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Warum werde ich als Student von Handwerkern so runtergemacht?

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Gibt das den Typen das Recht, über Studenten herzuziehen und sie anzupampen, die sich ihr Studium selbst mit Handwerksarbeiten als Hilfsarbeiter finanzieren? Theologen und Religionspädagogen sind nicht entbehrlich, weil wir auch noch Menschen brauchen, die in der Lage sind, vernünftige Werte zu vermitteln. Ärzte, Ingenieure, Juristen, Naturwissenschaftler, Wirtschaftswissenschaftler etc. sind auch nicht entbehrlich.

Ich sehe einen sehr großen Unterschied zwischen Ärzten und Ingenieuren einerseits und Theologen und Religionspädagogen andererseits. Die einen werden natürlich dringend gebraucht in unserer Gesellschaft, die anderen sind tatsächlich entbehrlich. Und wir haben ja auch wirklich einen Fachkräftemangel an Ärzten und Ingenieuren genauso wie in vielen Handwerksberufen oder in den Pflegeberufen. Von einem Mangel an Theologen habe ich noch nie gehört. Für mich ist das kein Konflikt zwischen Handwerkern und Akademikern. Ich glaube nicht, dass ein junger Medizinstudent auch solche Erfahrungen mit Handwerkern machen würde wie der ja schon ältere Theologiestudent hier.
 
Von einem Mangel an Theologen habe ich noch nie gehört.
Ich schon. Deshalb werden ja mittlerweile jede Menge Kirchengemeinden zusammengelegt, weil die Zahl der Priester oder auch Pastorinnen und Pastoren nicht mehr ausreicht.
Viele religiöse Menschen wissen Seelsorge sehr zu schätzen. Als praktizierende Christin halte ich es auch für wichtig, dass Kinder und Jugendliche eine religiöse Erziehung genießen, in der ihnen christliche Werte vermittelt werden. Viele Missstände, insbesondere das aggressive, unbarmherige, egozentrische und gleichgültige Klima in unserer Gesellschaft, aber auch die erschreckende Zunahme psychischer Erkrankungen führe ich darauf zurück, dass immer mehr Menschen meinen, Gott und Glauben nicht mehr nötig zu haben.

Allerdings gebe ich dir Recht, dass man als gesunder Mensch mit 31 Jahren mit seiner Berufsausbildung auch mal zu Potte kommen und einen erlernten Beruf auch ausüben sollte, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen und für das Alter vorzusorgen. Man kann nicht erwarten, dass die Allgemeinheit es ewig zu finanzieren hat, wenn jemand nicht erwachsen werden, keine Verantwortung für sein Leben übernehmen möchte und ein Studium an das andere hängt.

Darüber hinaus kann man der Allgemeinheit durch die Ausübung seines Berufs auch etwas zurückgeben. Allerdings nicht nur in handwerklichen, sondern auch in akademischen Berufen, ob das manchen Leuten ohne höhere Schulbildung und abgeschlossenes Studium nun passt oder auch nicht.
 
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Ich glaube nicht, dass ein junger Medizinstudent auch solche Erfahrungen mit Handwerkern machen würde wie der ja schon ältere Theologiestudent hier.
Das glaube ich schon. Ich bin selbst Bildungsaufsteigerin, war die erste Gymnasiastin, Abiturientin und später Akademikerin weit und breit in meiner ganzen Verwandschaft und mache als Volljuristin im höheren Verwaltungsdienst mit neidischen Verwandten bis heute dieselben Erfahrungen.

Alles, was mit meinem Beruf zusammenhängt, stößt auf demonstratives Desinteresse. Ihr Familienleben wird mir dafür umso mehr unter die Nase gerieben. Wie hat es Goethe so treffend formuliert? "Man merkt die Absicht und man ist verstimmt." 😉

Auch über einen Neffen 2. Grades (ebenfalls Bildungsaufsteiger) und seine Frau, ein Arztehepaar, wird in der Verwandtschaft teilweise hergezogen, insbesondere jede Äußerung der Frau wird überkritisch gesehen. Dahinter steckt der pure Neid.

Wenn Frauen erfolgreich studiert haben, ist es für gewisse Kreise offenbar noch wesentlich unerträglicher, als wenn Männer studiert haben... 😎
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich schon. Deshalb werden ja mittlerweile jede Menge Kirchengemeinden zusammengelegt, weil die Zahl der Priester oder auch Pastorinnen und Pastoren nicht mehr ausreicht.
Oh, ich denke, dass liegt eher daran, dass die Kirchengemeinden nicht genug Anhänger haben.
Aber sei es, wie es mag - kein Mensch sollte sich ob seiner Tätigkeit über andere erheben.
Nicht der Kleriker. Nicht der Maurer. nicht der Jurist oder Kuhhirt.
Sich aufblasen und dicke machen zeugt von Selbstwertproblemen.
 
Sich aufblasen und dicke machen zeugt von Selbstwertproblemen.
Richtig. Habe ich bei einem Schlossermeister in meiner Verwandtschaft auch erlebt. Noch zehn Jahre nach seinem Ruhestand erzählte er bei jeder Familienfeier, dass er 80 Mitarbeiter "unter sich" 🙄 hatte in dem großen Unternehmen, in dem er tätig war, wie groß sein Büro war und dass seine Dienstreisen ihn nach Dubai, Moskau, Schweden etc. führten.

Selten etwas Aufgeblaseneres erlebt.

Die Berufe, Positionen und Karrieren anderer, auch meine, wurden überkritisch gesehen und abgewertet. Das fing schon beim Unverständnis darüber an, dass ich kein Diensthandy besitze. Da kann es mit meiner Position ja nicht weit her sein. 😆
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich sehe einen sehr großen Unterschied zwischen Ärzten und Ingenieuren einerseits und Theologen und Religionspädagogen andererseits. Die einen werden natürlich dringend gebraucht in unserer Gesellschaft, die anderen sind tatsächlich entbehrlich. Und wir haben ja auch wirklich einen Fachkräftemangel an Ärzten und Ingenieuren genauso wie in vielen Handwerksberufen oder in den Pflegeberufen. Von einem Mangel an Theologen habe ich noch nie gehört. Für mich ist das kein Konflikt zwischen Handwerkern und Akademikern. Ich glaube nicht, dass ein junger Medizinstudent auch solche Erfahrungen mit Handwerkern machen würde wie der ja schon ältere Theologiestudent hier.
steht es jmd zu das zu beurteilen bzw dies als Maßstab für einen ungehobelten Umgang zu rechtfertigen.

Theologen sind möglicherweise Stille Helden. In unserer Stadt leiten sie Gruppe für Menschen die nicht so gut klarkommen. Philosophie kann ebenso in Fragen der Ethik wichtig sein.

Nur weil unser System versagt hat ist der Arzt oder der Handwerker nicht mehr Wert.

Meinungen sind doch ok, der Umgang untereinander eben nicht. Dieser sollte respektvoll sein. Eben weil der Handwerk nicht geachtet wird, haben wir auch hier einen Mangel, ebenso bei med Fachpersonal

Wer sein Leben an der Uni verbringen will und das finanzieren kann...warum nicht. Es gibt Menschen mit viel Geld, die gar nicht arbeiten und sich stattdessen den Tag mit Wellness oder Pferde oder weiss der Geier beschäftigen

Diese Hackordnung ist doch schlimm

Kolya
 
Nochmal für einige hier: Fachkräftemangel hin oder her. Jeder sollte schulisch und beruflich das machen was ihm zusagt.
Mir liegen eben die geisteswissenschaftlichen Fächer und das Klavierspielen sehr, hingegen in Mathematik oder Sprachen bin ich schlecht und diese Sparten interessieren mich auch nicht.
Warum sollte ich einen Job ausüben wo ich unglücklich bin?
Und warum behaupten hier einige ich hätte keine Lust zum Arbeiten? und chille den ganzen Tag?
Ich finde einige Antworten schon eine Frechheit.
 
Es gibt Menschen mit viel Geld, die gar nicht arbeiten und sich stattdessen den Tag mit Wellness oder Pferde oder weiss der Geier beschäftigen
Der Adel arbeitete vor seiner Abschaffung auch nicht. Der Krupp-Erbe Arndt von Bohlen und Halbach auch nicht. Er ist aber früh gestorben. Immerhin hat er viel Geld für wohltätige Zwecke gespendet.
 
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