Naja Sarrazin blieb noch lange in der SPD und sein Buch war ein großer Erfolg.
Das stimmt. Ich glaube der Austritt aus der SPD geschah erst 10 Jahre später. Allerdings liegt das ja oftmals darin begründet, dass juristische Mühlen langsam mahlen und erst zig fach geprüft werden muss, ob man das machen kann. Empörte Stimmen, das jemand geächtet werden soll, erfolgen hingegen sofort.
Wenn ich an das Gedöhns denke ob man dem Schröder wegen Putin seinen Schreibtisch streitig machen kann oder nicht...
Naja, dass bei den Linken auch immer Radikalinskis auftauchen, macht die Sache ja nicht unbedingt besser. Solche Leute ruinieren letztlich jede Demo.
Das sehe ich genauso und betrifft beide Seiten.
Und natürlich muss es Grenzen geben bezüglich Leuten die das mitmarschieren bzw. zumindest bezüglich der Leute die ans Podium gelassen werden. Wenn Leute bei PEGIDA im Chor ,,absaufen" schreien und sich dabei auf Flüchtlingsboote beziehen oder mit Schildern herumlaufen, die indirekt die Todesstrafe für ,,Volksverräter" verlangen (womit ja meist Merkel gemeint) ist, dann hat das halt nichts mit demokratischem Diskus zu tun.
Das stimmt schon. Also Hetzern auf einem Podium würde ich keine Bühne bieten. Da würde ich dann auch nicht stehenbleiben. Das was ausgesagt wird muss schon mit meiner Ansichtshaltung vereinbar sein, sonst ist es die falsche Demo. Das sollte eigentlich klar sein.
Aber was mein Nebenmann beim Spaziergang der PEGIDA für ein persönliches Engagement in sich trägt, wäre für mich nicht relevant und das ist auch nicht mein Verantwortungsbereich.
Das Problem ist ja auch, dass einige Leute so radikalisiert sind, dass es inzwischen vollkommen gleichgültig wäre, was die Politik macht. Es würde niemals reichen. Unser Ex-Kanzler Kurz hatte viele FPÖ-Themen übernommen und einen viel härterten Migrationskurs gefahren, aber für viele Leute aus dem rechten Spektrum reicht das längst nicht mehr.
Ich wäre für Deutschland froh gewesen wenn wir jemanden wie den Kurz gehabt hätten. Davon können wir nur träumen. Er wäre allerdings hier als rechter Spinner verschrieen worden.
Man muss ja auch sehen, dass ein Teil dieser Leute ja ein Problem mit Muslimen in Europa an sich haben. Aber wir einfach etliche Muslime, die in Österreich oder Deutschland geboren sind und die sind nun mal Teil unserer Länder. Wo sollen die auch hin.
Naja, also ich bin sicher das es im Normalfall um den Zuzug weiter Migranten und Überfremdung geht und der überwiegende Teil bereits damit zufrieden wäre, wenn da andere Weichen gestellt würden.
Diejenigen die bereits hier geboren wurden und bestens integriert sind, sollten wohl kein Problem darstellen. Bitte keine Thesen aufstellen die so nicht stimmen um die tatsächlich vorhandenen Probleme um die es zu Recht wirklich geht, abzuschwächen.
Naja, aber was wären den die grundsätzlichen Schritte, die du von einer konservativen oder rechten Partei erwarten würdest im demokratischem Rahmen? Wie müsste sich die CDU über Nacht ändern und was müsste sie umsetzen, damit du sie wählen könntest?
Vielleicht haben wir uns hier Missverstanden. Es geht nicht um die CDU. Das war nur ein Beispiel.
Es ging um deine Aussage das man ja durchaus EU Kritsch sein könnte und eine Flüchtlingsobergrenze erwarten könne ohne ins rechtsradikale abzudriften. Wenn jemand bereits als Rechtsradikal eingestuft wird, nur weil er sein Kreuzchen bei der AFD setzt frage ich dich (weil es ja für ihn innerhalb unserer Parteilandschaft keine Partei gibt sie seine Interessen auch nur annährend unterstützt) , inwiefern dieser in unserer Welt agieren kann ohne als Rechtsradikal diffamiert zu werden?
Deine obige Frage die du stelltest, beantwortet sich ja eigentlich von selbst: EU Kritischer sein, nicht nur Zugpferd im Zahlen sein, sondern auch Druck auf Brüssel ausüben bei Themen wie "Einhaltung des Flüchtlingsverteilungsschlüssel". Millionen für Beitrittskandidat Türkei sind ein schlechter Scherz, Entwicklungshilfe China ebenso ein Witz. Aber stattdessen macht jede etablierte deutsche Partei hier noch kräftig mit und spielt den Vorreiter. Die CDU macht da keinen Unterschied. Es existiert keine passende Partei unter den etablierten. Lediglich schlimme und noch schlimmere.
Aber du kannst dich ja mal mit der Antisetismusforschung auseinandersetzen und schauen, was da beispielsweise während Corona abging. Das Problem ist, dass die Politikverdrossenheit einiger Protestwähler oft darin mündet, dass sie praktisch alles ablehnen und als feindselig wahrnehmen, was von der etablierten Politik kommt und rechtspopulistische teils aber auch linkspopulistische Strömungen springen auf diesen Zug auf.
Der Einheitsbrei unserer Parteien, die ewigen falschen Versprechungen, Ein Wahlsystem das zu Koalitionen führt die sich gegenseitig behindern...etc,
Ich frage nicht weshalb die Leute die Schnauze so dermaßen voll haben, sondern weshalb der Bogen lange zuvor unbedingt so weit überspannt werden musste das es dazu kam das Menschen allmählich jegliche Empfängnis für politische Entscheidungen flöten geht.
Ich persönlich finde das nicht verwunderlich, sondern logisch.
Die Themen Corona oder Klimawandel haben im Grunde überhaupt nichts mit politischem Lagerdenken zu tun, sondern sind hochwissenschaftliche Themen bei denen eigentlich Fachkenntnisse und Forschungsergebnisse gefragt wären. Trotzdem wurden diese Themenfelder inwzischen in einen Art Kulturkampf integriert.
Weil es nicht darum geht das die Politik an allem Schuld wäre, das es das überhaupt gibt, sondern es in ihrem Entscheidungsbereich liegt wie damit umgegangen wird. Und damit ist man unzufrieden.
Bei den Corona-Demonstrationen sei man teilweise abstruse Querfronten des Irrationalismus. Ein Blick in die Geschichte zeigt auch wie abstrus sich Dinge entwickelt haben. Das unter rechtskonservativen Nostalgikern oft so beliebte Deutsche Kaiserreich erließ am 8. April 1874 das Reichsimpfgesetz gegen die Pocken. Auch Umweltschutz war früher oft ein Thema der Konservativen. Und es gibt bei diesen Themen längst nicht mehr um Fakten, sondern um Systemopposition und zwar Themen-unabhängig und rein um der Sache Willen.
Natürlich gibt es sehr viele Menschen die unlogisch handeln und obskure Denkanstöße vermitteln.
Ich finde allerdings bedeutend schlimmer, wenn solche Menschen auch unter den Entscheidern in der Politik zu finden sind. Denn das ist hauptsächlich maßgeblich.
Ich schreibe überhaupt niemandem vor wen er wählen darf oder nicht. Natürlich gibt es Leute, die rein aus Protest wählen. Ob da aber die AfD die richtige Wahl ist, bleibt fraglich.
Vielleicht sollte man lieber froh darüber sein, wenn Menschen die AFD lediglich aus Protest und nicht aus Überzeugung wählen?
😉 Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Und für Menschen die das Gelaber aus Brüssel nicht mehr hören können und keine Lust darauf haben das Deutschland so überbevölkert wird wie Indien, halte ich die AFD für die genau richtige Partei. Oder besser gesagt: Es existiert halt keine andere Partei die sich ähnlich gut eignet.
Das war sie vielleicht damals mit Lucke, aber heute? Ich kenne auch Leute, die dann sehr liberale Ansichten haben bezüglich Frauenrechten, Homosexualität und Drogenpolitik und die AfD aus Protest wählen. Die denken dann auch, dass die Mitgliedschaft von Personen wie Weidel etwas darüber aussage wie radikal die Partei tatsächlich ist. Nur werden dabei halt die vielen teils widersprüchlichen Lager der AfD ignoriert. Die Agenda der rechtsevangelikalen und rechtskatholischen Leute in der AfD wie etwa Beatrix von Storch passt ja überhaupt nicht zu einer Alice von Weidel, was Höcke hinter verschlossenen Türen denkt, möchte ich gar nicht wissen.
Im Ernst, du meinst der Protestwähler denkt ähnlich komplex wie du?
Es interessiert doch gar niemanden ob Storch zu Weidel passt.