Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Was ist an SVV so schlimm?

Ich merke immer, dass davon ausgegangen wird, dass SVV immer die Folge eines unerträglichen seelischen Schmerzes sein muss. Das kann ich so aber nicht unterschreiben. Zum Teil trifft das zu, auch bei mir. Ich war früher oft Emotionen ausgesetzt, die ich nur ertragen konnte indem ich mich immer und immer wieder geschnitten habe. Das war wie eine Droge. Ich dachte, ich drehe durch, wenn ich das nicht machen kann. So empfinde ich aber nur noch sehr selten. Und ritzen will ich mich trotzdem noch. Zurzeit fast täglich. Dabei kann ich nicht behaupten, dass es mir gerade schlecht geht. Ich will es einfach machen weil ich das Gefühl vermisse. Ich mag auch einfach wie es aussieht, so krank das auch klingen mag. Im Moment fühle ich mich neutral und ich weiß, dass ich mich gut fühlen würde wenn ich mich jetzt ritzen würde. Es nicht zu tun tut mir mehr weh als die paar Schnitte es würden. Ich glaub auch nicht wirklich daran, dass das einfach aufhören wird. Irgendwann werde ich wieder nachgeben.
 
Du hast die Antwort auf die Warum-Frage schon selbst geschrieben: Du vermisst das Gefühl...
Das Ritzen hatte vormals die Funktion einen körperlichen Schmerz zu produzieren, um einen seelischen Schmerz zu überlagern. Inzwischen hat sich das Ritzen mit dem körperlichen Schmerz verselbständigt.
Das erinnert mich an Alkohol. Dieser dient auch zum Betäuben von Schmerzen. Und wenn die Schmerzen weg sind, trinkt man weiter, weil man am Alkohol Gefallen gefunden hat. Und das ist auch ein Weg, um in eine Abhängigkeit zu geraten.
Jetzt sind zwei Krankheitsbilder zu bearbeiten.
 
Sehe es doch einfach mal ganz von der normalen Seite. Es gibt Menschen die haben echt schlimmes durchgemacht oder machen es noch. Oft sind sie verschlossen und können sich nicht öffnen. Die gehen unter, weil es Leute gibt, denen es gut geht und die sich schneiden. Weil sie Aufmerksamkeit bekommen, verlangen und andere mit Gewalt zwingen, sich darum zu kümmern. Du bist das Fleisch und Blut deiner Eltern und verstummelst den Körper, den sie Lieben. Du verletzt auch sie!!!

Denn nichts ist für die Eltern schmerzhafter als ihr Kind leiden zu sehen. Besonders weil es dann so eine Modekacke mitmacht. Es gibt Leute die schneiden sich auch, weil sie Probleme haben. Wobei die dann nicht mehr erstgenommen werden, weil die Kids es heute ja alle machen. Wie will man als Lehrer noch eingreifen. Wie will man noch erkennen, der macht nur mit, weil er bisschen mitleid will.
Selbst wenn du Depressionen oder sowas hast, dann versuch doch was vernüftiges. Sport. Denn dann machst du was für dich. Motivierst deine Freunde und ziehst nicht alle mit runter.

Mag sein, dass hier jetzt viele schimpfen. Aber ich sehe es von meiner Seite. Ich hatte eine sehr harte Kindheit. Ich glaube es gab kein Leid, dass mir erspart geblieben ist. Hunger und Kälte waren die wenigsten Probleme. Niemand hat sich um mich einen Dreck gescherrt. Im Gegenteil, die meisten haben mir noch Steine in den Weg gelegt. Doch ich habe mich durchgekämpft. Dann ist es ein Schlag ins Gesicht, wenn man so einen sieht, der alles hat. Ein Dach über den Kopf. Eltern die hinter ihnen stehen. Vielleicht machen sie gerade nicht dass, was das Kind will. Aber würden die Eltern weniger Arbeiten, dann würde das Kind darunter leiden nicht up to date zu sein.

Oft liest man, sie haben ja nicht. Hochen nur den ganzen Tag in ihrem Zimmer vor ihrem Laptop und hungern und hoffen dass es jeder sieht. Es ist keine Kunst sich zu schneiden. Denn das kann jeder. Auch zu Hungern ist keine Kunst. Denn nach einem Tag hat man kein Hungergefühl. Wenn man nämlich gut behütet ist, ist das leicht.
Doch für die Leute die wirklich krank sind, oder Hilfe brauchen. Die gehen unter. Die sieht keiner mehr. Wie soll man auch wenn 100 Leute Hilfe schreien. Wie soll man daraus noch die wirklich Hilfebedürftigen erkennen? Das Beste daran ist ja eh, hilft man dem Falschen, ist ihm nicht geholfen. Man hat nur seine Energien verschwendet. Denn Dankbar ist er nicht. Im Gegenteil, sobald die Hilfe nachlässt, giert er nach neuer. Darum ist das schlecht. Vielleicht auch, weil dein Verhalten Nachahmer hervorbringt. Kids die es gerade nicht so gut geht. Statt zu versuchen sich aus der Kriese zu befreien, kommen sie auf die Idee. Darum ist es ja gerade so in aller Munde. Jemand der sich wirklich aus Spaß schneidet, würde dass dann so tun, dass es niemand sieht und es würde ja auch nicht auffallen.
 
Du hast die Antwort auf die Warum-Frage schon selbst geschrieben: Du vermisst das Gefühl...
Das Ritzen hatte vormals die Funktion einen körperlichen Schmerz zu produzieren, um einen seelischen Schmerz zu überlagern. Inzwischen hat sich das Ritzen mit dem körperlichen Schmerz verselbständigt.
Das erinnert mich an Alkohol. Dieser dient auch zum Betäuben von Schmerzen. Und wenn die Schmerzen weg sind, trinkt man weiter, weil man am Alkohol Gefallen gefunden hat. Und das ist auch ein Weg, um in eine Abhängigkeit zu geraten.
Jetzt sind zwei Krankheitsbilder zu bearbeiten.

Kann ich wieder einmal nur voll und ganz unterschreiben!
Wenn man die Erfahrung gemacht hat, dass einem eine bestimmte Handlung gut tut, indem sie Schmerzen unterdrückt, dann macht man es wieder: Einfach um sich gut zu fühlen!
 
Ich weiß, dass ein Teil von mir 'normal' sein will, sonst hätte ich es längst wieder getan. Im Moment weiß ich nicht, wie lange mich das noch wirklich interessieren wird. Weil es immer schlimmer wird und ich am liebsten mit dem Kopf gegen die Wand schlagen würde. Das würde auf Dauer auch nicht hellfen, aber ich kann keine 'normale' Alternative finden, die nicht irgendeine Form von Selbstschädigung beinhaltet.
 
Ich weiß, dass ein Teil von mir 'normal' sein will, sonst hätte ich es längst wieder getan. Im Moment weiß ich nicht, wie lange mich das noch wirklich interessieren wird. Weil es immer schlimmer wird und ich am liebsten mit dem Kopf gegen die Wand schlagen würde. Das würde auf Dauer auch nicht hellfen, aber ich kann keine 'normale' Alternative finden, die nicht irgendeine Form von Selbstschädigung beinhaltet.


Hallo, Atlas,
normal gibt es nicht. Es gibt keinen normalen Menschen, denn es gibt keine Norm.
Richtig ist: Es gibt glückliche Menschen und zufriedene Menschen und unglückliche Menschen, sowie manchmal glückliche und manchmal zufriedene und manchmal unglückliche Menschen etc.

Weil es schlimmer wird = was meinst Du mit "es" ?

Eigentlich sollte der Lösungsweg nicht schwer zu finden sein. Wenn Du keine "normale" Alternative findest, dann schaltest Du Fachleute ein, die auf das Suchen und Finden spezialisiert sind. Wenn ich einen Fehler in meinem Auto finden soll, habe ich auch echte Probleme, weil ich keinen technisch geschulten Verstand habe. Bei merkwürdigen Schmerzen in meinem Körper gehe ich zu Medizinern etc etc. Meine Unzulänglichkeit macht mir keine Probleme, denn dafür kenne ich genügend Fachwerkstätten oder Ärzte etc.. Versuche pragmatisch vorzugehen.

Alles Gute,
LG; Nordrheiner
 
Das beste Argument war noch "Es macht mich traurig wenn du dir wehtust". Schön, mich macht es dafür glücklich.

Nun, das spricht tatsächlich für sich. Wenn das schon "das beste" Argument war...... das ist wirklich nicht viel.

Wie von anderen schon erwähnt, wissen wir alle - dich eingeschlossen - dass es für den SVV einen Grund gibt. Jetzt kann man natürlich, wenn dir selber der Grund nicht bewusst ist, Unmengen von Therapie einsetzen, den Grund herauszufinden. Viel ändern wird sich nicht.

Ich halte dich im Gegensatz zu manch anderen hier zumindest für so clever, dass Du erkenntst, dass auch viel Therapie den Grund nicht einfach ausknipsen kann, so wie man ein Licht ausschaltet. So gesehen erscheint es nur logisch, sich nicht weiter drum zu kümmern.
 
Weil es schlimmer wird = was meinst Du mit "es" ?

Den Druck, den ich in mir habe. Gestern wollte ich es nur machen weil ich 'Lust' darauf hatte, heute dachte ich, ich drehe durch wenn ich es nicht tue, weil mich etwas extrem getriggert hatte und ich nicht damit klar gekommen bin. Das wird dann so schlimm, dass ich dieses Verlangen wirklich in meinen Armen spüren kann. Irgendwann wird es dann vielleicht wieder besser, aber das Gefühl geht nie ganz weg nicht dauerhaft.
 
Huhu Atlas,

das der Druck irgendwann kaum noch zu ertragen ist, das ist typisch für das SVV. Ich denke das dir das auch so ziemlich alle bestätigen können die damit zu tun haben.

Solch ein Verhalten verselbstständigt sich irgendwann, es wird dann zur Sucht. Die Kontrolle darüber geht verloren und Kleinigkeiten können einem zur Klinge greifen lassen.
Auch das Verständnis warum man sich schneidet verschwindet, es ist einem "egal" was man sich selbst damit antut, weil es als nicht so schlimm empfunden wird. Das ist der Tunnelblick bzw ein Selbstschutz des Körpers.

Was aber viel "wichtiger" ist, gerade weil du hier darüber schreibst, möchtest du damit aufhören und lernen andere Wege als das SVV benutzen um deinen Druck loszuwerden?

Liebe grüße
SchwarzeSeele
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

wenn du dich selbst verletzten möchtest ist das Ausdruck einer Schwäche mit Problemen auf gesunde Art und Weise umzugehen. Es gibt sogar eine Bezeichnung für Menschen, die sich gerne Ritzen und sich auf andere Art ( nicht zwangsläufig körperlich) weh tun. Ich habe selbst eine gute Freundin, die Boarderlinerin ist und ich kann dir sagen, dass sie nicht sehr glücklich damit ist.
Es mag Vl. erstmal "nur" das Ritzen sein, aber ich wette, dass du auch in zwischenmenschlichen Beziehungen so deine Schwierigkeiten haben wirst. Du solltest deinen Eltern vertrauen und dankbar sein, dass sie dein Verhalten nicht ignorieren, wie bei meiner Freundin.. such dir therapeutische Hilfe und versuche herauszufinden, warum du dich verletzt.. Du solltest dich selbst lieben. Das Schmerz dir Freude bereitet, ist kein guter Zustand.. Oftmals berichten Betroffene, dass sie sich selbst besser spüren, wenn sie Schmerz empfinden.. Manchmal ist es vielleicht auch so, dass man wie betäubt ist von Dingen, aber du musst lernen auf deine Gefühle zu achten und dich vor dir selbst zu schützen..
Ich wünsche dir von Herzen alles Gute.
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
K Was zum Himmel ist los mit mir? Hab ich nen Knacks? Ich 19
L Was/Wer ist das bloß? Stalking am Fenster… Ich 48
G Was ist ein guter Mensch in euren Augen? Ich 82

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben