Mittendurch
Moderator
Opfer - ein schimmernder Begriff.
In diesem Thread ist zudem sicher nicht die Bedeutung gemeint, dass man aktiv etwas weggibt (der eigentliche Opfergedanke).
Gemeint ist in unserem Zusammenhang wohl eher dieser Opferbegriff: dass man als an und für sich freie Persönlichkeit seiner Freiheit durch eine andere Person, die mit Absicht handelt, beraubt wird. Und damit wäre bereits gesagt, was ein Opfer ist. Im gesellschaftlichen Umgang ist es üblich, dass sich die Freiheit des Einzelnen mit der Freiheit der anderen reibt. Von Freiheitsberaubung kann man dann wohl sprechen, wenn ein ungesundes Maß überschritten wurde. Damit wäre der Opferbegriff vor allem ein rechtlicher.
Zum zweiten Teil der Threadfrage:
Um nicht Opfer zu werden, wäre es sicher gut, wenn man ein Bewußtsein für seinen eigenen Wert als Persönlichkeit entwickelt. Der Mensch kann das. Wer sich selbst für gering erachtet (eigentlich ein Unding, denn als Mensch hat man eigentlich einen Wert), der läuft umgekehrt Gefahr, dass er zum Opfer wird, weil er sich selbst egal ist, weil ihn das Täterverhalten dann nicht mehr empört etc. Auch Kriecherei ist wohl Ausdruck eines gewissen Opferverhaltens. Und wer kriecht, hat seinen Wert als Mensch ja auch in gewisser Weise abgegeben. Zumindest in größerem Maße.
Ehrlich das fett gedruckte ist für mich grad schwierig zu verstehen. as ist eine an und für sich freie Persönlichkeit? Und wann gilt diese als beraubt. Ich glaube schon das du das gut erklären möchtest und das es so ähnlich sogar rechtlich geschrieben steht. Aber beim Lesen kommen mir so Anssichten von anderen in Kopf, das sind dann die Widersprüche zum eigenen Denken. Aber Freiheitsberaubung, wenn es doch "zu Hause" ist....
Ne beim Opfer handelt es sich in meinem Denken, um etwas unfreiwilliges.
Doch glaube ich nicht unbedingt daran, dass jemand Opfer ist, nur weil er sich mit seinem Opfer gewesen sein auseinandersetzt und versucht zu erkennen, was von den einst nützlichen Überlebensstrategien noch gebraucht wird. Ach ne fängt früher an, dies Überlebensstrategien müssen ja oft erst noch erkannt werden und danach sortiert ind noch nützlich oder was mach ich jetzt damit.
Viele eben schreiben hier, um es besser erkennen und sortieren zu können. Viele "leben noch teilweise ind diesem Zustand, der Gefahr", sie wollen oft nur von Anderen erfahren, wie sie es schafften daraus zu kommen, um im hier und jetzt zu leben, ja sie waren Opfer, aber ich denke, da sie sich damit auseinanderseten sind sie es nicht mehr, auch wenn das Gefühl ihnen manchmal noch vormacht, noch mittendrin zu sein, in dieser Zeit der Gefahr. Oft aber ist es gerade der Kampf, der dann geführt wird, der es nicht leichter macht. Wichtig ist dann zu erkennen, wo bin ich was mach ich und warum ist es gerade und was hilft mir, dass ich da raus komme aus dem alten. Oft ist es Fürsorge, Mitgefühl und ein Austausch, der mehr hilft als "DU musst doch nur..."
Es hat auch nicht immer mit Selbstwertgefühl zu tun.
Ich denke sich zu jederzeit, sein Umfeld klar und deutlich zu erkennen, dieses nicht zu verschönern, sein Umfeld ehrlich anzusehen und es zu verlassen, wenn es schädlich ist, ist sicher ein Weg, nicht zum pfer zu werden oder nicht zu bleiben, wenn es Gewalt gibt, egal welcher Art....
Vielleicht ist es auch hier der Weg, manchmal einfach weitergehen?