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Was geht in einem "Kiffer" vor??????

Dinkelbaron

Aktives Mitglied
Mich würde mal interessieren was in einem vorgeht der regelmäßig kifft?

Unser Sprößling ist 18 jahre alt. Er fing wie jetzt rausgekommen ist schon vor längerer Zeit an zu kiffen, was sich dazu entwickelt hat das es scheinbar ohne gar nicht mehr geht.

Seit März 08 geht er nicht mehr zur Schule (vorher unregelmäßig) , im Juni kündigte er die Schule endgültig. Im Juli hat er einen Job aufgenommen wo er zwei Wochen später rausgeflogen ist weil er halt der Meinung war "heute gehe ich mal nicht".
Seit dem sitzt er tatenlos zu Hause. Schläft lange, isst und geht wieder (zu "Freunden)bis spät in die Nacht seiner Beschäftigung dem Kiffen nach.
Alles reden , alles drohen nutzt nichts. Familienberatung fehlanzeige , brauch er nicht , Therapie nicht notwendig "ich bin doch nicht süchtig" seine Worte.
Vor vier Wochen nun gaben wir ihm die für uns letzte Schonfrist.
Entweder arbeiten gehen , Schule oder sonst was dieses Tatenlose rumsitzen ist vorbei sonst fliegt er raus.

Nach dem er nun meine Lp angegangen ist und auch mir körperliche angedroht hat ist Schluss.

Samstag ist es so weit und meine Lp wird es durchziehen denn so geht es echt nicht weiter . Er weis was passiert und doch keine Reaktion gar nichts.

Was geht in so einem vor ? Wie denkt er ? Was erwartet er?

Er findet es in Ordnung das wir arbeiten gehen und er eben nichts macht. Ich verstehe das nicht .

Vielleicht kann mir einer erklären der selbst gekifft hat wie er denkt!
 

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G

Giesy

Gast
Hallo Dinkelbaron, ich kiffe zwar nicht, kenne mich aber durch meine Arbeit in der Drogenberatung etwas aus.

Der Schritt, den ihr macht, ist richtig. Wenn er eure Ansagen nicht befolgt, schmeiß ihn raus. Er wird sich sonst nicht ändern.

So wie du das schilderst, kommt es mir so vor, als würde er nicht nur kiffen.
 

Sisandra

Moderator
Teammitglied
Hallo Dinkelbaron,

dieses Problem kenne ich auch. Ich habe mich vor Monaten in einen Elternkreis für drogenabhängige Jugendliche eingeklinkt. Das kann ich euch ebenfalls sehr empfehlen. Man fühlt sich mit dem Problem nicht mehr so alleine und bekommt von anderen betroffenen Eltern wertvolle Tipps.

Grundsätzlich ist euere Vorgehensweise richtig. Erst wenn er merkt, dass das bequeme Leben im Hotel Mama vorbei ist, wird er in der Lage sein, etwas zu ändern. Allerdings könnt ihr nicht davon ausgehen, dass das sofort geschieht. Es kann sich noch eine ganze Weile weiter so hinziehen.

Wenn du Interesse hast, dann gib mal Elternkreis für drogenabhängige Jugendliche in die Suchmaschine ein. Die Elternkreise sind in Landesverbände aufgeteilt. Du musst dir halt den richtigen raussuchen. Sie können dir dort nennnen, wo in deiner Nähe ein Elternkreis sich regelmäßig trifft.

Alles Gute und Kopf hoch, auch wenn es im Moment noch so schwer erscheint.

Sisandra
 

mikenull

Urgestein
Ich würde das nicht ( nur ) dem Kiffen anlastet. Es ist eine Phase die jeder Jugendliche durchläuft. Der eine mehr der andere nur wenig. Ich denke das es mit allgemeiner "Ziellosigkeit" gut umschrieben ist.
 
C

camus

Gast
halllo

lustig ist ja, dass ihr keine ahnung davon hattet, dass er schon früher angefangen hat mit kiffen. es ist erstaunlich und vielleicht auch "normal", dass man zu den eigenen kiddis keinen kontakt hat.
und dass wie in der armee aufgezogen wird: leiste, folge, tue was.
und dann auch gleich die einstellung: "hotel mama".

ich verstehe manchmal nicht, wie eltern ihre kinder aus den augen verlieren können. wie eltern den kontakt zu ihren kinder verlieren. wie eltern auf distanz gehen und mit ihren kindern nicht streiten können. und am ende nur noch klagen, selbstvorwürfe machen. aber es kommen keine echten fragen, kein echtes interesses. statt dessen hunderte von regeln. und dann noch vorwürfe.

man muss brav, folgsam, ohne probleme sein, ansonsten fliegt man aus der elterlichen wohung. da kann man doch gleich auf eltern verzichten.

ich finde die heutige welt kompliziert genug. und es geht auch gar nicht darum, das kind, wenn es dann mal auf die welt gekommen ist, vor dem erwachsenwerden zu schützen. es ist sicherlich einer der schwierigsten aufgaben. und es ist die aufgabe der eltern, das kind zur selbständigkeit zu erziehen, sie bis dahin zu begleiten und sie dann flügge werden zu lassen.

aber was mich immer wieder erstaunt, ist die krasse distanz und befehlsmanier der eltern. wo bleiben die emotionale anbindung? wo die geborgenheit? wo die möglichkeit mit den eltern zu reden?
viele eltern nerven sich oft nur über ihre kinder. viele eltern habe vorstellungen von ihren kindern und projizieren in sie ich weiss auch nicht was. nur eines nicht: das kind selber hat keinen platz.

jeder mensch ist anders. jedes kind ist anders. jede mutter und jeder vater und jede familienkonstellation ist anders. immer unikat.
es ist auch nicht immer einfach. man ist nah aufeinander.

"Was geht in so einem vor ? Wie denkt er ? Was erwartet er?"

hast du ihn das selber auch schon gefragt?

manchmal leben familien jahrelang zusammen ohne eine wirkliche bindung, offenheit miteinander zu haben.

oft tun eltern immer nur so bestürzt, oder sind dann nur mit sich beschäftigt, weil sie sich schämen, weil sie in selbstvorwürfen stecken. und manchmal wissen sie sich nur noch so zu helfen.

du schreibst ja, er hat schon früher angefangen zu kiffen und ihr wusstet nichts davon. das ist interessant, wieviel geheimnisse man haben kann, obwohl man sich täglich unter einem dach trifft. woran liegt das? wie kann man sich so verlieren?

wenn kinder merken, dass sie nicht zu den eltern können, gehen sie ihren eigenen weg, verschliessen sich. wenn eltern offene konflikte nicht aushalten können, dann erst recht.

ich kenne auch viele eltern, die immer nur ihre sicht wiedergeben. wie waren ja immer so toll und so gut und fallen aus allen wolken, wenn das kind plötzlich drogen nimmt.

bitte, ich will nicht, dass ihr das jetzt hier falsch versteht. es geht nicht um schuldige oder so. im leben eines menschen gibt es viele einflüsse. und im leben des menschen gibt es viele dinge, die ihn nicht immer zeit haben lassen. für sich, für die familie. für was auch immer.
ich erlebe familien, die ihren eigenen tabus haben, diese nicht aussprechen, gegen aussen die heile familie sind.

familie sein ist was spezielles und individuelles. und in der heutigen zeit ist es eine echte herausforderung, kinder im familienbund hochzuziehen, ihnen was mitzugeben und in die gesellschaft zu entlassen.

sie tun immer so unschuldig. sie tun so, als ob sie perfekt wären, als ob sie immer alles richtig machen würden. keine selbstkritik zulassen.

manche kinder reagieren offen und direkt. äussern ihre aggressionen. manche nicht. manche stecken alles in sich hinein.

man kann nicht auf schritt und tritt bei kindern sein. der ablösungsprozess ist auch nicht einfach.

mir ist einfach aufgefallen - das soll aber nichts heissen, ich kenne eltern, die glucken und voll emotional sind und dennoch nicht an ihr kind rankommen - dass du schreibst, dass dein kind schon länger kifft und du nichts wusstest. er sich von der schule abgemeldet hat und du nichts wusstest.

du kannst ihn sicherlich rausschmeissen und das ist vielleicht auch das beste. wenn du dich dem emotional nicht gewachsen fühlst und eh nur militärmässig disziplin reinzubringen versuchst.

es ist manchmal sehr schwer ein kind durch die welt zu lotsen. ihm zu erklären, was wichtig ist und warum. manchmal hört es einfach nicht. versteht es nicht. will es nicht verstehen.

ich erlebe viele eltern, die einfach keine zeit für ihre kinder haben. wenn ein kind dann doch auf dem "rechten weg" bleibt, kann man von glück reden. vielleicht sind da andere faktoren, die positiv wirken.

sicherlich muss jetzt was gehen (drogenberatungsstelle), denn schlussendlich geht sein leben unter.

aber ich würde die problematik nicht so auf distanz halten, daran denken, dass man ein teil der familie ist. dass man mitwirkt. und sich nicht einfach mit egal welchen argumenten aus dem spiel hält und alles dem kind anlastet. man kann das schon. das kind ist dann bald mal weg und als erwachsene sonst wo.

vielleicht muss man sich trennen um wieder aufeinander eingehen zu können. vielleicht muss er mal verstehen, was in ihm abgeht. vielleicht sieht er es selber nicht.

es ist erstaunlich wieviel kinder für sich behalten. wenn es gut geht, überleben sie es unbeschadet.

zu den drohungen: ich kenne es aus einem anderen fall: vergiss es! klappt nicht.

ihr könntet auch in familientherapie. aber das bedeutet auch, dass ihr euch damit auseinandersetzt und dass es auch sehr nah gehen wird. nicht alle eltern sind bereit dazu. manche sagen, wir haben alles gemacht, wir sind i.O., er - das kind - hat das problem. das kind soll sich ändern. man selber macht auf der gleichen schiene weiter.

was ich befremdlich finde, ist dass du hier frägst - vielleicht einfach aus vor lauter verzweiflung - wie man denkt, wenn man kifft. aus dem einfach grund: die droge mag die gleiche sein, aber der mensch immer verschieden und die gründe auch. vielleicht hast du dann einige ansätze, aber eigentlich müsstest du ihn fragen. wir wissen ja nicht, was in ihm abgeht.

es gibt zu dem thema einige homepages, vielleicht können die dir auch ein wenig weiterhelfen. so wie seiten zu depressionen. wo dann familienangehörige von betroffenen rat erhalten.

vielleicht fragst du auch hier, weil er dir nicht antwortet. weil zwischen euch keine kommunikation mehr möglich ist.

ich erlebe eltern, die das emotional so übersteigt, dass ohne dritthilfe eine kommunikation nicht möglich ist. man sich sehr schnell in den gleichen argumentations-vorwurf-schienen befindet.
da hilft manchmal eine dritte person. aber wenn man natürlich nicht bereit ist, sein eigenes logisches gedankenkonstrukt anzuschauen, gefühle zuzulassen, denke ich, kann auch eine dritte person nicht helfen.

manchmal kiffen leute, weil hundert andere auch kiffen. manchmal kiffen sie, weil sie sich alleine fühlen. manchmal weil ihr selbstwertgefühl sich in einer schieflage befindet. oder weil sie den frust im leben nicht aushalten. welchen frust? das müsste man die person konkret fragen. vielleicht weil sie ner kompletten falschen logik unterliegen. manchmal weil sie sich komplett überfordert fühlen. manchmal aus langeweile.

es gibt auch viele bücher zum thema sucht.

es ist gut, dass du hier mal schreibst. hilfe suchst. es ist gut, dass du sagst, jetzt ist schluss.

ach ja.. noch ein grund, der bei sucht aufgezählt wird, ist die konfliktvermeidung. aus welchem grund auch immer. man geht den konflikten aus dem weg. manchmal ist es auch kindlicher grössenwahn. ich kann auch schwer mit menschen umgehen, die sagen alles ist scheisse, kiffen cool. die nichts erzählen. vielleicht weil sie das vertrauen in den menschen, in ihre mitmenschen verloren haben und einfach dicht gemacht haben.
die irgendwo in ihre selbstgebastelte welt abgleiten, vielleicht aus trotz und da dann irgendwo verloren gehen. was ich auch oft erlebe, manchmal muss was schlimmeres passieren, damit die familie plötzlich ne andere einstellung bekommt. es gibt familien, die sich nur vorwürfe machen. pausenlos. die nicht keine streitkultur haben. da fragt man sich schon, wieso lebt man als "familie" zusammen. kann man gleich gehen. familie: menschen, die einem nah stehen. wo man wertschätzung entgegen bringt.

ich wünsch euch kraft und dass du den kontakt zu deinem sohn wieder findest. weil ihr beide dann was davon habt.
 

Dinkelbaron

Aktives Mitglied
Klar redeten wir mit ihm. Wir sind beide Beruftätig , gehen morgens halb sieben los und kommen abends halb sieben wieder.
Als wir mitbekommen haben das er vor längerer Zeit die Schule schwänzte redeten wir mit ihm darüber. Es kamen keine Briefe von der Schule und auch keine anrufe. In Elternsprechstunden erfuhren wir das das Gespräch nichts gebracht hat. Irgend wann sah er dann ein das er was machen muß machte aber nichts.
Es kief bei uns sicher nicht ab wie bei der Armee. Er merkte nur irgend wann das wir ihn schon auf Grund unserer Arbeitszeit nicht kontrollieren können und das Nutzte er aus.
Als Gegenmaßnahme hätte einer von uns Kündigen müssen um zu sehen oder besser noch um ihn zur Schule zu bringen.

Ich bin der Meinung das wenn keine eigene Einsicht über das richtig und das falsch und der falsche Umgang vorhanden ist die Eltern machen können was sie wollen.

Beispiel. Er kündigte da er ja 18 ist seine Schule. Nun erkläre mir mal einer was man dagegen machen soll? Er ist 18 kann also selbst entscheiden. Wenn , wie nun bei uns der Fall, er der Meinung ist erst mal zu Hause zu bleiben dann kann man nur reden und sagen das Akzeptieren wir nicht. Wenn er trotzdem weiter macht dann muß er eben gehen.

Im Moment ist es so das wir von der Arbeit kommen und er fein rausgeputzt zu seinen Kumpels geht. da bekommt man einen Hals!

Was fehlt ihm auch? geld bekommt er von uns keines, Essen ist da , schlafen und auf klo gehen geht auch und im Winter würde geheitzt werden. Wenn was nicht so läuft wie er will tickt er aus oder wird sogar Handgreiflich. Scheint ihm so zu gefallen und zu reichen. Und genau da ist Schluss.

Am wochenende setzten wir drei uns zusammen um zu reden. ihm ist alles egal er macht keine Therapie zum Arbeiten hat er keine Lust und Schule? NAAAAAAAAAA ich weis nicht , seine Worte. Als meine LP ihm dann sagte das sie sich das nicht mehr mit anschauen will und wird und das er Samstag rausfliegt wenn er keine Therapie macht , Kam ein na und.

Ich bergreife die Gedankengänge nicht das jemand der gar nichts macht weder zu Hause oder sonst wo , noch so dreist sein kann und Ansprüche an die stellt die Arbeiten gehen .
Da muß doch im Kopf ein mächtiges deffiziet sein?
 

Ich Bin

Aktives Mitglied
Lieber Dinkelbaron,

ich habe das Gefühl, dass Du nicht verstanden hast was Dir
camus
wirklich sagen wollte.
Das ist sehr schade, wie ich finde.
Und ich weiss auch grade nicht wie... mmh... wie man es besser schreiben kann als camus es getan hat.
Schade für Eure "Familie".
 
J

jubi

Gast
Ja, und das alles wurde ja auch schon unendlich durchgekaut - immer und immer wieder.
Es gibt nichts Neues. Das Drogenproblem war schon länger bekannt.
Lieber Dinkelbaron, lese Dir doch noch einmal in aller Ruhe Deine bisherigen Hilferufe und die Antworten dazu durch .
Fast jeder von uns hat Dir helfen wollen - nur leider kam auch fast nichts bei Dir an.
Ich grüsse Dich und wünsche Dir auch weiterhin viel Erfolg und alles Gute.
jubi

Ps. Auch ein "Kiffer" ist ein Mensch !!
 
Zuletzt bearbeitet:
J

jubi

Gast
Liebe Giesy,
ich habe große Achtung vor Dir und aller größten Respekt und traue mich ja fast nichts zu sagen.
Aber - ist es denn bei den Drogenberatungsmenschen nicht so, dass sie die jungen Leute nicht noch auffangen könnten ?
Dass Eltern, die bisher nicht viel gesprochen und nicht viel gemerkt haben auch noch viel tun können - und muss man denn diese jungen Verweigerer raus schmeißen um aus ihnen einen guten Menschen zu machen. Gibt es keine anderen Alternativen ?
Ich verstehe oft die Welt nicht mehr.
Liebe Grüsse
jubi
 

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