Dazu mal eine Frage : WIE kann ich ein Kind fördern, damit es später mal einen beruflich guten Weg geht ??? Ich meine jetzt auch nicht , dass man Kinder drillen sollte und zum Lernen zwingen sollte, aber WAS genau kann man tun, um eben ein Kind sinnvoll zu fördern ?
Man kann ja nicht den ganzen Tag aus dem Lexikon vorlesen ?🙂
Das ist mal eine schöne Frage, finde ich.
🙂
Eine der wichtigsten Dinge ist Selbstvertrauen. Und das bekommt ein Kind am ehesten durch bedingungslose Liebe. Das mit der bedingungslosen Liebe ist zwar für uns Menschen nicht so einfach, aber man kann sich bemühen sein Kind für die Person zu schätzen, die es es ist, sowie einfach dafür, dass es da ist.
Manche Kinder sind begabter und aufnahmefähiger als andere. Viele Eltern denken ja, die Welt geht unter, wenn ihr Kind nicht aufs Gymnasium kommt oder dort scheitert. Doch in Wirklichkeit gibt es viele verschiedene schulische Wege, die in einer erfolgreichen Karriere münden können (Gesamtschule, Realschule und Fachabi danach, oder eben ein ganz normaler Schulabschluss mit einer anschließenden Ausbildung, die dem Kind entspricht).
Es gibt Kinder, die tun so als ob sie faul sind, nur damit ihre Eltern nicht denken, sie seien dumm. Das habe ich damals auf dem Gymnasium auch gemacht. Ich war überfordert und hatte Angst, das zu zeigen.
Es ist wichtig, dass Eltern zuhause für eine Atmosphäre sorgen, in denen ihr Kind das Gefühl hat sich öffnen zu können und sich seiner Schwächen nicht zu schämen braucht. Die "Schwächen" sind für die Berufswahl -neben den Stärken- nämlich wichtig.
Ich denke, vieles erkennt man, indem man sein Kind einfach Dinge ausprobieren lässt. Hat zB der Onkel eine Tischlerei? Prima. Vielleicht kann das Kind/Teenager dort mal mit anpacken, und der Onkel gibt danach sein Feedback dazu, ob er den Nachwuchs für talentiert hält.
Manche Kinder sind eher die Theoretiker, andere eher praktisch oder künstlerisch veranlagt.
Gespräche mit dem Kind sind natürlich auch wichtig. Welches sind seine Lieblingsfächer und warum? Lassen seine Antworten tatsächlich auf eine Begabung schließen oder ist die Eins in Englisch eher das Resultat davon, dass sich der/die Tochter/Sohn in die/den Lehrer(in) verliebt hat und ackert wie verrückt?
🙂
Hat das Kind das Interesse an Naturwissenschaften verloren, weil der Physiklehrer eine Katastrophe ist, oder liegt es doch eher an anderen Faktoren (wenig angeborener Begabung, zum Beispiel).
Offene Kommunikation ist da sehr wichtig.
Und was die Sache mit den Lexika betrifft: jeden Tag vorlesen. Oh je.
🙂 Ansonsten HAT diese Idee durchaus etwas. Einfach mal ein Lexikon auf dem Tisch liegen lassen und schauen, ob das Kind darin liest und vor allem, WAS es dort nachschlägt, und sich darüber unterhalten. Wobei es jedoch auch zu Phasen im Leben eines Kindes oder Teenagers kommen kann, in denen er/sie sich betont desinteressiert zeigt.
Sehr wertvoll können Praktika sein. Viele Teenager haben da ja so ihre Traumberufe (Tierarzthelferin, künstlerischer Bereich, Krankenschwester,...) und stellen dann nach dem Praktikum fest "war gar nicht so toll". Und bei den Gedanken an typische Büroberufe langweilen sich viele erst einmal und sind nach einem Praktikum ganz überrascht, dass es doch Spaß gemacht hat. Und auch ein solider Handwerksberuf hat nach wie vor seine Berechtigung, sofern Interesse/Talent vorhanden ist.
Ein Studium natürlich auch. 100prozentige berufliche Sicherheit gibt es sowieso nicht.
Ich denke, eine sinnvolle Förderung beinhaltet
1.sein Kind so anzunehmen wie es ist.
2. etwas über die Stärken und Schwächen seines Kindes herauszufinden. Und das eigene Wunschdenken soweit zurück zu stellen wie man kann. Wenn man ein Fach studiert, für das zwei Drittel aller Kommilitonen begabter sind als man selbst, wird man es im Studium und Berufsleben schwer haben. Schulische Nachhilfe kann hilfreich sein bei Problemen mit einem Fach. Doch nicht um sein Kind zum Mathe-Ass hoch zu puschen, damit es später Mathe studieren kann.
3. sich fragen, welche Persönlichkeit man braucht, um in dem Beruf, der einer bestimmten Ausbildung/Studium folgt, zu bestehen. Und schauen, ob diese mit dem Kind übereinstimmt. Ein extrovertiertes, temperamentvolles Kind wird in anderen Berufen glücklich werden als ein introvertiertes Kind.
4. der Charakter des Kindes ist für die Berufswahl mindestens so wichtig wie akademische Begabungen.
5. wenn das Kind unbedingt Schauspieler werden will, dann kann man nichts daran ändern. (nichts gegen diesen Beruf, aber es ist eben ein hartes Brot). Manchmal muss man loslassen können.
6. wenn man selber über Kontakte verfügt, kann das dem Kind bei der Suche nach Ausbildungs-und Praktikumsplätzen sehr helfen. Der Vater oder die Mutter im lokalen Schützenverein, Volleyballclub oder Kirchenchor...hat schon mehreren Kindern zu Praktikumsplätzen verholfen.
7. Ein Hobby kann dem Kind natürlich auch dann helfen, wenn es ihm selber nachgeht. Vor allem, wenn es sich im sozialen Bereich engagiert. Das macht sich gut im Lebenslauf und eröffnet dem Kind vielleicht sogar neue Berufsfelder. Und selbst wenn nicht: wenn ein Hobby das Leben bereichert, ist es etwas Schönes.
8. Bei der Berufsberatung können sich Jugendliche testen lassen.
...das wäre das, was mir im Moment so einfällt.