Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

von ängsten ohne daseinsberechtigung.

seufzer

Neues Mitglied
ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll. mit einem hallo? oder einfach gleich drauf los schreiben, was mich bewegt?

vorne weg: ich bin todmüde. ich habe die letzten tage viel zu wenig geschlafen. das vor allem, weil ich zu viel angst davor habe, nicht mehr aufzuwachen. somit schlafe ich erst, wenn mein körper es nicht mehr aushält. und das alles im denkbar ungünstigsten moment, kurze zeit vor meiner matura.

ich bin neunzehn jahre alt, besuche eine gestalterische schule und bin, soweit ich mich zurück erinnern kann, ein ängstlicher mensch gewesen.
ich wurde oft nach einem auslöser gefragt, doch schon meine frühesten kindheitserinnerungen sind von angst geprägt. ich erfuhr auch, dass ich wohl schon als kind, wegen der änsgte, körperliche probleme hätte. ich wäre, neben meinen ängsten, auch viel zu diszipliniert – eine aussage, die ich bis heute nur schwer deuten kann.

und auch wenn es keine auslöser per se gab, so gab es doch zwei maßgeblich prägende momente, die meine ängste verschlimmerten.
das erste war, als meine patentante und beste freundin meiner mutter an krebs starb. ich sah sie leiden, ihr abgemagerter körper bleibt mir bis heute in erinnerung.
ich schäme mich unglaublich dafür, aber ich fühlte mich, aufgrund ihrer krankheit, sehr unwohl dabei, sie zu umarmen, obwohl sie sich so freute, mich zu sehen – mir kommen jetzt noch die tränen, wenn ich daran denke.

weiteres war ich als kind sehr computer interessiert. ich lernte html (und das mit neun) und legte den computer als tollstes medium für mich fest; in meiner umgebung erntete ich dafür nur hohn. man warf mir vor, computersüchtig zu sein.
mein nächstes no go war, dass ich mich für anime und manga interessierte, was in meiner umgebung auch nicht gut ankam. letztlich stand ich in meiner klasse alleine da, als außenseiterin. auch, weil ich mich immer für die schwachen einsetzte, selbst wenn ich diese selbst nicht mal mochte.
dann kam ein neues mädchen in die klasse. sie war schlank und hatte lange blonde haare, zu der zeit muss ich wohl um die elf jahre alt gewesen sein.
kurzum: sie betrieb enormen psychoterror mit mir. sie suggerierte mir, ich wäre wertlos und hässlich. sie schlug mich andauernd.
der höhepunkt in unserer "freundschaft" war, dass sie mich eine nacht lang quälte – ich war bei ihrer oma zu besuch und die ganze nacht prügelte sie mich, verfolgte mich und schlug mir sogar mit voller wucht eine waage auf dem kopf.
ich war überall geschwollen und die nachwehen dieser nacht bleiben bis heute.
erstens kann ich mich an meine jahre mit ihr kaum mehr erinnern – alles blackouts, bis auf die wenigen schlüsselerlebnisse. zweitens hab ich auch blackouts, wenn ich in streitsituationen gerate oder breche zusammen.

momentan macht mir aber vor allem meine krankheitsangst zu schaffen. ich habe das gefühl, das atmen funktioniert nicht richtig. ich habe angst unter menschen. ich habe angst vor meiner turnfeststellungsprüfung am freitag, da dort vielleicht leute zusehen könnten.

ich bin extrem überfordert. auch der druck in der schule ist unglaublich.
ich wohne ja mit meinem freund zusammen, jedoch ist er keine große stütze – eher verschlimmert er meine lage, auch wenn er einfühlsam mit meinen problemen umgeht. doch ist er oft zu spät dran bei abgabeterminen, weshalb ich ihm helfe. auch ist er schrecklich unmotiviert, weshalb ich immer zwei menschen in die schule schleppen muss. warum ich so übermüdet bin? weil ich ihm mal wieder die hälfte seiner spezialgebietsarbeit geschrieben habe...
(und nein, er nutzt mich nicht aus. er schafft es einfach nicht, sich zu motivieren. er hat selber probleme.)

ach, ich hoffe, irgendjemand kann daraus irgendwas rauslesen. mir mut machen. ich bin am verzweifeln.

ich kann meine situation auch gerne näher schildern (es fehlt ja noch so viel), wollte aber nicht gleich bei meinem ersten post einen ganzen roman schreiben.

punkt.
 
Oh es hört sich wirklich alles nicht so toll an..jedoch denke ich du solltest dir vielleicht Psychologische Hilfe suchen....weißt du manchmal kommen einem Dinge schwerer vor als sie wirklich sind....man muss sich mit so vielem auseinander setzen obwohl man es garnicht möchte....doch ich denke allein ist es nur sehr schwer zu schaffen....suche dir Hilfe bei einem der dir wirklich helfen kann...Ich wünsche dir viel Glück und Erfolg
 
klar – auf dauer hilft nur psychologische betreuung. aber es hat mich gerade enorm beruhigt darüber zu schreiben und nun auch ein paar aufbauende worte zu lesen. im ernst, diese panik von vorhin hat sich ein wenig gelöst.

das problem bei prof. hilfe bei mir ist halt leider, dass ich mir die selber nicht finanzieren kann und meine eltern nicht darum bitten will. ich bin auch zu unfähig, jemanden zu finden, der das auf kasse machen würde. hm...
 
Gehe zu deinem Hausarzt rede mit ihm....er wird dann feststellen was du brauchst und würde dir alle weiteren Wege erklären und dich unterstützen....du schaffst das schon....
 
Hallo Seufzer,
ich bin hundemüde, daher verzeihe mir die kurze Antwort oder einfach nur mein Gedanke:

-könntest Du hochbegabt sein?
-ich habe schon den Eindruck, daß Du viel Traumatisierendes erlebt hast. Oftmals müssen ja erlebte schlimme Ereignisse im Leben nicht unbedingt traumatisierende Auswirkungen haben aber:
- Du bist doch sehr vereinsamt, so mein Eindruck durch "einsame" Hobbies...viell. diese als Verkrümelungstaktik, weil niemand da war, der Dir zugehört hat? Dich ernst genommen hat? Bist Du von einer erwachsenen Person zur Seite genommen worden, die sich mit Dir über die Krebserkrankung Deiner Tante und der Freundin unterhalten haben? Du schreibst:

vor allem meine krankheitsangst zu schaffen

was ja mit Kontrollverlust zu tun hat...kein Vertrauen im eigenen Körper.

Menschen brauchen Menschen und wenn der Zugang zu Menschen verloren geht aus was für Gründen auch immer, wenn man einen Menschen des Vertrauens nie gehabt hat, auf sich selbst eingestellt ist, was Stärke ja hervorbringen kann und es dazu kommt, daß man anderen auch noch hilft (Deinen Freund), dann vereinsamt man...man findet sich irgendwann komisch und zieht sich zurück und verhindert dadurch, daß man nicht mehr zugänglich ist...

Kannst Du damit was anfangen?

Das sind nur so Gedanken! Eine Therapie würde ich Dir anraten, denn Du bist jetzt noch jung und soetwas verfestigt sich, manifestiert sich, wir für einen selbst zur Selbstverständlichkeit, obgleich man auf dem besten Weg - auf dem allerbesten Weg ist, zu pathologisieren...

ich habe angst vor meiner turnfeststellungsprüfung am freitag, da dort vielleicht leute zusehen könnten.

was ist eine Turnfeststellungsprüfung? Was könnten Die Leute dort sehen, was Du nicht möchtest oder Dich schämst? Konkretisiere es, wenn Du magst...

Dicke Umarmung...

w.
 
Gehe zu deinem Hausarzt rede mit ihm....er wird dann feststellen was du brauchst und würde dir alle weiteren Wege erklären und dich unterstützen....du schaffst das schon....

Hausarzt ist gut, es gibt Beratungsstellen...Selbsthilfegruppen?
muß man eine Therapie selbst bezahlen, wo Du herkommst? Ich nehme an, Du kommst aus Österreich? Wegen Matura dachte ich...
 
hey winnie,
dankeschön für die antwort!
ich fühle mich gerade richtig gut, da mir mal zugehört wird.

nun, ich war immer sehr abgeschieden und einsam. ich bin es in gewisser weise auch heute noch. ich habe inzwischen einen größeren freundeskreis und bin in meiner klasse akzeptiert und werde auch gemocht. trotzdem finde ich nie so den richtigen draht, kann mich nicht öffnen – habe zu viel angst vor verurteilung oder dadurch, dass man meine privaten geheimnisse mal gegen mich verwenden könnte.
ich wurde sehr oft von anderen menschen enttäuscht. darum versuche ich heute, mein privatleben so gut wie möglich zu verheimlichen. das geht so weit, dass niemand von meinem freund weiß, obwohl wir schon seit 2 jahren zusammen sind. von meinen ängsten ganz zu schweigen!

ich habe aber lustigerweise ziemlich viele verehrer, mein freundeskreis besteht auch eigentlich nur aus männern. doch bei allen habe ich das gefühl, sie verlieben sich in eine fassade und kennen mein wahres ich überhaupt nicht. denn ich zeige ja auch so wenig.

ich habe vergessen, zu erwähnen, dass mein erster richtiger freund (mit sechzehn) eine ex freundin hatte, die mich ebenfalls emotional fertig machte – aber über das internet, durch drohungen und genau beschreibungen, wie sie mich denn umbringen wollen würde und wie ich nicht sterben sollte ... abgesehen davon hat er mich mit ihr betrogen, was ein unglaublicher schock war.
ich habe ihm sogar verziehen, da mir bewusst war, dass es nur sex war und keine liebe dahinterstand, das war offensichtlich. doch im endeffekt hatte er mich nie vor ihr verteidigt, im gegenteil, sie erfuhr sogar von meinen ängsten und hatte noch mehr wissen um mich fertig zu machen. (ständig nannte sie mich magersüchtig, flachbusig. sie hat sogar einen detaillierten aufsatz darüber verfasst, was an mir nicht alles hässlich ist!) letztlich betrog er mich noch etliche male mit ihr, was sie mir dann zu meinem 17. geburtstag offen legte.
natürlich war dann schluss. aber diese schlimme zeit spüre ich bis heute.

außerdem wurde ich in meiner aktuellen schule anfangs oft ausgeschlossen (in meiner vorherigen sowieso gemobbt), weil ich zu dünn war und man mich für magersüchtig hielt. mein alter mathelehrer hat diese vorwürfe tatsächlich unterstützt und mich vor der gesamten (!) klasse gefragt, ob das denn stimmen würde – ich dachte, ich höre nicht recht! (und er ignorierte gekonnt, wie ich währenddessen weiter beschimpft wurde. abgesehen davon redete er oft mit meinen mitschülern und bat sie, mich aufzufordern, mehr zu essen... was dazu führte, dass ich auf schulreisen so nervös war, dass ich nichts mehr runterbekam und sich alle noch mehr bestätigt fühlten... ich musste dann ständig zur schulärztin und NIEMAND wollte mir glauben, dass ich keine probleme mit dem essen hatte – an meinen wahren problemen wurde dabei gekonnt vorbeigeredet. ich hatte sie damals aber selber noch nicht genug bewusst wahrgenommen, um sie selber anzusprechen... aber alles sehr ärgerlich.)

bei der frage, ob ich hochbegabt bin, musste ich lächeln – ich hielt mich immer für richtig dumm. (mangelndes selbstwertgefühl hatte ich ja immer schon) ich hatte das gefühl, nichts zu begreifen. vor allem was mathe und physik betraf. heute halte ich mich für... ja... weiß nicht... für in ordnung.
inzwischen bin ich aber zu dem schluss gekommen, dass jeder mensch irgendwie intelligent ist und so auch ich. aber hochbegabt? ich weiß nicht. ich kann ganz gut mit worten. ich kann mich bei tests oft so klingen lassen, als würde ich wissen, worum es geht, ohne was zu verstehen. (lach)

kontrollverlust ist bei mir tatsächlich ein sehr großes thema. meine ängste gehen oft davon aus. auch wenn ich immer sehr schüchtern war, konnte ich mich zB auf festgelegte prüfungstermine oder referate gut vorbereiten, nicht nur, weil ich dadurch lernen und mich vorbereiten konnte, sondern auch, weil sich meine seele drauf einstellte – doch wenn es darum geht, einfach so mal eine frage im unterricht zu beantworten (egal, wie simpel sie ist), drehe ich sofort durch. so als beispiel.
schlaf ist ja auch ein gewisser kontrollverlust. das macht mir angst. ich würde gern immer alles überwachen. früher habe ich auch permanent meinen pulsschlag überprüft. in der schule übernehme ich bei referaten oder gruppenarbeiten auch immer den leitenden teil. meistens bin auch ich diejenige, die ein thema beschließt udn dann den anderen sagt, was sie machen sollen – natürlich nicht so harsch.

und die turnen feststellungsprüfung... tja, ich habe ein jahr in turnen gefehlt, nun muss ich eine "prüfung" machen... keine ahnung, was mich da geritten hat. aber ich habe furchtbare angst vor turnen (noch so ein komplex) weil ich immer ausgelacht wurde und als letzte in die teams gewählt wurde... außerdem hatte ich als kind noch ein kleines handicap, das inzwischen nicht mehr existent ist, aber das damals... nicht sehr erquickend war.

ich war einmal in therapie, das ist aber schon ewig her und es hat mir nicht gefallen. ich ging nach kurzer zeit nicht mehr hin und wurde dafür von meinen eltern geschimpft, da ich mir doch helfen lassen MÜSSE. sie meinten es nur gut, das weiß ich schon, aber manchmal tun sie auch das falsche. sind halt auch nur menschen. aber ein fahler beigeschmack bleibt eben.
aber ich weiß, dass es da draußen sicher leute gibt, die mir helfen können, doch ich habe angst, wieder eine enttäuschung zu erleben. doch ich werde mich darum kümmern. hoffentlich bald.

inzwischen geht es mir schon viel besser, danke euch beiden 🙂 ich denke, ich kann jetzt sogar schlafen. endlich. 🙂

(es ist wieder alles recht wirr geworden. ich bin wirklich müde. ich wünsche euch eine gute nacht, falls ihr noch munter seid!)
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben