Die Frauen gegen Männer Debatte bringt hier nicht weiter.
Ja Frauen waren früher finanziell abhängiger vom Ehemann als heute, aber es ging doch viel weiter. Umgekehrt wurde auch vom Mann erwartet ab einem gewissen Alter Frau und Kinder zu haben.
Beide -Frau und Mann- waren gesellschaftlich sehr einander verpflichtet. Der Mann, der mitsamt Überstunden oft 10-12 Stunden am Tag arbeitete und zuhause nicht mal wusste wie man die Waschmaschine einschaltet. Und die Frau, Haushalt und oft 3-4 Kinder versorgte - und das alles ohne die technischen Wunder von heute. Da machte man die Wäsche noch auf dem Waschbrett und die Hausfrau hatte es verdammt schwer. Heute diskutieren wir über "Work Life Balance" und welchen Staubsaugroboter wir uns kaufen.
Frag meine verstorbenen Großeltern mal über Hartz 4. Die haben nach dem Krieg Deutschland aufgebaut und noch Butter gegen Eier getauscht. Aus Not hielt man zusammen, beide Geschlechter.
Ab der Generation der Baby-Boomer um 1950 bis 1960 änderte sich das. Diese Generation kannte kaum noch Not und steht heute für die erste glückliche Generation. Es war aber auch die erste Generation, die traditionelle Werte zu hinterfragen begann und Selbstverwirklichung forderte.
Subjektiv glaube ich, dass Männer öfter das Gefühl bekommen, dass sie keine Chance haben. Während Frauen eher das Gefühl haben zwar reichlich Auswahl zu haben aber keinen vernünftigen Partner zu finden. Das mag daran liegen, dass der Mann immer noch die aktivere Rolle hat während Frauen oft von vielen Männern angeschrieben und angesprochen werden.
Das Gefühl "das andere Geschlecht ist immer Schuld" ist für mich ein Symptom der neuen Generationen, die sich wie ich in einem Beitrag zuvor schrieb nicht selber reflektieren wollen.
Vielleicht muss man aber hinterfragen, ob die Single Anzahl überhaupt schlecht ist. Denn auch wenn viele als Single unglücklich sind, ist es für sie scheinbar das kleinere Übel als die verfügbaren Partner/innen zu nehmen. Irgendwie ist es ja auch ein Luxus, alleine leben zu können. Die Generation meiner Großeltern konnte dies nur sehr schwer. Allein aus wirtschaftlichen Gründen plante man oft Mehrgenerationenhäuser.
Mir persönlich geht es zumindest so. Ich hätte zwar sehr gerne eine gute Partnerschaft aber 80% der Frauen würde ich nicht haben wollen. Mich hat es auch nie unglücklich gemacht Single zu sein. Höchstens beschleicht mich manchmal ein komisches Gefühl wenn ich sehe, dass ich eher die Ausnahme bin und fast alle in meinem Bekanntenkreis "anders" sind.