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Was hält mich noch.

Aurora2403

Neues Mitglied
Hey. Ich hoffe ich habe den richtigen Thread genommen. War etwas verwirrt, weil es mehrere “passende” gab. Naja.

Erstmal zu mir, ich bin 16Jahre alt, weiblich und mache gerade meinen Realschulabschluss. Danach möchte ich gerne mein Abitur nachholen und studieren gehen.

Ich habe vor circa einem Monat realisiert, dass ich Depressionen habe. Ich denke ich hatte sie schon wesentlich länger nur wollte ich es zuvor nie wahr haben. Der Grund warum ich jetzt schreibe, ist, dass ich nicht mehr weiter weis. Ich habe einen Bruder der 18 ist und psychisch krank. Er beleidigt mich (und meinen Vater) regelmäßig und lungert nur bei uns rum (obwohl er eine eigene Wohnung hat). Einen Schulabschluss hat er keinen und macht gerade seinen Hauptschul Abschluss. Es ist nervig, wenn er ständig und ununterbrochen von seinen Alien - Theorien erzählt (die so gut wie niemanden Interessieren. Er redet auch wenn ihm keiner zuhört). Heute war einer dieser Tage, wo es keiner mehr mit ihm ausgehalten hat. Mein Vater ist weggegangen (einkaufen oder so) und lies mich mit ihm und meiner Mutter alleine. Da meine Eltern kein durchsetzungs Vermögen haben und er nicht einmal ein Nein oder “bitte geh” versteht oder akzeptiert ist es schwer ihn wieder loszuwerden. Deshalb rufen wir oft die Polizei, weil er anscheinend vor fremden Menschen mehr Respekt hat als seiner eigenen Familie. Ich habe also die Polizei angerufen und er hat es mitbekommen, mir das Handy aus der Hand geworfen und mehrmals gegen meinen Kopf gehauen und an den Haaren gezogen. Das kommt häufiger vor. Ich kann mich an kein Weihnachten erinnern, wo nicht die Polizei kam und allgemein ein “normales” Fest gefeiert wird. Von außen tue ich gerne so als würde mir das nichts anhaben. Meine Freunde und andere Familien Mitglieder wissen nicht wirklich viel davon. Nur das er eben krank ist und ab und an mal ausrastet. Einmal hat er mir so sehr ins Gesicht geboxt, dass mir ein Zahn abgesplittert ist und eine blaue Nase hatte. Meinen Freunden habe ich gesagt, dass ich gegen die Wand gelaufen bin. Ich habe allgemein Schwierigkeiten mich anderen anzuvertrauen oder eine enge Freundschaft aufzubauen und habe Angst sie zu verlieren.
Ich weiß nicht was ich machen soll. Ich habe das Gefühl nicht wert zu sein und das mein Leben sinnlos ist. Oft mache ich mir selbst Vorwürfe, schließe mich in Depressiven Perioden Tagelang in meinem Zimmer ein und hoffe das es aufhört. Natürlich gehe ich weiterhin zur Schule und so. Traue mich oft nicht meinen Eltern in die Augen zu sehen, weil ich denke, dass ich ihre Liebe nicht verdient habe und andere es viel besser machen würden als ich.
Vor einem Monat war es so schlimm, dass ich sogar ich der Schule angefangen habe zu weinen. Meist aus den penibelsten gründen. Momentan geht es. Ich pumpe mich häufig sinnlos mit Medikamenten voll, habe für kurze Zeit angefangen mich zu Ritzen (und genau so schnell wieder damit aufgehört) und nehme ab und zu Drogen.

Ich weiß nicht wie es weiter gehen soll. Habe schon geplant mit 18 auszuziehen, weil es so einfach nicht mehr weitergeht. Meine Eltern wissen genau so wenig, wie alle anderen, wie schlecht es mir geht. Traue mich einfach nicht es anzusprechen. Habe ab und zu mal Sätze gesagt wie: “Ich glaube selbstmord ist ne ziemlich gute Alternative oder ich weine ständig, manchmal weis ich auch gar nicht warum.” In der Hoffnung sie würden verstehen, was ich damit sagen will.

Ich hoffe einfach es gibt jemanden, dem es so ähnlich geht wie mir oder Lösungsansätze für mich hat. Ich bedanke mich schon mal für alle, die sich das Wirrwarr bis hier hin durchgelesen haben und hoffe das man einen besseren Tag hatte als ich c:.
 
Hey Aurora,

Deine Situation ist wirklich sehr hart. Obwohl ich selbst noch recht jung bin, möchte ich trotzdem versuchen dir Ratschläge zu geben und dir damit zu helfen.

Meiner Meinung nach ist das Problem, dass du dich so gelassen verhälst. Klar ist es schwierig darüber zu sprechen, doch du musst dich unbedingt jemandem anvertrauen. Am besten deinen Eltern, die wissen doch, dass dein Bruder die Familie schwer belastet. Da er dich wohl körperlich misshandelt (wüsste nicht, wie ich das sonst nennen sollte), ist es wirklich allerhöchste Zeit, das deinen Eltern zu offenbaren. Aus meiner Sicht sind sie dafür verantwortlich, dass es unter ihrem Dach nicht dazu kommt. Mein Tipp wäre es deinen Eltern breit aufzutischen und ihnen klarzumachen was ganz offensichtlich in eurer Familie nicht richtig läuft. Sie müssen ein Machtwort sprechen und meiner Meinung nach den Sohn endgültig rausschmeißen wenn er so ist, wie er ist. Hört sich vielleicht schlimm an, doch wenn er eine starke Belastung für die Familie ist, dann darf er eben nur "geladen" werden und nicht mehr kommen und gehen wann er will.

Zu deinen Depressionen. DU bist an dieser Situation nicht Schuld, du hast nichts falsch gemacht und bist kein schlechter Mensch oder "wertlos". Hast doch sogar hohe Ziele mit Abitur und Studium, wenn die Situation mit deinem Bruder sich löst, dann kannst du dich voll darauf konzentrieren, das Leben scheint doch dann nicht mehr sinnlos oder? :3 (wünsche dir das du das schaffst!)

Hoffe ich hab nichts falsches geschrieben und konnte dir wenigstens ein bisschen weiterhelfen!

LG Killumi
 
Du kommst aus einer sehr dysfunktionalen Familie und typisch für solche Familien ist, dass Probleme nicht offen besprochen sondern unter den Tisch gekehrt werden. Wenn dein Bruder schon länger psychisch krank ist, wurden deine Bedürfnisse wahrscheinlich von deinen Eltern vernachlässigt was bei dir möglicherweise die Depressionen auslöst.

Du solltest dich mit deinen Eltern zusammensetzen und ganz offen über deinen inneren Zustand reden und sagen, dass eine dauerhafte Lösung her muss, da du ansonsten gefährdet bist. Da du noch zur Schule gehst, wende dich an einen Vertrauenslehrer oder Schulpsychologen. Du könntest dich auch beim Jugendamt informieren, ob du evtl. deine Familie, die dir nicht gut tut, verlassen kannst. Sprich also erst mal ganz offen mit deinen Eltern über den Ernst der Lage und wenn das nicht hilft, schalte andere Instanzen ein.

Deinen Bruder solltest du wg. der körperlichen Gewalt anzeigen, er muss kapieren, dass es für so etwas Konsequenzen gibt. Vielleicht muss er auch in die Psychiatrie, weil er andere Menschen gefährdet. Er dürfte auch gar keinen Zutritt mehr zur Wohnung deiner Eltern haben.

Es liegt an dir, die Dinge zu ändern. Was du auf keinen Fall tun solltest, ist einen als Selbstmordversuch getarnten Hilfeschrei loszulassen. Das wäre sehr unreif, dumm und deiner Sache nicht zuträglich. Könnte dich übrigens auch in die Psychiatrie bringen und langfristige sehr negative Auswirkungen auf dein Leben haben. Mit sowas macht man keine Scherze.

Du musst jetzt stark sein. Lass dich von deinem Bruder nicht kaputt machen sondern suche dir aktiv Hilfe! Er gehört in die Psychiatrie, nicht du!

Extra-Tipp: Suche auf Youtube nach Videos über Co-Abhängigkeit bzw. Codependence. Möglicherweise findest du dich darin wieder. Dein niedriges Selbstwertgefühl lässt mich darauf schließen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Verzeih, ich breche mal aus der Reihe
Vorab - es ist sehr interessant auch mal die andere Seite kennen lernen zu können, wie sich eben die Geschwister bei solchen Umständen womöglich fühlen und was evtl in ihnen vorgehen könnte.


Als letztes würde ich hier deinen Bruder anprangern, lediglich verurteile ich die bisherige Haltung zu diesem Punkt, von allen Seiten.

Eure familiären Verhältnisse sind katastrophal, Fakt. Daran könnte man aber arbeiten...
Dein Bruder ist offensichtlich psychotisch, deine Eltern resignieren - logische Konsequenz dessen ist, dass sie sich für deine Belange ebenso wenig interessieren bzw sich ernsthaft damit auseinander setzen würden.
Es ist hart und sehr traurig.

Aber super klasse, das du mit den einen Mist da gleich wieder gelassen hast. Mit einer der besten Entscheidungen deines Lebens!
Desweiteren wäre es ratsam,würdest du dir im Punkto der von dir erwähnten Depression fachkundige Hilfe ersuchen.
Schlucken,schlucken,schlucken - ist nicht gut und auf der anderen Seite sahst du auch, zu was es führt.


Da ich dich und dein Problem tatsächlich Ernst nehme ( falls ich einen unschönen eindruck erweckt haben sollte ),bin ich in Gedanken weiter wie mit dem tippen.
Hier komme ich auch mal auf 3 mögliche Optionen, mit mehr oder weniger Sinn.

1. Du packst deine 7 Sachen und haust ab.
Dein Leben,deine Entscheidung - aufhalten kann dich ohnehin keiner, außer dir selbst.

2. Wie von Anderen angeraten, könntest du dich einem Schulpsychologen oder Pädagogen anvertrauen

Das Beste kommt natürlich zum Schluss / und alles auch nur mal rein hypothetisch
3. Ganz gleich was du tust, es kann auch gewaltig nach hinten losgehen..
Dafür gibt es glücklicherweise solche Foren, wo man Menschen mit Erfahrung trifft.

Unbeachtet deiner Ziele, würde ich dir in jedem Falle von Schulpsychologen,Pädagogen und gar der Polizei abraten.
Gerade mit letzterem macht ihr die bestehende Situation nur noch schlimmer.
An dem Verhalten deiner Eltern wirst du so erstmal nichts ändern können.
Du bist mit deinen 16 Jahren alt genug , um für dein Leben selbst zu entscheiden und für dein Handeln verantwortlich zu sein.
Deinen Eltern kannst du eine Ansage machen, wenn es soweit ist und fertig.

Wie du richtig erkannt hast, ist dein Bruder krank. Dadurch sind die Verhältnisse schwierig und am Ende eine Belastung für dich. Das alles hätte aber gar nicht so weit kommen müssen ...
Und doch, kannst du diese Umstände auch wieder für dich nutzen.

Die ersten Zwei Sachen wären, du suchst für dich einen Facharzt der Neurologie / Seelischen Gesundheit / Psychiatrie auf um diesen Punkt mit der Depression angehen zu können.
Das sollte das Erste sein,denn du gehst für dich immer vor!
Im selben Zug , kannst du die Umstände mit deinem Bruder erwähnen und dir dazu einen Rat holen.
Damit du aber nicht ganz unvorbereitet dort sitzen musst und mit etwaigen Informationen überworfen würdest...
Erstmal muss das Verständnis her, Dein Bruder ist krank, aber gerade ist er eben nicht mehr dein Bruder, wie er er eigtl wäre. Auch das Gebrabbel und seine aggressiven Handlungen sein kein Spaß an der Freude....
Er kann nicht zwischen Wahn und Realität unterscheiden. Er ist felsenfest von dem überzeugt, was er erzählt. Du könntest ihm beispielsweise erzählen das Wasser nass sei. Doch wenn er meint , Wasser sei hart, ließe er sich niemals belehren !
In Anbetracht seines Zustandes gibt es nichts zu kapieren oder verstehen.
Alles was bleibt, wäre kleine bunte Hilfe.. 😉 .....usw oder ähnliches könnte dich dazu erwarten.
Von der Psychiatrie halte ich persönlich wenig, bei diesen Umständen. Beo solchen Problemen, sind die Möglichkeiten arg eingeschränkt.

Eine weitere Möglichkeit wäre, wenn du dich auf das Ganze einlässt und auf ihn zu gehst. Im besten Falle, kommt er selbst auf den Trichter, dass dort Handlungsbedarf besteht.

Wäre dies soweit geklärt, könnten du mit diesem Hintergrund dein zuständiges Jugendamt kontaktieren.
Berichtest von den Umständen, von der Resignation der Eltern und zum Schluss von deinen bisherigen Mühen und deinen Plänen.
Denn es ist ein himmelweiter Unterschied, ob du so dahin gehst ohne vorher etwas getan zu haben, oder ob du dahin gehst und denen klar machst, wer du bist, was du vor hast, was du bereits alles getan hast, wo die Probleme noch sind und welche Ziele du anstrebst.

Falls dir noch nicht bekannt.
Es gibt sogenannte "Verselbstständigungs Projekte"
Für gewöhnlich leben hier die Jugendlichen in kleinster Gruppe in einer größeren Wohnung, um auf das zukünftige Leben "vorbereitet" zu werden. Naja..
Allerdings qualifizieren sich immer wieder einzelne Jugendliche dafür, dass sie alleine eine Wohnung beziehen, ein Betreuer zu festen Zeiten vorbei kommt, ein wenig mit dir plaudert, vlt noch nen Kaffee,Tee oder sonst was trinkt und dann wieder abhaut.
So , normaler Weise gewährt das Jugendamt diese Hilfe nur bis zur Volljährigkeit.
ABER du strebst das Abitur an und wenn du daran fest hältst , kann man diese Hilfe sogar bis zum 21ten Lebensjahr gewähren. Es wird weiterhin für alles gesorgt, du kannst dich in aller Seelenruhe um deine schulische Ausbildung kümmern, bekämst jede erdenkliche Unterstützung und evtl sogar noch Vorzüge, aufgrund deiner Leistungen und Mühen.
Auf der anderen Seite gäbe es wesentlich mehr Möglichkeiten, um die Umstände mit deinem Bruder endlich angehen zu können.


Zwar könnte man jetzt die emotionale Schiene fahren oder vom moralischen her etwas sagen. doch Grundlegend un auf lange Sicht, wäre dies das denkbar beste Szenario.
Zeigt zumindest die Erfahrung.


Zum Schluss
Es wäre weder gut, wenn du das Verhaltensmuster deiner Eltern übernimmst ,gar fair , wenn du deinen Bruder grundlegend verurteilst. Am Ende kann er genauso wenig für die Umstände wie du.
Ihr seid die Kinder, deine Eltern standen in der Verantwortung und hätten Frühzeit handeln müssen - sie taten es offensichtlich nicht und nein, die Polizei zu rufen ist kein Handeln.
Dass du eben von Seiten deiner Eltern nicht viel zu erwarten hast, zeigt sich an der Tatsache dass Aussagen wie "ich glaube Selbstmord wäre eine gute Alternative", keine entsprechende Reaktion hervorruft.


Du weist nicht was du tun sollst - du bist verzweifelt, verständlich. Bis zum 18ten Lebensjahr zu warten ist keine Option.
Wenn dir keiner helfen will, hilfst du dir eben selbst.

Du bist traurig, verzweifelt,ratlos und noch ganz viel mehr ?
Gut . Nimm diese Emotionen und sei Egoistisch !

Ich würde zu Option 3 raten. weil wir damit über die Jahre einfach am besten gefahren sind.

vlt hat auch jemand noch eine bessere Idee

Wie dem auch sei,
Drogen sind pfui pfui in solch einer Lage.
Allein schon wegen deiner eigenen emotionalen Verfassung, nicht gut.
 
Erst einmal vielen Dank für die ganzen Antworten und vor allem der vielen Lösungsansätze. Es hat allgemein gut getan sich mal öffnen zu können. Und auch mal die Perspektiven von Leuten zu hören, die da nicht so tief drinnen stecken.

Was ich jetzt machen werde weiß ich noch nicht. Bin gerade noch ziemlich verwirrt. Fange jetzt erst an zu realisieren, was eigentlich alles falsch gelaufen ist. Ich denke das erste was ich tun werde ist, mich von meinen ganzen Medikamenten und gewissen anderen Substanzen los zu sagen, was mir schon ziemlich schwer fällt.
Den Rest muss ich noch abwägen.

Den Mut mit meinen Eltern über meine Probleme zu reden habe ich bis jetzt noch nicht. Ich weiß nicht was mich aufhält. Ich will einen guten Moment abpassen, aber den wird es wohl kaum geben. Auch habe ich nicht wirklich Lust darauf, dass sie mich zu einem Psychologen oder noch besser, in eine Psychiatrie oder so schicken.

Was ich noch sagen wollte ist, dass ich meinem Bruder für das ganze nicht wirklich eine Schuld gebe. (Obwohl es mir manchmal schon schwer fällt). Vor allem in solchen Situationen wie gestern, fällt es mir schwer zu verstehen, was eigentlich in ihm abgeht und sehe nur meine Perspektive.
 
Was genau sagt ihr denn der Polizei bzw wie handeln die dann, wenn ihr sie ruft?

Kann dein Bruder einschätzen, was er da macht? Also gibt er zum Beispiel dir die Schuld, entschuldigt er sich, kann er das Gar nicht realisieren oder "muss" er das tun, zB weil Stimmen es Befehlen?
 

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