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Warum wird der Mehrheitswille beim Gendern nicht beachtet?

Was verknüpfst du denn da jetzt falsches?
AfD-Nähe und Treffen mit Rechtsextremistin nenne ich (und viele viele andere) rechtspopulistisch. Daher taugt der "Verein Deutscher Sprache" eher weniger als Quelle für eine neutrale Gender-Debatte.

Also, lies doch meinen Beitrag bitte nochmal richtig @Kareena
Ich habe nicht behauptet - rechtspopulistisch, weil gegen Gendern.

Gut, dass du es korrigiert hast. Ich habe einfach gesellschaftlich oft den Eindruck Leute zu verdächtigen in eine bestimmte Schublade reingedrängt zu werden.
 
Mittlerweile kann ich über diese schon hundertmal durchgekaute Diskussion nicht mal mehr mit den Augen rollen, weil es so alte Kamellen sind.

Sprache verändert sich, so wie sich die Gesellschaft und das Leben mit der Zeit ändert. Das war schon immer so und das wird immer so bleiben, ob wir es wollen oder nicht.
Die meisten Veränderungen sind uns nicht einmal bewusst oder fallen erst auf, wenn man in Filmen oder irgendwelchen anderen Aufnahmen sieht, wie vor zwanzig, dreißig, vierzig,... Jahren gesprochen wurde. (Neulich habe ich nen Ausschnitt aus einer alten Löwenzahn-Folge aus den, glaube, 90ern gesehen. Kein Mensch mehr sich heute mehr so ausdrücken, genauso wenig wie sich die Menschen in den 90ern nicht mehr ausgedrückt haben wie in den 60ern und die in den 60ern nicht, wie die in den 30ern, usw. usf. Voll okay, ist einfach stinknormale Entwicklung.)

Wir hätten eine sehr komische Welt, wäre Sprache in Stein gemeißelt, während sich alles andere laufend verändert, seien es demographische Strukturen, technische Entwicklungen oder auch viel Banaleres wie (Pop-)Kultur, Mode, Trends, usw. Vollkommen ausreichend, sich alte Fotos von sich selbst angucken und festzustellen wie sehr man sich selbst und das ganze Drumherum (Klamotten, Frisuren, usw.) verändert hat.

Klar bleibt Sprache da nicht außen vor. Das geht gar nicht anders. Mein Mann, der in den 80ern Teenager war, erzählte neulich, dass Ausdrücke wie "cool" oder "sich zoffen" oder "Klamotten" für Kleidung in der Schule oder bei Großeltern nicht gern gehört waren, weil damals typischer und ziemlich verpönter Jugendslang. Heute ganz selbstverständlich im Sprachgebrauch integriert, kein Mensch findet es seltsam oder unpassend, wenn jemand Klamotten kaufen geht oder sich mit jemanden gezofft oder etwas Cooles erlebt hat.

Dieses bockige, rückwärtsgewandte Fußgestampfe ist einfach nur albern. Klar, kann man ruhig machen, für mich persönlich passt das gut mit Leuten zusammen, welche neben Gendern die EU-verordneten, befestigten Deckel an PET-Flasche für die größte Freiheitseinschränkung unserer Zeit halten.
Zum Glück wird Sprache vor allem von jungen Menschen geprägt. Meine Kinder zwischen 8 und 19 gendern selbstverständlich, das ist so normal für sie, dass es eigentlich gar nicht mehr auffällt (- und dennoch so wichtig bleibt). Mir ist auch noch nie untergekommen, dass das zu Verständnisproblemen geführt hätte.


Leider wirkt das Gendern nicht cool, sondern spießig.
 
Ich und viele in meinem Kurs fanden Shakespeare im Englischunterricht ganz schrecklich durch die alte Sprache, eine Mitschülerin hat bei der Kursarbeit geweint, weil sie den Text nicht verstanden hat, mit dem wir arbeiten sollten. Da klingt das Thema deiner Tochter deutlich besser und alltagspraktischer, Glück hat sie!
Ich finde auch gut und wichtig, dass hinterfragt wird, welchen Stellenwert man den Hinterlassenschaften alter, weißer, seit hunderten Jahren unter der Erde liegender Männer heute überhaupt noch geben möchte.

Klar, Shakespeare, Goethe, Schiller, Kant, Homer und wie sie alle heißen, haben Kultur und Gesellschaft stark geprägt, ihr Werk hat zumindest sprachliche und literarische Bedeutung. Facetten davon sicher auch noch darüber hinaus. Das muss nicht klein- oder weggeredet werden.
Aber letztlich zeichnet vor allem Shakespeare in seinem Werk eine zutiefst koloniale, rassistische Weltanschauung mit sehr stereotypen Rollenbildern. Die anderen genannten Herren sind aus ähnlichen oder auch anderen Gründen nicht unbedingt besser.

Insofern ist es eine richtig gute Entwicklung, wenn sie im Unterricht nicht mehr so breit behandelt und mit Inhalten ersetzt werden, die viel mehr gegenwärtige Relevanz für junge Menschen haben und im besten Fall auch Raum für dringend nötige Vielfalt und Diversität geben.
 
Lustig ist: Diese Tochter sagt "Söhnin" statt Tochter zu einem anderen Familienmitglied, wenn sie über den weiblichen Menschen redet, den dieser Menschen als Vater hat und den sie damit bezeichnen möchte.
Wie alles kann man auch das Gendern übertreiben und genau diese Übertreibungen sind es dann, die Gegner des Genderns immer wieder anführen, um zu zeigen, wie sinnlos das Gendern ist. Nur ist das halt kein gutes Argument, da niemand gezwungen wird, so zu übertreiben, außer vielleicht in diesen Ausnahmefamilien, falls es die wirklich gibt. Ich kenne solche nicht und habe auch noch nie jemand gehört, der „Söhnin“ sagt oder „verärzt:innen“. Und es gibt Regeln, wann Gendern sinnlos ist z.B.
 
Leider wirkt das Gendern nicht cool, sondern spießig.
Mir persönlich ist egal, ob Gendern cool oder spießig wirkt. 🙈
Du und irgendwelche anderen denken das Sprache die Gesellschaft verändert.
Nein.
Ich denke, dass die Gesellschaft eine Sprache verdient, die alle Menschen sieht und miteinbezieht. Die niemanden ausschließt und unsichtbar macht. In der jeder Mensch in seiner persönlichen Lebensrealität und mit seiner Biographie existieren und zu Hause sein darf.

Das ist mit unglaublich einfachen Mitteln möglich, die nichts kosten, niemandem etwas wegnehmen und auch nicht wehtun. Im Gegenteil: vielen Menschen gibt Gendern endlich Sichtbarkeit und die Chance integriert und wertgeschätzt zu werden.

So sehr ich mich anstrenge, ich verstehe beim Besten willen nicht, was man dagegen haben und einem selbst (z.B. als Mann) weggenommen wird, wenn sich Frauen, trans*-Personen und weitere Leute durch das Gendern anderer Menschen repräsentiert fühlen. Man muss es nicht mal selbst tun, wenn man das nicht will.

Wissenschaftlich ist im Übrigen bereits lange nachgewiesen, dass Sprache unser Denken und unsere Wahrnehmung formt. Stichwort: linguistischer Relativismus.
An der Stelle möchte ich auch aus Kübra Gümusays wichtigem Buch "Sprache und Sein" zitieren: "Wenn es in einer Sprache keine Begriffe für bestimmte Identitäten oder Erfahrungen gibt, erscheinen diese als „nicht existent“."
 
Letzlich zählt nur die Frage des TE, warum wird in einer Demokratie nicht der Mehrheitswille beachtet, der klar gegen das Gendern ist. Warum muss ich mir das Gestammel im ÖR anhören, für das auch die Gendergegener Gebühren zahlen müssen nur nicht nur die paar Woken. Dies Woken finden sich eben hauptsächlich im durchweg linken Journalismus und es ist denen völlig egal, was die Zuschauer wollen, Geld fließt ja trotzdem.
Mein Kinder gendern nicht und ich fand Shakespeare in der Schule gut. Was für Armutzeugnis Weltliteratur abzusetzen und den Kindern Gendergaga
aufzudrängen von linksgrünen Lehrern. Die klassische , deutsche Literatur gäbe es mit gendern nicht , schreibe doch mal eine Ballade oder hochwertige Lyrik damit. Es gibt auch Leute die für Sprache und Literatur was übrig haben. Bildung scheint heute nur noch aus woken Inhalten zu bestehen, sich gegenseitig des Rassismus zu beschuldigen und der Diversität zu huldigen, Lehrinhalte braucht man nicht mehr, sich mit alten Texten beschäftigen weg damit hauptsache divers, eine ganz schlechte Entwicklung.
 
Sprache verändert sich normalerweise natürlich, weil die Mehrheit anderes spricht und nicht weil eine kleine woke Minderheit das fordert und das allen aufzwingen will.
Sprachen verändern sich immer dann wenn eine neue Ausdrucksweise, eine Fremdsprache (Französisch im 18. Jahrhundert, Englisch nach dem 2. WK) oder neue Begriffe als "cool" empfunden werden. Aufzwingen dagegen geht regelmäßig schief.
 
Mittlerweile kann ich über diese schon hundertmal durchgekaute Diskussion nicht mal mehr mit den Augen rollen, weil es so alte Kamellen sind.

Sprache verändert sich, so wie sich die Gesellschaft und das Leben mit der Zeit ändert. Das war schon immer so und das wird immer so bleiben, ob wir es wollen oder nicht.
Über diese schon hundertmal durchgekaute alte Kamelle kann ich auch nicht mal mehr mit den Augen rollen - die offensichtlichen Unterschiede zu natürlich verlaufender sprachlicher Veränderung wurden nun wirklich bereits oft genug genannt.
 

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