Falsch.
Im Islam hatte die Schamrasur hygienische Gründe, da Wasser kostbar und knapp war. Es wurde aber nie als Schönheitsideal propagiert, da die Darstellung des nackten Körpers gar nicht erlaubt war.
Der Islam ist aber eine historisch relativ junge Erfindung. Schon bei den alten Ägyptern, also Jahrtausende früher, wurde enthaart, aus verschiedenen Gründen.
Priester etwa mußten kultisch "rein" sein, mit Reinigungszeremonien jeden Tag und Körperhaar war absolut pfui, weshalb sie totalrasiert waren, kahl von oben bis unten.
Bei Kindern wurden die Köpfe rasiert bis auf ein kleines Scheitelzöpfchen, das wachsen durfte, aus recht pragmatischem Grund denke ich, um Kopfläuse zu verhindern.
Aber auch Erwachsene trugen gern Glatze und bedeckten das Haupt zum Sonnenschutz mit einem Tuch oder einer Perücke, aus dem gleichen Grund, Perücken ließen sich leichter wechseln, reinigen, entlausen oder einfach absetzen, wenn man sich wusch.
Außerdem war es an heißen Tagen üblich, sich zur Kühlung parfümierte Fettkegel aufs Haupt zu kleben (also oben auf die Perücke), das Fett (wahrscheinlich Butter) schmolz in der Hitze und sorgte auf diese Weise für stetige Kühlung. Auch da war es zu Reinigungszwecken natürlich praktisch, wenn das Fett anschließend in den Kunsthaaren (Menschenhaare oder Tierwolle) klebte und nicht in den eigenen, echten Haaren. Leute mit solchen Fett-Kegeln auf dem Kopf sieht man hin und wieder auf alten Wandzeichnungen aus Gräbern.
Und anders als später im Islam gab es bei den Ägyptern noch kein Nacktheits-Tabu, die meisten Männer liefen in der ägyptischen Tageshitze nur mit Lendenschurz, die Frauen in einem kurzen Leinenkleid herum, und dieses Leinen war in seinen teuersten Ausführungen manchmal sogar ziemlich "durchsichtig", wie man ebenso auf Wandzeichnungen erkennen kann. Kinder bis zu einem bestimmten Alter liefen total nackt herum, und die Dienerinnen in den Palästen gerne "oben ohne". War damals alles erlaubt und wurde deshalb so auch auf Wänden und Papyrusrollen verewigt.