Hallo K.,
also ich finde deinen Einblick, den du uns gibst sehr interessant. Es ist wirklich kompliziert beim Lesen zu verstehen, wie du das Leben bewältigen möchtest/musst. Ich dachte beim Lesen sehr lange, dass du von Heimmitbewohnern erzählst oder so was. Aber dass das alles du bist...
Beim durchlesen deiner Gedanken ist mir so ein bisschen deutlich geworden, dass du sehr damit beschäftigt bist dich mit dir selber auseinanderzusetzen, um einen Weg zu finden mit dir selber klar zu kommen. Aber ein bisschen hat es mich schon auch an meine Schizophrenie erinnert. Wenn es auch völlig anders ist sehe ich eine Ähnlichkeit darin, dass ich immer ich bin und ich mir normale Gedanken machen kann. Ich kann Menschen normal begegnen und normale Unterhaltungen führen. Ich weiß immer alles. Das würde ich dir auch wünschen. Dass du irgendwie lernen könntest eine Person zu sein und mit der voran zu gehen. Egal, ob du dann alles kannst oder nicht.
Das Problem bei dir ist vielleicht deine Krankheit. Aber eigentlich sehe ich das nicht als Problem. Ich denke gerne positiv und glaube an die Menschlichkeit. Und du bist eine sehr ausgeprägte Menschlichkeit. Sozusagen 34 Fach. ;-). Es ist aus meiner Sicht heraus und aus der Erfahrung mit meiner Krankheit, eher eine Herausforderung, die du als Mensch mit dir selber hast. Die wir eigentlich alle ein Stück weit haben. Du vielleicht einfach noch mehr, wie ich.
Aber ich sehe das Problem eher darin, dass du auch wenigstens mit einer Person mit deinen Mitmenschen auseinander setzten musst. Verständnis aufbringen solltest. Jeder Mensch hat ein Unverständnis gegenüber einem anderen. Und ich habe selber gemerkt, dass es sehr schwierig sein muss für dich, mit dir selber umzugehen. Was glaubst du wie schwierig es für einen Mensch ist, der nicht mal sich selber richtig kennt und glaubt er sei völlig normal.. hüstel... es ist mit dir umzugehen. Ich sehe es einfach als natürliche Schwierigkeit an, die bei dir besonders schwer ausgeprägt ist. Du solltest irgendwie Nachsicht mit den Menschen um dich herum lernen. Oder etwas ähnliches. Ich sehe auch keine perfekte Lösung. Aber jeder Mensch möchte mit sich klar kommen, so wie du und ich. Auch die bei der Arbeit vor der ein erwachsener Mensch plötzlich mit Stofftier und Kinderstimme steht. Nicht dass man dir dafür einen Vorwurf machen sollte. Du willst dich ja auch mit dir selber wohlfühlen können. Aber ich denke, dass normale Menschen mit so einer Situation einfach überfordert sind und deshalb selber gestresst sind. Sie glauben auch daran, dass sie mit allem klar kommen müssen. Und das geht eben nicht immer. Also ich habe da Verständnis für deiner Vorgesetzten. Ich kann mir einfach sehr gut vorstellen, dass du manche Menschen ziemlich schnell überforderst. Und viele Menschen reagieren dann unsozial oder ohne Verständnis.
Vielleicht solltest du dir bei so einer Situation sagen lernen, dass du so nicht reagieren möchtest? Vielleicht ist es auch deine Aufgabe irgendwo in einer Zukunft mehr Verständnis für die Menschen aufbringen zu können, wie sie für dich. Weil sie es nicht können. Aber du kannst es vielleicht können?
Weil ich sehe in deiner Beschreibung, dass ihr doch in letzter Zeit gelernt habt euch untereinander zu verstehen und zusammenzuarbeiten. Vielleicht könnt ihr auch lernen euch mit der Welt einen friedlichen Weg zu bahnen.
Weil es ist das eine für sich ein Ziel zu suchen. Aber es reicht nicht einfach nur fähig zu sein. Man muss auch mit den Menschen können und sollte sie nicht mit sich selber überfordern. Und vielleicht hilft ja dieser Gedanke auch euch noch besser zu organisieren und ein besseres System zu entwickeln, dass wenigstens ein Lebensplan von euch aufgeht?
Man kann vieles wollen. Aber nicht jeder kann an sein Ziel kommen. Vielleicht liegt es aber dabei nicht unbedingt an euch, sondern auch welcher Weg euch die Welt ermöglichen kann?
Ich war auch mal an dem Punkt, wo du bist und habe für nichts gearbeitet. Aber ich hab mich mit den Leuten gut stellen können und habe so Schritt für Schritt neue Möglichkeiten zugespielt bekommen, wo ich immer mehr aufgehen konnte und einen Lebensweg entwickeln durfte. Die Arbeit ist nicht da, um dich auszubeuten. Die Arbeit gibt es, um Leuten, wie dir und mir eine Möglichkeit zu finden langsam mit der Welt klar kommen zu können. Man wird begutachtet, man wird eingeschätzt und es werden einen andere Aufgaben zugemutet. Du bekommst kein Geld, weil man dir keines geben kann. Nicht weil man es nicht möchte. Ich durfte dann irgendwann 1,50€ die Stunde verdienen und inzwischen auch mehr. Vielleicht bekomme ich bald einen richtigen Job. Wer weiß? Aber das Leben ist lange. Wir werden nicht umsonst fast oder über 100 Jahre alt. Viele Menschen dürfen die Zeit hauptsächlich nur mit Arbeiten verbringen. Wir dürfen uns entwickeln.
Du/Ihr habt keinen Leistungsdruck. Von euch wird nicht so viel erwartet. Man möchte euch helfen. Aber man muss auch sehen, dass es nicht einfach ist psychisch kranken Menschen zu helfen. Wir müssen uns entwickeln. Das ist unsere Hoffnung.
So sehe ich es jedenfalls.
Ich bin sehr an deiner Reaktion gespannt und mich würde es interessieren, ob ihr so einen Beitrag ausdiskutieren könnt/müsst und wie es sich entscheidet, wer antwortet? Deine Rechtsschreibschwäche war im ersten Beitrag nicht so gut zu erkennen. Wonach entscheidet ihr euch, wer antwortet? Warum hast du geantwortet und nicht du von gestern? Ist das von eurer inneren Situation abhängig oder richtet ihr euch dabei auch nach der Außenwelt?
Ich würde gerne von euch wissen, was meine Gedanken zu eurer Situation wert sind. Das entscheide nicht ich, sondern ihr. Aber ich habe auch einen hungrigen Geist. Also hoffe ich, dass ihr euch Mühe gebt. Die Beiträge bis her waren sehr spannend. Ich hoffe, dass eure Antwort das nächste Mal meinen Hunger wieder befriedigen!
Machts gut!
lg t