressionen, und ich finde, da weiß Giger-Bütler eine Menge. Es geht weniger um die Wege aus der Depression hinaus, nur zum Schluss ein bisschen; er hat zu dieser Frage mindestens ein anderes Buch geschrieben. Was einen etwas irritieren kann, ist, dass er sich oft wiederholt. Sowas hab ich noch in keinem anderen Buch gesehen. Aber vielleicht ist das ein Teil seiner Strategie, vielleicht möchte er die vermutlich depressiven Leser/innen immer wieder daran erinnern, dass so viel Härte gegen sich selbst nicht normal ist, und dass eigentlich jeder einen besseren Umgang mit sich selbst verdient hätte.

Was bei Depressionen meiner Ansicht nach immer wichtig ist, ist das Zulassen von Gefühlen. Tränen und Wut natürlich in erster Linie, aber auch alles andere. Ich glaube, dass eine Depression oder depressive Verstimmung immer auch eine emotionale Verstopfung ist. Wenn man die Gefühle, die gerade da sind, nicht unterdrückt, sondern auslebt, dann stellen sich nach einiger Zeit wieder Gefühle der Ruhe, Verbundenheit und manchmal sogar Fröhlichkeit ein. Das hat mir auch ein Körpertherapeut bestätigt: "Die negativen Gefühle gehen nicht "weg". Sie verändern sich nur." Ich stelle mir das wie ein fließendes Gewässer vor, das nach einem Regen schlammig wird. Einfach weiter fließen lassen. 😉 Bei mir funktioniert das jedenfalls so gut wie immer.

Ja, ich denke auch, dass es normal ist, wenn man nach einem Todesfall in einem tiefen Loch versinkt. Hast du diese Depressionsphasen, weil du in den Phasen verstärkt an deine kleine Schwester denkst oder aus anderen Gründen? Oder sind dir die Ursachen nicht klar?
Du scheinst wirklich ein sehr starker Mensch zu sein ... dass du das so gut verkraftet hast.

Ich hatte damals ganz starke soziale Ängste. Damals ist mein gesamtes Leben zusammengebrochen, ich hab mein Studium aufgegeben, weil es eben doch nicht richtig zu mir gepasst hat, Freunde alle weg, keine Ahnung, was ich ansonsten lernen sollte, totale Energielosigkeit, Verzweiflung. Null Selbstwertgefühl. Daher die Angst vor fast allen Menschen. Ich konnte lange Zeit tagsüber nicht aus dem Haus und auf die Straße. Nachts ging es eher. Ich hatte das Gefühl, dass die Leute einen nachts eher als Menschen ansehen und nicht als Leistungsträger - oder eben "Versager". 😉
Ich hab lange Zeit immer im Kopf gehabt, dass meine ganze Verwandtschaft (die ich zum größten Teil mag) denkt, sie soll endlich arbeiten, sie soll endlich was lernen. Kaum jemand hat was zu mir gesagt, aber es war klar, dass sie so denken. Hat sich später bestätigt. Wie eine Depression entsteht, haben die meisten nie kapiert. Jedenfalls bin ich lange so quasi wie das Küken vor der Schlange erstarrt sitzen geblieben. Ich sollte, sollte, sollte ... Wobei - es waren nicht nur die Verwandten, sondern auch ich selbst. Ich hab mich dauernd mit meinen Altersgenossinnen und -genossen verglichen, die natürlich alle schon viel weiter waren. Meine Therapeutin hat mir in diesem Punkt überhaupt nicht weitergeholfen. War ja auch eine klassische Psychoanalytikerin. Die halten nicht viel von konkreter Hilfe. Man soll auf alles selber kommen, schließlich werden wir fast alle 80 Jahre alt, da hat man Zeit. 🙄 Jedenfalls war ich irgendwann an dem Punkt, an dem ich mir gesagt hab: Ich sch... auf alles, was andere diesbezüglich Arbeit/Ausbildung sagen oder denken!!! Ich bin jetzt krank. Ich kann jetzt nicht rausgehen und arbeiten. Punkt. Und dann hab ich angefangen, jeden Tag eine Runde um den Block zu drehen. Manchmal auch zweimal am Tag. Irgendwann dachte ich, och, jetzt mach ich die Runde ein bisschen größer. Und nochmal größer ... So ging das über lange Zeit, und irgendwann war das Rausgehen kein Problem mehr. Kleine Schritte also. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich mich damit überfordere, sondern dass mein kaputtes Selbstbewusstsein eben langsam mit wächst. Zu dem Zeitpunkt war mir auch schon lange klar, dass ich nicht schuld an meiner Lage war, sondern meine Eltern ziemlich viel Mist gebaut haben. Sowas ist natürlich sehr wichtig zu wissen.

Wieso bei dir nach dem Tod deiner kleinen Schwaster soziale Ängste aufgetaucht sind, weiß ich nicht ... Vielleicht, weil dir durch den plötzlichen Unfall so richtig bewusst geworden ist, dass der Tod im Prinzip jeden Tag zuschlagen kann? War es ein Verkehrsunfall, bei dem jemand anders schuld war?

Könntest du dir vorstellen, im kleinen Kreis zu üben, Vorträge zu halten? Erstmal nur kurze?

Vorträge waren bei mir schon immer ein Problem, auch in der Kindheit und Jugend. Aber das mit diesen Ängsten ... ist schon seltsam. Ich hab vor mehr als zwanzig Jahren zeitweise die Sitzungen einer Gruppe geleitet. War auch ein ganz bisschen in der Öffentlichkeit präsent. Reden am Mikro war immer furchtbar. Aber die Moderation der Gruppensitzungen ging gut. Hatte aber immer das Gefühl, ich bin eine soziale Hochstaplerin - naja, war ich ja auch. Damals wusste niemand, wie schlecht es mir geht. Ich weiß nicht ... vielleicht muss man generell ein gutes Selbstbewusstsein haben, um vor anderen auf Dauer auftreten zu können bzw. sich im Angesicht einer Gruppe gut konzentrieren zu können.

Du hast doch genügend Freundinnen und Freunde, oder? Und ich hab das Gefühl, dass du freundlich auf andere Leute zugehst und auch viel Freundlichkeit von andern erfährst, nicht? Also dass kein großer Graben zwischen dir und anderen existiert.

Hab übrigens vor einiger Zeit nach 20 Jahren wieder einen Vortrag gehalten, vor einer Handvoll Leute. War mir gerade recht. Ein Publikum, das man quasi mit der Lupe suchen musste. 🙂 Da ich von meinem Thema so begeistert war, ist der Vortrag eine Stunde lang geworden, u. die Leute waren vom Thema auch sehr beeindruckt. Ich hab vorher überhaupt nicht an meine Vortragsängste gedacht, also ich hab sie verdrängt. Umso erstaunter war ich, dass sie dann nach so 10 min. zugeschlagen haben, also Panikattacken, immer wieder. Die Leute haben schon gemerkt, dass ich unsicher war, und zwischendurch war die Panik so schlimm, dass ich kurz rausgegangen bin, um ein paar Schlucke Wasser zu trinken. Dann gings wieder besser. Und bis auf einen Zuhörer kannte ich alle, also "intimer" hätte es kaum sein können. Tja, ich weiß auch nicht ...
Der Vortrag war nicht meine Idee, jemand anderer ist an mich mit der Bitte herangetreten. Es ist also bestimmt nicht perfekt gelaufen, ich bin aber trotzdem stolz auf mich, dass ich den Mut hatte, wieder vor anderen zu reden.

Konzentration ist bei mir leider ein Problem. Kannst du dich denn generell gut konzentrieren?

P. S.
Jetzt fällt mir noch was ein: Die Paartherapeutin und Autorin Eva-Maria Zurhorst ("Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest") hat in einem ihrer Bücher auch vor ihrer Vortragsangst geschrieben. Sie war zeitweise Journalistin, konnte aber wegen ihrer Panikattacken keine Reportagen machen. Sie konnte vor dem Mikro schlicht nicht reden - solange es um politische und gesellschaftliche Themen ging. Auch sie hat einen Zusammenbruch gehabt, also zeitweise kaum arbeitsfähig, gut dotierter Job weg, teure Karosse, Wohnung, Hotelaufenthalte weg. Dann hat sie gemerkt, dass ihr Thema eigentlich Beziehungen und Psychologie sind und dann hat sie, nachdem sie selbst ihre eigene Kindheit und Partnerschaft angefangen hat aufzuarbeiten, psychotherapeutische Ausbildungen gemacht und im kleinen Kreis - erstmal bei ihrer Frisörin - Psycho-Vorträge gehalten. Jetzt leitet sie große Seminare, hat in einem Film vor der Kamera gesessen, hält vor -zig Leuten Vorträge. Aber halt nur zu psychologischen Themen. Dafür brennt sie, vermutlich geht es auch deshalb so gut. Und sie sagt, sie sei ein introvertierter Mensch und die funktionieren anders als die extrovertierten.

Kannst du damit was anfangen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Liebe Kaela,

Vielen dank für deine Antwort. Ich hab mich ehrlich darüber gefreut🙂

Ja meine Schwester ist echt heftig. Ich glaub auch immer mehr dass hinter ihren Reaktionen Neid steckt, echt traurig wenn die eigene schwester einem ganz offensichtlich nichts gönnt. Ich hätte ja sogar noch irgendwie Verständnis wenn sie nichts hätte und ich alles aber dass ist überhaupt nicht der fall. Es trifft mich schon noch ziemlich, aber irgendwie hab ich mich jetzt damit abgefunden. Aber in 4 Tagen wenn ich sie zwangsläufig Treff wird sie ziemlich schnell merken dass sie diesmal echt zu weit gegangen ist. Wer weiss wie sie darauf reagiert. Trotzdem red ich Mit meinem Vater, irgendwer muss ihr ja helfen. Ich werd dir erzählen wie er reagiert hat🙂

Deine Beschreibung von der Depression und dem fließendem Gewässer ist echt schön! Ich glaub nicht dass ich ein besonders starker Mensch bist, ich glaub dass bist eher du🙂
Um nach solch starken sozialen Ängsten wieder hochzukommen und um sich sein Selbstvertrauen zurückzuerkämpfen braucht man ziemlich viel kraft und mut. Viele Menschen schaffen es nicht mal sich überhaupt einzugestehen dass sie krank sind. Oder sie hören einfach auf zu kämpfen und betäuben sich mit Alkohol.
Wie haben deine Eltern und deine Verwandtschaft auf deinen Zusammenbruch reagiert, haben sie dich unterstützt?
Ich Finds toll dass du dass geschafft hast!
Hast du heutzutage ein gutes Verhältnis zu ihnen?
Hut ab auch dass du soweit gekommen bist wenn Vorträge für dich schon immer ein Problem waren. Und dass du später sogar solche Sachen gemacht hast. Und diesen Vortrag zu Ende gebracht hast, trotz panikattacken.
Hast du einen Beruf gefunden der zu dir passt? Ich finde es ist sowieso ganz egal was man macht oder wie die Tätigkeit von anderen bewertet wird. Aber dass heutzutage nicht zu vergessen ist schwer weil die Gesellschaft ganz andere Werte vermittelt.

Ja der Unfall meiner Schwester war ein Verkehrsunfall, aber es gibt niemanden dem man die Schuld geben könnte. Ein Autofahrer bekam während dem fahren einen Herzinfarkt. Die Freundin ist ein paar Meter vor ihr gelaufen und hat nicht mal einen Kratzer abbekommen (zum Glück) aber meine kleine Schwester hat es voll erwischt. Normalerweise haben sie nie diesen weg zur Schule genommen aber an diesem Tag eben schon. Irgendwie bleibt man da ziemlich sprachlos und erstarrt zurück.
An manchen Tagen holt mich die trauer um sie immer noch ein aber inzwischen bin ich an den meisten Tagen einfach froh dass ich sie überhaupt hatte. Ich glaub von sowas kann man sich sowieso nie mehr ganz erholen.
Ich weiß auch nicht woher meine sozialen Ängste am Ende kamen. Die Geschichte mit dem Unfall hat sich bei mir im Studium ziemlich schnell rumgesprochen ohne dass ich selbst dazu beigetragen hätte und plötzlich hatte ich das Gefühl dass jeder mich anstarrt und erwartet dass ich ausrast oder irgendwas sag oder mach und plötzlich hab ich nur noch denken können du musst jetzt funktionieren, alle starren dich an, also funktionier. Ähnlich wie du wahrscheinlich als du dachtest du sollst. Natürlich hab ich nicht funktioniert und als ich paar Wochen später einen Vortrag halten sollte ist dieser ziemlich schief gegangen. Dann kam die Angst davor dass das gleiche wieder passiert und anstatt dass ich mich der Angst gestellt hätte bin ich weggerannt was die Angst ja nur verstärkt.
Komischerweise hab ich als ich 2 Jahre in Afrika Waisenkindern englisch beigebracht hab ständig Vorträge gehalten und es war überhaupt kein Problem. Dann kam ich wieder und sollte einen Vortrag halten vor fremden Leuten und die Panik war sofort wieder da. Irgendwie ist in meinem Kopf so ein Schalter der sich umlegt, sobald ich weiß dass es um Publikum geht das Leistung erwartet. Ich schätz wenn ich meinen Eltern von diesem Problem erzählen würde würden sie es mir nicht mal Glauben weil ich eigentlich gar nicht schüchtern bin. Schon seltsam.

Wie schaffst du dass, trotz panikattacken einen Vortrag vorzutragen? Wie habennsich deine panikattacken geäußert?

Heute hat mir die Nachbarin erzählt dass es einen neuen Briefuusteller gibt weil der alte bei zu hohem Arbeitsaufwand Post hat verschwinden lassen. Ich hoff echt das Buch taucht endlich auf, zeit wärs.

Oje jetzt hab ich dich auch ganz schön vollgequatscht🙂 ich wünsch die noch einen schönen urlaubsabend.
 
Lieber Gast,

denkst du, dass deine Schwester neidisch ist? Ich hatte eher das Gefühl, dass es bei ihr um Eifersucht geht, was dein Pferd und dein Kind anbelangt, also die Traurigkeit und Wut darüber, dass du einem anderen pflegebedürftigen Wesen deine Aufmerksamkeit widmest oder widmen wirst und weniger Zeit für sie hast. Oder denkst du, dass sie selbst sehr gern ein Pferd/Tier und ein Kind hätte und das jetzt für sie nicht möglich ist?
Wie hat sich denn deine Schwester verhalten, als sie erfahren hat, dass du nach Afrika gehst?
Ich finde es übrigens große Klasse, dass du dort warst und als Lehrerin gearbeitet hast!! Ich könnte mir vorstellen, dass dir das ein großes Gefühl der Befriedigung gegeben hat, oder? Waren die Lebensbedingungen an Ort und Stelle sehr viel härter als hier im Westen? Gab es in der Gegend Hunger?

Was du über den Tod deiner kleinen Schwester geschrieben hast, ist wirklich sehr traurig. Und ich hatte, als ich es las, auch das Gefühl, dazu kann man nichts sagen, die Umstände machen einen sprachlos. Es tut mir wirklich Leid, Gast. Ich hab so etwas nicht erlebt, aber ich kann mir natürlich vorstellen, dass sich diese Wunde nie mehr ganz schließt.
Bist du irgendwie ... gläubig? Denkst du, dass ihr euch drüben irgendwann wiedersehen werdet?

Bei dem ersten Vortrag, den du nach dem Tod deiner Schwester gehalten hast, dachtest du, dass alle dich anstarren und du jetzt funktionieren musst. Genau so empfinde ich das immer, wenn ich vor anderen reden muss. Dass ich jetzt unbedingt funktionieren muss. Auch in den Situationen, in denen ich unbedingt vor vielen Leuten etwas sagen wollte, was ich für sehr wichtig hielt, dachte ich immer wieder, dass alle mich angucken und von mir "Leistung" erwarten. Und habe folglich nicht mehr total konzentriert daran gedacht, was ich jetzt wie sagen will. Ehrlich, ich hasse die Wörter "Leistung" und "funktionieren". Obwohl es etliche Arten von Arbeit gibt, die ich sehr gerne tu. Mit dem Wort Arbeit drückt man etwas anderes aus als mit "Leistung". Ich glaube, dass im Wort Leistung und mit "funktionieren" auch immer die hohen oder höchsten Erwartungen anderer Leute - Chef, Kunden etc. - mitgemeint sind. Aber bei Vorträgen ist es halt auch so, dass wohl die meisten erwarten, dass der Vortrag perfekt läuft. Dass er nicht nur gut sein sollte, sondern dass er perfekt laufen muss und dass die Vortragende keine Angst haben darf, weil sich das Unbehagen der Vortragenden auf die Zuhörer auswirkt. Wenn die Rednerin Angst hat, überträgt sich die Angst ... und naja, dann kommts auch öfters zum "Fremdschämen", was die Rednerin auch nicht will. Obwohl manche Zuhörer vielleicht denken, och, die hat jetzt eben einen nicht ganz so guten Tag, oder toll, dass sich derjenige überhaupt hinstellen und reden kann. Oder - ja, ich konnte mich bei meiner letzten Rede auch nicht so gut konzentrieren, oder: "Ja, diese Ängste kenne ich auch, armer Mensch da vorne ... wird mit der Übung vermutlich besser."
Vielleicht machen wir uns da auch zu viel Druck, wenn wir hier Perfektion von uns erwarten.
Was mich noch besonders interessieren würde: Weißt du noch, was du früher, vor dem Tod deiner kleinen Schwester gedacht hast, wenn du Vorträge gehalten hast? Kurz davor und währenddessen? Und wie du dich dabei gefühlt hast? Kann es sein, dass du mit diesem einschneidenden Ereignis sowas wie das Urvertrauen verloren hast?
Ich könnte mir vorstellen, dass ein Grund für diese Vortragsängste der ist, dass wir uns irgendwie von den Zuhörenden total abgeschnitten fühlen und nur noch an die vermeintlich überhöhten (?) Erwartungen der Zuhörer denken. Andererseits ... in dem Moment ist man einfach für längere Zeit der einzige Spieler auf der Bühne. Und es kommt darauf an, dass man sich längere Zeit total auf etwas konzentrieren und denken können muss. Ich hab diesbezüglich sehr unterschiedliche Tage, kann vor Müdigkeit oft kaum richtig denken, dann wieder gehts gut.
Wenn man in einem Zweier- oder Dreiergespräch ist, dann fließt "es" meistens, also man ist irgendwie eins mit sich, mit dem Thema und den Zuhörenden. Dann denkt man meist nicht über das eigene Denken nach, und ich vermute mal, dass es früher bei dir genauso war, oder?

Hast du in Afrika nur vor den Schulkindern gesprochen oder auch vor Erwachsenen? Und als du danach hier den Vortrag halten solltest - welches Bildungsniveau hatten die Zuhörer? Waren es in etwa so viele wie bei dem Vortrag, den du hättest halten sollen? Wenn ich vor lauter Akademikern oder Wissenschaftlern reden sollte, wäre es auch was anderes als bei Fachkräften.
Als du in Afrika unterrichtet hast, hast du ja ständig diese Konzentration aufgebracht, und es ist dir nicht außergewöhnlich schwer gefallen, oder?

Reden trotz Panikattacken - also ich hab jetzt ja nur diesen einen Vortrag gehalten. Was ich gespürt hab, war große Angst, vermutlich gab es auch körperliche Symptome (Herzklopfen, leichtes Schwitzen) wegen dem Druck, mich jetzt noch lange konzentrieren zu müssen. Als es ganz extrem wurde, hab ich ja den Vortrag unterbrochen und gesagt, dass ich kurz eine Pause machen muss, bin dann raus aus dem Raum u. hab was getrunken. Hab mich dabei gefühlt, als würde ich wieder ein bisschen zu mir selbst werden ... also zu einem ganzen Menschen, nicht mehr nur Denkmaschine sein.
Ich hab mir vorher fast alles aufgeschrieben, was ich sagen wollte, hab dann aber frei formuliert.

Und früher, vor meinem Zusammenbruch, war die Angst nicht ganz so groß, also ich glaub, ich hatte keine richtige Panikattacke, aber eben doch Angst. Es war total unangenehm, aber irgendwie auszuhalten.

Ja, ich hab Gott sei Dank einen Beruf gefunden, der relativ gut zu einigen meiner Interessen passt. Und ich sehe es genau wie du, das Wichtigste ist, dass man sich mit seinem Beruf wohl fühlt und nicht, was die Gesellschaft sagt.

Ich hab mich damals, als ich so krank war, für Jahre von meinen Eltern getrennt, weil ihre neurotische Art zu denken und zu handeln mich krank gemacht hat und mir eben nicht gut getan hat. Sie haben sich dann langsam zum Positiven geändert. Es ist heute leichter mit ihnen. Wenn auch nicht wirklich gut. Mein Zusammenbruch hat bewirkt, dass sie erstmals angefangen haben, über sich selbst, Kindererziehung und Beziehungen nachzudenken. Meine Mutter hat damals eine Therapie angefangen, die ihr wirklich gut getan hat. Mein Vater hat sich ja auch verändert, hat aber leider keine Therapie gemacht.
Ein großer Teil meiner Verwandtschaft hatte wohl große Aggressionen gegen mich und meine Krankheit - vermutlich, weil so was "nicht sein darf" und man sich "bloß am Riemen reißen muss". Es ist eben ein Milieu, in dem Gefühle und Liebe zwischen Eltern und Kindern in den Generationen über mir keine Rolle spielen durften. Naja, wenn man Depressionen hat, ist man ja auch kein angenehmer Zeitgenosse. Fast alle haben mich links liegen gelassen. Aber es gab auch einige wenige, die sehr nett zu mir waren.

Ja, ich bin ein Stehaufmännchen. Aber du bist trotzdem stärker und gesünder als ich, nach Afrika oder ins Ausland könnte ich nicht gehen, und du bist fähig zu engen, guten Beziehungen, was ich auch nicht hinkriege ...
 
Liebe Kaela,

Ja irgendwie glaub ich immer mehr dass meine Schwester einfach nur neidisch ist. Sie hat sich in den letzten 2 Jahren schon sehr verändert, aber ich hab's halt auch einfach nicht sehen wollen. Status ist für meine Schwester mittlerweile sehr wichtig und sie ist eine absolute Perfektionistin. Sie hat auch ein Pferd. Vielleicht wollte sie nicht dass ich auch ein Pferd hab, weil ich dann den gleichen "Status" hab wie sie. Und nun, durch das Kind einen "Status" hab welchen sie selbst noch nicht hat und daher das Theater. Solche Denkweisen liegen mir selbst absolut fern, aber klingt dass irgendwie logisch?
Ich kann mir immer schwerer vorstellen dass sie eifersüchtig ist, denn sie hat mich die letzten 2 Jahre ja praktisch sowieso permanent nur noch mit oberflächlichen Antworten abgespeist. Sie hat oft in etwa solche Antworten gegeben wie ich sie einer nervigen Arbeitskollegin geben würde mit der ich nicht über mein Privatleben reden will.
Morgen seh ich sie ja. Entweder sie wird wieder mal so tun als wäre nichts, oder aber sie wird versuchen sich an meinen Bruder zu hängen und mich auszuschließen. Dass hat sie in den letzten 2 Jahren immer mal wieder versucht aber glücklicherweise lässt mein Bruder sich auf solche Spielchen halt nicht ein. Ich weiß auch nicht, vielleicht Fang ich jetzt aber auch an meiner Schwester Sachen zu unterstellen die so gar nicht sind.
Als ich nach Afrika geflogen bin hat sie sich ehrlich für mich gefreut obwohl es für sie nicht leicht war dass ich nicht da war. (Damals war unser Verhältnis aber auch noch ganz anders). In den letzten Jahren ist sie selbst mal nach Afrika geflogen (allerdings nur ins Resort) und redet seither als wär sie eine große afrikaexpertin🙂 in meiner Familie wird sie dazu eher belächelt, ähnlich wie wenn sie mit ihrem "Fachwissen" aus dem Studium ankommt. Ich weiß auch nicht, aber sie scheint dauernd irgendwas beweisen zu wollen.
Oje, jetzt hab ich doch wieder mehr über meine Schwester geschrieben als ich wollte🙂

Es ist schon komisch aber alle Gedanken die du zum Thema Vortrag beschreibst könnten genauso gut meine Gedanken sein. Ich Finds wirklich toll, dass du diesen Vortrag überhaupt gehalten kannst. Und dass du, trotz panikattacken wieder rein gegangen bist und ihn zu Ende gebracht hast. Du bist nicht weggelaufen, dass schafft nicht jeder.
Ja, bei mir ist es auch so, wenn mehrere Leute anwesend sind, läuft es besser. Irgendwie hat's mich jedesmal ruhiger gemacht weil ich wusste, es starren nicht nur alle auf mich und ich bin nicht die einzige die jetzt reden muss.
Ja, und ich mag die Wörter Leistung und funktionieren auch nicht. Stimmt aber schon, wenn man einen Vortrag hält sollte dieser gut sein, denn wenn er es nicht ist, ist es für einen selbst und auch den Zuhörer peinlich. Ich denk aber auch dass wir uns hier selbst viel zu viel Druck machen. Kein Mensch ist perfekt und Vorträge halten liegt halt auch nicht jedem und dass ist auch ok.
Ich weiß noch dass mir früher in der Schule Vorträge wirklich gar nichts ausgemacht haben. Nach dem Unfall und dem missglückten Vortrag im Studium ging dann gar nichts mehr. Irgendwie hat mir der Unfall damals schon das Vertrauen in die Welt genommen (irgendwie denkt man halt doch sowas passiert nur anderen) und irgendwie hab ich auch das Vertrauen in mich selbst verloren weil ich mich selbst nicht mehr gekannt hab. Allerdings waren damals Leute mit mir im Studium (bis auf einige wenige Ausnahmen) die alle sehr auf Leistung fixiert waren und sich ständig damit profiliert haben, was die Eltern alles für Titel haben. Ich Fands schrecklich. Ich hab schon vor dem Unfall gemerkt dass es mir immer schwerer fiel, Vorträge vor dieser Art von Leuten zu halten. Ich könnte wirklich nicht darauf schwören dass am Ende nicht genau das gleiche passiert wäre, nur vielleicht nicht in so einem Ausmaß. Es ist genau so, wie du es beschreibst,m,an denkt nur noch an irgendwelche überhöhten Erwartungen der Zuschauer und fühlt sich total abgeschnitten, kann sich gar nicht mehr auf das eigentliche konzentrieren und wird müde.

Ja, die Armut in Afrika war schon ziemlich groß und die Lebensbedingungen viel schlechter als hierzulande.
Aber ich hab dass erste mal seit langem das Gefühl gehabt, etwas sinnvolles zu machen. An manchen Tagen waren nur 10 Kinder da, an anderen 20 und auch oft Erwachsene. Aber irgendwie war das was völlig anderes, weil dort irgendwie niemand Leistung erwartet hat. Die Stimmung war einfach viel lockerer und lustiger. Keiner hat darauf geschaut ob dass jetzt gut ist wie ich dass mach oder ob es ein anderer nicht besser könnte. Sie haben mich einfach so gemocht, ich weiß auch nicht wie ich dass besser erklären könnte.

Ich freu mich für dich dass du einen Beruf hast der zu dir passt. Heutzutage ist dass ja auch nicht mehr selbstverständlich.
So wie du dass beschreibst scheinen unsre Familien sich gar nicht so unähnlich zu sein. Bloß keine Schwäche zeigen, lieber am Riemen reißen, schon schade.
Immerhin haben deine Eltern angefangen nachzudenken, dass ist schon mal was oder? Aber ich glaub manchmal ist Abstand zur Familie gesund und notwendig. Hast du denn noch Geschwister?

Ich bin jetzt niemand der oft in die Kirche geht aber ich ich hoff sehr dass ich meine kleine Schwester eines tages wiedertreff. Irgendwie wäre das leben doch sinnlos, wenn man eines Tages stirbt und da wäre tatsächlich einfach gar nichts oder.
Bist du denn gläubig?

Jetzt wünsch ich dir noch einen wunderschönen urlaubsnachmittag!
 
Hallo Gast! 🙂

Ich antworte dir auf jeden Fall auf deinen letzten Beitrag, aber vermutlich nicht vor Donnerstag. Ich muss in den nächsten Wochen abends was lernen.
Wünsch dir ein paar angenehme Novembertage! Und bin gespannt, was du von dem Gespräch mit deinem Vater erzählst.

Schöne Grüße und bis demnächst.
 
Hallo ich brauch hilfe es geht um meine Schwester, sie hat vor vier Jahren ein Kind bekommen da war sie 14 Jahre und wohnte zum Glück noch bei meinen Eltern! Sie hat am Anfang versucht sich um ihr Kind zu kümmern, hat es aber nicht lange durchgehalten (Grund war damals auch der Erzeuger von ihrem Kind)! Sie hat sich also nicht mehr um ihren Sohn gekümmert aber zum Glück waren meine Eltern da! Vor einem Jahr ist sie mit ihrem neuen Freund zusammen gezogen und hat dann langsam angefangen sich mit ihrem Sohn zu beschäftigen! Ihr neuer Freund hat es mit dem kleinen nicht so!! jetzt will sie in eine größere Wohnung ziehen mit Kinderzimmer und den Jungen zu sich holen!! Klar hat sie das Recht ihn zu sich zuholen aber meiner Meinung nach kann sie nicht nach vier Jahren kommen und ihn aus seinem gewohnten Umfeld rausziehen! Der kleine lebt sehr glücklich bei meinen Eltern geht dort in den Kindergarten hat seine ganzen Freunde dort usw. Meine Schwester hat nicht mal einen Führerschein und meint wenn er dann bei ihr wohnt kann dann ihre Freundin (die momentan ein kleines Baby hat) auf ihren Sohn aufpassen wenn sie auf Arbeit geht! Sie kann sich die neue wohnt gar nicht leisten, ihr Freund geht nämlich studieren und zieht nicht mit in diese wohnung also muss sie diese alleine zahlen! Sie verdient grad mal bisschen mehr als 1000€! Also vielleicht kennt sich da jemand aus und kann meinen Eltern und mir helfen??!! Danke schon mal
 
Hallo Gast,
Vielleicht würde es helfen wenn sich alle mal um einen Tisch Setzen und darüber reden wie die Dinge sin und welche Möglichkeiten es gibt. Und natürlich auch was für den Kleinen am besten ist.
Vielleicht eröffnest du eine eigene Diskussion, dann lesen mehr Leute deinen Text und können dir besser helfen.
Viel Glück!
 
Liebe Kaela,
Cool dass du dich zwischendurch mal gemeldet hast🙂
Ich hoffe du lernst erfolgreich und hattest noch einen schönen Urlaub.
Also ich hab inzwischen mit meinem Vater geredet. Er hat gesagt dass er auch schon eine ganze Weile sieht dass mit meiner Schwester irgendwas nicht stimmt. Er hat schon mehrere Male versucht mit ihr zu reden aber er kommt überhaupt nicht an sie ran, egal wie er das Gespräch anfängt oder was er tut. Er macht sogar Ausflüge mit ihr und verbringt viel zeit mit ihr aber wirklich reden tut sie mit ihm auch nicht.

Ich bin inzwischen auch fast eine ganze Woche hier und die ersten 4 Tage haben wir gar nicht miteinander gesprochen, obwohl wir bei der hochzeit praktisch nebeneinander saßen und jeden Tag beide gemeinsam mit den Eltern gegessen haben. Irgendwann kam sie dann zu mir und hat gefragt wie es meinem Pferd geht. Ich hab sie dann gefragt wie es ihr geht, da kam nix außer GUT. Dann hab ich sie gefragt warum sie den Kontakt zu mir abgebrochen hat und zuerst hat sie gesagt ich hätte mich nicht mehr gemeldet. Allerdings hat sie meine Nachricht bekommen, ich hab sie selber gesehen. Dann hat sie gesagt sie war sauer weil es eine Freundin von mir vor ihr wusste. Allerdings hat ihr Drama schon angefangen bevor sie dass wusste. Und dann hat sie gesagt sie ist sauer weil ich sie verlassen hab und sie wegen der entfernung dann auch das Kind kaum sieht. Irgendwie glaub ich ihr dass, aber ich glaub trotzdem dass da noch ein viel größeres Problem in ihrem Kopf ist. Und irgendwie wurde mit der "Aussprache" jetzt auch nix besser. Sie ist weiterhin echt komisch und redet nicht mit mir und ich irgendwie auch nicht wirklich mit ihr. Irgendwie schaff ich's nicht einfach wieder auf normal umzuschalten. Ihr verhalten hat michndiesmal echt getroffen und sie hat sich nicht mal entschuldigt.
Gestern waren wir mit der ganzen Familie essen. Alle freuen sich jetzt halt über das neue Kind, aber meine Schwester hat nur auf den Tisch gestarrt und gar nix gesagt. Irgendwann ging's um Namen und einer unserer Onkel meinte dann ach nee der Name klingt wie was weiß ich was, aber halt im Spaß 🙂 und auf einmal lacht meine Schwester richtig gehässig.

Morgen bin ich wieder weg und besser ist gar nix geworden. Irgendwie tut sie mir dann wenn sie so verloren ausschaut auch wieder leid. Ich schwank ständig zwischen Mitleid und Enttäuschung und ich weiß echt gar nicht mehr wie ich sie einschätzen soll oder wie ich mit ihr umgehen soll.

Meinnbruder hat mir erzählt dass sie sich bei ihm beschwert hat dass ich mich nicht mehr meld und so komisch geworden bin und sie aus meinem leben schmeiß. Mein Bruder glaubt dass meine Schwester so auf mich fixiert ist dass alles was ich hab was meine Aufmerksamkeit von ihr ablenkt am Ende für sie ein Problem ist. Ich weiß auch nicht, ich Blick echt gar nicht mehr durch.

Naja. Auf jeden fall wünsch ich dir einen schönen Tag und viel Erfolg beim lernen.
 

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