Hallo an Alle, ich muss diesen Thread noch einmal hervorkramen
🙂
Und Dein Problem mit SVV gehört in die Rubrik seelische Krankheiten. SVV ist nicht nur ein Zeichen von Protest, sondern auch ein Signal für „hilf mir bitte“.
Dem kann ich nicht so ganz zustimmen. Was jetzt auf mich persönlich bezogen ist, verallgemeinern möchte ich meine Meinung jedoch nicht. Natürlich kann es bei vielen ein Hilferuf sein, wenn man jetzt davon ausgeht, dass man es sehr offensichtlich macht, sodass andere es sehen können. Aber das ist ja auch nicht bei allen der Fall.
Protest? Vielleicht. Gegen einen selber.
Seelische Krankheit? Mhhh..
Weil ich sauer auf mich bin. Weil ich sauer auf andere bin. Weil ich jemanden bestrafen will (vorzusgweise mich selbst). Weil es sich gut anfühlt. Weil es Druck abbaut. Weil es mich beruhigt. Weil ich finde, dass es schön aussieht. Manchmal auch, weil ich die Aufmerksamkeit mag. Aber nur ab und zu.
Ich kann alle Punkte bis auf den Letzten genau nachvollziehen.
Ich sehe das SVV auch nicht immer als Belastung an. Oft denke ich mir das es scheiß egal ist was ich mir antue. Wie ein Drogensüchtiger der seinen Schuss braucht um klar zu kommen.
Ein Drogensüchtiger ist krank, genau wie wir. Wir schaden uns selbst ggf so stark das es uns das Leben kosten könnte.
Diejenigen die dich lieben tut es wirklich im Herzen weh und es macht sie traurig, auch wenn du, und auch ich, das nicht immer glauben können weil wir uns von der Welt oder den eigenen Problemen überfordert fühlen.
Letzlich kannst du nur nach und nach lernen diesen Druck anders abzulassen, auf gesunde Art und Weise. Das dauert lange. Zwänge/Gewohnheiten lassen sich nicht von heute auf morgen ändern.
Erst wenn du erkannt hast das du psychisch krank bist, und du willst das sich etwas ändert, ist der Weg frei für den langen Weg zur Heilung.
Liebe grüße
SchwarzeSeele
Über die Fragestellung dieses Threads habe ich auch schon oft nachgedacht. Es gibt soviele Leute sie sich selbst schaden, wie auch der Drogensüchtige. Was ist mit den Rauchern? Als Kind hab ich meine Eltern so oft gebeten mit dem Rauchen aufzuhören, weil ich gehört hab es ist schädlich, ungesund. Damals kam immer: Wir sind erwachsen, wir können das selber entscheiden. Leute die schon übergewichtig sind und trotzdem immer weiter Fastfood essen, ihre Blutwerte verschlechtern usw. Bei den beiden Beispielen sieht man die "Schäden" nicht. Liegt es vielleicht auch daran? Beim SVV sieht man die Wunden, Narben... In gewisser Weise schaden sich doch so viele Leute selbst. Alles KANN tödlich sein, muss es aber nicht. Letztenendes hat es doch alles was mit dem Ausmaß zutun, wie oft, was genau...? (Egal welches der Beispiele)
Dein Text ist zwar nicht auf mich bezogen, aber ich hab mir schon oft die Frage gestellt ob ich psychisch krank bin.
Bisher kam ich eher zu einem "Nein".
Sehr guter Vergleich!
Schlimm an der ganzen Sache, sind die Dinge, die Dich so sehr verletzt haben, dass der Schmerz nicht auf anderem Wege aus Dir rauskann.
Jeder kennt Schmerz und Frust. Meist reicht es, dass man ein paar Stunden sauer ist, vielleicht ne Runde laufen geht, einen Sandsack boxt, oder nen Teller zerschmeißt. Manche Schmerzen sind jedoch so unerträglich, dass die Seele mit normalen Mitteln dagegen nicht ankommt. Sie schaltet die Gefühle entweder ganz ab, oder sie wendet sie gegen sich selbst- irgendwie müssen sie ja raus. Und dann kommt es eben dazu, dass sich manche Leute selbst verletzen. Die Schmerzen, die in Dir sind, sind noch schlimmer, als die Schmerzen, die Du Dir zufügst- deshalb tust Du es ja.
Das ist auch der Grund, warum alle das so furchtbar finden: Leute die es gut mit Dir meinen ahnen oder wissen, dass Du große seelische Schmerzen hast, denn sonst würdest Du das nicht tun.
Ich wünsche Dir sehr, dass Du es schaffst, diese Gefühle und Erlebnisse zu "verdauen". Dass Du es schaffst, Dich zu öffnen, denn dann wirst Du diese Gefühle des "definiertseins" und der inneren Ruhe finden können!
Teller zerschmeißen würde aber auf Dauer sehr teuer werde
😉
Ne, also ich könnte einem Boxsack nichts abgewinnen, irgendwie ist es nicht dasselbe. Vielleicht hab ich es auch nie genug versucht, das will ich nicht ausschließen.
Seelischer Schmerz hört sich schon nach dem extremsten an. Es reicht ja schon eine innere Anspannung, eine Unzufriedenheit die gegen einen Selbst geht.
Hey!
Was an einer absichtlichen Verletzung des eigenen Körpers schlimm ist? Warum das schadet?
1. Körperlich schadest du dir unmittelbar. Das ist schlecht, da dein Körper und dein Leben hohe Güter sind, die du nicht wegwerfen solltest.
2. Psychisch erfährst du vermeintlich etwas positives. Ob das aber wirklich langfristig positiv wirkt, wage ich zu bezweifeln. Vielmehr liegt einem solchen Verhalten oft eine Krankheit zugrunde.
3. Deiner Familie schadest du, weil ihr in gewisser Weise eine Gemeinschaft seid, in der man füreinander da ist und Verantwortung füreinander übernimmt. Indem du dich jetzt solch unberechenbaren Praktiken hingibst, gefährdest du das.
4. Anderen Leuten, insbesondere Freunden, schadest du, weil du sie in Alarmbereitschaft versetzt und sie dich mögen, wie du bist und du diese Dinge verletzt.
Positive Seiten an diesem Verhalten sehe ich wenige, außer vielleicht eine kurzfristige Befriedigung.
Ich sehe das wieder sehr allgemein, körperlich schadet man sich doch durch viele Dinge, wie ich oben schon erwähnt hatte. Ungesunde Lebensweise (Ernährung), kein Sport/ zuviel Sport, Drogen, Alkohol... Natürlich sollte man versuchen auf seinen Körper zu achten, aber solange man sich nicht die Arme abschneidet bleibt es ja in einem Rahmen. (Das hört sich so blöd an, ich WEIß schon, dass es halt was anderes ist wenn man sich absichtlich schneidet, aber häufig denke ich mir einfach, dass andere sich schaden dürfen ohne dass jemand was sagt und bei sowas ist sofort Alarmbereitschaft hoch 1000)
Familie und Freunde wissen ja nicht jedes Mal Bescheid (wenn überhaupt) Ich mache das ja nicht um anderen zu sagen: "Zack! Und schon wieder, cool!" Jetzt kommt der super Trotz-Spruch: Ich mach das ja für mich, dabei denke ich nicht an andere.
Ich merke immer, dass davon ausgegangen wird, dass SVV immer die Folge eines unerträglichen seelischen Schmerzes sein muss. Das kann ich so aber nicht unterschreiben. Zum Teil trifft das zu, auch bei mir. Ich war früher oft Emotionen ausgesetzt, die ich nur ertragen konnte indem ich mich immer und immer wieder geschnitten habe. Das war wie eine Droge. Ich dachte, ich drehe durch, wenn ich das nicht machen kann. So empfinde ich aber nur noch sehr selten. Und ritzen will ich mich trotzdem noch. Zurzeit fast täglich. Dabei kann ich nicht behaupten, dass es mir gerade schlecht geht. Ich will es einfach machen weil ich das Gefühl vermisse. Ich mag auch einfach wie es aussieht, so krank das auch klingen mag. Im Moment fühle ich mich neutral und ich weiß, dass ich mich gut fühlen würde wenn ich mich jetzt ritzen würde. Es nicht zu tun tut mir mehr weh als die paar Schnitte es würden. Ich glaub auch nicht wirklich daran, dass das einfach aufhören wird. Irgendwann werde ich wieder nachgeben.
Bei mir was es damals auch noch unter anderen Bedingungen. Jetzt hat sich vieles geändert und direkten seelischen Schmerz sehe ich bei mir auch nicht. Wie geht es dir denn jetzt? Hast du nachgegeben?
Hallo,
wenn du dich selbst verletzten möchtest ist das Ausdruck einer Schwäche mit Problemen auf gesunde Art und Weise umzugehen. Es gibt sogar eine Bezeichnung für Menschen, die sich gerne Ritzen und sich auf andere Art ( nicht zwangsläufig körperlich) weh tun. Ich habe selbst eine gute Freundin, die Boarderlinerin ist und ich kann dir sagen, dass sie nicht sehr glücklich damit ist. Es mag Vl. erstmal "nur" das Ritzen sein, aber ich wette, dass du auch in zwischenmenschlichen Beziehungen so deine Schwierigkeiten haben wirst.
Ich denke nicht, dass alle Leute die sich selbstverletzen automatisch Borderline haben. Finde nicht, dass ich z.B. diese Persönlichkeitsstörung habe. Es gibt natürlich immer einzelne Facetten die passen, aber ich habe keine Probleme in zwischenmenschlichen Beziehungen usw. Bin aber auch kein Psychologe, also wer weiß
😉
Abschließend will ich noch sagen, dass ich nicht provozieren will. Das sind einfach meine Gedanken zu dem Thema und ich hoffe ich bin teilweise nicht unverschämt rübergekommen
🙂 Bin mir im Klaren darüber, dass meiner Sichtweise die wenigstens zustimmen würden.
LG, Phoebe