@ Gast
es ist echt schwer sich jemanden anzuvertrauen.
und wenn man sich öffnet, mekt man:du wirst gar nicht ernst genommen.
da kommen dann so sprüche wie: deine kindheit ist vorbei....
klar ist sie vorbei (Gott sei Dank!!!)
Liebe Gast,
das sind echt die blödesten Sprüch, sie kommen oft von Menschen, die entweder selbst nichts erlebt hatten, oder aber es selbst versuchen zu verdrängen.
Bevor ich mich erinnerte, dass auch meine Mutter mit dem Missbrauch etwas zu tun hatte, erzählte ich ihr von der Erinnerung an die Vergewaltigung durch den Nachbarn. Ein paar Tage später kam sie auch zu mir, um mit mir darüber zu reden; doch das was sie sagte war: "Am besten du vergisst alles wieder, so wie ich vergessen habe, dass Oma mich mit dem Feuerhaken geprügelt hatte." Nichts hatte sie vergessen. Sie wollte es vergessen, doch sie konnte es nicht. Da sie sich aber nie mit ihrer Vergangenheit auseinander gesetzt hatte, konnte sie auch nichts tun....
Du aber siehst deine Vergangenheit, du aber willst etwas ändern und weil du es willst, ist es alles soooooo schwer.
Du möchtest dich und deine Tochter aus diesen Situationen befreien, doch es hat dir nie jemand gezeigt, wie du es tun kannst. Du trägst diese ganzen Erfahrungen in dir. Das kleine Kind in dir will gesehen werden, es ist auch da, es schreit. Doch es gibt nicht viele außer dir, die es hören können. nur wenige Menschen sind in der Lage es zu sehen, wie es in dir aussieht.
Ich hatte es erst vor kurzem, ein Chaos in mir drin, ich dachte nur wenn es doch nur die anderen auch mal hören und sehen würden. Es war ein Geschrei ein Zank kaum auszuhalten. Ich musste raus, spazieren, endlich konnte ich mal wieder draußen die Diskussion in mir, kaum auszuhalten. Ich hatte Teddys dabei und hielt sie und tröstete, wo ich nur konnte. So viele Meinungen auf einmal und jedes hatte recht, aus seiner Sicht. Doch jedes sah es anders.
Ja ich habe ein wenig gelernt mit ähnlichen Situationen umzugehen, aber so viele auf einmal, das war fast zu viel. Heute geht es mir wieder besser, doch auch ich sollte noch einmal eine Therapie machen, zu viel Schmerz ist noch innen drin.
aber es ist gar nicht so leicht sich selber zu finden.
Versuche den Kontakt zu dieser kleinen zu finden, versuche mit ihr zu sprechen, sie in den Arm zu nehmen, sie ist gut. Du bist gut. (Solltest dir das Wort gut Angst machen, gib bescheid, dann such ich ein anderes)
Wir werden dich suchen und wir werden dich finden, denn wir möchten dass du hier bei uns bleibst. Ich habe noch einen großen Wunsch für dich, es soll dir bald gut gehen.
ich habe auch schon 2 selbsthilfegruppen ausprobiert aber die waren nur von kurzer dauer weil sich viele schnell zurückgezogen haben.ich denke mal das hat zu sehr geschmerzt.
mir schmerzt das alles auch.aber warum nimmt man denn hilfe in anspruch?damit man unter anderem auch selber damit besser klar kommt.oder sehe ich das falsch?
Selbsthilfegruppe, ich war auch in mehreren, die eine tat mir wirklich gut. Wir unterstützten uns, wo es ging, doch leider ging sie dann doch auseinander, das war die erste Gruppe, entstanden aus dem Notruf für Frauen mit einer kurzen Einführungsphase, in der wir Unterstützung hatten, durch eine Frau, die weiter war als wir. Sie war die ersten Male mit dabei und gab uns Tips auf was wir achten sollten. In dieser Gruppe (es war eine geschlossene Gruppe) war sehr viel Offenheit, selbst dass was ein akut nicht schlafen lies, konnte gesprochen werden. Es war wirklich hilfreich. In der Klinik, die Selbsthilfegruppen, diese waren offen und es war nur Vorraussetzung, das man an dem Hauptthema arbeitete, da war es dann auch sehr unterschiedlich, je nachdem, wer da war. Doch auch hier war es oft gut und unterstützend. Später nach der Klinik und nachdem sich meine Gruppe aufgelöst hatte, war ich bei der Gründung einer neuen Gruppe dabei, doch mir wirklich wichtige Themen konnte ich hier oft nicht ansprechen, ich fühlte mich oft nicht verstanden. Nur mit einer aus der Gruppe habe ich heute noch Kontakt,wir hatten thematisch die meisten Berührungspunkte.
Ja Hilfe suchte ich auch, um besser damit leben zu können, denn uns bleibt da nichts anderes über, als mit dieser Vergangenheit und dem Schmerz daraus zu leben und damit umgehen zu lernen. Der Schmerz aber schreibe ich dir, der wird weniger. Je mehr ich, das was getan wurde angenommen hatte, je mehr ich den Schmerz, der dadurch entstanden war annehme, auch die Angst, die Hilflosigkeit.... annehme, desto besser geht es mir.
Ich muss mir auch heute immer wieder für die kleinen in mir drin Zeit nehmen und ihnen versprechen, dass ich auf sie auf passen werde.
Gestern war so ein Tag, an dem ich ihnen besondere Aufmerksamkeit geben musste und das obwohl ich mir was leisten musste... Gestern wäre der Geburtstag meiner Mutter gewesen, in den letzten Jahren ein Tag an dem oft plötzlich nichts mehr ging, bis ich das Datum bewusst wahrnahm und mich beruhigen konnte. Aber ich habe den Tag gut überstanden und nicht nur das!! Ich hatte Hilfe hier im Forum für den Kauf, um das zu sehen, warum ich nicht kaufen darf.
mir zerreißt es auch das herz wenn ich an all die sachen denke.
(wenn ich böse war bekam ich nichts zu essen...."das hast du dir nicht verdient.du gehst heute abend ohne abendessen ins bett.....") und dieses muster hab ich heute noch. wenn ich mal was falsch gemacht habe, dann denke ich:"du hast mist gebaut.du hast dir jetzt kein essen verdient. das essen hat es nicht verdient jetzt in deinem scheiß körper zu kommen."
Zu essen bekam ich, aber ich sollte froh sein zu essen und zu trinken zu haben und auch ein Dach über den Kopf, dafür aber durfte jeder mit mir tun was ihm beliebt.
Ich wollte nicht essen und nur wenig trinken, alles nur so viel das es zum Leben reichte. War froh als ich eine Kammer bekam, eiskalt und ohne Strom. Doch in dieser Kammer da war ich sicher. Ich konnte sie schließen, sie lag zumTreppenhaus eines Mehrfamilienhausen, deshalb konnte und durfte ich schließen. Ich schloss nie auf,egal wer da war, denn ich tat als schliefe ich, hatte das Schlüsselloch zugehängt und hielt die Luft an bis draußen keiner mehr war.
Doch nun zu dir, es ist falsch was gesagt wurde. Du warst sicher mehr als lieb (Wort?).
Versuch dieses Muster was du hast aufzubrechen, ich weiß leichter gesagt als getan. Du darfst essen, du musst es sogar, denn es ist wichtig für dich. Versuch dies in kleinen Portionen, esse lieber einmal mehr ein wenig, als es mit zu viel auf einmal zu versuchen. Betrüge dich da ruhig eine Zeit lang selbst. Tu dir nur wenig auf und überzeuge dich. Versuch dies ein paar mal am Tag. Mach dir das was du glaubst was geht. Du darfst jeder Zeit essen. Überzeuge dich. Versuch auch die kleine in dir was gutes zu geben, sprich mit ihr.
Dein Körper, der braucht dich und du brauchst ihn. Der Körper wäre auch gern fortgegangen, hätte gern dir flucht ergriffen. der Körper, ja der wurde benutzt, gegen seinen und deinen Willen. Der Körper, er wurde manipuliert, er hätte dir gern mehr Schutz gegeben. Dein Körper auch er kann nichts dafür.
es gibt oft momente wo ich denke: ihr seht mir gar nicht an wie selbstmordgefärdet ich eigentlich bin.
ich funktioniere nur.das wude mir ja auch so beigebracht.....
einmal lag ich nach einem selbstmordversuch im krankenhaus. manchmal denke ich: schade daß es nicht geklappt hat.....
Ich sehe es, die Gefahr, der du ausgesetzt bist. Pass auf dich auf, tu es für dich, tu es für deine Tochter. Wenn du merkst es geht nichts mehr. Telefoniere, gehe dann freiwillig in die Klinik, nur solange der Impuls zu groß. Wenn du freiwillig in die Klinik gehst, bis du dich gefangen hast, dann kannst du da auch freiwillig wieder raus. Ich schrieb es schon, ich tat es einst.
Ich würde dich halten wollen, wenn du es brauchst und wenn du es ertragen kannst. Ich habe das Gefühl, du bist schon an dem Punkt angekommen, an dem es fast nur noch auf der Stelle stehend und im tiefen Loch gefangen sein gibt oder aber den Weg bergauf zu gehen, immer mal wieder abrutschend, aber doch schon fast ganz unten. Gern möchte ich eine Leiter reichen und eine Sicherheitsleine. Und ich wünsche dir Menschen die die Leiter halten und die Leine spannen, damit du den Weg nach oben schaffst.
Liebe Gast ich wünsche dir Kraft und den Mut, trotz der erfahrungen weiter zu gehen. Du hast es bis hier her gewagt, ich wünsche sehr du wirst hier bleiben und noch viel andere Möglichkeiten der Hilfe finden und bekommen.
Ich denke an dich, auch wenn ich mal nicht hier bin. Ich komme wieder, das verspreche ich.
LG
Mittendurch