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Vom Beamtentum zur Bohrinsel - Ein Wahnsinn?

Sei mir nicht böse, aber für mich klingt dein Text wie von einem jungen Mann, der von seinem sicheren Luxusleben gelangweilt ist und jetzt mal was Krasses machen will.

Außer Geld und "weil's irgendwie cool wäre" habe ich keine richtige Motivation aus deinem Text rauslesen können. Und viel Ahnung scheinst du über diesen Job bzw. über das Leben auf so einer Bohrplattform auch nicht zu haben.

Wenn ich dann so Sachen lese wie "wie 'ne schwimmende Ministadt" oder "wie im Film"... hmm... du bist dort kein Freizeitanimateur auf einem Kreuzfahrtschiff oder Strandbarmann in Dubai, sondern auf einer hässlichen Bohrinsel, das aussieht wie eine riesige Baustelle im Meer.

Ich weiß net so recht, was du dir von diesem Job erhoffst, ehrlich gesagt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Anfänger die null handwerkliche Ausbildung mitbringen, wird man ausgerechnet auf einer Bohrinsel garantiert nicht nehmen. Das ist ein Hochleistungsjob - trotz Schmutzarbeit - wo es durchaus auch gefährlich werden kann (Schlechtwetter bis Sturm, Blowout, Feuer etc.), und wo man von vornherein nur erfahrene alte Hasen brauchen kann und nehmen wird, die in jeder Lage vielfältig einsetzbar sind, sich also mit allen Arten von dort verwendeter Technik bereits auskennen. Das hohe Gehalt kommt nicht von ungefähr. Wenn Du unbedingt was anderes machen willst als Polizist, dann such Dir einen reinen Bürojob oder geh als Türsteher in eine Kneipe, aber vergiß das mit der Bohrinsel. Das ist eine reine Schnapsidee.
 
Du scheinst eine sehr romantische Vorstellung davon zu haben. "Wie im Film", "Anreise im Heli" pi pa po.

Du fängst da auch nicht direkt "oben" an - am Anfang wirst du mehr Putzmann, reinigst und schrubbst, kratzt Rost weg. Nach einigen Jahren und Erfahrung kannst du dann aufsteigen. Da die meisten Inseln diese "Handlanger" über Leiharbeitsfirmen anstellen wirst du auch nicht von der Firma angestellt, die die Bohrinsel leitet. Das heißt du wirst jahrelang erstmal Leiharbeiter sein. Die Chance von der Firma also übernommen zu werden Roughneck zu werden ist von den Faktoren abhängig ob du das so lange mitmachst und ob du weitere Qualifikationen mitbringst. Dafür benötigst du also entweder ein Studium (auch als ITler kann man auf einer Bohrinsel arbeiten) oder eine technische/handwerkliche Ausbildung.

Grundsätzlich wird auch erwartet, dass du in der Nähe der Bohrinseln lebst oder bereit bist umzuziehen um die Anfahrt zu verringern. D.h. du würdest deinen Sitz noch weiter weg von deiner Freundin haben - möglicherweise sogar im Ausland. Mitunter kann es sogar sein, dass du innerhalb weniger Monate auf eine andere Insel zugewiesen wirst. Das macht die Lebensplanung also sehr schwierig.

Ja man wird top bezahlt, wenn man auf einer Bohrinsel arbeitet - aber man zahlt auch einen hohen Preis dafür.
 
Ich danke für die so vielen Antworten.

IN DER TAT gebe ich zu (und gab es auch direkt zu Anfang zu) dass ich nicht die leiseste Ahnung von dem Job habe. Daher ja der hoffnungsvolle Thread hier mit Hoffnung auf first person Berufserfahrene. Man liest ja nur monströse Gehälter, wochenlang frei, aber das kommt alles von den Seiten, die einem dann ein 50 Euro Bewerbungspaket schmackhaft machen wollen - ja klar 🙂

IN DER TAT habe auch ich meine Position mehrmals reflektiert und stellte wie hier schon richtig gewagt wurde "Langeweile vom luxuriösen Leben" fest. Ist ja das gleiche wie damals das Klischee mit den Bänkern, die ja in Geld schwimmen, nur weil man einige Wall Street Filme gesehen hatte. Mein Cousin ist bei der VR Bank und beginnt mit 1,7 brutto. Netto verdiente ich als Kommissarsanwärter mehr. Selbst im KriPo Job, der ja mein Wunsch wäre, wenns "nur" im gehobenen Dienst bliebe endet bei A11 was in der letzten Erfahrungsstufe mit Polizeizulage etwa 3500 netto bedeute. Auch da öffnete mir mein lieber Cousin die Augen und eröffnete, dass nicht gar jeder Bezirksvorstand mit dieser Summe nach Hause gehen kann, geschweige denn Geschäftsstellenleiter.

Vielleicht ist es wirklich dieser Aufschrei nach "was Krassem" gewesen, wie es hier schon festgestellt wurde. Ums Geld gings ja nicht mal so sehr. Das Geld war nur ein Faktor wie "ist es denn so viel mehr, dass es sich lohnt die Leckerbissen des Beamtentums dafür hinzuschmeißen".

WO ich tatsächlich romantische Vorstellungen hatte war, dass jeder der anpacken kann und das auch 14 Tage 12Std am Stück aushält herzlich willkommen ist als Roustabout. Leider nein. Bereits fertige Maschinenbauer, Kranführer etc DIE werden Roustabout und arbeiten sich langsam hoch. Das war dann doch eine ernüchternde aber realitätsnahe Entdeckung als ich das las. Muckis und Ausdauer sind dann doch nicht genug. Da muss schon eine Spezifikation her.


...wartet mal meinen nächsten Thread ab. Dann denkt ihr, ist der Bursche komplett in einer Parallelwelt?... 🙂
 
Oftmals ist ein Großteil der Arbeiter auf einer Bohrinsel nicht unmittelbar mit dem Bohren beschäftigt sondern mit der Wartung, Verpflegung und mehr.
Ist aber oft 3 bis 6 Jahre Berufserfahrung erwünscht.
 
Ist z.B. bei BP auch so aber wie soll man praktische Berufserfahrung vorweisen?

Ich würde mich direkt bei den entsprechenden Firmen informieren.

Wenn das mit dem Sabbatjahr machbar wäre würde ich meiner "Abenteuerlust "nachgehen.

Noch keine Familie gegründet,jung und ein Knochenjob zum austoben.
Why not?
 
Was ist eigentlich so toll daran, auf einer Bohrinsel zu arbeiten?

Hab ich etwas verpasst?
 
Schmierölgeruch.
Lärm.
Verschwitzte Menschen.
Enge.
Betriebsamkeit.
Um einen herum nur Wasser.
Harte körperliche Arbeit.
.
.
.
Ok... und das alles nehmen Menschen in Kauf, weil man auf einer Plattform im Meer arbeitet? Ernsthaft?

Ich hatte dazu mal auf n24 eine Doku gesehen und ich empfand das als mega langweilig. Ich könnte mir nie vorstellen, dort zu arbeiten.
 
Fänd Riesenbagger zu fahren cool.
Mag dicke Maschinen.
Mittlerweile mit Muskelmassenschwund und Rücken bin ich froh wenn ich ohne Schnappatmung zum Streichelzoo komm.

Jeder hat halt so seine Neigungen.
Was problematisch ist wenn man merkt Bohrinsel ist doch "nix" kann man nicht einfach das als Lehrgeld sehen und gehen.
Ausser man ist ein seeehr guter Schwimmer.
 

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