Ich sitze auch wie eine Krähe über diesen Glaubensthreads (ok - der Ast, der mich tragen könnte, muß erst noch wachsen 😀) und lese mal mehr, mal weniger intensiv die Beiträge pro und contra Gott und Glauben.
Wie ein Beobachter darüber zu sitzen und einzugreifen ist nichts Schlimmes. Wie eine Hackkrähe schon oder?
Ich glaube, daß deine Wahrnehmung nicht ganz zutreffend ist, Claudia. Ich finde, das ist etwas Schlimmes, was man jemand unterstellen kann, die Wahrnehmung eines Menschen ist wie sie ist. Man kann ihm zwar sagen, dass es Leute gibt, die anders wahrnehmen, aber das ändert nichts daran, dass an der Wahrnehmung in dem Fall Claudias Wahrheiten sind, die sie aus ihrer Sicht so empfindet (schmerzend). Ich kann z. B. einer Passantin ins Gesicht spucken und wenn sie mich anzeigt, meinen, sie nimmt extrem wahr, denn ich habe sie nicht mal angelangt, nicht belästigt, nicht verfolgt, ich finde, sie nimmt extrem wahr und sie wüsste wohl nicht, was echtes Belästigen ist. Dann steht sie doof da, dass dumme empfindliche Stück, echt doof und niedergemacht, obwohl sie vollkommen richtig warhnimmt, dass sie das Recht auf Anzeige hat. (Nur ein Beispiel)
Zumindest was mich betrifft, aber auch was die Beiträge der von dir genannten 'Atheisten' betrifft (sind sie überhaupt welche? Ich zweifle). Interessante Überlegung. Es geht nicht nur darum, darauf zu lauern, wo und wie man jemandem eine reinwürgen kann. Wäre auch bissl viel Aufwand, wenn einen das Thema selbst nicht interessieren würde, nicht? Auch das ist überlegenswert, wenngleich ich Claudias Empfinden nachvollziehen kann.
Glaubensauseinandersetzungen müssen nicht das Ziel haben, dadurch oder 'danach' glauben zu können. Mich beschäftigt das Thema sehr, seit ich hier aktiv bin - zu meiner eigenen Überraschung, ich hielt das Thema für mich schon seit langem für abgeschlossen. Ich bin froh, wenn diese Auseinandersetzungen geführt werden, auch wenn mir die eine oder andere Richtung nicht gefällt. Mir helfen solche Diskussionen dabei, mich mit meiner eigenen Position in diesem Themenbereich auseinanderzusetzen. Dem kann ich nur zustimmen, ja das ist ein wichtiger Punkt, Widerstand hilft, sich selbst zu sortieren, was dem Widerstand nicht zwangsläufig Härte abverlangen muss.
Weiß zwar nicht, wie es den anderen geht, aber es tut gut, die eigene Überzeugung in Worte zu fassen, vielleicht auch als Gewißheit darzustellen und sie einer Art Überprüfung auszusetzen - auch in Form von Kritik und Hinterfragung. Von Zeit zu Zeit finde ich solche Überprüfungen für mich sehr wichtig, hilft mir dabei, nicht in Überzeugungen zu erstarren.
Sehe ich auch alles so, nur manchmal schwappt das alles so hin und her, dass man sich überschwappt vorkommt. Sich z. B. gegen 5 Personen verteidigen zu müssen, ist eigentlich eine Nummer zuviel, denn ein intelligenter Gegner reicht. Jeder Mensch ist ein Universum für sich und es kostet oft Mühe, sich auf einen einzigen Menschen einzustellen, werden es z. B. 5 aufeinmal, kann man sich nicht mehr einstellen, die Gesprächsführung ist in der Gefahr zu entarten und manches läuft aus dem Ruder. Auch dein letzter Satz ist eher machbar, wenn man sich mit einer, max. zwei Personen intensiv auseinandersetzt. Die letzte Zeit war ich gegen mehr als drei hier angetreten (oder eher umgekehrt), dass konnte nur dazu führen, dass Dinge aus dem Ruder laufen, weil die Grenzen des machbaren berührt werden. Mit machbar meine ich sich argumentativ zu "bekriegen" ohne den Respekt und Gemeinsamkeiten nicht aus dem Auge zu verlieren. Denn wenn es so ist, wie du ahnst, dass es jedem gut bekommt, dann müsste man danach eigentlich Shake Hands machen können. Wenn das nicht mehr geht, lief was daneben. - Ich denke, die Auswirkungen von sowas hat Claudia mitbekommen und du ja, auch, der das dann auch nicht mehr so gefiel.
Wär schön, wenn nicht alles, was 'Gegenposition' ist, als bloßes Zuschlagen empfunden würde, sondern als aktive Auseinandersetzung mit der Thematik.