Ja, damit hast du nicht unrecht. Aber mache das heute mal als Person der Öffentlichkeit. Als Moderator, Fussballtrainer oder Wetterfrosch. Das bist du schneller weg als du dich erklären kannst.
Naja Sarrazin blieb noch lange in der SPD und sein Buch war ein großer Erfolg. Und der Broder tritt zum Beispiel ständig bei Springer auf bzw. auf den Online-Sendern von Bild und Welt. Überhaupt scheint die Springer-Presse einen ähnlichen Weg wie FOX-News in Amerika zu gehen. Ob man das negativ oder positiv beurteilt, sei jedem selbst überlassen. Ich sehe mich als klassischer Sozialdemokrat, der aber abolsut dafür ist die Problematiken bei Migration, Integration etc. offen zu thematisieren um Lösungen zu finden. Tabuisierung von Problemen verschlimmert diese letztlich nur.
Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Wenn mir persönlich etwas wirklich wichtig wäre um mir sogar die Zeit zu nehmen auf der Strasse mit zu laufen, kann ich das nicht davon abhängig machen was der Spaziergänger neben mir denkt und tut. Wenn man das anfängt, braucht man sich auf keiner Demo blicken lassen. Und mich würde auch nicht interessieren ob ein Außenstehender alle Teilnehmer miteinander vergleicht.
Wenn es danach ginge, dürfte kein Linker auf eine Demo gehen, da überall der schwarze Block mitmischt.
Wäre angenehm, würde auch weniger demoliert werden...
Naja, dass bei den Linken auch immer Radikalinskis auftauchen, macht die Sache ja nicht unbedingt besser. Solche Leute ruinieren letztlich jede Demo. Und natürlich muss es Grenzen geben bezüglich Leuten die das mitmarschieren bzw. zumindest bezüglich der Leute die ans Podium gelassen werden. Wenn Leute bei PEGIDA im Chor ,,absaufen" schreien und sich dabei auf Flüchtlingsboote beziehen oder mit Schildern herumlaufen, die indirekt die Todesstrafe für ,,Volksverräter" verlangen (womit ja meist Merkel gemeint) ist, dann hat das halt nichts mit demokratischem Diskus zu tun. Das Problem ist ja auch, dass einige Leute so radikalisiert sind, dass es inzwischen vollkommen gleichgültig wäre, was die Politik macht. Es würde niemals reichen. Unser Ex-Kanzler Kurz hatte viele FPÖ-Themen übernommen und einen viel härterten Migrationskurs gefahren, aber für viele Leute aus dem rechten Spektrum reicht das längst nicht mehr. Man muss ja auch sehen, dass ein Teil dieser Leute ja ein Problem mit Muslimen in Europa an sich haben. Aber wir einfach etliche Muslime, die in Österreich oder Deutschland geboren sind und die sind nun mal Teil unserer Länder. Wo sollen die auch hin. Wir haben ein Staatsbürgerkonzept und kein Ethnisches. Leuten mit türkischem Migrationshintergrund, die hier als Enkel in der dritten Generation leben, kann ich doch nicht sagen, dass sie nicht Teil dieses Landes sind. Ich kann Grundzschutz betreiben, Migration regulieren, den politischen Islam kontrollieren und die Achtung der Verfassung und Integration fördern. Das wäre alles umsetzbar, aber keine Konzepte eines homogenen Ethnostaates, der Leute aufgrund von Kultur und Aussehen ausgrenzt, was ja auch völlig inhuman und verfassungswidrig wäre.
Du weißt noch um welche Frage es ging?
Naja, aber was wären den die grundsätzlichen Schritte, die du von einer konservativen oder rechten Partei erwarten würdest im demokratischem Rahmen? Wie müsste sich die CDU über Nacht ändern und was müsste sie umsetzen, damit du sie wählen könntest?
Richtig. Oder meinst du ich abonniere rechte Zeitschriften? Ich wohne ländlich, ich habe weder PEGIDA noch andere Veranstaltungen in meiner Gegend, noch hätte ich Zeit und Muße übrig um mich damit zu beschäftigen. Aber jetzt muss ich trotzdem mal fragen: Da laufen überall Menschen mit welche die Demokratie abschaffen wollen? Bei einer Corona Demo, echt? Steht das auf deren Stirn oder wurde vorher ein Fragebogen ausgefüllt? Wie kommst du darauf und was möchten diese Menschen stattdessen, deiner Meinung nach?
Diese Leute wissen vielleicht oft gar nicht, was sie wollen. Aber sie wollen ein Ende des Status Quo. Und wenn Leute immer Worte wie Systemling oder Systemparteien verwenden, was soll ich mir da erwarten? Wenn Leute bei von einer Neuen Weltordnung, ,,Israellobby" oder Globalisten und der derzeitigen BRD als DDR 2.0 reden? Ich habe nicht geschrieben, dass alle Leute auf solchen Demos das wollen. Aber du kannst dich ja mal mit der Antisetismusforschung auseinandersetzen und schauen, was da beispielsweise während Corona abging. Das Problem ist, dass die Politikverdrossenheit einiger Protestwähler oft darin mündet, dass sie praktisch alles ablehnen und als feindselig wahrnehmen, was von der etablierten Politik kommt und rechtspopulistische teils aber auch linkspopulistische Strömungen springen auf diesen Zug auf. Die Themen Corona oder Klimawandel haben im Grunde überhaupt nichts mit politischem Lagerdenken zu tun, sondern sind hochwissenschaftliche Themen bei denen eigentlich Fachkenntnisse und Forschungsergebnisse gefragt wären. Trotzdem wurden diese Themenfelder inwzischen in einen Art Kulturkampf integriert. Bei den Corona-Demonstrationen sei man teilweise abstruse Querfronten des Irrationalismus. Ein Blick in die Geschichte zeigt auch wie abstrus sich Dinge entwickelt haben. Das unter rechtskonservativen Nostalgikern oft so beliebte Deutsche Kaiserreich erließ am 8. April 1874 das Reichsimpfgesetz gegen die Pocken. Auch Umweltschutz war früher oft ein Thema der Konservativen. Und es gibt bei diesen Themen längst nicht mehr um Fakten, sondern um Systemopposition und zwar Themen-unabhängig und rein um der Sache Willen. Bei uns in Österreich sind etliche rechte Politiker der FPÖ geimpft (Kickl, Rosenkranz etc.), weil sie natürlich genau wissen, dass viel von dem Blödsinn der auf den Demos geäußert wurde nicht stimmt, aber rein aus politisch-taktischen Gründen bündelt man die Emotionen. Und Impfgegnerschaft gibt es ja sei Jahrzehnten in esoterischen Kreisen und das nicht nur bezüglich Corona.
Du bist dann der einzige Mensch dieser Welt der sich von nichts beeinflussen lässt. 🙂
Im Ernst, wenn jemand abends bei der PEGIDA mitläuft und nächsten Morgen die AFD wählt, ist das dann nicht seine Sache? Obliegt es DIR dann zu hinterfragen ob derjenige ohne die PEGIDA etwas anderes gewählt hätte? Es ist seine freie, demokratische Willensentscheidung, so wie du das für dich auch gerne erfährst.
Also hast du doch bereits ein Problem damit wenn eine Partei wie die AFD überhaupt gewählt wird. Du hältst dich aber doch schon durchweg für einen waschechten Demokraten, oder?
Du kannst das alles für lächerlich halten. Ich möchte jedenfalls keine Partei wählen auf die Leute wie Thorsten Heise (Freund von Höcke) oder Götz Kubitschek und Martin Selnner Einfluss nehmen.
Ich schreibe überhaupt niemandem vor wen er wählen darf oder nicht. Natürlich gibt es Leute, die rein aus Protest wählen. Ob da aber die AfD die richtige Wahl ist, bleibt fraglich. Das war sie vielleicht damals mit Lucke, aber heute? Ich kenne auch Leute, die dann sehr liberale Ansichten haben bezüglich Frauenrechten, Homosexualität und Drogenpolitik und die AfD aus Protest wählen. Die denken dann auch, dass die Mitgliedschaft von Personen wie Weidel etwas darüber aussage wie radikal die Partei tatsächlich ist. Nur werden dabei halt die vielen teils widersprüchlichen Lager der AfD ignoriert. Die Agenda der rechtsevangelikalen und rechtskatholischen Leute in der AfD wie etwa Beatrix von Storch passt ja überhaupt nicht zu einer Alice von Weidel, was Höcke hinter verschlossenen Türen denkt, möchte ich gar nicht wissen. Man sollte sich halt fragen, ob es sinnvoll ist Protest um jeden Preis zum Ausdruck zu bringen. Die AfD hat sich seit 2014 mehrfach gewandelt. Aber meine Meinung diesbezüglich ist letztlich irrelevant, weil ich als Ösi sowieso nicht bei auch wählen darf. Allerdings äußern sich Deutsche auch gerne zu unserer Politik (vor allem Gerald Grosz-Fans aus Deutschland aber auch Leute Böhmermann und Ulf Poschardt) und somit mache ich das auch ab und zu. Die deutsche Politik hat uns historisch auch immer tangiert. Wenn eurer Laden in die Luft fliegt, hat das auch Auswirkungen auf uns.
😀