Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Wan fängt es an, dass jemand Opfer ist und was sollte er tun es nicht zu sein?

Ich danke erst einmal alle, die einen Beitrag geleistet haben.

Ich habe das Gefühl dieses Thema, es scheint ein wichtiges und doch ist es teilweise verwirrend.
Eigenverantwortung und Opfer sein, mag für Erwachsene Menschen, auch Jugendliche und größere Kinder passen. Doch Eigenverantwortung, kann doch erst aufgegeben werden, wenn sie jemand hat. Ab wann aber kann eigenverantwortlich gehandelt werden?

Habe ich diese gleich nach der Geburt?
nein, sondern ab da wo ich eben erwachsen und gesund handeln kann. nicht umsonst gibt es solch altersgrenzenbei gesetzen..

Habe ich sie, wenn das Unterbewusstsein oder was auch immer etwas ohne mein zu tun frei gibt und dadurch der Körper heftigst reagiert oder auch nachts im Schlaf der Atem aussetzt?
Ich fühle mich dann nicht als Opfer, auch wenn ich dann das Gefühl habe in Not zu sein.


Ich schreibe dies, um darzustellen, dass Opfer sein/gewesen sein nicht unbedingt damit zusammenhängt, das Eigenverantwortung abgegeben wurde. Weil ich das Gefühl habe, das genau das es ist, weshalb es ab und an diese Anmerkungen gibt, die Einstellung zu ändern mehr Eigenverantwortung übernehmen ....

ich habe da letztens hier etwas erlebt. im thread einer jungen frau,die auf ihren weg ist. nicht alles in ihrem leben im grifff hat,aber auf ihren weg ist. (therapie und so weiter)
da wurde auch geschrieben, das sie viel auf ausen scheibt und mehr verantwortung tragen sollte....
naja ich sehe das schon so, wer traumatissiert ist,sieht nicht alles was er tut ganz klar. da ist zwar eigenverantwortung im spiel, die wächst,aber eben noch nicht ausgebildet ist.aussenstehende denken dann,mach doch mal mehr oder ähnliches. aber der traumatissierte kann das nicht sehen...
ich finde schon das bei vielen dingen eigenverantwortung abgegeben wurde, unbewusst eben.zeitweilig.
von aussen fehlt in meinen augen dann genau das bewusstsein,das der andere ein opfer von etwas ist,was er nicht ganz steuern kann.

für mich sagte ich das so, ich konnte zu dem zeitpunkt nicht anders. bei gesunden nicht traumatissierten läuft das nicht so ab und sie können da mehr steuern.


Innere Flucht ist doch eine Möglichkeit zu entkommen, es nicht ertragen zu müssen.

Habe gerade in einem Seminar gelernt. Wenn Gefahr droht und die Situation bedrohlich/gefährlich ist, ist es gut sich aus der Situation zu entfernen....
wenn an es bewusst macht, ist das für mich etwas anderes.und doch wurde man opfer einer sitaution , die man nicht klären konnte.

Wenn aber die Fähigkeiten fehlen, dann ist doch die innere Flucht, der innere Rückzug eine gute Möglichkeit sich dem Geschehen zu entziehen. Es ist eine Fähigkeit, die extra für diesen Zweck entwickelt wird....

klar aber es ist fluchtverhalten.und auf der flucht ist wer ein opfer .

Was ich damit sagen will ist, egal welche und zu welchem Zweck Überlebensstrategien entwicklt wurden und auch welche, sie sind da, weil sie von Stärke zeugen.

ich weiss nicht , ob das mit stärke zu tun hat...eher überforderung würd eich sagen.

Diese Stärke brauchen ehemalige Opfer auch, um das was geschehen ist zu verarbeiten. Doch zum Verarbeiten muss da was geschah ins Bewusstsein gelangen, es muss zeitlich und räumlich zugeordnet werden können, denn sonst wirkt es weiter ....

So gibt es verhaltensweisen und Reaktionen, die nur da sind, weil etwas noch nicht im Bewusstsein angekommen ist, so wie du es schreibst @Melingo.


Ich habe das Gefühl mit dieser Aussage triffst du ziemlich ins Schwarze

Auch ich wusste über ein halbes Leben nicht, was und warum bestimmte Reaktionen, Aussagen von mir kamen. Habe gedacht, so darf doch niemand denken... Doch ich tat es und es gab genügend Gründe und es war gut und es hatte Gründe. nein ich habe keinen Angegriffen, ich hätte nur Kinder bestimmten Menschen niemals anvertraut und wusste nicht warum, denn eigentlich sollte das größte Vertrauen, was ein Mensch haben kann, das zu diesen Menschen sein....
da warst du dann opfer deines irrtums...ums plump zu sagen.
ich finde das das opfer sein ziemlich negativ gesehen wird....dabei ists nur ein wort wie jeds andere,welches einen zustand beschriebt.

nimand ist gern opfer oder lässt sich so nennen. dennoch gibts situationen,die machen einen menschen dazu. de die oft andere drängeln merken oft garnicht, wo und wann sie selbst opfer wurden oder sind.(z.b. opfer falscher sichtweisen oder falscher gedankengänge,also opfer ihrer selbst....)
wenn man die sicht darauf hat, das man nichts zum opfer sein kann, kann man anderen auch besser beisehen,finde ich. mir geht das so.
 
Zuletzt bearbeitet:
klar aber es ist fluchtverhalten.und auf der flucht ist wer ein opfer .

Sehe ich nicht so. Ich tue etwas, um zu überleben.

Flucht ist Rückzug. Und Rückzug ist ein Teil des Kampfes.



Was ich damit sagen will ist, egal welche und zu welchem Zweck Überlebensstrategien entwicklt wurden und auch welche, sie sind da, weil sie von Stärke zeugen.

ich weiss nicht , ob das mit stärke zu tun hat...eher überforderung würd eich sagen.


Das finde ich S****. Sorry, wenn ich das so deutlich sage. Aber damit stellst Du Ressourcen in Frage. In der Traumatherapie arbeiten wir aber gerade mit genau diesen Ressourcen.

Wenn das jemand kann, in seine innere Welt fliehen, ist das eine unglaubliche Stärke. Das ist ein Mensch, der stark visualisieren kann. Diese Fähigkeit kann man einsetzen, um zum Beispiel gegen Flashbacks Strategien zu entwickeln.

Ich habe viel mit Multiplen Persönlichkeiten zu tun. Personen spalten sich in Situationen ab, in denen das Kind (das muss unter fünf Jahren sein, um das erste Mal spalten zu können) in einer lebensbedrohlichen Situation ist. Das könnte sich in diesem Moment auch entscheiden zu sterben. Das ist eine unglaubliche Überlebenskraft. Das ist ziemlich genial!

Ich kenne Multiple, die haben nicht nur ein Mathegenie unter ihren Persönlichkeiten sondern auch noch drei Personen, die zusammen fünf Sprachen fließend sprechen. Viele kommen mit zwei Stunden Schlaf aus. Und ich kenne keinen Multi, der nicht auf die eine oder andere Weise gelernt hat, Kompromisse einzugehen.

Krank macht sie die Gesellschaft, weil sie eben "abseits der Norm" also abnormal sind.

Ansonsten ist das eine wahnsinnige Kraft, die diesen Menschen inne wohnt. Man muss den Leuten nur dabei helfen, die Kontrolle über diese Kraft zu erlangen.


Was mir hier so ganz stark auffällt, die Gesellschaft macht Menschen zu Opfern, die nicht der Norm entsprechen. In den Beiträgen von Mittendurch ist es mir aufgefallen.


Auch gibt es Dinge, die noch nicht so gehen wie ich es gern hätte und es braucht Geduld und viel gutes Zureden.

Das hat aber doch nichts damit zu tun, dass du irgendwann Opfer von Gewalt wurdest, oder? Ist das nicht völlig normal, dass jeder Mensch Defizite hat und an Dingen arbeiten muss?

Darum finde ich es gut, wenn du schreibst, du fühlst dich in Vielem nicht als Opfer. Wenn jemand Krebs hat, ist er dann ein Opfer seiner selbst? Bei Krebs stellt sich aber immer mehr heraus, dass es meist auch psychosomatische Gründe gibt. Also warum ist man dann Opfer, wenn man Flashbacks hat?


Ich habe oft das Gefühl, es darf gar nicht gesagt werden, das etwas gerade nicht so geht. Aber dann habe ich das Gefühl verhalte ich mich wie das Opfer von einst, weil dann halte ich mich an das Schweigegebot. Schweigen aber, empfinde ich als Opferverhalten.

Das sehe ich auch so.

Gerade für Betroffene gibt es so eine unsichtbare Latte, die jeder erreichen muss. Du musst kämpfen, du musst dich daraus lösen, du darfst auf keinen Fall jammern und Angst zeigen. Sonst bist du in der Opferrolle und daraus musst du dich befreien.

Das Wort Opferrolle ist für mich das Unwort des Jahrtausends.

Wer bitte ist denn nicht in der Opferrolle? Der eine in der Situation, der andere in einer anderen!

Melingos Beitrag finde ich ganz treffend! Der Umgang in unserer Gesellschaft mit Betroffenen hat ganz viel damit zu tun, dass die Leute ihr eigenes Opfersein nicht erkennen und immer auch Angst davor haben, selbst zum Opfer zu werden.

Wenn eine Frau vergewaltigt wird und ich anerkenne, dass sie sich nicht wehren konnte, dass sie nicht nein sagen konnte, erkenne ich damit auch immer an, dass mir das auch passieren könnte und ich in eine Situation kommen könnte, in der ich völlig hilflos bin. Wenn ich dem Opfer aber die Schuld gebe, ihm vorwerfe, es hätte sich ja wehren können und warum es dem Typ nicht in die Eier getreten hat, leugne ich damit, dass es hilflose Situationen gibt und damit bin ich selbst nicht in Gefahr.

Es gibt eine starke Solidarität mit Tätern. Weil es eben die starke Seite ist und einem da immer suggeriert wird, dass man selbst nicht zum Opfer werden kann.


Tuesday
 
Opfer - ein schimmernder Begriff.

In diesem Thread ist zudem sicher nicht die Bedeutung gemeint, dass man aktiv etwas weggibt (der eigentliche Opfergedanke).

Gemeint ist in unserem Zusammenhang wohl eher dieser Opferbegriff: dass man als an und für sich freie Persönlichkeit seiner Freiheit durch eine andere Person, die mit Absicht handelt, beraubt wird. Und damit wäre bereits gesagt, was ein Opfer ist. Im gesellschaftlichen Umgang ist es üblich, dass sich die Freiheit des Einzelnen mit der Freiheit der anderen reibt. Von Freiheitsberaubung kann man dann wohl sprechen, wenn ein ungesundes Maß überschritten wurde. Damit wäre der Opferbegriff vor allem ein rechtlicher.

Zum zweiten Teil der Threadfrage:
Um nicht Opfer zu werden, wäre es sicher gut, wenn man ein Bewußtsein für seinen eigenen Wert als Persönlichkeit entwickelt. Der Mensch kann das. Wer sich selbst für gering erachtet (eigentlich ein Unding, denn als Mensch hat man eigentlich einen Wert), der läuft umgekehrt Gefahr, dass er zum Opfer wird, weil er sich selbst egal ist, weil ihn das Täterverhalten dann nicht mehr empört etc. Auch Kriecherei ist wohl Ausdruck eines gewissen Opferverhaltens. Und wer kriecht, hat seinen Wert als Mensch ja auch in gewisser Weise abgegeben. Zumindest in größerem Maße.
 
Sehe ich nicht so. Ich tue etwas, um zu überleben.

Flucht ist Rückzug. Und Rückzug ist ein Teil des Kampfes.






Das finde ich S****. Sorry, wenn ich das so deutlich sage. Aber damit stellst Du Ressourcen in Frage. In der Traumatherapie arbeiten wir aber gerade mit genau diesen Ressourcen.

Wenn das jemand kann, in seine innere Welt fliehen, ist das eine unglaubliche Stärke. Das ist ein Mensch, der stark visualisieren kann. Diese Fähigkeit kann man einsetzen, um zum Beispiel gegen Flashbacks Strategien zu entwickeln.

hm...kannst du auch S**** finden. ich finde es groß das das abdriften geschieht,weil es schützt . sehe das aber nicht als meine persönliche stärke..weils der körper aus überforderung macht. also so habe ich das bisher gesehen.
es geschieht ja zum schutz und nicht wirklich bewusst.zumindest in der sitaution,wo man nichts anderes tun kann,nicht, denke ich.
als resourse kann man es ja dann dennoch nutzen. bei mir ist das so,ich gehe bei geschriebenen von mir aus und was ich unbewusst tue,sehe ich persönlich nicht als stärke an,weils eben nichts ist,was ich bewusst tue...


Ich habe viel mit Multiplen Persönlichkeiten zu tun. Personen spalten sich in Situationen ab, in denen das Kind (das muss unter fünf Jahren sein, um das erste Mal spalten zu können) in einer lebensbedrohlichen Situation ist. Das könnte sich in diesem Moment auch entscheiden zu sterben. Das ist eine unglaubliche Überlebenskraft. Das ist ziemlich genial!

Ich kenne Multiple, die haben nicht nur ein Mathegenie unter ihren Persönlichkeiten sondern auch noch drei Personen, die zusammen fünf Sprachen fließend sprechen. Viele kommen mit zwei Stunden Schlaf aus. Und ich kenne keinen Multi, der nicht auf die eine oder andere Weise gelernt hat, Kompromisse einzugehen.

Krank macht sie die Gesellschaft, weil sie eben "abseits der Norm" also abnormal sind.

Ansonsten ist das eine wahnsinnige Kraft, die diesen Menschen inne wohnt. Man muss den Leuten nur dabei helfen, die Kontrolle über diese Kraft zu erlangen.


Was mir hier so ganz stark auffällt, die Gesellschaft macht Menschen zu Opfern, die nicht der Norm entsprechen. In den Beiträgen von Mittendurch ist es mir aufgefallen.




Das hat aber doch nichts damit zu tun, dass du irgendwann Opfer von Gewalt wurdest, oder? Ist das nicht völlig normal, dass jeder Mensch Defizite hat und an Dingen arbeiten muss?

Darum finde ich es gut, wenn du schreibst, du fühlst dich in Vielem nicht als Opfer. Wenn jemand Krebs hat, ist er dann ein Opfer seiner selbst? Bei Krebs stellt sich aber immer mehr heraus, dass es meist auch psychosomatische Gründe gibt. Also warum ist man dann Opfer, wenn man Flashbacks hat?




Das sehe ich auch so.

Gerade für Betroffene gibt es so eine unsichtbare Latte, die jeder erreichen muss. Du musst kämpfen, du musst dich daraus lösen, du darfst auf keinen Fall jammern und Angst zeigen. Sonst bist du in der Opferrolle und daraus musst du dich befreien.

Das Wort Opferrolle ist für mich das Unwort des Jahrtausends.

Wer bitte ist denn nicht in der Opferrolle? Der eine in der Situation, der andere in einer anderen!

Melingos Beitrag finde ich ganz treffend! Der Umgang in unserer Gesellschaft mit Betroffenen hat ganz viel damit zu tun, dass die Leute ihr eigenes Opfersein nicht erkennen und immer auch Angst davor haben, selbst zum Opfer zu werden.

Wenn eine Frau vergewaltigt wird und ich anerkenne, dass sie sich nicht wehren konnte, dass sie nicht nein sagen konnte, erkenne ich damit auch immer an, dass mir das auch passieren könnte und ich in eine Situation kommen könnte, in der ich völlig hilflos bin. Wenn ich dem Opfer aber die Schuld gebe, ihm vorwerfe, es hätte sich ja wehren können und warum es dem Typ nicht in die Eier getreten hat, leugne ich damit, dass es hilflose Situationen gibt und damit bin ich selbst nicht in Gefahr.

Es gibt eine starke Solidarität mit Tätern. Weil es eben die starke Seite ist und einem da immer suggeriert wird, dass man selbst nicht zum Opfer werden kann.


Tuesday

hm...bisher habe ich das wort opfer als ein ganz normales wort genommen, das eben etwas beschriebt. man kann natürlich auch jedes wort auseinander nehmen und hinterfragen.
ob das nun sinn macht, darüber denke ich mal genauer nach....
ich persönlich fühle mich nicht angegriffen,wenn man zu mir sagen würde, ich wäre ein opfer gewesen. ich für mich war opfer und bin es auch in manchen situationen noch.
was soll man statt dessen sagen?....okay man könnte sagen,ich kam mit der sitaution nicht anders klar. aber gibt es ein wort welches opfersituationen so beschriebt wie es ein wort wie opfer kann?...überlebender passt ja nun nicht zu allen situationen.
deshalb ich kann das wort so akzeptieren. nur wie manche menschen damit umgehen ,finde ich immer noch sehr mies.
 
Ich habe das Gefühl dieses Thema, es scheint ein wichtiges und doch ist es teilweise verwirrend.
Eigenverantwortung und Opfer sein, mag für Erwachsene Menschen, auch Jugendliche und größere Kinder passen. Doch Eigenverantwortung, kann doch erst aufgegeben werden, wenn sie jemand hat. Ab wann aber kann eigenverantwortlich gehandelt werden?

Habe ich diese gleich nach der Geburt?


Hier ist große Vorsicht geboten: Bei manchen Menschen gehen solche Fragestellungen mit der Frage der "Schuld" einher - und das macht es schwer(er), sich damit auseinanderzusetzen.

Auf deine Frage (oben) würde ich erst einmal "Ja!" sagen.
Aber es ist eine andere Eigenverantwortung als die, die wir üblicherweise meinen. Sie hat eher damit zu tun, dass man ein eigenes Wesen ist.

Ich versuche es am besten anhand eines sehr extremen Beispiels zu verdeutlichen: Nehmen wir mal an, jemand wird gefoltert und im Rahmen dieser Folter aufgefordert, das eine oder andere (an sich selbst!) zu tun. Er tut es. Ist er jetzt "schuldig" dafür, dass er es getan hat? Nein. Aber er selbst hat es getan.

Wenn ein Säugling, um den Kontakt zu seinen ihn (psychisch) peinigenden Eltern nicht zu verlieren, gehorcht (z.B. lernt, seine Wut zu unterdrücken), dann kommt das von ihm selbst. Die Alternative wäre vielleicht zu sterben.

Das sind keine bewussten Denkvorgänge, wie wir sie kennen. Dennoch kommen sie von ihm, von dem Säugling selbst. Schliesslich kann nur er selbst seine Wut unterdrücken. Man kann sonst noch alles mit ihm machen; aber seine Wut unterdrücken zu lernen - das kann niemand sonst an seiner Stelle für ihn tun. Das (und ähnliches) meine ich, wenn ich deine Frage mit "Ja" beantworte.

Das und viele andere, vergleichbare Vorgänge kommen im Säuglings- und Klein(st)kindesalter millionenweise in unserer Gesellschaft vor!


Habe ich sie, wenn das Unterbewusstsein oder was auch immer etwas ohne mein zu tun frei gibt und dadurch der Körper heftigst reagiert oder auch nachts im Schlaf der Atem aussetzt?
Ich fühle mich dann nicht als Opfer, auch wenn ich dann das Gefühl habe in Not zu sein.


Wenn man den Menschen als ein Ganzes betrachtet, versteht man, dass die Frage der Eigenverantwortung nicht nur im bewussten Denken lokalisiert sein muss.
Ich frage mich allerdings, ob dieses Beispiel von dir (mit dem Aussetzen der Atmung) , nicht jenseits dessen liegt, was man noch mit Eigenverantwortung zu umschreiben versucht.

Die Seele ist ja unzertrennlich mit dem Körper verbunden. Gewisse psychische Zustände können dazu führen, dass man nicht atmet. Das Aussetzen der Atmung ist dann - womöglich - eine so nicht beabsichtigte (auch nicht vom sog. Unbewussten) Folge.
So etwas geschieht z.B. mit Todesfolge im Säuglingsalter ("plötzlicher Kindstod").


Was ich damit sagen will ist, egal welche und zu welchem Zweck Überlebensstrategien entwicklt wurden und auch welche, sie sind da, weil sie von Stärke zeugen.


Hmm.. Ich würde es nicht so formulieren. Der Wille zu leben - das finde ich passender.
So, wie der Begriff der angeblichen Schwäche sehr oft als "Waffe" benutzt wird, kann man auch von der "anderen Seite" her auch den Begriff der angeblichen Stärke instrumentalisieren.

Dennoch: Es erfordert manchmal einen sehr sehr großen Mut, sich mit Vergessenem zu konfontieren. Das sind eigentlich die wahren Helden und Heldinnen, wenn man mal doch dieses Wort benutzen wollen sollte.
Und man könnte es auch als eine Stärke ansehen, auch wenn ich es richtiger finde, besser vorsichtig beim Benutzen der Begriffe "Stärke" und "Schwäche" zu sein.
 
Für mich gibt es keine Opfer, diese Denkweise hab ich nicht, es gibt Menschen die von anderen zeitweise mit Gewalt unterdrückt und gequält werden, weil diese in der Übermacht sind und psychopathisch veranlagt, das kann jeden treffen.
 
Für mich gibt es keine Opfer, diese Denkweise hab ich nicht, es gibt Menschen die von anderen zeitweise mit Gewalt unterdrückt und gequält werden, weil diese in der Übermacht sind und psychopathisch veranlagt, das kann jeden treffen.

also ich setze nicht voraus das nur estimmte menschen opfe sind oder werden....auch wenn ich das wort an sich akzeptiere. alle menschen könnenmal opfer werden.
(wollte ich nur gesagt haben..damits keine Missverständnisse gibt.)
🙂
 
Ich danke erst einmal alle, die rege ihre Gedanken dazu beitragen. Diese Diskssion hilft mir sehr, auch gerade die Widerstände zu erkennen und vielleicht auch wieder ein Stück mehr Ruhe und Frieden zu finden. Denn es gibt so viele verschiedene Vorstellungen, Meinungen und Ansichten....
Nun aber ist erst mal ein Sortieren hier angesagt, bevor es Antworten von hier geben kann.
Ich hätte meine eigenen Auseinandersetzungen gar nicht so gut wahrgenommen, wie durch diese Diskusion
 
Ja Überlebende kann man sagen, gilt es für jede Art von Gewalt?

Ja, ich finde schon, dass es für jede Art von Gewalt gilt. Was mir jetzt beim Nachdenken über deinen Thread auffällt, ist, dass nur Überlebende sexualisierter Gewalt häufig als "psychisch krank" bezeichnet werden. Überlebende körperlicher Gewalt sind ganz normale Überlebende, die halt eine schlimme Kindheit hatten. Vernachlässigte Kinder werden auch nicht als "krank" bezeichnet. Aber wir Überlebende sex. MBs sollen eine Therapie machen oder in einer Klinik gehen. Ein KZ- Überlebender wird für seine Kraft bewundert, dass er es überstanden und verarbeitet hat. Warum kann man denn nicht auch so mit uns umgehen?
Ich finde, die Gesellschaft missbraucht Überlebende wieder aus Profitgier. Klar, wenn man Überlebende zu Opfern, zu Kranken macht, dann müssen sie behandelt werden, was eben Geld einbringt. Das Psychiatrie- oder Klinikpersonal will bezahlt werden, die Medikamente kosten was.
Als Beispiel fällt mir das EMRT ein. Bei dieser Methode kreisen die Augen, wenn sie dem Finger des Therapeuten folgen. Dabei soll der Inhalt des Traumas in ein anderes Gehirnarial verschoben werden, so dass eben andere Transmitter ausgeschüttet werden, was folglich eine andere Stimmung auslöst. Das Selbe passiert auch beim Stricken, weil die Augen das Hin und Her des Fadens von einer Stricknadel auf die andere beobachten. Unsere Omas haben nicht umsonst gestrickt. Aber klar, wenn man den Menschen das Stricken beibringt, besteht ja die Gefahr, dass sie ihre Trauma selbst bewältigen und der Verdienst bleibt aus.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Darkside:

Also konkret in meinem Leben passierte es die letzen zwei Jahre immer wieder.
Ich rede über sex. MB und meine Mutter und meine ehemaligen Freunde und Bekannte sagen, ich soll eine Therapie machen, um es zu vergessen. Ich will es aber nicht vergessen. Warum sollte ich es auch nach jahrelangem Verdrängen wieder vergessen wollen? Und an dieser Stelle hieß es in meinem früheren Umfeld, ich sei psychisch krank und soll in eine Traumaklinik gehen.
Ich könnte ja auch annehmen, dass ich ein Einzelfall bin, weiß aber von anderen Überlebenden, dass sie die gleichen Erfahrungen machten.

Ich weiß auch nicht, ob ich das so mit Folgeschäden sehen kann wie du. Eine Verletzung ist immer schlimm egal welcher Art auch immer. Eine Hauerei zwischen zwei Erwachsenen ist kein MB, weil sie eben beide erwachsen sind und die gleiche Augenhöhe haben. Das ist so zu sagen fair. Fügt ein Erwachsener einem Kind Gewalt zu, besteht eben ein Machtmissbrauch, weil das Kind dem Erwachsenen per se unterlegen ist.
 
Zuletzt bearbeitet:

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben